Neue Medien und Digitalisierung in der Pädagogik


Hausarbeit, 2018

17 Seiten


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung

2. Was sind eigentlich Medien
2.1 Medienkompetenz

3. Wandel des Lernens
3.1 Wissenserwerb durch Digitale Medien
3.2 Einsatz von digitalen Medien in der Schule

4. Vor- und Nachteile digitaler Medien
4.1 Vorteile Digitaler Medien
4.2 Nachteile Digitaler Medien

5. Fazit

6. Quellenangaben

Literaturverzeichnis

Internetquellen

1. Einleitung

Digitalisierung, das Wort ist heutzutage in aller Munde. Doch was bedeutet es eigentlich und in welchem Kontext steht es mit der pädagogischen Arbeit?

Warum haben wir Erziehungswissenschaftler das Modul „Neue Medien“ und wieso ist es relevant? Mit dieser Arbeit möchte ich die Moderne Zeit, die von Digitalisierung und technischen Fortschritt geprägt ist, beleuchten und auf die Digitalisierung eingehen, die unsere Arbeit von und mit Kindern verändern wird.

Ausgangspunkt für das Interesse an der Bearbeitung dieses Themas war mein Exzerpt zu dem Text „Rationale Digitalisierung“ von Stefan Selke in dem Seminar „Eine Reise durch die Medien“, der sich mit der Digitalisierung in unserer heutigen Gesellschaft auseinandersetzt und Folgen ausweist. Da ich neben dem Studium an einer Ganztagsschule arbeite, bekomme ich den Umschwung in der Grundschule gut mit. Klassische Unterrichtsutensilien wie Tafeln werden von Smartboards abgelöst und Kinder lernen den Umgang an Laptops und Computern.

Doch ist dieser Medienwandel positiv oder negativ zu betrachten?

Manfred Spitzer spricht sich in seinem Buch „Digitale Demenz“ ausdrücklich gegen die Nutzung von digitalen Medien im Kindesalter aus. Unter anderem meint er, dass digitale Medien uns dazu verleiten, unser Gehirn nicht mehr so oft zu beanspruchen und es deshalb auf Dauer an Leistungsfähigkeit verliert- und dass sei nur eine von vielen Gefahren der ganzen Digitalisierung (vgl. Spitzer 2012: 322).

Ein anderer Autor meint unterdessen: „Wer sein Kind heute fördern will, der erlaubt ihm, die Computerwelt zu entdecken“ (Milzner 2016: 209). Weiterhin sagt er, dass es uns selbst überlassen wird, ob wir im Kopfrechnen oder den Taschenrechner das für uns erledigen lassen, jeder sei selbst für die Nutzung seines Gehirnes verantwortlich (vgl. Milzner 2016: 60).

Da digitale Medien unser Leben immer mehr beeinflussen und neue, innovative und technisch fortgeschrittene Geräte den Markt überfluten, ist es unweigerlich, dass sich auch die Lebensumstände unserer Kinder ändern. Das macht sich in Schulen bemerkbar, aber auch schon in Kindergärten und Krabbelstuben.

In der vorliegenden Arbeit möchte ich mich mit dem Thema der Nutzung digitaler Medien im Kindesalter auseinandersetzen und wäge dafür Pro und Kontra Argumente ab.

2.Was sind eigentlich Medien

Eine Definition von Wolfgang Maier lautet: „Medien sind technische Hilfsmittel, die Informationen gestalten, austauschen oder verbreiten. Sie dienen der Kommunikation“ (Maier 1998: 14).

Dass wir Menschen soziale Wesen sind, die miteinander kommunizieren ist nicht zuletzt nach Schulz von Thuns: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ jedem klar. Menschen kommunizieren also mit Hilfe von Medien. Im Laufe der Zeit haben sich die Medien immer mehr optimiert und sind von analog zu digital umgeschwenkt. Auch schon unsere Kleinsten sind von den neuen digitalen Medien seit der Geburt umgeben. Diese Veränderung innerhalb der Gesellschaft macht uns laut Beckedahl und Lüke zu einer digitalen Gesellschaft (vgl. Beckedahl, Lüke 2012: 12).

Eva Reichert-Garschhammer sagt in einem Interview mit der MERZ:

„Die Digitalisierung ist ein globaler, unaufhaltsamer Prozess, der den Alltag aller Lebensbereiche durchdringt und die Art und Weise, wie wir uns informieren, kommunizieren lernen und arbeiten, tiefgreifend verändert hat“ (Reichert-Garschhammer: 2018: 29).

In der Pädagogik ist der Wandel in der Lebenswelt der Kinder schon angekommen. Dementsprechend wird auch reagiert, jedoch noch sehr polarisierend. Während die einen Konzepte auf jegliche technischen Medien verzichten (zum Beispiel Montessori und Waldorf), rüsten einige Einrichtungen auf und befürworten das frühe Erlernen von Medienkompetenz.

Die Pädagogik muss sich dem Wandel der Zeit anpassen und ihre Arbeit danach richten, was in der Zukunft von Bedeutung ist. Daher sollte man sich unweigerlich auch mit den neuen Medien auseinandersetzen, um den Kindern eine gute Eingliederung in die digitalisierte Gesellschaft zu ermöglichen.

Pädagogen sollten die Kinder auf eine Zukunft vorbereiten und dass diese Zukunft eine digitale wird, ist trivial. Also sollte zu den Kernkompetenzen der Umgang mit Medien gehören, denn nur so haben die Kinder in der Zukunft eine Chance (vgl. Milzner 2016: 17).

Doch nicht nur für die Zukunft ist es immens wichtig, Kindern den Zugang zu Medien zu erlauben, Medien sind schon gegenwärtig überall. Die Gesellschaft konsumiert die verschiedensten Medien, die Menschen schauen fern, surfen im Internet und schauen sich Videos auf YouTube an. Früher gab es nur Bücher und Zeitungen, mittlerweile ist dem Medienüberfluss, der uns im Alltag überrollt, fast nicht mehr zu entkommen.

Somit bilden wir uns, obwohl wir es vielleicht gar nicht wollen. Und wir schnappen vieles auf, was wir vielleicht nicht wollen. Gerade Kinder müssen lernen, zu differenzieren und Medien so nutzen, dass sie ihnen etwas bringen.

Den richtigen Umgang mit Medien zu lernen ist demnach eine ist eine existenzielle Kompetenz. Es ist nicht unsere Aufgabe als Pädagoge, die Kinder von Medien fernzuhalten, sondern gemeinsam mit den Kindern den Prozess zu reflektieren, begleiten und aktiv mitzugestalten, damit sie kompetent im Umgang mit Medien werden (vgl. Sandbothe 2003: 115).

Denn unter Medienkompetenz wird nicht nur der technische Umgang mit Medien gemeint, gerade die gemachten Erfahrungen zu reflektieren ist immens wichtig und schützt die Kinder auch vor Konsumverhalten neuer Medien.

Dazu gehört, dass auch das Personal geschult und technikaffin wird. Wir können Kindern nur etwas beibringen, wenn wir selber zu Experten werden und uns auf diesen Gebiet auskennen, nur so kann Medienbildung in pädagogischen Institutionen funktionieren.

Pädagogen haben den Auftrag, dass sich jeder Mensch so in die Gesellschaft einbringen kann, wie er ist. Dazu werden verschiedene Kompetenzen in der Krabbelstube, in der Kita und in der Schule gefördert und erlernt. Durch das Digitale Zeitalter kommen neue Kompetenzen hinzu: Der Mensch muss lernen, welche Hoffnungen und Gefahren Medien bringen können und auch wie er sich mit ihrer Hilfe zum Ausdruck bringen kann und die Medien ihm mehr nutzen als schaden.

2.1 Medienkompetenz

Die Zeitschrift MERZ, herausgegeben vom Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, beschäftigt sich ausgiebig mit Interviews und Artikeln zum Thema Digitalisierung in der Kita und auch von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur erschien ein Buch über Medienpädagogik von Anfang an. Beide werden gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), was wiederum erschließen lässt, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland eine frühzeitige Medienförderung schon bei den Kleinsten eine wichtige Rolle spielt.

Auch im Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan für Hessen ist die frühe Medienkompetenz ein wichtiger Bestandteil in der Arbeit mit Kindern um einen verantwortungsbewussten und angemessenen Umgang mit den Medien zu gewährleisten (vgl. HBEP 2010: 39). Und das scheint in der heutigen Zeit ein unabdingbarer Schritt zu sein. Kinder sind heutzutage digital und in Schulen und Kindergärten werden zeitgemäße Inhalte gebraucht, die an die Lebenswelt der Kinder anknüpfen.

Es ist ganz natürlich, dass gerade junge Kinder schon ein großes Interesse an (technischen) Medien aller Art zeigen, denn die intuitive Handhabung spricht die Kids an und macht sie neugierig das Unbekannte auszuprobieren (Anfang 2016: 19). Außerdem fungieren auch wir Erwachsenen mit unserer Mediennutzung als Vorbild für die Kinder.

Ein guter Zeitpunkt zum Heranführen an digitale Medien ist das Alter ab 2 Jahren, denn gerade die Bewegungsabläufe wie wischen und schmieren sind typisch für die Motorik für Kinder in diesem Alter und so werden Tablets und Smartphones bedient. Um die neuen technischen Mitteln auszuprobieren und mit ihnen erste Erfahrungen zu machen und einen verantwortungsvollen Umgang mit ihnen zu erlernen brauchen Kinder geschulte Pädagog*innen und die Begleitung der Eltern. Nur so können die Kinder eine gute Medienkompetenz erwerben und verstehen, wie sie richtig mit dem Medium umgehen.

Es ist unter anderem so wichtig, dass Kinder den Umgang mit digitalen Medien schon im Kindergarten oder der Krippe erlernen, um den Kindern eine Anschlussfähigkeit an die Schule zu ermöglichen, die auch immer mehr auf die Digitalisierung umsteigt.

Außerdem erleben die Kinder durch die Nutzung und die Auseinandersetzung mit Medien technische Kompetenzen, von denen sie später auch im Berufsleben profitieren könnten.

3. Wandel des Lernens

Durch die neuen digitalen Medien wird Lernen immer moderner, der Trend geht weg vom Klassenzimmer und hin zu ortsunabhängigen, individuellem Lernen.

Das Verständnis von Lernen hat sich in den letzten 100 Jahren oft geändert. Im 20. Jahrhundert wurde der Lernbegriff mit dem Behaviorismus assoziiert, der Lehrer als Autoritätsperson konditioniert die Schüler mittels Belohnung und Bestrafung und sorgt dafür, dass der Schüler richtige Antworten im Gehirn ablegt (Dittler 2009: 156).

Doch bald stand nach neuesten Forschungen auf einmal der Schüler als Individuum im Vordergrund, der Lehrer wurde mehr als Coach und Begleiter angesehen und das Lernen fand im Konstruktivismus statt (vgl. ebd.).

Unter Konstruktivismus versteht man, dass jeder die Welt individuell wahrnimmt und sie aufgrund eigener Erfahrungen eigens interpretiert (vgl. Haan und Rülcker: 2009). Dazu zählt, dass man die Lernumgebung angemessen gestaltet, damit der Schüler selbst Wissen aneignen kann und nach eigenen Lösungsstrategien suchen kann. Das erworbene Wissen kann er dann in der sozialen Gruppe überprüfen (vgl. Dittler 2009: 157).

Heutzutage wird meist konstruktiv und institutionell gelernt, was heißt, dass man in einer Bildungsstätte lernt, wie es zum Beispiel Schulen, Kita’s und Hochschulen sind.

Nun gibt es allerdings auch den Begriff des informellen Lernens, ein Lernen, dass nicht an institutionalisierten Bildungseinrichtungen stattfindet, sondern oft im sozialen Umfeld von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen „einfach so“ geschieht. Neues Wissen wird bei Gesprächen und Diskussionen mit Bekannten, Freunden und Familie ausgetauscht und erworben (vgl. Dittler 2009: 158). Digitale Medien spielen bei diesem modernen Lernen und beim Wissenserwerb eine große Rolle.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Neue Medien und Digitalisierung in der Pädagogik
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Autor
Jahr
2018
Seiten
17
Katalognummer
V505720
ISBN (eBook)
9783346058256
ISBN (Buch)
9783346058263
Sprache
Deutsch
Schlagworte
neue, medien, digitalisierung, pädagogik
Arbeit zitieren
Violetta Zimmermann (Autor), 2018, Neue Medien und Digitalisierung in der Pädagogik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505720

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