Mobile Kommunikation im Wandel. Das Smartphone


Hausarbeit (Hauptseminar), 2015
13 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung

2. Vom Mobiltelefon zum Smartphone
2.1 Definitionen und Abgrenzung
2.2 Besonderheiten des Smartphones

3. Auswirkungen von Smartphones auf den kommunikativen Alltag an den Beispielen:
3.1 Privatheit und Öffentlichkeit
3.2 Ortsungebundene Erreichbarkeit

4. Das Smartphone bei Jugendlichen
4.1 Definition "Jugend" und die besondere Bedeutung der Smartphonenutzung Jugendlicher
4.2 Auswertung der Ergebnisse der JIM-Studie

5. Schlussbetrachtung

6. Quellen

1. Einleitung

Ob Telefonat mit einem entfernt wohnenden Freund, Navigation zum nächsten Restaurant, Musikhören in der Straßenbahn oder Chat zur Planung des abendlichen Kinobesuchs – in allen Situationen hilfreiches Medium: das Smartphone.

Im Februar 2014 besaßen 50% der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren ein solches (Bundesverband digitale Wirtschaft e.V.). Bei den Zwölf- bis 19- Jährigen waren es sogar 88%, die ein Smartphone in ihren Alltag integriert hatten (JIM-Studie 2014). Vergleicht man diese Zahlen mit Daten aus dem Jahr 2011, wird die rasante Verbreitung der mobilen Endgeräte deutlich. Damals betrug der Anteil der Smartphone-Nutzer 18% der deutschen Gesamtbevölkerung, er hat sich innerhalb von drei Jahren also fast verdreifacht (Bundesverband digitale Wirtschaft e.V.).

Dabei ist es nicht nur die Anzahl der Geräte, die sich stark erhöht hat, auch die Mobiltelefone selbst haben sich enorm verändert. Die ersten Handys, die in den 90er Jahren auf den Markt kamen, waren groß, unhandlich und auf eine sehr überschaubare Anzahl von Funktionen beschränkt. Sie wurden vor allem zum Telefonieren genutzt. Vor zehn Jahren bestanden die besonderen Funktionen zur Personalisierung von Handys noch aus der Auswahl von Klingeltönen und Hintergrundbildern. Die aktuell verbreiteten Smartphones hingegen sind vielfältige „Alleskönner“. Durch einen mobilen Internetzugang erlauben sie dem Nutzer den Download von Applikationen, kurz Apps. Diese Apps sind so zahlreich (und häufig kostenlos) vorhanden, dass das Smartphone perfekt an die individuellen Nutzerbedürfnisse angepasst werden kann. Dabei wird deutlich, dass die Mediennutzung ein laufender Prozess der Aneignung ist. Immer wenn neue technische Geräte auf den Markt kommen dauert es eine Weile, bis die Nutzer sie in ihren Alltag integrieren und sich ein Rahmen für die Nutzungsweisen bildet (Höflich, 1996). Das Aufkommen neuer Medien hat dabei immer auch Einfluss auf die bisher vorhandenen Medien, in der Regel werden diese dann "für neue Zwecke genutzt, ihr Anwendungsbereich erweitert, oder auf einen Teil reduziert und zugleich spezialisiert" (Krotz, 2001, S.19).

Durch die Handynutzung in den letzten Jahren hat sich das Zeitgefüge des Alltagslebens vieler Menschen grundlegend geändert. Ereignisse verlaufen synchron, das virtuelle Medienleben geht einher mit räumlichen und zeitlichen Entgrenzungen (Meckel, 2007).

In dieser Hausarbeit wird nach einer genaueren Unterscheidung zwischen Mobiltelefon und Smartphone auch auf die Besonderheiten eingegangen, die charakteristisch für Smartphones sind. Darauf folgend werden bespielhaft einige der Auswirkungen beschrieben, die diese auf den kommunikativen Alltag haben. Zudem wird die besondere Bedeutung von Smartphones für Jugendliche erläutert, unter Berücksichtigung aktueller Ergebnisse aus der JIM-Studie 2014. Abschließend sollen die wichtigsten Erkenntnisse der vorherigen Abschnitte zusammengefasst werden.

2. Vom Mobiltelefon zum Smartphone

2.1 Definitionen und Abgrenzung

Der Begriff Handy wird umgangssprachlich für Mobiltelefone verwendet und hat seinen Ursprung in der "handlichen" Form der Geräte. Mobiltelefone zeichnen sich dadurch aus, dass sie klein, tragbar und netzunabhängig sind (Zwahr, 2006).

Eine kurze Definition des Begriffs Smartphone liefert das Gabler Wirtschaftslexikon, dort wird es beschrieben als ein „Mobiltelefon mit erweitertem Funktionsumfang“. Woraus dieser erweiterte Funktionsumfang besteht wird im Folgenden erläutert.

Das klassische Mobiltelefon verfügt über ein Tastenfeld, während Smartphones in der Regel mit einem Touchscreen ausgestattet sind, auf dem, bei Bedarf, eine optische Tastatur erscheint. Beide Geräte ermöglichen mobiles Telefonieren und das Empfangen und Versenden von Kurznachrichten, den so genannten SMS. Außerdem verfügen Smartphones über ein erheblich größeres Display und haben einen größeren Speicher, der in der Regel erweiterbar ist. Sie sind mit einem Betriebssystem ausgestattet. Ein wesentlicher Unterschied liegt auch in der Fähigkeit, auf das Internet zuzugreifen. Während diese Funktion bei Smartphones eine zentrale Rolle spielt, ist sie bei herkömmlichen Mobiltelefonen nicht vorhanden und wenn doch nur in sehr eingeschränkter Form. Der Internetzugang ermöglicht es, mit dem Smartphone Apps herunterzuladen und zur dauerhaften Nutzung zu speichern. In den beiden größten App Stores (GooglePlay und Apple App Store) stehen jeweils über eine Million unterschiedliche Apps zum Download bereit. Da Apps in den verschiedensten Kategorien vorhanden sind (vom Wecker über den Kalender bis hin zu Messengern und Spielen) eröffnen sich dem Nutzer vielfältige Personalisierungsmöglichkeiten.

2.2 Besonderheiten des Smartphones

"The mobile phone (...) has broadened, entered new fields, has brought with it new social forms. Even more than before, the actual role as a phone is diminishing. Its role as media though, as a hybrid medium, has been strengthened. It is still a communication device, sometimes an interaction device, definitely also a mini- computer and hence an entertainment and information source." (Hartmann, Rössler & Höflich, 2008, S. 7 - 8).

Wie Hartmann, Rössler und Höflich feststellten, ist das Mobiltelefon nicht nur ein kommunikatives Medium, es wird auch als "Mini-Computer" zur Information und Unterhaltung verwendet.

Aufgrund dieser verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten kann das Smartphone als Hybridmedium bezeichnet werden, es vereint mehrere kommunikative Modi (Höflich, 2011). Durch die umfangreichen Anpassungsmöglichkeiten mittels Apps entsteht eine ganzheitliche Beeinflussung des Alltags. Es gibt nur noch wenige Situationen, die völlig losgelöst von Smartphones stattfinden. Bei vielen Smartphonebesitzern beginnt der Tag mit dem Klingeln des integrierten Weckers und verläuft dann "smartphonebegleitet". Das Smartphone bleibt den ganzen Tag über in unmittelbarer Reichweite und wirkt beinahe "wie ein Organ, das bloß noch nicht implantiert worden ist" (Selle, 1997, S. 115). Dabei hat vor allem die mobile Internetnutzung einen hohen Stellenwert. Innerhalb der letzten fünf Jahre hat diese sich kontinuierlich erhöht. Während im Jahr 2009 nur 18% der 20- bis 29-Jährigen das mobile Internet zumindest gelegentlich nutzten, waren es in 2014 schon 48% dieser Altersgruppe, die sogar täglich mobil online waren (ARD/ZDF-Onlinestudien 2009 - 2014).

3. Auswirkungen von Smartphones auf den kommunikativen Alltag an Beispielen

3.1 Privatheit und Öffentlichkeit

Die Öffentlichkeit lässt sich beschreiben als ein sozialer Raum, an dem man wahrnimmt und wahrgenommen wird (Höflich, 2011).

"Das Handy ist durch seine Eigenschaft, mobile Kommunikation zu ermöglichen, immer in Bezug auf den öffentlichen Raum zu sehen" (Höflich, 2011, S. 38).

In diesen öffentlichen Raum dringen zunehmend Medien, die ursprünglich dem häuslich-privaten Bereich zugeordnet waren. Höflich und Gebhardt sprechen in diesem Zusammenhang von einer Nomadisierung von Medien (2005).

Mobiltelefone ermöglichen es, an zwei Orten gleichzeitig zu sein: an dem physischen Ort einerseits und in einem virtuellen Kommunikationsraum andererseits (Höflich, 2011). Privatheit ist folglich nicht mehr ortsgebunden.

Das Verschmelzen von Privatheit und Öffentlichkeit verläuft nicht immer problemlos. Am Beispiel vom Telefonieren in der Öffentlichkeit zeigt sich, dass das Mobiltelefon ein eindringliches und gleichzeitig auch aufdringliches Medium ist. Durch die Nutzung können Dritte gestört werden und stören. Wenn beispielsweise ein privates Telefonat an einem öffentlichen Ort, wie in einem Bus, geführt wird, werden ursprünglich geltende Intimitätsregeln verletzt. Wie sehr das Telefonieren als Störfaktor empfunden wird hängt unter anderem vom Ort ab, zum Beispiel haben sich im Theater andere Kommunikationsregeln etabliert als in einer Fußgängerzone. Dabei ist zu beachten, dass auch für den Angerufenen selbst die Mediennutzungssituation in der Öffentlichkeit zu einem unangenehmen Ereignis werden kann. Er wird aus einem sozialen Geschehen herausgerissen, was zu Stress und Peinlichkeit führen kann.

Wie sehr das Handy, beziehungsweise das Smartphone, die öffentliche Ordnung stört ist außerdem abhängig von den aktuell geltenden Medienregeln. Wenn ein neues Medium auf den Markt kommt, bilden sich im Zeitverlauf Regeln, die den Umgang mit bestimmten Situationen festlegen und somit Handlungsrichtlinien vorgeben (Höflich, 2011).

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Mobile Kommunikation im Wandel. Das Smartphone
Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Jahr
2015
Seiten
13
Katalognummer
V505759
ISBN (eBook)
9783346058744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mobile, kommunikation, wandel, smartphone
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Mobile Kommunikation im Wandel. Das Smartphone, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505759

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