Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › German Studies - Modern German Literature

Zum Wandel der Rolle der Frau in den Arbeitslosenromanen der Neuen Sachlichkeit. Falladas "Kleiner Mann - was nun?", Kästners "Fabian" und Keuns "Kunstseidenen Mädchens"

Title: Zum Wandel der Rolle der Frau in den Arbeitslosenromanen der Neuen Sachlichkeit. Falladas "Kleiner Mann - was nun?", Kästners "Fabian" und Keuns "Kunstseidenen Mädchens"

Term Paper , 2018 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Julian Kroth (Author)

German Studies - Modern German Literature
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Frauenbild bzw. der Rolle der Frau in der Literatur der Weimarer Republik, genauer in der literarischen Epoche der sogenannten Neuen Sachlichkeit. Verglichen werden dabei drei bekannte Arbeitslosenromane mit teilweise sehr unterschiedlichen Frauenbildern: "Kleiner Mann - was nun" von Hans Fallada, "Fabian" von Erich Kästner und "Das kunstseidene Mädchen" von Irmgard Keun. Zunächst wird dargestellt, welche gesellschaftlichen Veränderungen sich für Frauen aus dem Übergang vom Kaiserreich in die Weimarer Republik ergaben und inwiefern diese Veränderungen zu der Befreiung der Frauen vom konventionellen Geschlechterverständnis beitrugen. Anschließend werden die drei genannten Romane auf verschiedene Aspekte der Emanzipation hin untersucht und verglichen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Kontextualisierung

3. Die Befreiung der Frau in der Weimarer Republik vom konventionellen Geschlechterverständnis

3.1 Frauen in der Erwerbstätigkeit

3.2 Das weibliche Verständnis von Liebe und Erotik

4. Die Umkehrung der traditionellen Geschlechterrollen infolge der Massenarbeitslosigkeit

4.1 Die „Neue Frau“ als Versorgerin der Familie

4.2 Auswirkungen der neuen Rollenverteilung auf die Psyche des Mannes

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Romane „Kleiner Mann – was nun?“ von Hans Fallada, „Fabian“ von Erich Kästner und „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun den Wandel der Frauenrolle während der Neuen Sachlichkeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwieweit sich die dargestellten Frauenfiguren tatsächlich von tradierten Geschlechterrollen lösen konnten oder ob die „Neue Frau“ lediglich ein mediales Konstrukt blieb, das an der sozioökonomischen Realität der Weimarer Republik scheiterte.

  • Analyse des Emanzipationsanspruchs berufstätiger Frauen
  • Veränderung des weiblichen Selbstverständnisses in Bezug auf Sexualität
  • Auswirkungen der Massenarbeitslosigkeit auf traditionelle Rollenbilder
  • Wechselwirkungen zwischen ökonomischer Abhängigkeit und Geschlechterrollen
  • Gegenüberstellung von literarischer Darstellung und historischer Wirklichkeit

Auszug aus dem Buch

3.1 Frauen in der Erwerbstätigkeit

Die Erlangung materieller Autonomie, so überschaubar sie auch war, barg „ein gewaltiges emanzipatorisches Potential, denn Frauen waren somit in die Lage versetzt worden, unabhängige Entscheidungen über ihre Lebensentwürfe zu treffen.“ Doris, die Protagonistin Irmgard Keuns, die für einen Rechtsanwalt arbeitet, bedient mit ihrem beruflichen Status der Angestellten laut Ute Frevert geradezu den „Prototypen Weimarer Modernität“. Doch trotz ihrer Anstellung und den 120 Mark Verdienst im Monat zeigt sich im direkten Vergleich mit den männlichen Angestellten aus den Romanen Falladas und Kästners, dass Doris weitaus weniger verdient. Diese Benachteiligung durch die niedrigeren Löhne im Vergleich zum männlichen Geschlecht bei gleicher Arbeit betraf sämtliche berufstätigen Frauen in der Weimarer Republik.

Nichtsdestotrotz offenbart Doris – aufgrund ihrer Erwerbstätigkeit – ein gewisses Selbstbewusstsein, mit dem sie sich bewusst von anderen Frauen abzugrenzen versucht. Doch selbst nachdem der Rechtsanwalt ihr gekündigt hatte und sie arbeitslos geworden war, scheint das Selbstverständnis, einer besonderen Klasse anzugehören, in Doris nicht nachgelassen zu haben. Besonders deutlich zeigt sich dies an ihrer Haltung gegenüber den Prostituierten, die sie in Berlin zuhauf trifft. So bezeichnet sie die Prostitution als „das unterste, was es gibt“ und möchte mit dieser „Unterwelt“ nicht in Berührung kommen. Obwohl Doris durch derartige Aussagen bewusst versucht, sich von den Prostituierten abzugrenzen, fällt dem Leser auf, dass sie seit Anbeginn ihrer Arbeitslosigkeit ebenfalls darum bemüht ist, mithilfe von Männerbekanntschaften zu überleben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Epoche der Neuen Sachlichkeit ein und definiert die Untersuchung der Frauenfiguren in ausgewählten Romanen als zentrales Forschungsziel.

2. Historische Kontextualisierung: Dieses Kapitel umreißt die politische und ökonomische Instabilität der Weimarer Republik, insbesondere die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise.

3. Die Befreiung der Frau in der Weimarer Republik vom konventionellen Geschlechterverständnis: Hier werden das neue Selbstverständnis der Frau, ihre Rolle in der Arbeitswelt und die sich wandelnde Sexualmoral analysiert.

3.1 Frauen in der Erwerbstätigkeit: Untersuchung der ökonomischen Situation der Frauen und ihrer Abhängigkeit trotz formaler Berufstätigkeit.

3.2 Das weibliche Verständnis von Liebe und Erotik: Analyse der Spannung zwischen dem Anspruch auf sexuelle Freiheit und der Realität der bürgerlichen Doppelmoral.

4. Die Umkehrung der traditionellen Geschlechterrollen infolge der Massenarbeitslosigkeit: Dieses Kapitel widmet sich den soziologischen Verschiebungen innerhalb der Familienstrukturen durch Arbeitslosigkeit.

4.1 Die „Neue Frau“ als Versorgerin der Familie: Darstellung der Frau als neue ökonomische Stütze der Familie in den untersuchten Romanen.

4.2 Auswirkungen der neuen Rollenverteilung auf die Psyche des Mannes: Analyse der psychischen Belastung für Männer durch den Verlust der traditionellen Rolle als Ernährer.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die das Scheitern des Emanzipationsideals an den realen gesellschaftlichen Bedingungen konstatiert.

Schlüsselwörter

Neue Sachlichkeit, Weimarer Republik, Frauenrolle, Emanzipation, Massenarbeitslosigkeit, Geschlechterrollen, Hans Fallada, Erich Kästner, Irmgard Keun, Erwerbstätigkeit, Sexualmoral, soziale Wirklichkeit, Rollenverteilung, bürgerliche Doppelmoral, Literaturanalyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den Wandel der Frauenrolle während der literarischen Epoche der Neuen Sachlichkeit anhand dreier bekannter Romane der frühen 1930er Jahre.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Schwerpunkte liegen auf der Erwerbstätigkeit der Frau, dem Wandel der Sexualmoral sowie den Auswirkungen der Massenarbeitslosigkeit auf die Geschlechterrollen innerhalb der Familie.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, inwieweit sich die Frauenfiguren tatsächlich von tradierten Rollenbildern lösen konnten oder ob der Typus der „Neuen Frau“ eher ein von den Medien konstruiertes Ideal blieb.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?

Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse, bei der literarische Texte mit historisch-soziologischen Kontextinformationen der Weimarer Republik verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des historischen Kontextes, die Analyse des weiblichen Selbstverständnisses (Beruf und Erotik) und die Auswirkungen der Rollenumkehr bei Massenarbeitslosigkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Neue Sachlichkeit, Weimarer Republik, Frauenrolle, Emanzipation, Geschlechterrollen, Erwerbstätigkeit und ökonomische Abhängigkeit.

Wie unterscheiden sich die Frauenfiguren Doris und Emma im Hinblick auf ihre Motivation zur Arbeit?

Während für Doris die Arbeit ein Mittel zum sozialen und wirtschaftlichen Aufstieg in der Großstadt ist, dient sie für Emma Pinneberg in erster Linie der existenziellen Sicherung der Familie in einer Notsituation.

Wie wirkt sich die Arbeitslosigkeit laut der Arbeit auf das männliche Selbstverständnis aus?

Die Arbeit zeigt, dass die Arbeitslosigkeit des Mannes zur Degradierung vom Familienoberhaupt führt, was zu einer tiefgreifenden Störung der männlichen Selbstwahrnehmung führt, sofern das traditionelle Rollenverständnis dominiert.

Excerpt out of 18 pages  - scroll top

Details

Title
Zum Wandel der Rolle der Frau in den Arbeitslosenromanen der Neuen Sachlichkeit. Falladas "Kleiner Mann - was nun?", Kästners "Fabian" und Keuns "Kunstseidenen Mädchens"
College
RWTH Aachen University
Grade
1,3
Author
Julian Kroth (Author)
Publication Year
2018
Pages
18
Catalog Number
V505776
ISBN (eBook)
9783346059918
ISBN (Book)
9783346059925
Language
German
Tags
Frauenbild Neue Sachlichkeit Rolle der Frau Wandel Arbeitslosenromane Erich Kästner Hans Fallada Irmgard Keun
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Kroth (Author), 2018, Zum Wandel der Rolle der Frau in den Arbeitslosenromanen der Neuen Sachlichkeit. Falladas "Kleiner Mann - was nun?", Kästners "Fabian" und Keuns "Kunstseidenen Mädchens", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/505776
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  18  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint