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Ein Turmmodell der östlichen Han-Dynastie als Mingqi. Semantik und bautechnische Elemente

Titre: Ein Turmmodell der östlichen Han-Dynastie als Mingqi. Semantik und bautechnische Elemente

Texte Universitaire , 2019 , 21 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Rastagar Ahmad Ilyas Munir (Auteur)

Art - Histoire de l'art
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Résumé Extrait Résumé des informations

Von allen Han-zeitlichen Mingqi in Form von Turmmodellen sind es vor allem die Funde aus Fucheng in Hebei, die besondere Aufmerksamkeit verdienen. Dies liegt darin begründet, dass sich diese Turmmodelle von anderen modellhaften Nachbildungen dieser nun nicht mehr erhaltenen Bauten in ihrer enormen Größe unterscheiden. Da diese Objektgruppe in der deutschsprachigen Sekundärliteratur bislang nur im Rahmen von Katalogtexten oder in kurzen Erwähnungen, jedoch nicht in Form von eigens dieser Objektgruppe gewidmeten Arbeiten bearbeitet wurden, versucht der Autor hiermit, diese Lücke etwas zu schließen.

In dieser Arbeit konzentriert sich der Autor auf einen 2,16 Meter hohen Wachturm aus glasierter Irdenware aus dem Hebei Institute of Archaeology. Er datiert in die östliche Han-Dynastie (25-220 n. Chr.) und ist das bislang höchste Turmmodell. 1990 wurde er in Sangzhuang, Fucheng, in Hebei in einem mehrräumigen Ziegelsteingrab entdeckt. Das Grab ist in der Ortschaft als "Maulbeerhaus" bekannt und verläuft von Westen nach Osten. Dieses Exemplar gehört zur Gruppe der Modelltürme mit Mezzaninen, welche nur in Hebei gefunden wurden. Ziel dieser Arbeit ist, die einzelnen bautechnischen und gestalterischen Elemente des Turmmodells zu analysieren, um schließlich dessen Semantik und dessen Funktion im Grab eruieren zu können.

Beim Übergang von der westlichen zur östlichen Han-Dynastie fand ein Wandel in der Thematik der Mingqi statt. Während in der ersteren bevorzugt anthropomorphe Figuren bei häuslichen Tätigkeiten oder Festen abgebildet wurden, verlagerte sich in der östlichen Han-Zeit, wohl bedingt durch das Aufkommen der Shi-Klasse des Feudalwesens , die Thematik hin zu Bauwerken. So wurden vor allem inmitten von Metropolregionen, wie in Henan, Hebei oder auch in Shanxi, Modelle größerer Architekturkomplexe produziert. Diese gaben nun konkrete und vertraute Orte wieder, was der zu dieser Zeit als Staatsideologie aufblühende Konfuzianismus forderte. Diese magische Imitation der realen Welt schaffte Orientierung im unbekannten Jenseits. Innerhalb der Architekturdarstellungen verdienen die Modelle von Türmen (lou) besondere Aufmerksamkeit. Diese geben neben den späteren Pagoden den einzigen Gebäudetyp innerhalb der chinesischen Architektur mit vertikaler Ausrichtung wieder, waren doch im chinesischen Formenreichtum horizontale Bauten von geringer Höhe vorherrschend.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Pingzuo und Umfassungsmauer

Toreingang

Soldatenfiguren mit Waffen

Konsolensysteme

Blattzierden

Vogelfiguren

Gong im obersten Geschoss

Dachfirst

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert ein 2,16 m hohes Wachturmmodell aus glasierter Irdenware, das aus einem Grab der östlichen Han-Dynastie in Sangzhuang, Hebei, stammt. Ziel ist es, die spezifischen bautechnischen und gestalterischen Elemente des Objekts detailliert zu untersuchen, um dessen ikonografische Semantik sowie seine rituelle und funktionale Bedeutung im funerären Kontext der Han-Zeit zu entschlüsseln.

  • Analyse der bautechnischen Details und der architektonischen Rekonstruktion (lou).
  • Interpretation der apotropäischen und militärischen Symbolik des Turms.
  • Untersuchung der Bedeutung von Dekor-Elementen (Blattzierden, Vogelfiguren).
  • Einordnung des Turmmodells als Statussymbol und Spiegelbild der Feudalklasse.
  • Diskussion des Realitätsbezugs von Architekturmodellen (Mingqi) im Jenseits.

Auszug aus dem Buch

Toreingang

In der Mitte weist die Plattform einen Hang auf, welcher zum Tor überleitet; Dieses ist 15,3 cm hoch, 10,4 cm breit, 8 cm dick und umfasst ein Joch von 6,8 cm. Der Eingang besteht aus einer geflügelten Tür; die Türflügel sind jeweils mit Türklopfern (铺首) in Form von Schreckensgestalten versehen, welche wohl apotropäische Funktionen erfüllen sollten. Bei der Identifikation dieser Wesen ist an Schreckensgestalten zu denken, wie sie uns aus der Han-Zeit zahlreich aus verschiedenen Kontexten belegt. Die Wahl des Tores als Anbringungsort dieser Schreckensgestalt ist nicht unwillkürlich gewählt, denn das Tor ist die einzige Möglichkeit, in das Gebiet eindringen zu können, da alle anderen Seiten durch die Mauern versperrt sind. Da theoretisch jeder in das Gebiet eindringen kann und die bösen Mächte und Antagonisten fernbleiben sollen, sind solche apotropäischen Maßnahmen notwendig, um zwischen gut (=zum Eintritt berechtigt) und böse (=nicht berechtigt) filtern zu können.

Damit hat der Torbau wit die Umfassungsmauer auch eine schützende Funktion, doch liegt die Betonung in jeweils verschiedenen Bedeutungsschichten: Während die Umfassungsmauer tatsächlich nur das zugehörige Terrain definiert und durch die (im Original wohl dicken, hohen und nur schwer zu erklimmenden) Mauer physisch schützt, schützt das Tor dieses Terrain auf tatsächlich magisch apotropäische Weise, die durch die Türklopfer erzielt wird. Türen mit solchen Türklopfern kamen auch anderswo vor. Solche Türklopfer haben ihren Ursprung in der östlichen Zhou-Zeit, wahrscheinlich in den Taotie-Masken der Ritualbronzen, und wurden bis in das sechste Jahrhundert n.Chr. tradiert, in der Zeit der Han-Dynastie kommen sie an Eingängen zu Gebäuden, besonders Gräbern, aber auch an den Außenwänden von Gefäßen vor. So zeigt ein Steinrelief aus einem Grab in Nanyang einen viergeschossigen Turm, dessen Eingangstüren jeweils auch mit solchen Türklopfern versehen sind. Damit sind diese Masken ein transmediales Phänomen, da sie neben der Architektur auch in der Alltagskultur (verdeutlicht durch die Verwendung an Gefäßen) vorkommt. Die Verwendung in der Architektur jedoch wird besonders zu dessen Monumentalität beigetragen haben, da die Anbringung an Türen und Toren größere Formate der Masken hervorbrachte.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Einführung in die Thematik der Mingqi-Turmmodelle der östlichen Han-Dynastie und Vorstellung des spezifischen Untersuchungsobjekts aus Hebei.

Pingzuo und Umfassungsmauer: Analyse der Sockelstruktur und der umgebenden Mauer sowie deren schützender und ästhetischer Funktion.

Toreingang: Untersuchung des architektonischen Aufbaus des Tores und der apotropäischen Bedeutung der Türklopfer-Masken.

Soldatenfiguren mit Waffen: Interpretation der militärischen Bedeutung des Wachturms durch die Anordnung von Schild- und Armbrustmodellen sowie Soldatenfiguren.

Konsolensysteme: Analyse der detailgetreuen Holzarchitektur-Imitationen und deren Funktion als Kapitelle.

Blattzierden: Untersuchung der dekorativen Elemente auf den Dächern und deren mögliche Verbindung zu mythischen Baum-Konzepten.

Vogelfiguren: Deutung der naturalistischen Vogelfiguren auf dem Turm und deren Beziehung zur Symbolik mythischer Lebensbäume.

Gong im obersten Geschoss: Erörterung der Funktion des Gongs als Warninstrument und der Bedeutung der säulengestützten Pavillonstruktur.

Dachfirst: Analyse der Dachgestaltung und Diskussion über mögliche chiwen-Darstellungen oder andere architektonische Symbolik.

Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Machtausstrahlung, Rituellen Funktion und zum Statussymbol-Charakter des Turmmodells.

Schlüsselwörter

Östliche Han-Dynastie, Turmmodell, Mingqi, Architekturgeschichte, Hebei, Apotropäische Symbole, Grabbeigaben, Konsolensysteme, Militärische Symbolik, Bestattungskultur, Terracotta, Holzarchitektur, Statussymbolik, Ritualforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse eines spezifischen, 2,16 Meter hohen Turmmodells aus glasierter Irdenware, das aus einem Grab der östlichen Han-Dynastie in Sangzhuang, Hebei, stammt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Themen sind die architektonische Rekonstruktion (lou), die rituelle und magische Funktion von Grabbeigaben sowie die ikonografische Bedeutung militärischer und dekorativer Elemente am Turm.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, durch die detaillierte Analyse der einzelnen Bauteile und Dekorelemente die Semantik des Objekts zu entschlüsseln und dessen Funktion innerhalb des Grabkontextes zu bestimmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische und archäologische Objektanalyse, bei der bautechnische Details mit Vergleichsbeispielen und literarischen Belegen der Han-Zeit kontrastiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Untersuchung der verschiedenen Bauteile: vom Sockel (Pingzuo) über das Tor und die Soldatenfiguren bis hin zu den Konsolensystemen, Dachformen und dekorativen Schmuckelementen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Östliche Han-Dynastie, Turmmodell, Mingqi, Apotropäische Symbole, Grabbeigaben und Architekturgeschichte.

Warum ist das Fundobjekt aus Sangzhuang für die Forschung so besonders?

Es handelt sich um das bislang höchste bekannte Turmmodell seiner Art, das zudem – im Gegensatz zu vielen anderen Grabbeigaben – nicht geplündert wurde und daher einen exzellenten Detailreichtum aufweist.

Welche Bedeutung kommt den Soldatenfiguren am Turm zu?

Die Soldatenfiguren zusammen mit den Armbrüsten und dem Gong im obersten Stockwerk verleihen dem Turm seinen Charakter als Wachturm und militärische Anlage, die Schutz im Jenseits bieten sollte.

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Résumé des informations

Titre
Ein Turmmodell der östlichen Han-Dynastie als Mingqi. Semantik und bautechnische Elemente
Université
University of Heidelberg  (Institut für Kunstgeschichte Ostasiens)
Note
1,3
Auteur
Rastagar Ahmad Ilyas Munir (Auteur)
Année de publication
2019
Pages
21
N° de catalogue
V506014
ISBN (ebook)
9783346065490
ISBN (Livre)
9783346065506
Langue
allemand
mots-clé
China Archäologie Shi Turmmodell Mingqi Hebei Sinologie Han Dynastie
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Rastagar Ahmad Ilyas Munir (Auteur), 2019, Ein Turmmodell der östlichen Han-Dynastie als Mingqi. Semantik und bautechnische Elemente, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506014
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Extrait de  21  pages
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