Da ich beruflich vorwiegend Pflegekräfte aus und für stationäre Einrichtungen der Altenpflege aus- und fortbilde, habe ich mich für eine Hospitation in einer stationären Altenpflegeeinrichtung entschieden. Meine bisherigen Erfahrungen in der Versorgung chronischer Wunden beruhen auf meiner jahrelangen Tätigkeit als Pflegedienstleitung im ambulanten Pflegebereich. Üblicherweise wurde dort die Wundversorgung in Kooperation mit externen Wundexperten verschiedener Pharmafirmen eingeleitet, besprochen und nach ärztlicher Anordnung durchgeführt. Die Kommunikation mit den Hausärzten, Teile der Wunddokumentation sowie die Beschaffung von Verbandmaterialien wurden überwiegend durch die jeweiligen Wundexperten übernommen. Sie waren die Schnittstelle zwischen ärztlicher Anordnung und pflegerischer Durchführung. Hier unterscheidet sich der stationäre Bereich von der mir bekannten ambulanten Versorgung. Es war meine Intention, neben den Kernaufgaben der Wundversorgung auch die konkrete Situation in stationären Altenpflegeeinrichtungen besser kennen und verstehen zu lernen.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung der Hospitationsstelle
2. Falldarstellung
3. Therapieplan
4. Begleittherapie
5. Ausblick
6. Evaluation der Hospitation
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit reflektiert die praktischen Herausforderungen in der Versorgung chronischer Wunden in einer stationären Altenpflegeeinrichtung. Dabei werden die Schnittstellenproblematik zwischen Ärzten, Pflegekräften und externen Dienstleistern sowie die Notwendigkeit einer fachgerechten Dokumentation und patientenzentrierten Therapieplanung analysiert.
- Analyse des Wundmanagements in der stationären Altenpflege
- Falldarstellung eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom
- Kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Therapie- und Verbandstrategien
- Bedeutung interdisziplinärer Kommunikation für den Heilungserfolg
- Evaluation der pflegerischen Versorgungspraxis und Prozessoptimierung
Auszug aus dem Buch
1. Beschreibung der Hospitationsstelle
Ich absolvierte die Hospitation vom 12.07. bis 13.07.2012 in einer Senioreneinrichtung in Köln. Insgesamt stehen dieser Einrichtung 137 Pflegeplätze zur Verfügung. Die Anteile der Bewohner mit einem festgestellten Grad an Pflegebedürftigkeit der Pflegestufen 1, 2 und 3 sind nahezu ausgeglichen. Auch die Anzahl demenziell erkrankter Menschen ist im Verhältnis zu nicht an Demenz erkrankten relativ ausgewogen. Das Auftreten von chronischen Wunden konnte seit der Einführung eines professionellen Wundmanagements im Jahre 2010 auf wenige Fälle reduziert werden.
Genaue Zahlen darüber, in welcher Größenordnung sich diese Quote verringert hat, liegen nicht vor. Derzeit werden drei Bewohner mit gangränösen Veränderungen an Vorfuß und Zehen, sowie eine Bewohnerin mit Dekubitus Kategorie 3 an der Ferse durch das Wundmanagement betreut. Die Zusammenarbeit mit den Hausärzten in diesem Bereich verläuft partnerschaftlich und professionell. Eine Ausnahme bildet die von mir nachfolgend beschriebene Versorgung eines Bewohners mit Diabetischem Fußsyndrom plus Phlegmone an beiden Unterschenkeln. Das Therapieregime wird ausschließlich durch den Hausarzt in Zusammenarbeit mit einer externen Wundexpertin einer Pharmafirma festgelegt. Es finden keine Besprechungen mit dem hauseigenen Wundmanagement oder den Bezugspflegekräften statt. Die Verbandwechsel wurden schriftlich durch die Praxis beschrieben und die Durchführung an die Pflegekräfte der Einrichtung delegiert.
Da ich beruflich vorwiegend Pflegekräfte aus und für stationäre Einrichtungen der Altenpflege aus und fortbilde, habe ich mich für eine Hospitation in einer stationären Altenpflegeeinrichtung entschieden. Meine bisherigen Erfahrungen in der Versorgung chronischer Wunden beruhen auf meiner jahrelangen Tätigkeit als Pflegedienstleitung im ambulanten Pflegebereich. Üblicherweise wurde dort die Wundversorgung in Kooperation mit externen Wundexperten verschiedener Pharmafirmen eingeleitet, besprochen und nach ärztlicher Anordnung durchgeführt. Die Kommunikation mit den Hausärzten, Teile der Wunddokumentation sowie die Beschaffung von Verbandmaterialien wurden überwiegend durch die jeweiligen Wundexperten übernommen. Sie waren die Schnittstelle zwischen ärztlicher Anordnung und pflegerischer Durchführung. Hier unterscheidet sich der stationäre Bereich von der mir bekannten ambulanten Versorgung. Es war meine Intention, neben den Kernaufgaben der Wundversorgung auch die konkrete Situation in stationären Altenpflegeeinrichtungen besser kennen und verstehen zu lernen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung der Hospitationsstelle: Bericht über die Hospitation in einer Kölner Senioreneinrichtung und ein Vergleich zwischen den Arbeitsweisen der ambulanten und stationären Wundversorgung.
2. Falldarstellung: Detaillierte anamnestische und klinische Beschreibung eines Bewohners mit diabetischem Fußsyndrom, Hautveränderungen und einer Phlegmone.
3. Therapieplan: Darstellung der aktuellen Wundversorgungsstrategien, der Hygienestandards sowie der eingesetzten Wundauflagen und Pflegemittel.
4. Begleittherapie: Erläuterung der internistischen Grunderkrankungsbehandlung mittels Insulintherapie sowie der begleitenden diätetischen und podologischen Maßnahmen.
5. Ausblick: Kritische Analyse des Heilungsverlaufs und fachliche Empfehlungen zur Optimierung des Therapieregimes und der Diagnostik.
6. Evaluation der Hospitation: Reflektion über die institutionellen Herausforderungen bei der Umsetzung fachgerechter Wundversorgung und die Bedeutung interdisziplinärer Kommunikation.
Schlüsselwörter
Wundexperte, ICW, Altenpflege, Diabetisches Fußsyndrom, Wundmanagement, Pflegepraxis, Phlegmone, Wundauflagen, interdisziplinäre Kommunikation, Dokumentation, Pflegedienstleitung, stationäre Versorgung, Insulintherapie, Infektionsprophylaxe, Wundheilung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Umsetzung und den Herausforderungen einer fachgerechten Wundversorgung in einer stationären Altenpflegeeinrichtung am Beispiel eines Patienten mit diabetischem Fußsyndrom.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentral sind die Themen Wundmanagement, interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Pflegepersonal, professionelle Dokumentation sowie die kritische Analyse von Behandlungsplänen bei chronischen Wunden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Reflexion der theoretischen Kenntnisse aus der Wundexperten-Ausbildung im Kontext des Pflegealltags sowie das Aufzeigen von Verbesserungspotenzialen in der Versorgungspraxis.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Hospitation, einer detaillierten Fallstudie sowie der Analyse von Pflegedokumentationen und der Verknüpfung mit aktuellen pflegewissenschaftlichen Standards.
Welche Aspekte werden im Hauptteil fokussiert?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der Hospitationsstelle, die klinische Falldarstellung, die Erläuterung des bestehenden Therapieplans sowie eine kritische Evaluation und einen Ausblick auf optimierte Behandlungsmöglichkeiten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Diabetisches Fußsyndrom, Wundmanagement, interdisziplinäre Kommunikation, fachgerechte Dokumentation und pflegerische Prozessoptimierung.
Warum wird die Kommunikation als Hindernis bewertet?
Die Autorin stellt fest, dass die mangelnde Abstimmung zwischen Hausärzten, Wundexperten und Pflegepersonal die Kontinuität der Therapie gefährdet und die Heilungsprognose negativ beeinflussen kann.
Wie bewertet die Autorin die Rolle des Patienten?
Die Autorin weist darauf hin, dass viele Senioren in der Einrichtung nur über eingeschränkte Selbstmanagementkompetenzen verfügen und die Therapie daher stark von der Qualität der pflegerischen Betreuung abhängt.
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- Petra Schörfke (Author), 2012, Hospitationsbericht aus einem Seniorenheim. Wundexpert ICW, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506303