Diese Arbeit untersucht die aktuelle Situation des Lehrkräftemangels in Deutschland. Deutsche Schulen befinden sich in einer herausfordernden Lage. Hohe Zuwanderung und steigende Geburtenzahlen sorgen für einen Schülerboom, der spürbarer wird, da in vielen Bundesländern qualifizierte Lehrkräfte fehlen. Klaus Klemm, pensionierter Professor für Bildungsforschung und Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, ist der Meinung, dass die Faktoren der Zuwanderung und der steigenden Geburtenzahlen nicht vorhergesagt werden konnten. Aus diesem Grund wurde die Bildungspolitik von dem Schülerboom überrascht. Zudem erklärt Klemm sich den Lehrkräftemangel damit, dass die zuständigen Ministerien lange Zeit mit sinkenden Schülerzahlen gerechnet und daher die Ausbildungskapazitäten zu stark zurückgefahren haben.
In der Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen für den Zeitraum von 2010 bis 2025 der Kultusministerkonferenz (KMK) wurde berechnet, dass sich die Anzahl der Schüler von knapp 11.7 Millionen (2009) bis 2025 auf ungefähr 9.6 Millionen Schüler reduzieren wird (KMK 2011). Das entspricht 17.8 % weniger Schüler als berechnet. Für den Primarbereich wurde ausgehend von 2.9 Millionen Schülern (2009) bis 2025 ein Rückgang von mehr als 343.000 Schülern erwartet (KMK 2011).
Inhaltsverzeichnis
1. Aktuelle Diskussion
2. Aktueller Forschungsstand
3. Strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Ausarbeitung analysiert den drängenden Lehrkräftemangel an deutschen Grundschulen, untersucht die zugrunde liegenden Ursachen sowie Prognosen und evaluiert kurz- bis mittelfristige Handlungsoptionen zur Sicherung der Unterrichtsqualität.
- Prognose der Schülerzahlen und des Lehrkräftebedarfs bis 2025/2030
- Regionale Disparitäten und Auswirkungen auf die soziale Chancengerechtigkeit
- Herausforderungen durch den Einsatz von Seiten- und Quereinsteigern
- Evaluierung struktureller Lösungsansätze und bildungspolitischer Maßnahmen
- Bedeutung der frühkindlichen Bildung für die gesellschaftliche Teilhabe
Auszug aus dem Buch
Aktuelle Diskussion
Deutsche Schulen befinden sich in einer herausfordernden Lage. Hohe Zuwanderung und steigende Geburtenzahlen sorgen für einen Schülerboom, der spürbarer wird, da in vielen Bundesländern qualifizierte Lehrkräfte fehlen. Klaus Klemm, pensionierter Professor für Bildungsforschung und Bildungswissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, ist der Meinung, dass die Faktoren der Zuwanderung und der steigenden Geburtenzahlen nicht vorhergesagt werden konnten. Aus diesem Grund wurde die Bildungspolitik von dem Schülerboom überrascht. Zudem erklärt Klemm sich den Lehrkräftemangel damit, dass die zuständigen Ministerien lange Zeit mit sinkenden Schülerzahlen gerechnet und daher die Ausbildungskapazitäten zu stark zurückgefahren haben (Klemm & Zorn, 2018b).
In der Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen für den Zeitraum von 2010 bis 2025 der Kultusministerkonferenz (KMK), wurde berechnet, dass sich die Anzahl der Schüler von knapp 11.7 Millionen (2009) bis 2025 auf ungefähr 9.6 Millionen Schüler reduzieren wird (KMK 2011). Das entspricht 17.8 % weniger Schüler als berechnet. Für den Primarbereich wurde ausgehend von 2.9 Millionen Schülern (2009) bis 2025 ein Rückgang von mehr als 343.000 Schülern erwartet (KMK 2011).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Aktuelle Diskussion: Dieses Kapitel skizziert die Ausgangslage des Lehrkräftemangels vor dem Hintergrund steigender Schülerzahlen und fehlerhafter Prognosen der Kultusministerkonferenz.
2. Aktueller Forschungsstand: Hier werden quantitative Bedarfsanalysen und Studien ausgewertet, die das Ausmaß der Deckungslücke an Grundschullehrkräften bis 2030 und die Problematik des Quereinstiegs beleuchten.
3. Strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung: Dieser Abschnitt diskutiert verschiedene bildungspolitische Handlungsoptionen, wie die Gewinnung von zusätzlichem Personal, den Einsatz von Teilzeitkräften und die Reduktion von Abbrecherquoten.
Schlüsselwörter
Lehrkräftemangel, Grundschule, Schülerboom, Kultusministerkonferenz, Unterrichtsversorgung, Quereinsteiger, Bildungspolitik, Bertelsmann-Stiftung, Chancengerechtigkeit, Primarstufe, Personalgewinnung, Bildungsnotstand, Prognosefehler, Lehrerausbildung, soziale Ungleichheit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem zunehmenden Mangel an qualifizierten Lehrkräften an deutschen Grundschulen und den daraus resultierenden Herausforderungen für das Bildungssystem.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die demografische Entwicklung, die Diskrepanz zwischen Prognosen und Realität, die soziale Segregation an Schulen sowie Strategien zur Personalgewinnung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Ursachen für den Lehrkräftemangel aufzuzeigen und kurz- bis mittelfristig wirksame Handlungsoptionen zu evaluieren, um die Unterrichtsversorgung sicherzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine auf vorhandenen Studien und statistischen Daten basierende Literaturanalyse, die aktuelle bildungswissenschaftliche Erkenntnisse synthetisiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl die aktuelle statistische Lage, der Forschungsstand zu Bedarfen und Angeboten als auch strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Situation detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Lehrkräftemangel, Grundschule, Quereinsteiger, Prognoseunsicherheit und bildungspolitische Handlungsoptionen.
Wie wirkt sich der Lehrkräftemangel auf die soziale Chancengerechtigkeit aus?
Die Arbeit stellt fest, dass Schulen in benachteiligten Stadtteilen stärker vom Mangel betroffen sind, was die bestehende soziale Ungleichheit und die Bildungschancen der Kinder weiter verschärfen kann.
Warum ist der Einsatz von Quereinsteigern problematisch?
Während sie den akuten Bedarf decken, fehlt Quereinsteigern oft die pädagogische und fachdidaktische Expertise, was einen erhöhten Begleitungsaufwand durch erfahrene Lehrkräfte erfordert.
Sind digitale Lernmaterialien eine kurzfristige Lösung für den Lehrkräftemangel?
Nein, der Autor kommt zu dem Schluss, dass digitale Materialien zum jetzigen Zeitpunkt weder kurzfristig einsetzbar noch in ausreichender Qualität vorhanden sind, um den Lehrermangel zu kompensieren.
Was fordert der Autor zur langfristigen Sicherung des Lehrkräftenachwuchses?
Es wird unter anderem die Reduzierung der hohen Abbrecherquoten in Lehramtsstudiengängen durch eine stärkere Praxisorientierung und bessere Studienbedingungen gefordert.
- Arbeit zitieren
- Nadja Karossa (Autor:in), 2019, Lehrkräftemangel in Deutschland. Aktueller Forschungsstand und Maßnahmen zur Verbesserung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506352