Das vorliegende Gutachten zeigt die abschließende Modulprüfung des Zertifikatskurses "Pädagogik und Didaktik bei Beeinträchtigungen in der emotionalen und sozialen Entwicklung" durch die Justus-Liebig-Universität in Gießen.
Aufgabe war es, ein vollumfängliches Gutachten zu einem ausgewählten Schüler des eigenen Arbeitsumfeldes zu erstellen. Dieses Gutachten wurde auf Grundlage einer selbstbestimmten Fragestellung unter Verwendung geeigneter Methoden erfasst. Im Gutachten wird deutlich, wie es zur Fragestellung kam, wie diese bearbeitet wurde, welche Ergebnisse gefunden und wie diese interpretiert wurden.
Förderdiagnostik stellt die Basis jeglicher didaktischer Hilfen bei Lernschwierigkeiten dar. Dieses Gutachten soll Anregungen zur Erstellung eines solchen ermöglichen, aber auch die eigene Selbstkritik wecken. Denn nur wer stets sein eigenes Handeln reflektiert, über den eigenen Tellerrand hinausblickt, kann die Bedarfe und Bedürfnisse als Chance ergreifen und an eben jenen notwendigen Stellen, professionell unterstützen.
Inhaltsverzeichnis
1. Angaben zur Person
2. Anlass der Untersuchung und Fragestellungen
3. Vorgehen bei der Untersuchung
4. Anamnese
4.1 Frühkindliche und kindliche Entwicklung
4.2 Zusammenfassung der bisherigen schulischen und außerschulischen Beteiligungen und Förderungen
4.3 Aktuelle Situation
5. Untersuchungsbericht
5.1 Durchgeführte Testungen
5.2 Verhalten während der Testungen
5.3 Darstellung der Testergebnisse
5.3.1 ELFE II (Test 1)
5.3.2 HSP1+ (Test 2)
5.3.3 HRT (Test 3)
6. Zusammenfassung und Interpretation
7. Pädagogische Vorschläge
7.1 Empfehlungen über Art, Umfang und Organisation der weiteren Förderung
7.2 Didaktisch-methodische Vorschläge zur Förderung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit dient als förderdiagnostisches Gutachten für einen Schüler, um dessen aktuellen Leistungsstand in den Bereichen Lesen, Rechtschreiben und Rechnen zu evaluieren. Ziel ist es, auf Basis der diagnostischen Ergebnisse konkrete pädagogische Fördermaßnahmen abzuleiten, um den schulischen Erfolg und die sozio-emotionale Entwicklung des Schülers nachhaltig zu unterstützen.
- Analyse der individuellen Lernausgangslage und schulischen Entwicklung.
- Durchführung und Auswertung standardisierter Testverfahren in Deutsch und Mathematik.
- Einschätzung der sozio-emotionalen Situation und des Förderbedarfs.
- Entwicklung didaktischer Empfehlungen zur Stärkung der Basiskompetenzen.
- Förderung der Selbstregulation und Frustrationstoleranz im schulischen Kontext.
Auszug aus dem Buch
5.2 Verhalten während der Testungen
Während allen Testungen (A7-A9) war D. stets motiviert diese zu erarbeiten. Er wurde darüber informiert, dass es sich neben der Feststellung seiner Fähigkeiten und evtl. erkennbaren Fördermöglichkeiten, nicht um benotete Tests handelte. Dieser Faktor war sehr entscheidend für seine Bereitschaft diese Tests durchzuführen. Des Weiteren konnte er sich damit dem regulären Unterricht entziehen. Dies gab jeweils am Ende einer Testung zu. Es ging ihm hierbei nicht darum, seine Lehrkraft in ihrer Aufgabe zu unterstützen, sondern lediglich um seine eigene Bedürfnisbefriedigung.
Er konnte allen Aufgabenstellungen und Instruktionen folgen, diese umsetzen und konzentriert arbeiten. Hatte er Verständnissschwierigkeiten so war es ihm möglich, nach Hilfe zu fragen und diese anzunehmen. Die strengen Zeitangaben haben ihn in der Regel nicht aus der Ruhe gebracht. Ausnahmen gab es beim HRT 1-4 (A9). War er im Glauben, dass er eine Aufgabe unkorrekt erfüllte, benötigte er eine kurze Pause, um mit dem Test anschließend wieder konzentriert fortzuführen. Aufgrund seiner Tagesform zu Beginn des HRT, war zu vermuten, dass er diesen nicht vollständig in einem Durchgang bearbeiten könne. Diese Vermutung wurde bestätigt. Seine Konzentration sowie Aufmerksamkeit hat nach der Hälfte massiv nachgelassen, sodass er um eine Pause bat. Nach der Pause war er in der Lage, den Test abschließend zu bearbeiten.
Während der gesamten Testungen schafft D. es auf seinem Platz sitzen zu bleiben und benötigt nach eigenen Angaben am Anschluss meist eine kleine Pause. Insgesamt ist er gewillt sich den Aufgaben zu widmen sowie motiviert in der begrenzten Bearbeitungszeit möglichst viel zu schaffen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Angaben zur Person: Umfasst die Stammdaten und den schulischen Rahmen des Schülers sowie den Untersuchungszeitraum.
2. Anlass der Untersuchung und Fragestellungen: Definiert das Ziel der erneuten Förderbedarfsprüfung und die zentralen Forschungsfragen zur schulischen Leistungsentwicklung.
3. Vorgehen bei der Untersuchung: Listet die verwendeten Methoden auf, darunter Akteneinsicht, Gespräche, Beobachtungen und standardisierte Tests.
4. Anamnese: Beleuchtet die Entwicklungsgeschichte, bisherige Förderungen sowie die aktuelle Lebenssituation des Schülers.
5. Untersuchungsbericht: Dokumentiert die Durchführung der Testungen (ELFE II, HSP1+, HRT 1-4) und analysiert das Verhalten während des diagnostischen Prozesses.
6. Zusammenfassung und Interpretation: Führt die Ergebnisse der Beobachtungen und Testungen zu einer Gesamteinschätzung des Förderbedarfs zusammen.
7. Pädagogische Vorschläge: Bietet konkrete Empfehlungen zur Organisation der Förderung sowie didaktisch-methodische Ansätze für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Förderdiagnostik, Sonderpädagogik, emotional-soziale Entwicklung, Leseverständnis, Rechtschreibstrategien, Rechenschwäche, Schulleistung, Förderplan, Inklusion, Lernentwicklung, Lernausgangslage, Diagnostik, Basiskompetenzen, Schülerförderung, Verhaltensanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Gutachten grundsätzlich?
Das Dokument ist ein förderdiagnostisches Gutachten, das den schulischen Leistungsstand eines Schülers an einer Förderschule bewertet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Untersuchung fokussiert sich auf die Bereiche Lesen, Rechtschreiben, Rechnen sowie die soziale und emotionale Entwicklung des Schülers.
Welches ist das primäre Ziel des Gutachtens?
Das Ziel ist die Überprüfung des bestehenden sonderpädagogischen Förderbedarfs und die Ableitung zielführender pädagogischer Maßnahmen zur Leistungssteigerung.
Welche wissenschaftlichen Methoden wurden verwendet?
Es wurden triangulative Methoden eingesetzt: Aktenanalysen, Gespräche mit Bezugspersonen, systematische Unterrichtsbeobachtungen sowie standardisierte Testverfahren (ELFE II, HSP 1+, HRT 1-4).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil beinhaltet die anamnestische Aufarbeitung, die detaillierte Auswertung der schriftsprachlichen und mathematischen Tests sowie eine Interpretation des Arbeits- und Sozialverhaltens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Gutachten?
Wichtige Begriffe sind Förderdiagnostik, sonderpädagogischer Förderbedarf, Kompetenzentwicklung, Rechtschreibstrategien und mathematische Basiskompetenzen.
Wie ist die Frustrationstoleranz des Schülers einzuschätzen?
Die Frustrationstoleranz ist laut Gutachten in Unterrichts- und Spielsituationen gering; der Schüler neigt in Überforderungssituationen zu Abwehrreaktionen.
Welche speziellen Fördermaterialien werden empfohlen?
Es werden Programme wie das „ABC der Tiere“, die „Rechtschreibleiter“ und „Klick! Mathematik“ empfohlen, um die Basiskompetenzen kleinschrittig und motivierend zu festigen.
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- Diana Volkmer (Author), 2019, Gutachten eines Schülers einer Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506476