In dem nachstehenden Skript sind die relevantesten Schemata für Straftatbestände aufgelistet.
Das Skript wurde vorrangig zur Vorbereitung auf die Bachelorklausuren für den Polizeivollzugsdienst ausgelegt. Das Skript erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und soll auch keine Fachliteratur ersetzen.
Hierbei werden die verschiedenen Paragraphen in aufsteigender Reihenfolge, aufgeteilt in subjektiven und objektiven Tatbestand, analysiert.
Inhaltsverzeichnis
Grunddelikt
Versuch
Das fahrlässige Begehungsdelikt (insb. Erfolgsdelikt)
Rechtfertigende Einwilligung
Mutmaßliche Einwilligung (Rechtfertigungsgrund, Gewohnheitsrecht)
§ 13 StGB vorsätzlich unechtes Unterlassungsdelikt
§ 24 I StGB Rücktritt des Alleintäters (Vor dem Ergebnis geprüft)
§ 25 I Alt. 2 StGB mittelbare Täterschaft
§ 25 II StGB Mittäterschaft
§ 26 StGB Anstiftung
§ 27 StGB Beihilfe
§ 32 StGB Notwehr
§ 33 StGB Überschreitung der Notwehr
§ 34 StGB Rechtfertigender Notstand
§ 35 StGB Entschuldigender Notstand
§ 113 StGB Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte
§ 123 StGB Hausfriedensbruch
§ 127 I StPO Vorläufige Festnahme
§ 145d I Nr. 1, II Nr. 1 StGB Vortäuschen einer Straftat
§ 145d I Nr. 2, II Nr. 2 StGB Vortäuschen einer Straftat
§ 164 StGB Falsche Verdächtigung
§ 171 StGB Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht
§ 176 StGB Sexueller Missbrauch von Kindern
§ 177 StGB Sexuelle Nötigung
§ 211 StGB Mord
§ 212 I StGB Totschlag
§ 216 StGB Tötung auf Verlangen
§ 221 StGB Aussetzung
§ 223 StGB Körperverletzung
§ 224 StGB Gefährliche Körperverletzung (Qualifikationstatbestand)
§ 225 StGB Misshandlung von Schutzbefohlenen
§ 226 I StGB schwere Körperverletzung
§ 226 II StGB schwere Körperverletzung
§ 231 StGB Beteiligung an einer Schlägerei
§ 238 StGB Nachstellung (Stalking)
§ 239 StGB Freiheitsberaubung
§ 240 StGB Nötigung
§ 242 I StGB Diebstahl
§ 243 StGB besonders schwerer Fall des Diebstahls
§ 244 (§ 244 a) StGB Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchdiebstahl
§ 249 StGB Raub
§§ 253,255,250 StGB schwere Räuberische Erpressung
§ 252 StGB Räuberischer Diebstahl
§§ 253, 255 StGB Erpressung und räuberische Erpressung
§ 259 StGB Hehlerei
§ 263 StGB Betrug
§ 263a StGB Computerbetrug
§ 265a StGB Erschleichen von Leistungen
§ 267 StGB Urkundenfälschung
§ 268 StGB Fälschung technischer Aufzeichnungen
§ 303 StGB Sachbeschädigung
§ 306 I StGB Brandstiftung
§ 306a I StGB schwere Brandstiftung
§ 306 a II StGB schwere Brandstiftung
§ 306b I StGB besonders schwere Brandstiftung
§ 306c StGB Brandstiftung mit Todesfolge
§ 323c StGB Unterlassene Hilfeleistung (echtes Unterlassungsdelikt)
§ 331 StGB Vorteilsnahme
Zielsetzung & Themen
Dieses Skript dient der gezielten Vorbereitung auf Bachelorklausuren im Polizeivollzugsdienst, indem es die relevantesten strafrechtlichen Tatbestände in strukturierter Form für die Anwendung im Gutachtenstil aufbereitet.
- Systematische Darstellung strafrechtlicher Schemata.
- Erläuterung des juristischen Gutachtenstils für die Klausurlösung.
- Strukturierte Prüfung von Grunddelikten, Qualifikationen und Versuchsformen.
- Praxisnahe Definitionen von Tatbestandsmerkmalen.
Auszug aus dem Buch
3. Gutachtenstil
Klausuren sind klassischerweise im Gutachtenstil zu lösen. Der Gutachtenstil ermöglicht das Zusammenführen des tatsächlichen Seins mit dem rechtlichen Sollen, innerhalb einer festen und reproduzierbaren Argumentationsstruktur.
Es sind folgende Schritte einzuhalten:
1. Schritt: Der Obersatz. Hier wird die Fallfrage aufgegriffen und es wird aufgezeigt, was im Folgenden geprüft werden soll (Formulierung: „Fraglich ist, ob B sich der Körperverletzung gemäß § 223 StGB strafbar gemacht hat“).
2. Schritt: Die Rechtsnorm. Es wird die Rechtsnorm genannt, welche die entsprechende Frage ´regelt´ (Formulierung: „Dies regelt sich nach § 223 StGB.“).
3. Schritt: Die (Unter-)Voraussetzungen. Daraufhin werden alle Tatbestandsmerkmale aufgezählt, die gemäß des zu prüfenden Paragraphen Voraussetzungen sind (Formulierung: „Gemäß § 223 StGB müsste dafür u.a. das Tatbestandsmerkmal der körperlichen Misshandlung erfüllt sein.“).
4. Schritt: Die Definition. Hier werden die einzelnen Tatbestandsmerkmale durch Normauslegung definiert (Formulierung: „Das Tatbestandsmerkmal der körperlichen Misshandlung wird definiert als …“).
5. Schritt: Die Subsumtion. Die ´Unterordnung´ des Sachverhalts unter den Tatbestandsmerkmalen (Formulierung: „Vorliegend hat der B den P einen Schnitt mit einem Messer zugefügt.“).
6. Schritt: Das Ergebnis. Das Ergebnis, welches die im Obersatz aufgeworfene Frage beantwortet. (Formulierung: „Somit erfüllt der B das Tatbestandsmerkmal der körperlichen Misshandlung gemäß § 223 StGB“; bzw. wenn restl. TB Merkmale auch erfüllt „Somit hat sich B der Körperverletzung gemäß § 223 StGB strafbar gemacht“).
Zusammenfassung der Kapitel
Grunddelikt: Darstellung des allgemeinen Prüfungsaufbaus einer Straftat unterteilt in Tatbestand, Rechtswidrigkeit und Schuld.
Versuch: Erläuterung der Voraussetzungen für die Strafbarkeit eines Versuchs sowie des Rücktritts.
Das fahrlässige Begehungsdelikt (insb. Erfolgsdelikt): Analyse der Sorgfaltspflichtverletzung und objektiven Zurechnung bei Fahrlässigkeitsdelikten.
Rechtfertigende Einwilligung: Erörterung der Voraussetzungen für die Einwilligung als Rechtfertigungsgrund.
Mutmaßliche Einwilligung (Rechtfertigungsgrund, Gewohnheitsrecht): Prüfung der Kriterien für eine mutmaßliche Einwilligung bei fehlender tatsächlicher Einwilligung.
§ 13 StGB vorsätzlich unechtes Unterlassungsdelikt: Voraussetzungen für die Strafbarkeit eines Unterlassungsdelikts unter besonderer Betrachtung der Garantenstellung.
§ 24 I StGB Rücktritt des Alleintäters (Vor dem Ergebnis geprüft): Systematik des Rücktritts bei beendetem und unbeendetem Versuch.
§ 25 I Alt. 2 StGB mittelbare Täterschaft: Voraussetzungen der mittelbaren Täterschaft unter Fokus auf die Tatherrschaft.
§ 25 II StGB Mittäterschaft: Prüfung von Tatplan und gemeinsamer Tatausführung bei mehreren Tatbeteiligten.
§ 26 StGB Anstiftung: Prüfung des vorsätzlichen Hervorrufens eines Tatentschlusses durch einen Anstifter.
§ 27 StGB Beihilfe: Voraussetzungen für die psychische oder physische Förderung einer Haupttat.
§ 32 StGB Notwehr: Prüfung von Notwehrlage und Notwehrhandlung.
§ 33 StGB Überschreitung der Notwehr: Erläuterung des Notwehrexzesses in der Schuldprüfung.
§ 34 StGB Rechtfertigender Notstand: Prüfung von Notstandslage und Güterabwägung zur Rechtfertigung.
§ 35 StGB Entschuldigender Notstand: Prüfung der Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens in der Schuld.
§ 113 StGB Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte: Prüfung der Rechtmäßigkeit der Diensthandlung bei Widerstandshandlungen.
§ 123 StGB Hausfriedensbruch: Definitionen geschützter Räumlichkeiten und Tathandlungen des Eindringens.
§ 127 I StPO Vorläufige Festnahme: Voraussetzungen der vorläufigen Festnahme als Rechtfertigungsgrund.
§ 145d I Nr. 1, II Nr. 1 StGB Vortäuschen einer Straftat: Tatbestand des Vortäuschens einer Tat gegenüber Behörden.
§ 145d I Nr. 2, II Nr. 2 StGB Vortäuschen einer Straftat: Spezifische Konstellationen des Vortäuschens einer Katalogstraftat.
§ 164 StGB Falsche Verdächtigung: Voraussetzungen für das falsche Verdächtigen einer Person.
§ 171 StGB Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht: Prüfung der gröblichen Verletzung der Pflicht gegenüber Minderjährigen.
§ 176 StGB Sexueller Missbrauch von Kindern: Differenzierung der Tathandlungen und Erheblichkeitsschwellen.
§ 177 StGB Sexuelle Nötigung: Prüfung der Nötigungsmittel wie Gewalt, Drohung oder Ausnutzung einer schutzlosen Lage.
§ 211 StGB Mord: Darstellung der objektiven und subjektiven Mordmerkmale.
§ 212 I StGB Totschlag: Grundlegender Aufbau des Tötungsdelikts.
§ 216 StGB Tötung auf Verlangen: Voraussetzungen des ausdrücklichen und ernstlichen Verlangens.
§ 221 StGB Aussetzung: Prüfung der Herbeiführung einer hilflosen Lage oder des Im-Stich-Lassens.
§ 223 StGB Körperverletzung: Definition von körperlicher Misshandlung und Gesundheitsschädigung.
§ 224 StGB Gefährliche Körperverletzung (Qualifikationstatbestand): Prüfung der verschiedenen Qualifikationsvarianten.
§ 225 StGB Misshandlung von Schutzbefohlenen: Tatbestände des Quälens und rohen Misshandelns.
§ 226 I StGB schwere Körperverletzung: Prüfung der schweren Folgen des Grundtatbestands.
§ 226 II StGB schwere Körperverletzung: Prüfung der vorsätzlichen schweren Körperverletzung.
§ 231 StGB Beteiligung an einer Schlägerei: Voraussetzungen der Beteiligung und objektive Bedingung der Strafbarkeit.
§ 238 StGB Nachstellung (Stalking): Prüfung der Beharrlichkeit und der schwerwiegenden Beeinträchtigung der Lebensgestaltung.
§ 239 StGB Freiheitsberaubung: Tatbestände des Einsperrens und Beraubens der persönlichen Freiheit.
§ 240 StGB Nötigung: Prüfung von Gewalt oder Drohung mit empfindlichem Übel.
§ 242 I StGB Diebstahl: Strukturprüfung der Wegnahme fremder beweglicher Sachen.
§ 243 StGB besonders schwerer Fall des Diebstahls: Erläuterung der Regelbeispiele wie umschlossener Raum und Behältnis.
§ 244 (§ 244 a) StGB Diebstahl mit Waffen, Bandendiebstahl, Wohnungseinbruchdiebstahl: Voraussetzungen für die Qualifikationen des Diebstahls.
§ 249 StGB Raub: Verknüpfung von Nötigungsmittel und Wegnahmehandlung.
§§ 253,255,250 StGB schwere Räuberische Erpressung: Aufbau der schweren Erpressung unter Berücksichtigung von Waffenbesitz.
§ 252 StGB Räuberischer Diebstahl: Voraussetzungen des „Erst klauen dann hauen“.
§§ 253, 255 StGB Erpressung und räuberische Erpressung: Systematik der Vermögensverfügung und des Vermögensschadens.
§ 259 StGB Hehlerei: Prüfung des Sich-Verschaffens oder Absetzens erlangter Sachen.
§ 263 StGB Betrug: Prüfung von Täuschung, Irrtum, Vermögensverfügung und Schaden.
§ 263a StGB Computerbetrug: Analyse der Tatvarianten wie Programmmanipulation und Dateneingabe.
§ 265a StGB Erschleichen von Leistungen: Voraussetzungen für das Erschleichen von Automatenleistungen oder Zutritt.
§ 267 StGB Urkundenfälschung: Tatbestände des Herstellens, Verfälschens und Gebrauchens unechter Urkunden.
§ 268 StGB Fälschung technischer Aufzeichnungen: Spezifische Anforderungen an technische Aufzeichnungen.
§ 303 StGB Sachbeschädigung: Definition von Beschädigen, Zerstören und Verändern des Erscheinungsbildes.
§ 306 I StGB Brandstiftung: Prüfung der Inbrandsetzung und Zerstörung von Gebäuden.
§ 306a I StGB schwere Brandstiftung: Besondere Tatobjekte wie Wohnungen oder Kirchen.
§ 306 a II StGB schwere Brandstiftung: Prüfung der konkreten Gefahr einer Gesundheitsschädigung.
§ 306b I StGB besonders schwere Brandstiftung: Voraussetzungen der besonders schweren Folge.
§ 306c StGB Brandstiftung mit Todesfolge: Prüfung des Todeserfolgs und der Leichtfertigkeit.
§ 323c StGB Unterlassene Hilfeleistung (echtes Unterlassungsdelikt): Voraussetzungen der Notsituation und Zumutbarkeit der Hilfeleistung.
§ 331 StGB Vorteilsnahme: Prüfung der Unrechtsvereinbarung bei Amtsträgern.
Schlüsselwörter
Strafrecht, Polizeivollzugsdienst, Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld, Gutachtenstil, Subsumtion, Täterschaft, Teilnahme, Notwehr, Notstand, Vermögensdelikte, Körperverletzungsdelikte, Brandstiftung, Urkundenfälschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Skript grundsätzlich?
Das Werk bietet eine strukturierte Übersicht der wichtigsten Straftatbestände des Strafgesetzbuches (StGB), die für Studierende im Bachelorstudiengang Polizeivollzugsdienst relevant sind.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt schwerpunktmäßig den Aufbau von Straftaten, angefangen beim Grunddelikt über Versuchsformen bis hin zu speziellen Qualifikationsmerkmalen in Deliktsbereichen wie Körperverletzung, Raub, Betrug und Brandstiftung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist die Vorbereitung auf Bachelorklausuren durch die Bereitstellung klarer, reproduzierbarer Schemata, die direkt in den Gutachtenstil integriert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die klassische juristische Dogmatik und den Gutachtenstil, um die Anwendung des materiellen Strafrechts auf konkrete Sachverhalte zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vielzahl einzelner Paragraphen, für die jeweils Tatbestand, Rechtswidrigkeit, Schuld und das Ergebnis strukturiert dargestellt werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Strafrecht, Gutachtenstil, Subsumtion, Tatbestandsmerkmale, Täterschaft und Teilnahme gekennzeichnet.
Wie unterscheidet sich der Raub von der räuberischen Erpressung?
Der Raub ist ein Fremdschädigungsdelikt (Wegnahme durch Gewalt/Drohung), während die räuberische Erpressung als betrugsverwandtes Selbstschädigungsdelikt angesehen wird, das eine Vermögensverfügung voraussetzt.
Was ist bei der Prüfung einer Brandstiftung besonders zu beachten?
Besonderes Augenmerk liegt auf der korrekten Definition der Tatobjekte (Gebäude, Warenlager, etc.) und der Tathandlung der Inbrandsetzung oder Brandlegung im Hinblick auf das Erfordernis des Weiterbrennens aus eigener Kraft.
- Citar trabajo
- Philipp Pelka (Autor), 2019, Strafrecht für die Polizei. Eine Zusammenfassung für den Polizeivollzugsdienst, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506727