"Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells

Neue Möglichkeiten für die Foresight-Praxis


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
21 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITIONEN

3 PARTIZIPATIV-DELIBERATIVE DEMOKRATIETHEORIE

4 PARTICIPATORY FORESIGHT

5 ANWENDUNG DES DEMOKRATIETHEORETISCHEN MODELLS AUF DIE PRAKTISCHE PARTIZIPATIVE FORESIGHT-ARBEIT
5.1 POTENZIELLE NEUE MÖGLICHKEITEN DURCH ENTLEHNUNG AUS DELIBERATIVEN VERFAHREN
5.1.1 Spezifika des Foresight-Prozesses und Innovation
5.1.2 Zusammenfassung der Schwierigkeiten im Prozess
5.2 BEDEUTUNG VON PARTICIPATORY FORESIGHT ALS ANREIZ FÜR PARTIZIPATION UND DIE SCHAFFUNG EINER FORESIGHT- KULTUR

6 ZUSAMMENFASSUNG

7 AUSBLICK

LITERATURVERZEICHNIS

1 Einleitung

In den letzten Jahren wird medial und im wissenschaftlichen Diskurs immer wieder von Demokratiekrise oder Politikverdrossenheit gesprochen. Die politischen und globalen Problemstellungen werden immer komplexer und die sozioökonomischen Bedingungen verändern sich schnell. Trotzdem scheint das Interesse der Zivilgesellschaft an Politik vorhanden zu sein, denn sie sind zur Partizipation bereit. (Alcántara et al. 2016, 141) Participatory Foresight bietet Menschen die Möglichkeit sich mit aktuellen Problemen zu beschäftigen sowie zukünftige Lösungsvorschläge und Visionen zu erarbeiten. Neue AkteurInnen bringen neue Ansichten und Zukunftsvorstellungen in den Foresight-Prozess ein und ihre Einbindung könnte zu einer größeren Beteiligung an Foresight-Prozessen in der Gesellschaft führen (vgl. Nikolova 2014, 1).

Die vorliegende Seminararbeit setzt sich mit dem Thema ‘Participatory Foresight‘ auseinander. Darin wird untersucht, inwieweit die Inklusion von zivilgesellschaftlichen Akteuren einen Mehrwert für die Foresight-Praxis generieren kann. Dazu wird ein partizipativ-deliberatives Demokratiemodell aus der Literatur erarbeitet und auf die praktische Participatory Foresight-Arbeit umgelegt. So können Möglichkeiten, Institutionalisierungsformen, Qualitätskriterien, Vorgehensweisen und Schwierigkeiten im partizipativen Foresight-Prozess diskutiert werden. Die Inklusion zivilgesellschaftlicher Akteure birgt durch die große Menge unterschiedlicher Sichtweisen und Kenntnisse des zu bearbeitenden Gebietes sowie des Austausches ein großes Potenzial für die Foresight- Arbeit, aber auch Herausforderungen (vgl. Nikolova 2014)

Die Forschungsfrage meiner Arbeit wird wie folgt lauten : Welche potenziellen neuen Möglichkeiten ergeben sich für ‚Participatory Foresight‘ durch die Verortung in einem partizipativ- deliberativen demokratietheoretischen Modell?

Die Arbeit wird hauptsächlich die praktische Foresight-Arbeit behandeln, inwiefern die partizipative Foresight-Praxis durch die Entlehnung von Methoden und Merkmalen deliberativer beziehungsweise partizipativer Verfahren bereichert wird.

Die Partizipation bei Foresight-Prozessen kann bei einer qualitativ hochwertigen Projektgestaltung die Zivilgesellschaft stärken, da durch die Deliberation über die Zukunft auch die Legitimität sowie das Wissen der TeilnehmerInnen gefördert werden. (Alcántara et al. 2016, 141)

Es wird davon ausgegangen, dass es bei einer qualitativ hochwertigen Umsetzung eine Bereicherung für Participatory Foresight durch deliberative Verfahren geben kann. Darüber hinaus wird angenommen, dass durch die breitere Inklusion von zivilgesellschaftlichen Akteuren die Foresight-Kultur und die Partizipationskultur im Allgemeinen verstärkt werden kann.

Als Methode wird im Rahmen dieser Arbeit eine wissenschaftliche Literaturrecherche angewandt. Die eingehende Beschäftigung, kritische Reflexion mit und Analyse der verwendeten Literatur soll zur Beantwortung der Forschungsfrage führen. Die Konzeption des theoretischen Modells erfolgt einerseits durch Überblicks- und Originalwerke von Habermas (1998) und Fishkin (2009). Andererseits werden die praktischen Herausforderungen deliberativer und partizipativer Verfahren durch Publikationen erarbeitet, die auf konkrete Beispiele und Forschungsprojekte eingehen (u.a. König 2012; Alcántara et al. 2016; Walk 2008). Darüber hinaus wird mit Publikationen gearbeitet, die sich konkret mit Participatory Foresight und Foresight-Prozessen beschäftigen (u.a. Nikolova 2014).

Nach der Klärung der Definitionen wird zunächst auf ein deliberativ-partizipatives Demokratieverständnis erarbeitet. Danach folgt die Hinwendung zum Grundthema der Arbeit, Participatory Foresight, welches im folgenden Kapitel praktisch auf das entworfene demokratietheoretische Modell angewendet wird. Dabei wird vor allem auf die potenziellen Möglichkeiten eingegangen, die bei der praktischen Arbeit auftreten können. Im Zuge dessen wird auch auf die Implikationen für die Stärkung einer Foresight-Kultur als Teil politischer Partizipation eingegangen.

2 Definitionen

Zu Beginn dieser Arbeit muss der Begriff ‚Foresight‘ konkretisiert werden:

„Foresight is a systematic, participatory, future intelligence gathering and medium- to-long-term vision-building process aimed at present-day decisions and mobilising joint actions.” (Gavigan et al. 2001, 3)

Der wichtigste Begriff, den es nach Foresight zu definieren gilt, ist Participatory Foresight. In dieser Arbeit wird mit folgender Definition gearbeitet:

“‘Participatory foresight’ will be used hereafter to signify one aiming at wider inclusion of experts, citizens, stakeholders or nongovernmental activists, in the process of anticipating and planning the future. “ (Nikolova 2014, 3)

Diese Definition wurde ausgewählt, da der Prozess der Inklusion auf verschiedene Akteure abzielt. Inklusion wird in der Arbeit nach der soziologischen Systemtheorie verstanden, die mit Luhmann und Parsons verknüpft ist. Inklusion ist demnach die Beteiligung von Menschen in Sozialsystemen. Dies setzt voraus, dass alle Menschen in verschiedene soziale Systeme eingebunden sind oder eingebunden werden können (Stichweh/Windolf 2009, 113).

Ein weiterer wichtiger Terminus dieser Arbeit ist Partizipation beziehungsweise politische Beteiligung, die wie folgt nach Kaase (2003) definiert wird:

„Unter politischer Beteiligung werden in der Regel jene Verhaltensweisen von Bürgern verstanden, die sie alleine oder mit anderen freiwillig mit dem Ziel unternehmen, Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen. “ (de Nève/Olteanu 2013, 14)

Es wurde bewusst eine etwas breitere Definition gewählt, die aber trotzdem nur jene Aktivitäten umfasst, die auf eine politische Einflussnahme abzielen; also konkret auf die politische Ebene bezogen sind. Da die Arbeit speziell auf die Inklusion zivilgesellschaftlicher Akteure eingeht, muss zunächst Zivilgesellschaft definiert werden, da der Begriff auch medial häufig ohne nähere Erklärung wie selbstverständlich verwendet wird. Michael Walzer (1998) definiert Zivilgesellschaft wie folgt:

„Civil society is the sphere of uncoerced human association between the individual and the state, in which people undertake collective action for normative and substantive purposes, relatively independent of government and market.“ (Edwards 2011, 4)

Walzer definiert Zivilgesellschaft als eine Sphäre, als einen Raum der Interaktionen zwischen Individuen und dem Staat. In diesem Raum können Menschen unabhängig von Regierung und Markt kollektiv zu wesentlichen, normativen Zwecken handeln. Das Verständnis von Zivilgesellschaft als Schaffung von Öffentlichkeit eröffnet viele Möglichkeiten, zivilgesellschaftliche Aktivitäten zu interpretieren.

3 Partizipativ-deliberative Demokratietheorie

Deliberation bedeutet nach Fishkin einen Prozess, in dem Individuen ehrlich die Stärken der verschiedenen Argumente in einer Diskussion abwägen (Fishkin 2009, 33). Deliberation ist an mehrere Qualitätskriterien gebunden. Erstens der Zugang zu Informationen seitens der TeilnehmerInnen, zweitens eine ausbalancierte Verteilung der verschiedenen Argumente, drittens der Grad der Repräsentation verschiedener Meinungen der Bevölkerung unter den TeilnehmerInnen, viertens die ehrliche Abwägung verschiedener Positionen unabhängig von jenen TeilnehmerInnen, die sie vertreten. Ohne die Erfüllung dieser Kriterien würde es sich um eine gewöhnliche Konversation handeln – Deliberation ist mehr als das, es geht um den Ausdruck politischen Willens, um Konsensfindung darüber, was getan werden soll (vgl. Fishkin 2009, 34). In einem deliberativen Demokratieverständnis wird also auf den Konsens einer zufriedenstellenden Qualität der Politik abgezielt, was eine normative Prägung aufweist. Deliberative Demokratietheorie verbindet die Deliberation mit politischer Gleichheit (vgl. Fishkin 2009, 80). Unter politischer Gleichheit wird im Kern die gleiche Berücksichtigung der politischen Einstellungen verstanden; so wird jede Stimme gleich gewichtet (Fishkin 2009, 43). Um eine Verzerrung der Ergebnisse durch einen selection bias zu vermeiden, kommen häufig eine oder mehrere Zufallsstichproben zu tragen (vgl. Fishkin 2009, 80)

Partizipative Demokratie stellt eine Kombination aus Massenpartizipation und politischer Gleichheit dar. Massenpartizipation wird dahingehend bewertet, ob der politische Wille der Masse repräsentiert wird. Bei der Einbindung der Öffentlichkeit in politische Entscheidungen ist nicht entscheidend, ob Deliberation oder ein zivilgesellschaftlicher Lernprozess stattgefunden haben. Es wird lediglich eine möglichst breite Inklusion angestrebt, deren Stimmenwertung gleichwertig erfolgt (vgl. Fishkin 2009, 76, 79).

Da für einen qualitativ- hochwertigen Beteiligungsprozess auch entscheidend ist, wer daran teilnimmt und deliberiert, bietet sich für die Konzeption deliberativer Öffentlichkeitsbeteiligung eine Kombination aus deliberativen und partizipatorischen demokratietheoretischen Ansätzen an (vgl. Alcántara et al. 2016, 39).

Habermas erachtet in seinem deliberativen Ansatz verständnisorientierte, geregelte und qualitative Kommunikation als Basis demokratischer Entscheidungen. Darüber hinaus ist für Partizipationsverfahren aus deliberativer Sicht ein ergebnisoffener Prozess essentiell, in dem alle Beteiligten innerhalb eines fairen, herrschaftsfreien Diskurses diskutieren und falls möglich konsensual entscheiden (vgl. Alcántara et al. 2016, 63f.). Die Diskurstheorie Habermas‘ beinhaltet auch Implikationen für das Gesellschaftsverständnis: Demnach wird Gesellschaft nicht als mehr als „im Staat zentriertes gesellschaftliche[s] Ganze[s]“, sondern als „dezentriert“ gesehen (Habermas 1998, 362). Diese dezentrierte Gesellschaft bildet mit der politischen Öffentlichkeit einen Ort der Bearbeitung gesamtgesellschaftlicher Probleme. Habermas hat eine spezifische Konzeption von Öffentlichkeit, die für ihn mehr ist als eine Summierung von Meinungen. Denn die öffentliche Meinung muss durch eine gemeinsam verfolgte, diskursive Kommunikationspraxis entstehen. Zivilgesellschaft ist eng mit Öffentlichkeit verknüpft, so sind auch zivilgesellschaftliche Vereinigungen die wichtigsten Akteure der Öffentlichkeit. Zudem ist die öffentliche Meinung bei Habermas als Kontinuum zu verstehen, das von privaten Einzelerfahrungen hin zu professioneller Öffentlichkeitsarbeit von Organisationen reicht (vgl. Habermas 1998, 443, 435, 438f; König 2012, 22f).

Moderne Demokratien existieren nach Habermas nicht ohne deliberative Legitimation, also ohne das Zustandekommen einer Mehrheitsentscheidung durch einen qualitativ hochwertigen und inklusiven Meinungsaustausch mit dem Ziel der Problemlösung (Hiebaum/Koller 2016, 249f.; vgl. Habermas 1998, 448). Dies sieht Habermas in der Doppelfunktion des positiven Rechts begründet. Das kommunikative Handeln wird durch das Recht begrenzt und gleichzeitig entschränkt. Geltendes Recht muss befolgt werden und zu setzendes Recht kritisch auf seine Geltungsansprüche überprüft und akzeptiert werden. Erfüllen Rechtsnormen diese Kriterien, ist auch die Legitimität gegeben und dafür ist Deliberation notwendig (vgl. König 2012, 10f.) Diese Deliberation äußert sich in einer der wichtigsten Kernpunkte der deliberativen Theorie Habermas‘ – der kommunikativen Macht. Jener Macht, die tatsächlich von der Bevölkerung ausgeht. Kommunikative Macht ist eine Möglichkeit für die Individuen, da sie spontan entstehen kann, wenn sich jene zusammentun. Auf der Gegenseite der kommunikativen Macht steht die administrative Macht, welche von staatlichen Institutionen ausgeübt wird. Beide sind Voraussetzung der legitimen Existenz der jeweils anderen und der Rechtsstaat kann die Rahmenbedingungen für eine gelungene Verbindung aus administrativer und kommunikativer Macht bereitstellen (vgl. König 2012, 13; Habermas 1998, 141, 184, 187). Kommunikative Macht entsteht unter der Voraussetzungen von Grundrechten und durch einen deliberativen Prozess der Meinungs- und Willensbildung in Diskursen (vgl. König 2012, 15f.). Rechtsnormen müssen dem Diskursprinzip genügen, das besagt, dass „alle möglicherweise Betroffenen als TeilnehmerInnen an rationalen Diskursen zustimmen könnten.“ (Habermas 1998, 138)

Dahl stellt fünf Punkte auf, die einen optimalen demokratischen Prozess charakterisieren und grundlegend für die deliberative Demokratietheorie sind. Für getroffene Entscheidungen, die im Interesse aller liegen, müssen alle Betroffenen inkludiert sein und gleiche Chancen bei Teilnahme und Stimmrecht haben und beim Agenda-Setting gleichberechtigt sein sowie auf der gleichen Grundlage an Informationen und Möglichkeiten zur Willensbildung aufbauen können. Gesellschaften, die günstige sozio- ökonomische Bedingungen aufweisen, neigen eher dazu, politische Macht zu dezentralisieren und dabei eine liberale politische Kultur aufzubauen (vgl. Habermas 1998, 383ff.).

Fishkin geht in seiner Konzeption von deliberativer Demokratie von drei wichtigen demokratischen Werten aus: Deliberation, Massenpartizipation und politischer Gleichheit. Da niemals alle drei Werte gleichzeitig erfüllt werden können, spricht Fishkin vom ‚Trilemma of Democratic Reform‘ (vgl. Fishkin 2009, 46). Sind politische Gleichheit und Partizipation erreicht, fehlt es an Deliberation und es wird von Massendemokratie gesprochen. Mikrokosmische Deliberation findet statt, wenn das Kriterium der Massen- Partizipation fehlt (vgl. Fishkin 2009, 46). Auf diese Form wird in Kapitel 5.1 Bezug genommen.

4 Participatory Foresight

Die Definition von Foresight durch Gavigan et al. (2001), die im zweiten Kapitel eingangs präsentiert wurde, kann auf fünf Kernelemente heruntergebrochen werden, die für Foresight essentiell sind: strukturierte Prognosen von sozio-ökonomischen Langzeitentwicklungen, partizipative Methoden mit einer Vielzahl an Stakeholdern, Netzwerkbildung und strategische Visionen, die explizite Implikationen für heutige Handlungen haben (vgl. Gavigan et al. 2001, 4).

Innerhalb der Foresight-Arbeit gibt es zwei divergierende Herangehensweisen: Erstens kann der top-down-Zugang unterschieden werden, der durch wenig Interaktion gekennzeichnet ist, da die Foresight-Arbeit hauptsächlich von einem kleinen Expertenkreis durchgeführt wird. Es werden oft große Datenmengen und standardisierte Methoden angewandt. Das Gegenteil von top-down- stellen bottom-up-Verfahren dar, die versuchen den Kreis der Beteiligten möglichst vielfältig zu halten und verschiedenste Methoden verwenden. Ein Problem dieser Vorgangsweise ist die schwere Kontrollierbarkeit des Prozesses, daher ist die richtige Planung essentiell. Darauf wird ausführlich im folgenden Kapitel dieser Arbeit eingegangen. Neben diesen beiden großen Unterscheidungen gibt es auch viele Verfahren, die einen Mix aus beiden darstellen (vgl. Gavigan et al. 2001, 20).

Eng verbunden mit der genannten Unterscheidung ist die Zielsetzung eines Foresight- Verfahrens. Zum einen gibt es Projekte, die auf konkrete Endprodukte abzielen und zum anderen jene, in denen vorrangig der Prozess im Vordergrund steht. In diesem Prozess können Informationen generiert oder Netzwerke gebildet werden, sodass zukünftige Foresight-Aktivitäten erleichtert werden (vgl. Bourgeois/Sette 2017, 5; Gavigan et al. 2001, 21). Bei der Konzeption einer Foresight-Aktivität sollte im Vorfeld genau festgelegt werden, worauf abgezielt wird.

Foresight entwickelte sich seit Mitte der 1990er-Jahre aus der Vereinigung mehrerer Trends. Erstens wurden partizipative Ansätze innerhalb der Policy-Arbeit immer beliebter, da sie die Legitimität der getroffenen Entscheidungen erhöhen und verschiedene Perspektiven und Knowhow in den Prozess eingebracht werden kann. Zweitens verloren die Prozesse des ‚Strategic Planning‘ an Rationalität und Unsicherheit wurde als positiver Faktor in Kauf genommen. Drittens veränderte sich auch der Zugang innerhalb der ‚Futures Studies‘, fortan wurde auf Explorativität und Inklusivität sowie bottom-up- Zugänge bei Verfahren gesetzt. Foresight kann als Schnittmenge dieser drei Trends gesehen werden, denn es vereint Elemente aus allen drei Richtungen (vgl. Gavigan et al. 2001, 5).

Die politischen und globalen Problemstellungen werden immer komplexer und interdependenter; genauso verändern sich die sozioökonomischen Bedingungen schnell. Daher wird es wird immer schwieriger mit etablierten Foresight-Methoden, Prognosen und Lösungswege für die Zukunft aufzuzeigen. Daher gibt es auch innerhalb der Zukunftsforschung auch heute verschiedene Herangehensweisen an die Praxis, die in weiterer Folge auch für Foresight nutzbar gemacht werden können. Für den Gegenstand dieser Arbeit ist vor allem der partizipative-kreative Zugang relevant. Genauer handelt es sich hierbei um die Inklusion von Akteuren aus der Zivilgesellschaft, um durch verschiedene, erstrebenswerte Visionen zu kreativeren und innovativeren Ergebnissen zu gelangen. Neue AkteurInnen bringen neue Ansichten und Zukunftsvorstellungen in den Foresight-Prozess ein und ihre Einbindung könnte zu einer größeren Beteiligung an Foresight-Verfahren in der Gesellschaft führen. Jene könnten den ExpertInnen auch bewusst machen, welche Konsequenzen ihre Entscheidungen und Überlegungen für die Betroffenen haben, die bis dato noch nicht einbezogen wurden (vgl. Kreibich et al. 2011, 17; Nikolova 2014, 1, 6).

[...]

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
"Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells
Untertitel
Neue Möglichkeiten für die Foresight-Praxis
Hochschule
Universität Wien  (Fakultät für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Spezialisierungsseminar Policy-Analyse: Foresight
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V506733
ISBN (eBook)
9783346064721
ISBN (Buch)
9783346064738
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Habermas, Deliberation, Foresight, Partizipation, Delibertive Demokratie, Demokratie, Zukunft, Partizipative Demokratie, Demokratietheorie, Policyanalyse, Participatory Foresight
Arbeit zitieren
Luana Luisa Heuberger (Autor), 2019, "Participatory Foresight" als Anwendung eines partizipativ-deliberativen Demokratiemodells, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506733

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