Unter dem Begriff der Rechnungslegung kann die gesetzliche und freiwillige Offenlegung unternehmensbezogener Informationen an aktuelle und potenzielle Bilanzadressaten verstanden werden. Die übermittelten Informationen sollen nachvollziehbar, verlässlich und entscheidungsrelevant sein, weshalb bestimmte Bereiche der Rechnungslegung gesetzlich normiert sind. Innerhalb der Rechnungslegung werden jedoch bilanzpolitische Spielräume gewährt, die es einem Entscheidungsträger ermöglichen, bestimmte finanz-, publizitäts- sowie individualpolitische Ziele zu erreichen.
So kann bei Erstellung von Jahresabschlüssen davon ausgegangen werden, dass ein rationaler Entscheidungsträger stets die Bilanzierungsalternativen wählt, die seinen eigenen Nutzen maximieren. Demnach können nach außen getragene Informationen zu Gunsten des Managements oder des Unternehmens verzerrt werden. Ein Anreiz zu solch einer Handlung könnte sich in einem erstmaligen Börsengang widerspiegeln.
Das Auftreten und die Folgen von Bilanzpolitik im Rahmen von Wertpapieremissionen, speziell der Börsengang zur Ausgabe von Eigenkapitalinstrumenten, wurde in einer Vielzahl von Studien untersucht.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung
- Gang der Arbeit
- Bilanzpolitik
- Definition der Bilanzpolitik
- Ziele und Zielkonflikte der Bilanzpolitik
- Bilanzpolitische Instrumente
- Reale Bilanzpolitik
- Buchmäßige Bilanzpolitik
- Auswahlkriterien des bilanzpolitischen Instrumentariums
- Grenzen der Bilanzpolitik
- Anreize zu Bilanzpolitik
- Erfolgsmaximierung und Erfolgsminimierung
- Ergebnisglättung
- Benchmarking
- Messung der Bilanzpolitik
- Messung buchmäßiger Bilanzpolitik
- Messung realer Bilanzpolitik
- Messung Ergebnisglättung
- Messung Benchmarking
- Börseneinführung
- Definition und Motive
- Motive für eine Börseneinführung
- Motive gegen eine Börseneinführung
- Börsenreifekriterien
- Gesetzliche Kriterien
- Wirtschaftliche Kriterien
- Organisatorische Kriterien
- Prozess der Börseneinführung
- Analyse der empirischen Literatur
- Bilanzpolitik bei Börseneinführung
- Empirische Ergebnisse für Bilanzpolitik vor Börseneinführung
- Empirische Ergebnisse für die Langzeitperformance
- Zusammenfassung und Limitation der Forschungsergebnisse
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit dem Einfluss der Bilanzpolitik auf die Börseneinführung von Unternehmen. Im Zentrum der Arbeit steht die Analyse der empirischen Literatur zu diesem Thema. Die Arbeit zielt darauf ab, ein umfassendes Bild der relevanten Forschungsfragen, der empirischen Methoden und der wichtigsten Ergebnisse im Bereich der Bilanzpolitik im Kontext von Wertpapieremissionen zu liefern.
- Bilanzpolitik und ihre Auswirkungen auf die Börseneinführung
- Empirische Studien zur Bilanzpolitik im Vorfeld der Börseneinführung
- Analyse der Langzeitperformance von Unternehmen nach der Börseneinführung
- Bedeutung der Bilanztransparenz und des Informationsgehalts für Investoren
- Bewertung der Relevanz der empirischen Forschungsergebnisse für die Praxis
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Diese Einleitung stellt die Problemstellung der Arbeit vor und erläutert den Gang der Ausführungen.
- Bilanzpolitik: Dieses Kapitel liefert eine Definition der Bilanzpolitik und beleuchtet ihre Ziele, Zielkonflikte und Instrumente. Es werden die verschiedenen Formen der Bilanzpolitik, ihre Grenzen und Anreize sowie die relevanten Messmethoden diskutiert.
- Börseneinführung: In diesem Kapitel wird die Börseneinführung als ein bedeutendes Ereignis für Unternehmen definiert und die Motive für und gegen eine Börseneinführung beleuchtet. Es werden zudem die Kriterien für eine erfolgreiche Börseneinführung sowie der Prozess der Börseneinführung vorgestellt.
- Analyse der empirischen Literatur: Das Kapitel untersucht die empirische Literatur zur Bilanzpolitik bei Börseneinführung. Die Ergebnisse der empirischen Studien werden beleuchtet, die sich mit der Bilanzpolitik vor der Börseneinführung sowie mit der Langzeitperformance nach der Börseneinführung beschäftigen.
Schlüsselwörter
Die Arbeit fokussiert sich auf die Bereiche Bilanzpolitik, Börseneinführung, empirische Literatur, Wertpapieremissionen, Langzeitperformance und Informationsgehalt. Die Kernthemen sind die Auswirkungen der Bilanzpolitik auf die Börseneinführung, die Nutzung von Bilanzierungsmethoden im Vorfeld einer Börseneinführung und die langfristige Entwicklung der Unternehmen nach der Börseneinführung.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Bilanzpolitik?
Bilanzpolitik nutzt gesetzliche Spielräume in der Rechnungslegung, um Informationen so darzustellen, dass bestimmte finanz- oder publizitätspolitische Ziele des Unternehmens erreicht werden.
Warum ist Bilanzpolitik bei Wertpapieremissionen relevant?
Unternehmen haben beim erstmaligen Börsengang (IPO) einen Anreiz, ihre Zahlen besonders positiv darzustellen, um einen höheren Emissionspreis und mehr Investoreninteresse zu erzielen.
Was ist der Unterschied zwischen realer und buchmäßiger Bilanzpolitik?
Reale Bilanzpolitik beeinflusst tatsächliche Geschäftsvorfälle (z.B. Timing von Investitionen), während buchmäßige Bilanzpolitik Spielräume bei Bewertung und Abschreibung nutzt.
Was sagen empirische Studien zur Bilanzpolitik vor dem Börsengang?
Viele Studien belegen, dass Unternehmen vor dem IPO ihre Gewinne oft nach oben korrigieren, was Auswirkungen auf die langfristige Performance der Aktie haben kann.
Was bedeutet Ergebnisglättung (Earnings Smoothing)?
Es ist eine bilanzpolitische Strategie, um Schwankungen im Jahresüberschuss über mehrere Jahre hinweg auszugleichen und so Stabilität gegenüber Investoren zu signalisieren.
- Quote paper
- Jens Zink (Author), 2019, Bilanzpolitik im Rahmen von Wertpapieremissionen. Ein Überblick über die empirische Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/506852