Rückblickend auf das von mir im Sommersemester 2004 besuchte Seminar „Im Namen der Rose“ - Das Christliche Mönchtum - Ein Durchblick, beschäftigt sich diese Arbeit mit Bernhard von Clairvaux und dem Zisterzienserorden. Die Arbeit beginnt mit einer kurzen Vorstellung der Person Bernhard von Clairvaux bei der zwischen seinem weltlichen und seinem klösterlichen Leben unterschieden wird. Diese Unterscheidung habe ich bewusst gewählt, um die Hintergründe seiner Entscheidung für das Klosterleben besser nachvollziehen zu können. Es wird auch nur auf seine wichtigsten Lebensstationen eingegangen, da einige andere Punkte im Kapitel des Ordens genannt und erläutert werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt bei der Auseinandersetzung mit dem Zisterzienserorden, in dem erst die Gründung, dann das geistliche Ziel in Verbindung mit Bernhard von Clairvaux und danach das Leben innerhalb des Klosters beschrieben wird. Dabei wird zunächst das Kloster als Ort und Bauwerk vorgestellt und anschließend ein Überblick über den Alltag der Mönche zu geben versucht. Zum Schluss folgt noch ein kleiner Überblick über die Verbreitung, den Verfall und den Wiederaufbau des Ordens. Abschließen werde ich mit einem kurzen Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Person: Bernhard von Clairvaux
2.1 Das weltliche Leben
2.1.1 Kindheit (1090-1098)
2.1.2 Jugend (1098-1111)
2.2 Klosterleben
3. Die Zisterzienser
3.1 Die Gründung
3.2 Die Gottesliebe als höchstes Ziel
3.3 Kloster, Liturgie und Leben
3.3.1 Das Zisterzienserkloster
3.3.2 Liturgie und Leben
3.3.3 Verbreitung, Verfall und Erneuerung
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit befasst sich mit der Person Bernhard von Clairvaux und dem Zisterzienserorden. Ziel ist es, den Einfluss Bernhards auf den Orden, die Hintergründe der Ordensgründung, die spirituelle Ausrichtung sowie das klösterliche Leben und die Architektur unter Berücksichtigung der strengen Regeln des Ordens zu analysieren.
- Biografie von Bernhard von Clairvaux
- Gründungsgeschichte und organisationelle Entwicklung des Zisterzienserordens
- Die Liebesmystik und Gottesliebe als zentrales Ziel
- Bauliche Besonderheiten und der Idealplan eines Zisterzienserklosters
- Alltagsgestaltung, Liturgie und die Rolle der Konversen
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Gottesliebe als höchstes Ziel
Der bisher vorgestellte Gründungsverlauf des Zisterzienserordens beschränkt sich auf seine Entwicklung und die äußere Organisation. Die innere Zielsetzung erfolgte jedoch erst durch Bernhard von Clairvaux, indem er eine Liebesmystik zwischen Mensch und Gott formulierte, die den Zisterzienserorden auszeichnet. In seiner Abhandlung über die Gottesliebe (1126/41) unterscheidet Bernhard vier Stufen der Liebe zu Gott. „Die erste beruht auf der Furcht vor Gott, die zweite auf der Eigenliebe (man liebt Gott, weil er einem hilft) und die dritte auf der Sohneslieb; sie ist natürlich die kindliche Liebe.“ Die vierte Stufe ist jedoch gegenüber den drei vorhergegangenen etwas völlig Neues, denn nun liebt der Mensch Gott allein um Gottes willen.
„[…] Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf der Erde. O heilige und reine Liebe! O süßes und zartes Verlangen! O reine und geläuterte Absicht des Willens, gewiss umso geläuterter und reiner, als in ihr nichts Eigenes beigemischt bleibt, umso süßer und zarter als das, was empfunden wird, ganz göttlich ist.
Dies erfahren heißt vergöttlicht werden. Wie ein kleiner Wassertropfen, in eine große Menge Wein hineingeschüttet, ganz zu verschwinden scheint, da er sowohl den Duft als auch die Farbe des Weines annimmt, und so wie im Feuer erhitztes, glühendes Eisen dem Feuer ganz ähnlich wird, nachdem es seine frühere, eigene Gestalt verloren hat, und wie die Luft, durchdrungen vom Licht der Sonne, zur selben Klarheit des Lichts umgestaltet wird, so dass sie nicht nur erleuchtet, sondern selbst Licht zu sein scheint: so muss in den Heiligen auf eine unaussprechliche Weise jede menschliche Neigung sich auflösen und ganz in den Willen Gottes eingeschmolzen werden.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung der Arbeit, die sich mit Bernhard von Clairvaux und dem Zisterzienserorden beschäftigt.
2. Zur Person: Bernhard von Clairvaux: Untersuchung der biografischen Stationen Bernhards, unterteilt in sein weltliches Leben und seinen Weg ins Kloster.
3. Die Zisterzienser: Umfassende Analyse der Gründung, der geistigen Zielsetzung (Gottesliebe), des Klosteralltags, der Architektur und der historischen Entwicklung des Ordens.
4. Fazit: Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen Bernhards Anspruch und seiner Lebenswirklichkeit sowie die Würdigung der Klostergemeinschaft.
5. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
Schlüsselwörter
Bernhard von Clairvaux, Zisterzienser, Cîteaux, Klosterleben, Regula Benedicti, Gottesliebe, Liebesmystik, Ordensgründung, Liturgie, Konversen, Askese, Architektur, Mittelalter, monastische Reform, Clairvaux.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen und spirituellen Rolle von Bernhard von Clairvaux innerhalb des Zisterzienserordens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit deckt die Biografie Bernhards, die Gründungsgeschichte des Ordens, dessen geistige Zielsetzung sowie den Aufbau und den Alltag in einem Zisterzienserkloster ab.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, den Einfluss von Bernhard von Clairvaux auf den Zisterzienserorden sowie die Verwirklichung der Ideale der Benediktregel zu beleuchten.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse unter Verwendung historischer und theologischer Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung Bernhards von Clairvaux und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Geschichte, der Spiritualität und der Lebensweise des Zisterzienserordens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Bernhard von Clairvaux, Zisterzienser, Gottesliebe, Regula Benedicti und Cîteaux.
Warum war die Architektur der Zisterzienser so schlicht?
Die Schlichtheit der Architektur entsprach dem Wunsch nach Abkehr von der Welt, Vermeidung von unnötigem Schmuck und dem Ziel, die Sinne der Mönche zu beruhigen, statt Schaulust zu wecken.
Welche Rolle spielten die Konversen im Alltag des Ordens?
Die Konversen waren Laienbrüder, die für die harte körperliche Arbeit, die Landwirtschaft und die wirtschaftliche Versorgung des Klosters zuständig waren, um den Mönchen die Konzentration auf das geistliche Leben zu ermöglichen.
Wie wurde die Rolle von Bernhard von Clairvaux bei der Gründung bewertet?
Obwohl die Organisation maßgeblich durch Stephan Harding geschaffen wurde, war Bernhard die zentrale Persönlichkeit, die dem Orden durch sein Charisma und seine Lehre den entscheidenden Zulauf und die öffentliche Anerkennung verschaffte.
- Citation du texte
- Katharina Wagemann (Auteur), 2004, Bernhard von Clairvaux und die Zisterzienser, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50690