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Kommunistische Welt und Warschauer Pakt 1955-1989. Prager Frühling 1968 - Herbst des Paktes

Title: Kommunistische Welt und Warschauer Pakt 1955-1989. Prager Frühling 1968 - Herbst des Paktes

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 31 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nico Nolden (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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Summary Excerpt Details

Mit den Umbruchjahren 1989-1991 stürzte das von der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg installierte System sozialistischer Staaten wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich in sich zusammen. Die Gesellschaften dieser abgewirtschafteten Staaten drängten nicht nur wegen der kurzfristigen Erfahrungen der Wendezeit, freiheitlich-marktwirtschaftliche Systeme westlichen Vorbildes zu verwirklichen. Von Anbeginn des Ostblockes zog sich eine Kette von Unruhen durch die Länder, so dass eine grundlegende Aversion gegen die Zugehörigkeit zum sozialistischen Lager deutlich wird. Mindestens ist dazu bemerkenswert, dass es einer vom Selbstverständnis nach im Range einer Weltmacht stehenden Hegemonialmacht Europas nicht gelang, über die Zeit von 1945 bis 1989 eine Konsolidierung des eigenen Blockes herbeizuführen.

Gebetsmühlenartig wird auf die Schwächen der Planökonomie mit Folgen wie der Unterversorgung durch Konsumgüter hingewiesen, um diese Reserviertheit gegenüber Moskau zu erklären. Dennoch könnte es sich dabei nur um ein Symptom eines insgesamt krankhaften Zustandes handeln, dessen Wurzeln in der Bündnispolitik Moskaus zu suchen sind. Drei große Säulen sowjetischer Bündnispolitik in Osteuropa sind erkennbar: 1956 war allerdings die politische Dachorganisation (KomInform) als Preis für die Wiederannäherung von Jugoslawien an die Sowjetunion gescheitert. Das Element des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe wurde ebenfalls früh fragwürdig, nahm man doch bereitwillig Länder zur Befestigung des politischen Einflusses auf, jedoch mit mangelhaftem wirtschaftlichen Nutzen.

Exemplarisch soll daher der Warschauer Pakt, als dritter, militärischer Bestandteil, darauf untersucht werden, ob die Organisation des Bündnisses sowie Art und Weise des sowjetischen Umgangs mit Bündnis, Partnern und Reformen das falsche Werkzeug für die Sicherung des Moskauer Einflusses in Europa bildeten.
Zunächst wird das historischen Umfeldes bei der Gründung des Warschauer Paktes 1955 erkundet, um auf die Stärke der sowjetischen Ausgangsituation in der Nachkriegsordnung rückzuschließen. Im nächsten Teil erfolgt eine umfassende Diskussion der Strukturen und Inhalte des Paktes in verschiedenen Phasen seines Bestehens. Zentral ist jedoch für eine Bewertung die Zäsur des Prager Aufstands von 1968. Die These dieser Arbeit ist, dass die Unaufhaltsamkeit am Niedergang des Ostblockes spätestens mit dieser Krise festgelegt war und konsequent in den Zusammenbruch der Jahre 1989/91 mündete.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Über das Wasserschöpfen mit einem Sieb

II. Die historische Lage zur Gründung des Paktes

III. Strukturen, Inhalte und die Frage nach der Stärke

(1) Verhandlungsmasse (1955-1964)

(2) Krise (1964-1974)

(3) Zentralismus statt Reform (1974-1981)

(4) Partnerschaftliches Bündnis oder geordneter Rückzug?

IV. Fanal für den Niedergang: Prag, 21. August 1968

(1) Der „Prager Frühling“ und seine bündnispolitische Bedeutung

(2) Die Paktparteien und die Intervention

(3) Über den Faktor des militärischen Oberbefehls der Sowjets

(4) Befehlsempfänger: Erstickter Ruf nach Reform

(5) Spätester Beginn des Niederganges?

V. Weltmacht oder „weltblind“?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht anhand des Warschauer Paktes, inwiefern die Bündnisorganisation und der Umgang der Sowjetunion mit ihren Partnern und Reformbestrebungen das falsche Instrument zur Sicherung des Moskauer Einflusses in Europa darstellten, und hinterfragt, ob die UdSSR als Weltmacht oder eher als regionale Großmacht mit hegemonialem Anspruch zu charakterisieren ist.

  • Historische Rahmenbedingungen zur Gründung des Warschauer Paktes 1955.
  • Strukturanalyse des Bündnisses und dessen Rolle als Kontrollmittel.
  • Einfluss des Prager Frühlings 1968 auf die Bündnisstabilität.
  • Die sowjetische Interventionspolitik als Katalysator für den Niedergang des Ostblocks.
  • Bewertung der sowjetischen Rolle im europäischen Mächtesystem.

Auszug aus dem Buch

I. Über das Wasserschöpfen mit einem Sieb

Wenig ist so sicher über Osteuropa im Zeitalter des Ost-West-Konfliktes zu behaupten, wie dass das dortige Experiment des Sozialismus’ endgültig scheiterte. Mit den Umbruchjahren 1989-1991 stürzte das von der Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg installierte System sozialistischer Staaten wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich in sich zusammen. Die Gesellschaften der in diesen drei Hinsichten abgewirtschafteten Staaten drängten nicht nur wegen der kurzfristigen Erfahrungen der Wendezeit nach Verwirklichung freiheitlich-marktwirtschaftlicher Systeme westlichen Vorbildes.

Geradezu gebetsmühlenartig wird auf die Schwächen der Planökonomie mit Folgen wie Überschuldung, Ineffizienz und Unterversorgung von breiten Bevölkerungsschichten durch Konsumgüter hingewiesen, um den Umstand nachhaltiger Reserviertheit gegenüber Moskau zu erklären. Dennoch könnte es sich nur um ein Symptom eines insgesamt krankhaften Zustandes handeln, dessen Wurzeln in der Bündnis- und Kontrollpolitik Moskaus in Osteuropa und deren Rückwirkungen auf die osteuropäischen Gesellschaften zu suchen sind. Tatsächlich sind drei große Säulen sowjetischer Bündnispolitik zu identifizieren: zum einen das Kommunistische Informationsbüro [KomInform / engl. Communist Information Bureau (ComInform)] zu politischer Lenkung nationaler Kommunistischen Parteien, den Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe [RGW / engl. Council for Mutual Economic Assistance (CoMEcon)] als wirtschaftliches und die Warschauer Pakt Organisation [WPO / engl. Warsaw Treaty Organization (WTO)] als militärisches Element.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Über das Wasserschöpfen mit einem Sieb: Einleitung in die Thematik des scheiternden sozialistischen Systems und die Rolle der drei Hauptsäulen der sowjetischen Bündnispolitik.

II. Die historische Lage zur Gründung des Paktes: Analyse des historischen Umfelds und der sicherheitspolitischen Motive der Sowjetunion für die Gründung des Warschauer Paktes.

III. Strukturen, Inhalte und die Frage nach der Stärke: Detaillierte Untersuchung der Bündnisstrukturen und Periodisierung des Paktes in verschiedenen Phasen der sowjetischen Führung.

IV. Fanal für den Niedergang: Prag, 21. August 1968: Untersuchung des Prager Frühlings und der Invasion als Wendepunkt für den Zusammenhalt und die Legitimität des Ostblocks.

V. Weltmacht oder „weltblind“?: Fazit über die sowjetische Herrschaftsweise und die Charakterisierung der UdSSR als regionale Großmacht.

Schlüsselwörter

Warschauer Pakt, Sowjetunion, Osteuropa, Prager Frühling, Ost-West-Konflikt, Hegemonie, Intervention, Sozialismus, Bündnispolitik, Systemstabilität, Kalter Krieg, Satellitenstaaten, Planökonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit behandelt die Rolle des Warschauer Paktes als Kontrollinstrument der sowjetischen Hegemonialpolitik in Osteuropa zwischen 1955 und 1989.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Entstehung des Paktes, seine strukturelle Entwicklung, die Auswirkungen sowjetischer Interventionspolitik auf die Paktstaaten sowie die Analyse der sowjetischen Weltmachtstellung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, ob die Organisation des Warschauer Paktes sowie der sowjetische Umgang mit seinen Partnern und Reformbestrebungen das richtige Werkzeug für die Sicherung des Moskauer Einflusses bildeten oder eher zum Niedergang führten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine historische Analyse durch, basierend auf der Auswertung aktueller Fachliteratur und unter Berücksichtigung von Quellendokumenten aus der Zeit des Kalten Krieges.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Pakthistorie, eine Untersuchung der Krise von 1968 sowie die strukturelle Bewertung des Bündnisses in verschiedenen Ären sowjetischer Führung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselbegriffe sind unter anderem Warschauer Pakt, Hegemonie, Prager Frühling, sowjetische Bündnispolitik und Systemstabilität.

Warum wird der Prager Frühling als "Fanal" bezeichnet?

Der Autor argumentiert, dass die gewaltsame Niederschlagung des Prager Frühlings den endgültigen Vertrauensverlust der osteuropäischen Gesellschaften besiegelte und somit den unaufhaltsamen Niedergang des Ostblocks einleitete.

Kommt der Autor zu dem Schluss, dass die UdSSR eine Weltmacht war?

Nein, der Autor schlussfolgert, dass die UdSSR eher eine auf osteuropäische Hegemonie ausgerichtete Großmacht war, die den eigenen Einfluss aufgrund falscher Bündnismethoden nicht nachhaltig sichern konnte.

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Details

Title
Kommunistische Welt und Warschauer Pakt 1955-1989. Prager Frühling 1968 - Herbst des Paktes
College
University of Hamburg  (Historisches Seminar, Arbeitsbereich Europäische Geschichte)
Course
Hauptseminar: Die Sowjetunion als Weltmacht 1945-1989
Grade
1,0
Author
Nico Nolden (Author)
Publication Year
2006
Pages
31
Catalog Number
V50699
ISBN (eBook)
9783638468695
ISBN (Book)
9783638661195
Language
German
Tags
Kommunistische Welt Warschauer Pakt Prager Frühling Herbst Paktes Hauptseminar Sowjetunion Weltmacht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Nolden (Author), 2006, Kommunistische Welt und Warschauer Pakt 1955-1989. Prager Frühling 1968 - Herbst des Paktes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50699
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