Volatilität, Komplexität, Digitalisierung und Globalisierung prägen unsere Wirtschaft heutzutage in hohem Maße. Auch auf Unternehmensebene wirken sie sich aus. Viele Unternehmen versuchen, mit einem geeigneten Supply Chain Management die einzelnen Schnittstellen entlang der Wertschöpfungskette zu optimieren. So wollen sie die Bedürfnisse der Kunden auch in Zukunft befriedigen.
Ein Mittel zur Bewältigung von Einflussfaktoren ist das Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment (CPFR). Doch wie weit ist dieses Modell in der Praxis schon? Hat es sich bereits etabliert? Und sind neben den zahlreichen Vorteilen auch Nachteile zu erwarten? Marie Wüst präsentiert in ihrer Publikation den Status quo des CPFR.
Grundlage für das Modell ist die Supply Chain Collaboration. Diese stellt zugleich die intensivste Form einer Kooperation dar. Marie Wüst erklärt die Funktionsweise des CPFR und untersucht, wie praxistauglich es tatsächlich ist. Dabei bezieht sie auch die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts wie das sich verändernde Konsumentenverhalten sowie den digitalen Wandel ein.
Aus dem Inhalt:
- VUCA;
- Efficient Consumer Response;
- Business to Business;
- B2B;
- Enterprise Resource Planning;
- ERP
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ausgangssituation
1.2 Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts
2.1 Konsumentenverhalten
2.2 Globalisierung
2.3 Digitaler Wandel
2.4 Trendanalyse
3 Supply Chain Collaboration
3.1 Bedeutung des SCM
3.2 Kooperationen in der Beschaffung
3.3 Vom Push- zum Pull-Prinzip
3.4 ECR
3.4.1 Grundlage und Ansatz
3.4.2 Modelle und Abgrenzung
4 CPFR als Weiterentwicklung des ECR
4.1 Die Entstehung des CPFR
4.2 Definition
4.3 Funktionsweise und Prozessmodell
4.4 Erfolgsfaktoren
4.5 Informationstechnologien als Grundvoraussetzung
4.6 Effizienzvorteile
5 CPFR in der Praxis
5.1 Technologien als Enabler für das CPFR
5.2 Kritikpunkte
5.3 Praxisbeispiele
5.4 Bewertung, Annahmen und Herausforderungen
6 Zukunftsperspektiven des CPFR
6.1 Rationalisierungsgrenzen
6.2 Rationalisierungspotenziale
6.3 Mögliche Weiterentwicklung und Ausblick
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit ist die Analyse des aktuellen Status quo des "Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment" (CPFR) Modells in der Praxis, unter Einbeziehung der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Die Arbeit untersucht die Diskrepanz zwischen theoretischen Vorteilen und der tatsächlichen Implementierung und befasst sich mit den Zukunftsperspektiven des Modells im Kontext der Digitalisierung.
- Supply Chain Collaboration als Basismodell
- Analyse der Herausforderungen durch Globalisierung und digitalen Wandel
- Funktionsweise und kritische Bewertung des CPFR-Prozessmodells
- Identifikation von Erfolgsfaktoren und technologischen Enablern
- Einfluss von Digitalisierung und Zukunftstrends (z. B. Blockchain, KI)
Auszug aus dem Buch
3.3 Vom Push- zum Pull-Prinzip
Mit dem Übergang vom Push- zum Pull-Prinzip ist der Wechsel vom Verkäufer- zum Käufermarkt gemeint. Die Macht auf dem Markt geht also vom Verkäufer auf den Käufer über. Nach dem traditionellen Push-Prinzip ‚drückt‘ der Verkäufer bzw. das Liefersystem (Hersteller, Großhändler und Einzelhändler) das Produkt in den Markt und gibt das Angebot vor. Aufgrund langfristiger Planung und Prognose werden Produkte in hoher Anzahl hergestellt und es werden Lagerbestände aufgebaut, ohne die tatsächlichen Abverkäufe zu berücksichtigen. Diese Form findet Einsatz, wenn die Produktions- und Liefersysteme nicht transparent und flexibel genug sind, sodass ein schnelles Umrüsten und die Herstellung kleiner Mengen zu hohen Kosten führen.
Aus diesem Grund versuchen die Händler z. B. durch Sonderangebote, eine hohe Menge an Produkten in den Einzelhandel zu ‚drücken‘. Es resultieren hohe Transportkosten, kostenaufwendige Produktionsspitzen und die Kapazitäten sind überlastet. Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit an Verkaufsflächen entsteht ein hoher Verkaufsdruck. Die Händler müssen die Waren reduzieren, um die Nachfrage zu steigern, damit kein Verfall entsteht. Die Folgen sind, dass sowohl Industrie als auch Handel mit einem Wertverlust rechnen müssen und die Kunden Waren nur noch im Rahmen von Sonderangeboten und reduzierten Preisen kaufen.
Um diese Problematik zu vermeiden, wird der Versorgung zunehmend gemäß dem Pull-Prinzip umgestaltet. Dieses ist gekennzeichnet durch die Macht des Käufers. Der ‚zieht‘ nun das Produkt nach seinen Bedürfnissen und Vorstellungen in den Markt. Er gibt also vor, welches Produkt er in welcher Art und Weise haben möchte.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Problemstellung im Kontext der Volatilität und Digitalisierung sowie die Zielsetzung der Arbeit, den Status quo des CPFR zu untersuchen.
2 Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts: Es wird analysiert, wie sich verändertes Konsumentenverhalten, Globalisierung und digitaler Wandel auf Unternehmen auswirken und welche Bedeutung die Logistik in diesem Umfeld erhält.
3 Supply Chain Collaboration: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zu Supply Chain Management, Kooperationen und dem ECR-Konzept, das die Basis für das CPFR bildet.
4 CPFR als Weiterentwicklung des ECR: Hier werden die Entstehung, Definition, das komplexe Prozessmodell, die Erfolgsfaktoren sowie die technologischen Voraussetzungen des CPFR-Modells ausführlich vorgestellt.
5 CPFR in der Praxis: Dieses Kapitel beleuchtet die aktuelle Umsetzung von CPFR, analysiert Kritikpunkte sowie Praxisbeispiele und bewertet den Status quo kritisch.
6 Zukunftsperspektiven des CPFR: Es werden Rationalisierungsgrenzen und -potenziale im Zuge der Digitalisierung identifiziert und Ansätze für eine technologische Weiterentwicklung der Supply Chain Collaboration diskutiert.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des Modells, wobei die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis betont und ein Ausblick gegeben wird.
Schlüsselwörter
Supply Chain Management, CPFR, ECR, Kooperation, Digitalisierung, Prozessmodell, Konsumentenverhalten, Logistik, Informationstechnologie, Datentransparenz, Globalisierung, Prozessoptimierung, Warennachschub, Automatisierung, Supply Chain Collaboration
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Modell des "Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment" (CPFR) als Instrument des Supply Chain Managements zur effizienten Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den zentralen Themen gehören die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts (Globalisierung, Digitalisierung), die theoretischen Grundlagen des SCM, die Funktionsweise des CPFR sowie dessen praktische Anwendung und Zukunftsaussichten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung des Status quo des CPFR-Modells in der Praxis, die Identifikation von Gründen für dessen eingeschränkte Verbreitung und die Analyse zukünftiger Entwicklungsperspektiven.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Auswertung aktueller Studien sowie der Analyse von Praxisbeispielen und Trendanalysen im Bereich Supply Chain Management.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung über ECR, die detaillierte Vorstellung des CPFR-Prozessmodells, die Analyse der praktischen Anwendung und die Diskussion von Rationalisierungspotenzialen und Grenzen durch neue Technologien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind SCM, CPFR, ECR, Kollaboration, Digitalisierung, Prozessoptimierung und Datentransparenz.
Welche Rolle spielt die IT im CPFR-Prozess?
Informationstechnologien gelten als unverzichtbare Enabler. Ohne kompatible Systeme und automatisierten Datenaustausch kann die kooperative Planung und Synchronisation der Prozesse nicht effizient realisiert werden.
Warum haben sich CPFR-Modelle in der Praxis bisher kaum durchgesetzt?
Die Arbeit identifiziert hohe Investitionskosten, Komplexität bei der Implementierung, mangelnde Datenpreisgabe der Partner und fehlende organisatorische Flexibilität als Haupthindernisse.
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- Marie Wüst (Author), 2020, Supply Chain Collaboration. Status quo, Potenziale und Grenzen des Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507053