Supply Chain Finance durch Blockchain-Technologie. Finanzierung in der Lieferkette


Seminararbeit, 2019
22 Seiten

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungs-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
Abbildungen
Abbildung 1 Varianten der Netzwerkstrukturen
Abbildung 2 Reverse Factoring Darstellung
Abkürzungen

Kapitel 1Einleitung
1.1 Motivation
1.2 Forschungsfrage
1.3 Ablauf der Untersuchung
1.4 Verwendete Literatur

Kapitel 2Finanzierung entlang der Wertschöpfungskette - Grundlagenteil
2.1.1 Supply Chain und Supply Chain Management
2.1.2 Working Capital Management
2.1.3 Supply Chain Finance
2.2 Factoring
2.2.1 Ablauf und Funktionen von Factoring
2.2.2 Reverse-Factoring als Instrument der SCF

Kapitel 3Blockchain Grundlagen

Kapitel 4Einsatz der Blockchain-Technologie beim 13

Factoring Kapitel 5Schluss

Literaturverzeichnis

Abkürzungs-, Abbildungs- und Tabellenverzeichnis

Abbildungen

Abbildung 1 Varianten der Netzwerkstrukturen

Abbildung 2 Reverse Factoring Darstellung

Abkürzungen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitel 1 Einleitung

1.1 Motivation

Die Finanzierung innerhalb der Lieferkette ist insbesondere für kleine bis mittelstän- dische Unternehmer schwierig. Große Unternehmer oder auch Hersteller sog. OEMs setzen meist auf lange Zahlungsziele und vereinbaren diese mit ihren Lieferanten. Die Finanzierungskosten werden somit auf die Lieferanten abgewälzt. In Folge des- sen wird die Liquidität der Lieferanten geschmälert. Es steigt die Gefahr des Aus- fallsrisikos des Lieferanten, denn es entstehen Liquiditätsengpässe und die Qualität der Beziehung zwischen Abnehmer und Lieferant sinkt.1

Unter dem Begriff Supply Chain Finance (SCF) finden sich Lösungsansätze, die sich mit den oben genannten Problemen der Abnehmer und Lieferanten innerhalb der Wertschöpfungskette beschäftigen.2

Ein Lösungsansatz der SCF ist Factoring. Das Ziel von Factoring ist die Verringerung der Zahlungsziele der Kunden sowie die Senkung der Kapitalkosten. Den Lieferan- ten müssen in Verträgen mit Großkunden oft Zahlungsziele von 90 Tagen hinneh- men.3 Die jüngste Veröffentlichung des deutschen Factoring-Verband e.V. verzeich- net weiterhin steigende Mitgliedzahlen. Der deutsche Factoring-Verband e.V. reprä- sentiert rund 98% des verbandlich organsierten Factoring-Marktes.4 Im Jahr 2017 wuchsen die Umsätze im Factoring-Markt um 7,2 % auf 232,4 Mrd. Euro. Über stei- gende Umsätze freut sich der Verband nun schon seit acht Jahren.5 Dies zeigt wie wichtig Factoring den deutschen Unternehmen in letzten Jahren geworden ist.

Ein neuer Ansatz im Bereich der SCF, der im Zuge der Bitcoin Revolution im Jahr 2008 bekannt wurde, ist die Blockchain-Technologie (BCT). Hierunter versteht man eine vernetzte Datenbank, die aus mehreren Computern bzw. Nutzern besteht6. In- nerhalb dieser Netzwerke werden Transaktionen verschlüsselt aufgezeichnet und vor Manipulationen geschützt7. Ein großer Vorteil der Technologie ist, dass keine dritte Instanz zur Prüfung der Daten notwendig ist, eine Erläuterung dazu erfolgt in dieser Seminararbeit. Mithilfe dieser Technologie können Prozesse innerhalb der Supply-Chain flexibilisiert werden und die Transaktionskosten der Unternehmen sen- ken.8

Die Betrachtung dieser beiden Lösungsansätze zeigt, dass Unternehmen innerhalb der Wertekette dadurch die Möglichkeiten haben ihre Liquidität sowie ihre Finanz- kennzahlen zu verbessern. Eine weitere Möglichkeit zur Messung der Liquidität zählt das Working-Capital-Management9. Das Working-Capital-Management gehört ebenfalls wie die SCF zum Supply-Chain-Management. Die genannten Begriffe werden im Laufe dieser Arbeit abgegrenzt und dienen als Basisteil.

1.2 Forschungsfrage

Da das Forschungsgebiet der Blockchain erst in den letzten Jahren mehr an Be- deutung gewonnen hat und es mit Factoring bereits eine etablierte alternative Fi- nanzierungsform gibt, können diese beiden Ansätze nicht miteinander verglichen werden. Dennoch beschäftigt sich diese Seminararbeit mit der Frage in wie weit die BCT das Factoring unterstützen kann um die Zielsetzungen der SCF verfolgen und umsetzen zu können.

1.3 Ablauf der Untersuchung

Zunächst erfolgt im ersten Kapitel eine Abgrenzung der Begrifflichkeiten Supply Chain Finance, Supply Chain und Supply Chain Managements. Das Working Capital Management wird als wichtige Kennzahl der SCF beschrieben und im 2.1.3 er- läutert. Im 2.2 werden die Abläufe beim Factoring erklärt und es findet eine Abgren- zung zum Reverse Factoring statt.

Im Kapitel 3wird die BCT anhand von Bitcoin beschrieben. Es folgt eine Erläute- rung zu den verschiedenen Algorithmen, die bei dieser Technologie zum Einsatz kommen.

Im Kapitel 4 werden dann die Möglichkeiten der BCT im Einsatz beim Factoring un- tersucht und dargestellt um eine Antwort auf die Forschungsfrage zu geben.

Im Schluss wird dann ein Fazit gezogen.

1.4 Verwendete Literatur

Um Antworten auf die Forschungsfrage zu geben wurde die Monographie „Supply Chain Finance and Blockchain Technology“ von Erik Hofmann, Urs Strewe und Nicola Bosia ausgewertet. Ein Paper mit dem Titel „Blockchain“ wurde im Basisteil zur Erläuterung der Blockchain-Technologie miteinbezogen. Weitere Paper die zur Beantwortung der Forschungsfrage beigetragen hat sind „Blockchain-driven supply chain finance – Towards a conceptual framework from a buyer perspective“ von Omran, Y., Henke, M, Heines, R. und Hofmann, E.. Im Grundlagenteil zum Thema Factoring „Financing the Chain“ von Seifer Ralf und Seifert Daniel hat beigetragen. Zur Literaturrecherche wurde eine „all text“-Suche mit den Parameter: finance*- and-supply-chain-or-network verwendet, mit zeitgleicher Einschränkung über „title“ und den Parameter: (vendor or supplier)-and-(finance*).

Kapitel 2 Finanzierung entlang der Wertschöpfungskette - Grundlagenteil

In diesem Kapitel werden die Grundlagen der Teildisziplinen der Supply Chain er- läutert. Zunächst geht es um das netzwerkübergreifende Supply Chain Manage- ment und dessen Zielsetzung. Im Anschluss wird das Working Capital Manage- ment erläutert, das als internes Management-Modell eine Möglichkeit gibt, um den Unternehmenswert zu steigern. Die Supply Chain Finance bildet wiederum eine Verknüpfung der Zielsetzungen der SCM und des internen Working Capital Mana- gements. Diese wird im Punkt 2.1.3 ausgeführt. Als Instrument der Supply Chain Finance wird dann die Vorgehensweise des Factorings sowie der Sonderform Re- verse Factoring erläutert.

2.1.1 Supply Chain und Supply Chain Management

Die Lieferkette oder auch Supply Chain (SC) genannt, ist ein Netzwerk, bestehend aus mehreren Unternehmen. In der Wertschöpfungskette zur Herstellung eines Er- zeugnisses, stellen der Informationsfluss sowie der Güter- bzw. Warenstrom die Lieferkette dar. Sie reicht vom Rohstofflieferanten, über den Dienstleister, zum Her- steller bis zum Verkauf an den Endverbraucher.10 Diese zwei genannten Ströme wurden um den Finanzfluss erweitert und werden im 2.1.3 näher erläutert.11

Unternehmen, die in der SC agieren, müssen ihre einzelwirtschaftlichen Entschei- dungen wie z. B. Kosten-, Zeit- und Qualitätsziele, mit den Teilnehmern der Supply Chain abstimmen. Daher müssen nicht nur die Schnittstellen der einzelnen Teilneh- mer berücksichtigt werden. Dies erfordert ebenso, dass die einzelnen Unterneh- men Kooperationsbereitschaft zeigen.12 Der Supply-Chain-Management-Ansatz (SCM), berücksichtigt die oben genannten Punkte indem er die Koordination der Zielerreichungsmaßnahmen als Managementkonzept übernimmt.13 Das Gesamtziel der SCM ist die Steigerung des Gewinns der gesamten SC. Dadurch erhöht sich das Gesamtergebnis, wovon die einzelnen Teilnehmer ebenfalls profitieren.14

2.1.2 Working Capital Management

Das Working-Capital-Management (WCM) hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Bestandteile des Working Capital (WC) sind Forde- rungen, Vorräte und Verbindlichkeiten.15 Das Netto-Umlaufvermögen (Net Working Capital) berechnet sich aus dem Umlaufvermögen verringert, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Bestandteile des Umlaufvermögens sind Vorräte, Forderun- gen und sonstige Vermögensgegenstände sowie Wertpapiere und liquide Mittel. Während das kurzfristige Fremdkapital die kurzfristigen Finanzverbindlichkeiten, Verbindlichkeiten aus Lieferung und Leistungen, kurzfristige Rückstellungen sowie sonstige kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten. Das Netto-Umlaufvermögen gilt als wichtige Kennzahl im WCM16.

Damit das Unternehmen nicht in einen Liquiditätsengpass gerät oder zu hohe Vor- räte aufweist17, regelt das WCM die Bestandteile des Umlaufvermögens und den kurzfristigen Verbindlichkeiten.18 Zielsetzung ist dabei, ein möglichst geringen posi- tives Net Working Capital (NWC) zu erreichen, da die Vorräte und die kurzfristigen Forderungen, die kurzfristigen Verbindlichkeiten decken. Ein negativer NWC be- deutet wiederum, dass die Verbindlichkeiten, die Summe von Vorräten und Forde- rungen übersteigen und sollte auf langer Sicht vermieden werden.19

Eine weitere Methode zur effektiven Steuerung und Messung des WC ist das Cash-to-Cash Cycle-Konzept (CCC) (auch Cash Conversion Cycle-Konzept ge- nannt). Dieses Konzept umfasst den Zeitraum vom Zahlungsausgang für verein- nahmte Ressourcen bis zum Zahlungseingang durch den Verkauf von Enderzeug- nissen.20 Dieser Zeitraum wird auch Cash-to-Cash Cycle Time genannt und dient als maßgebliche Kennzahl des CCC.21

Unternehmen die sich in einer SC befinden können anhand des CCC die Dauer der Kapitalbindung feststellen.22 Das Konzept des CCC ist zudem nicht statisch, wie dies beim NWC der Fall ist.23

Eine Kennzahl des CCC ist die „Days Inventory Outstanding“ (DIO). Diese Kenn- zahl gibt den Zeitraum ab Wareneingangslieferung der Rohstoffe, dem Herstel- lungsprozess bis zum Verkauf der Produkte an. Ab diesem Zeitpunkt beginnt auf der Lieferantenseite die „Days Payable Outstanding“ (DPO). Diese Kennziffer gibt die Anzahl der Tage nach Fakturierung der Ausgangsrechnung an. Sobald der Ver- kauf bzw. die Lieferung der Fertigerzeugnisse erfolgt und der Verkäufer den Erlös fakturiert, beginnt die „Days Sales Outstanding“ (DSO). Wie eingangs bereits be- schrieben nennt sich die Zeitspanne Cash-to-Cash-Zyklus und erstreckt sich von der Zahlung der (Rohstoff)-Lieferantenrechnung bis zum Zahlungseingang des Ab- nehmers der Fertigerzeugnisse24.

2.1.3 Supply Chain Finance

Die SCF befasst sich mit dem Finanzfluss, als einer der drei Ströme des SCM25. Die SCF beschäftigt sich im engeren Sinne mit der Verbesserung des Cashflows, den Kapital- und Prozesskosten sowie der Optimierung von Steuern26. Locker & Grosse-Ruyken projizieren das Just-in-Time-Konzept des Materialflusses bildlich auf die SFC. Die SCF beschäftigt sich somit mit der effizienten Bereitstellung von

Kapital am richtigen Ort, zur richtigen Zeit.27

[...]


1 Vgl. Thomas Mrozek, Supply Chain Finance: CFOs schöpfen Finanzierungspotenzial nicht aus

2 Vgl. Locker, A./Grosse-Ruyken, P. T., Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2013, S. 145

3 Vgl. Locker, A./Grosse-Ruyken, P. T., Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2013, S. 149

4 Vgl. Dr. jur. Alexander M. Moseschus, Branchenzahlen Factoring 2017

5 Vgl. Dr. jur. Alexander M. Moseschus, Branchenzahlen Factoring 2017

6 Vgl. Kokina, J./Mancha, R./Pachamanova, D., Blockchain, 2017

7 Vgl. Kokina, J./Mancha, R./Pachamanova, D., Blockchain, 2017

8 Vgl. Korpela, K./Hallikas, J./Dahlberg, T., Digital Supply Chain Transformation toward Blockchain In- tegration, 2017

9 Vgl. Locker, A./Grosse-Ruyken, P. T., Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2013, S. 111

10 Vgl. Hausladen, I./Dachsel, B., Supply Chain Finance im Überblick, 2018, S. 4

11 Vgl. Pfohl, H.-C./Hofmann, E./Elbert, R., Financial Supply Chain Management

12 Vgl. Pfohl, H.-C./Hofmann, E./Elbert, R., Financial Supply Chain Management

13 Vgl. Eßig, M./Hofmann, E./Stölzle, W., Supply Chain Management, 2013, S. 9

14 Vgl. Chopra, S./Meindl, P., Supply Chain Management, 2014, S. 26

15 Vgl. Locker, A./Grosse-Ruyken, P. T., Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2015, S. 23

16 Vgl. Hofmann, E. u. a., Wege aus der Working Capital-Falle: Steigerung der Innenfinanzierungskraft durch modernes Supply Management, 2011, S. 17 f.

17 Vgl. Popa, V., The Financial Supply Chain Management, 2013

18 Vgl. Hofmann, E. u. a., Wege aus der Working Capital-Falle: Steigerung der Innenfinanzierungskraft durch modernes Supply Management, 2011, S. 17

19 Vgl. Wagner, S./Grosse-Ruyken, P., Working Capital Optimierung im Supply Chain Management, 2010

20 Vgl. Popa, V., The Financial Supply Chain Management, 2013

21 Vgl. Hofmann, E. u. a., Wege aus der Working Capital-Falle: Steigerung der Innenfinanzierungskraft durch modernes Supply Management, 2011, S. 19

22 Vgl. Pfohl, H.-C./Hofmann, E./Elbert, R., Financial Supply Chain Management

23 Vgl. Wagner, S./Grosse-Ruyken, P., Working Capital Optimierung im Supply Chain Management, 2010

24 Vgl. Locker, A./Grosse-Ruyken, P. T., Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2015, S. 116

25 Vgl. Hausladen, I./Dachsel, B., Supply Chain Finance im Überblick, 2018, S. 5 f.

26 Vgl. Omran, Y. u. a., Blockchain-driven supply chain finance, 2017, S. 4

27 Vgl. Locker, A./Grosse-Ruyken, P. T., Chefsache Finanzen in Einkauf und Supply Chain, 2015, S. 145

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Supply Chain Finance durch Blockchain-Technologie. Finanzierung in der Lieferkette
Autor
Jahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V507065
ISBN (eBook)
9783346055934
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Finanzierung, Lieferketten, Finanzierungskosten, Ausfallsrisikos, Supply Chain Finance, Bitcoin Revolution, Blockchain-Technologie, SCF, BCT, digital legder, Supply Chain, working capital, wcm
Arbeit zitieren
Martin Schempp (Autor), 2019, Supply Chain Finance durch Blockchain-Technologie. Finanzierung in der Lieferkette, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507065

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