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Biologische und ethische Implikationen von "Rettungsgeschwistern"

Titel: Biologische und ethische Implikationen von "Rettungsgeschwistern"

Examensarbeit , 2018 , 72 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Philipp Stein (Autor:in)

Didaktik - Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Debatte um die Erzeugung von Rettungsgeschwistern. Der Schwerpunkt liegt auf der ethischen Diskussion, jedoch wird durch einen naturwissenschaftlichen Teil eine ausreichende Basis für das Verständnis der sich ergebenden Probleme geschaffen. Dabei geht es um die Embryogenese, die Blutbildung und um die Indikationen, sprich die Erkrankungen, die Anlass geben, Rettungsgeschwister zu erzeugen. Auch das Vorgehen bei Präimplantationsdiagnostik und HLA-Typisierung wird behandelt. Dann wird die Geschichte der Rettungsgeschwister mit Fallbeispielen erläutert sowie ein Überblick über die Fallzahlen bis heute sowie der rechtlichen Situation in verschiedenen Ländern mit einem Fokus auf Deutschland gegeben. Hinsichtlich der ethischen Problematisierung stehen der moralische Status von Embryonen, der Vorwurf der Instrumentalisierung, die physischen und psychischen Folgen bei Rettungsgeschwister, die Gefahr der Entwicklung zum „Designerbaby“ und die Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen im Fokus. Es werden zudem mögliche Alternativen zur Erzeugung von Rettungsgeschwistern gegeben.

Die Entstehung eines Kindes ist immer ein besonderes Ereignis. Die Erzeugung eines Kindes, mit dem Ziel einem anderen Kind das Leben zu retten, ist jedoch außergewöhnlich. Eltern, für die die Zeugung eines solchen Kindes in Frage kommt, haben schon ein weiteres Kind, das allerdings sehr krank, nicht selten todkrank ist und nur durch eine Transplantation hämatopoetischer Stammzellen geheilt werden kann. Das neue Geschwisterkind wird durch In-Vitro-Fertilisation (IVF) gezeugt und nach einer Präimplantationsdiagnostik (PID) in die Gebärmutter der Frau übertragen. Auf diese Weise entstandene Kinder werden als Rettungsgeschwister bezeichnet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medizinisch-technischer Hintergrund

2.1 Embryonalentwicklung

2.2 Hämatopoese

2.3 Indikationen für Rettungsgeschwister

2.3.1 Fanconi Anämie

2.3.2 α- und β-Thalassämie

2.3.3 Diamond Blackfan Anämie

2.3.4 Hyper-IgM-Syndrom

2.3.5 Sichelzell-Anämie

2.3.6 Weitere Indikationen

2.4 Präimplantationsdiagnostik und HLA-Typisierung

2.4.1 In-vitro-Fertilisation und Bewertung von Eizellen und Embryonen

2.4.2 Mögliche Biopsien in verschiedenen Stadien

2.4.3 Methoden genetischer Diagnostik

2.4.4 HLA-Typisierung

2.4.5 Risiken für Mutter, Kind und Vater

3. Geschichte der Rettungsgeschwister und rechtliche Situation

3.1 Geschichte der Rettungsgeschwister und Fallbeispiele

3.1.1 Der Fall Ayala

3.1.2 Der Fall Nash

3.1.3 Der Fall Hashmi

3.1.4 Der Fall Whitaker

3.2 Fallzahlen großer Zentren

3.3 Rechtliche Situation

3.3.1 Deutschland

3.3.2 Großbritannien

3.3.3 USA

3.3.4 Weitere europäische Länder

4. Ethische Problematisierung

4.1 Moralischer Status von Embryonen

4.1.1 Nicht abstufbarer Schutz von Embryonen

4.1.1.1 Das Speziesargument

4.1.1.2 Das Kontinuitätsargument

4.1.1.3 Das Identitätsargument

4.1.1.4 Das Potentialitätsargument

4.1.2 Abstufbarer Schutz von Embryonen

4.2 Instrumentalisierungsvorwurf

4.3 Kindeswohl und psychologische Erwägungen

4.3.1 Physische Folgen

4.3.2 Psychische Folgen

4.4 Türöffner zu „Designerbabys“ und Eugenik

4.5 Diskriminierung bestimmter Bevölkerungsgruppen durch die Selektion bestimmter Embryonen

5. Mögliche Alternativen zur Zeugung von Rettungsgeschwistern

5.1 Stammzelltransplantationen und passende Spender

5.1.1 Stammzellquellen

5.1.2 Spendersuche

6. Zusammenfassende Bewertung

Zielsetzung & Themen

Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen umfassenden Einblick in die Debatte um die Erzeugung von Rettungsgeschwistern zu geben, wobei der Schwerpunkt auf der ethischen Diskussion liegt, die durch einen naturwissenschaftlichen Teil fundiert wird.

  • Biologische Grundlagen der Embryogenese und Blutbildung
  • Medizinische Indikationen und Verfahren wie PID und HLA-Typisierung
  • Rechtliche Situation im internationalen Vergleich mit Fokus auf Deutschland
  • Ethische Analyse (Moralischer Status von Embryonen, Instrumentalisierung)
  • Soziale und psychologische Folgen sowie die Dammbruch-Gefahr zum „Designerbaby“

Auszug aus dem Buch

Instrumentalisierungsvorwurf

Ein sehr häufig vorgebrachter Vorwurf bezüglich der Erzeugung von Rettungsgeschwistern ist der der Instrumentalisierung. Der Gedanke, dass Menschen instrumentalisiert werden, scheint intuitiv auf Ablehnung zu stoßen. In der Literatur wird der Vorwurf meist auf Kants kategorischen Imperativ in der Zweck-an-sich-Formel bezogen.

„Handle so, daß du die Menschheit, sowohl in deiner Person als in der Person eines jeden anderen, jederzeit zugleich als Zweck, niemals bloß als Mittel brauchest“.

Die Kritik ist, dass Rettungsgeschwister instrumentalisiert und nur zu dem Zweck gezeugt werden, um das Leben eines anderen Menschen, nämlich das des älteren kranken Geschwisters, zu retten. Dabei werden sie nicht als Zweck an sich selbst betrachtet, sondern vielmehr als Mittel zur Erfüllung fremder Zwecke. Da dies die Würde des Rettungsgeschwisters beschneide, sei die Erzeugung derselben moralisch nicht zu rechtfertigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der „Rettungsgeschwister“, Definition des Begriffs und Darstellung der moralischen sowie medizinischen Diskussionspunkte.

2. Medizinisch-technischer Hintergrund: Darstellung der biologischen Grundlagen der Embryonalentwicklung, der Hämatopoese sowie der technischen Vorgehensweise bei PID und HLA-Typisierung.

3. Geschichte der Rettungsgeschwister und rechtliche Situation: Überblick über prominente Fallbeispiele, aktuelle Fallzahlen weltweit sowie die divergierenden rechtlichen Rahmenbedingungen.

4. Ethische Problematisierung: Eingehende Analyse der moralischen Bedenken, insbesondere bezüglich des Status von Embryonen, des Vorwurfs der Instrumentalisierung und der Gefahr der Eugenik.

5. Mögliche Alternativen zur Zeugung von Rettungsgeschwistern: Untersuchung der medizinischen Alternativen zur Spendersuche und Bewertung der Notwendigkeit des Verfahrens.

6. Zusammenfassende Bewertung: Persönliche Synthese des Autors, die die Zeugung von Rettungsgeschwistern unter Berücksichtigung der ethischen Abwägungen befürwortet.

Schlüsselwörter

Rettungsgeschwister, Präimplantationsdiagnostik, PID, HLA-Typisierung, Stammzelltransplantation, Ethik, Embryonenschutz, Instrumentalisierung, Designerbaby, Biologie, Medizin, Genetik, Fortpflanzungsmedizin, Kinderwunsch, Moralischer Status

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die biologischen, medizinischen und ethischen Aspekte bei der Erzeugung von sogenannten „Rettungsgeschwistern“ durch Präimplantationsdiagnostik.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit deckt die naturwissenschaftlichen Grundlagen, die rechtliche Situation in verschiedenen Ländern, historische Fallbeispiele und die ethische Bewertung (Status von Embryonen, Instrumentalisierung) ab.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, einen umfassenden Einblick in die Debatte zu geben und eine fundierte ethische Bewertung des Verfahrens zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse von über 50 Fachpublikationen und die Auswertung aktueller Studien zur Thematik.

Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?

Es werden der medizinische Hintergrund, die Geschichte der Fallbeispiele, die rechtliche Lage und eine tiefgehende ethische Problematisierung diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Rettungsgeschwister, PID, HLA-Typisierung, Instrumentalisierung und der moralische Status von Embryonen.

Warum wird die „Zweck-an-sich-Formel“ von Kant so intensiv diskutiert?

Sie dient als Basis für den Vorwurf der Instrumentalisierung, wonach Menschen niemals bloß als Mittel zu einem anderen Zweck gebraucht werden dürfen.

Wie unterscheidet der Autor zwischen der „missachtenden“ und „präemptiven“ Instrumentalisierung?

Bei der missachtenden Instrumentalisierung werden Interessen des Kindes ignoriert; bei der präemptiven Form werden diese so „gewählt“, dass sie zum ursprünglichen Plan der Eltern passen.

Welche Rolle spielen „Indikationslisten“ bei der PID-Debatte?

Sie führen Krankheiten auf, die durch PID vermieden werden können, stehen aber in der Kritik, da sie Menschen mit diesen Erkrankungen diskriminieren könnten.

Ende der Leseprobe aus 72 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Biologische und ethische Implikationen von "Rettungsgeschwistern"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,5
Autor
Philipp Stein (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
72
Katalognummer
V507245
ISBN (eBook)
9783346058768
ISBN (Buch)
9783346058775
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rettungsgeschwister Designerbaby Präimplantationsdiagnostik PID Pränataldiagnostik Rettergeschwister Rettungsbabys In-Vitro-Fertilisation Ethik Bioethik Biologie Embryologie Hämatopoese
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Philipp Stein (Autor:in), 2018, Biologische und ethische Implikationen von "Rettungsgeschwistern", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507245
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Leseprobe aus  72  Seiten
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