Gerade für Fremdsprachenlernende ist es oftmals schwierig zu entscheiden, wann und wie sie welche Wortkombinationen eines Sprachsystems zu benutzen haben.
Verschiedene Ansätze in der Sprachforschung haben sich aus lexikographischer Sicht mit der Analyse von syntagmatischen Beziehungen befasst und versucht, diese zu systematisieren.
Als wichtigste Ansätze wären hier zu nennen: Selektionsbeschränkungen, Lexikalische Solidaritäten und Kollokationen. Die drei Ansätze ergänzen sich teilweise oder behandeln das Problem aus gegensätzlicher Perspektive. In der vorliegenden Arbeit werden diese Ansätze ausführlich vorgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
2. Lexikalische Solidaritäten
2.1 Wesenhafte Bedeutungsbeziehungen
2.2 Grade der Kombinierbarkeit
3. Selektionsbeschränkungen
4. Kollokationen
4.1 Arbitrarität von Kollokationen
4.2 Gebrauchsweisen des Terminus Kollokation
4.3 Lexical Sets
4.3.1 Analysemethoden für Kollokationen
4.3.2 Kollokationen auf grammatischer Ebene
4.3.3 Kollokationen auf lexikalischer Ebene
4.4 Stärke von Kollokationen
4.5 Gesetzmäßigkeiten von Kollokationen
4.6. Abgrenzung von Kollokation gegenüber anderen Wortverbindungen
4.6.1 Fixierte Wortverbindungen
4.6.2 Nicht-fixierte Wortverbindungen
4.7 Bestandteile von Kollokationen
5. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen beim Gebrauch von Wortkombinationen im Fremdsprachenerwerb und vergleicht dazu drei sprachwissenschaftliche Ansätze, um syntagmatische Beziehungen zu systematisieren und für lexikographische Zwecke nutzbar zu machen.
- Systematisierung syntagmatischer Beziehungen
- Analyse lexikalischer Solidaritäten und Selektionsbeschränkungen
- Untersuchung der Kollokationen und deren Arbitrarität
- Methoden der Korpusanalyse für die Identifikation von Lexical Sets
- Abgrenzung und Systematisierung verschiedener Arten von Wortverbindungen
Auszug aus dem Buch
4.1 Arbitrarität von Kollokationen
Im Gegensatz zu Selektionsbeschränkungen und lexikalischen Solidaritäten, die semantisch erklärbar sind, befasst sich der Bereich der Kollokationen mit Kombinationen von Wörtern, die offensichtlich arbiträr zu sein scheinen. Ein zwischensprachlicher Vergleich unterstützt diese Vermutung
Beispiel: Widerstand leisten – nicht: to achieve resistance sondern: to offer resistance
Aus semantischer Sicht wäre es kein Verstoß gegen das System der deutschen Sprache Widerstand anzubieten anstatt Widerstand zu leisten, aber es wäre eine Verletzung gegen die Norm. Daraus lässt sich schließen, dass Kollokationen schlecht systematisierbar sind und deshalb vom Benutzer immer nur auf einzelne Lexeme des vorliegenden Sprachsystems bezogen werden können.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Schwierigkeiten von Fremdsprachenlernenden bei der Anwendung von Wortkombinationen und stellt die drei untersuchten Ansätze kurz vor.
2. Lexikalische Solidaritäten: Dieses Kapitel erläutert das Konzept der wesenhaften Bedeutungsbeziehungen nach Porzig und die von Coseriu definierten Grade der Kombinierbarkeit.
3. Selektionsbeschränkungen: Hier wird untersucht, wie syntaktisch-semantische Eigenschaften von Wörtern deren Kombinierbarkeit regeln und Mehrdeutigkeiten vermeiden.
4. Kollokationen: Das Hauptkapitel behandelt die Arbitrarität von Kollokationen, verschiedene methodische Ansätze zu ihrer Erforschung sowie deren Abgrenzung von anderen Wortverbindungen.
5. Schlusswort: Das Fazit kritisiert die Unzulänglichkeiten aktueller frequenzorientierter Korpusanalysen bei der Identifizierung von Kollokationen und betont den Bedarf an weiterführender Systematisierung.
Schlüsselwörter
Lexikalische Solidaritäten, Kollokationen, Selektionsbeschränkungen, Fremdsprachenerwerb, Lexikographie, Korpusanalyse, Lexical Sets, Arbitrarität, syntagmatische Beziehungen, Basis, Kollokator, semantische Merkmale, Sprachnorm, Wortverbindungen, mentales Lexikon.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie Wortkombinationen in einem Sprachsystem systematisiert werden können, um Lernenden eine bessere Orientierung bei der korrekten Verwendung zu bieten.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Die zentralen Themen sind lexikalische Solidaritäten, Selektionsbeschränkungen und insbesondere Kollokationen im Kontext der Lexikographie.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die theoretischen Ansätze zur Systematisierung von Wortverbindungen darzustellen und ihre Anwendbarkeit für die fremdsprachendidaktische Praxis und Wörterbuchgestaltung zu hinterfragen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse sowie auf Methoden der Korpusanalyse, wie sie von Wissenschaftlern wie Halliday und Sinclair entwickelt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Konzepte der lexikalischen Solidaritäten, der Selektionsbeschränkungen sowie die verschiedenen Dimensionen von Kollokationen, inklusive deren Abgrenzung zu anderen Wortverbindungen, detailliert erörtert.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Kollokationsstärke, Arbitrarität, Lexical Sets, Basis und Kollokator geprägt.
Wie unterscheidet Coseriu zwischen einseitigen und zweiseitigen Solidaritäten?
Einseitige Solidaritäten liegen vor, wenn das determinierende Lexem nur bei Modifikation erscheint, während es bei mehrseitigen Solidaritäten optional erwähnt werden kann.
Warum stellt die Identifikation von Kollokationen in Wörterbüchern ein Problem dar?
Das Problem besteht darin, dass Lernende oft die notwendige Basis einer Kollokation nicht kennen oder assoziieren, weshalb sie die entsprechende Verbindung im Wörterbuch nicht finden können.
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- Simone Kotarra (Author), 2003, Lexikalische Solidaritäten und Kollokationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50730