Grundlagen der fachlichen Beobachtung in der Kinder- und Jugendhilfe

Inkl. dreifach differenzierter Lerntheke


Unterrichtsentwurf, 2017

70 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Lernausgangslage

2 Lernziele

3 Didaktische Begründung

4 Verlaufsplanung.

5 Literaturverzeichnis

6 Anlagen

1 Lernausgangslage

Die geplante Unterrichtseinheit umfasst eine aktivierende Übung, die der Begriffsunter­scheidung von Alltagsbeobachtung und fachlicher Beobachtung dient. Anschließend be­arbeiten die Lernenden eine Lerntheke mit dreifach differenzierten Aufgabenstellungen zu den einzelnen Grundlagenelementen der fachlichen Beobachtung. Abschließend erfolgt eine kurze Reflexion des Arbeitsstandes.

Besonderheiten der Lerngruppe

Die Unterrichtsstunde wird im Klassenunterricht in der Klasse X durchgeführt. Die­ser findet im wöchentlichen Rhythmus in einer 90-minütigen Einheit statt. Die Lerngruppe besteht aus 24 Schülern und Schülerinnen (15 weiblich, 9 männlich). Die AltersspA. der SuS liegt zwischen 18 bis 37 Jahren. Die SuS befinden sich aufgrund ihres Schulab­schlusses, Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife, in der verkürzten Sozialassistenten­ausbildung. Sie durchliefen erfolgreich ein Einstellungsgespräch, in dem die Eignung für die verkürzte Ausbildung festgestellt wurde. Da diese Ausbildung einige Besonderheiten aufweist, wie z.B. die kürzere Praktikumsdauer oder auch Eigenleistungen der SuS in Form von Hausaufgaben in den einzelnen Lernfeldern voraussetzt, muss dieses Ge­spräch geführt werden.

Insgesamt besitzen die SuS viele Erfahrungen im sozialen Bereich durch Praktika, FSJ oder auch die ehrenamtliche Tätigkeit in Sportvereinen oder bei Jugendfreizeiten.

A. hat bereits einen Berufsabschluss erworben. M. erhielt durch ein Studium der Skandinavistik sogar einen Master-Abschluss. In der Klasse gab es personelle Verände­rungen. H. ist erst seit Anfang September diesen Jahres in der Klasse, hat sich aber sehr schnell in den Klassenverband eingefunden. D. stammt aus Kuba und hat be­reits zwei Kinder. Sie suchte, in meiner Funktion als Klassenlehrerin, das Gespräch mit mir und hat am 06.12.2017 auf eigenen Wunsch und aus privaten Gründen die Ausbil­dung beendet. Sie war eine beliebte Mitschülerin und hat die Klasse selbst über ihre Ent­scheidung informiert.

N. stammt aus Bulgarien. Er ist sprachlich begabt und hat einen leichten Akzent. M. stammt aus Tschechien und hat in Berlin studiert. Sie spricht fast akzentfrei und sehr fließend, wobei sie einen sehr großen Wortschatz nutzt. M. und C. sind Mütter jeweils eines Kindes im Krippenalter.

Durch die verkürzte Ausbildungsdauer werden die SuS in diesem Schuljahr ihre schriftli­chen, mündlichen und praktischen Prüfungen ablegen. In den vergangenen gemeinsamen Unterrichtseinheiten traten alle SuS dieser Klasse besonders aufgeschlossen und freund­lich auf und zeigten jeweils eine gute bis sehr gute Mitarbeit. Die Klasse ist geübt in Part­ner- und Gruppenarbeit und Präsentationen von Arbeitsergebnissen. Berufliche Hand­lungssituationen, Akten von fiktiven Klienten und Satellitensituationen sind vielfach ver­wendete und trainierte Bestandteile des Unterrichts in der X, besonders in den Lernfeldern 2, 4 und 7. Eine Lerntheke, wie in meinem Unterricht geplant, habe ich in meinem Unterricht bisher noch nicht angeboten.

Ich begleite die Klasse seit deren Ausbildungsbeginn als Klassenlehrerin und unterrichte die SuS sowohl im Klassen- als auch Gruppenunterricht im Lernfeld 2. Daher herrscht in unseren Unterrichtseinheiten eine offene und humorvolle Atmosphäre. Während des Un­terrichtes zeichnet sich das gemeinsame Lernen durch hochgradigen ressourcenorien­tierten Umgang der SuS untereinander aus. Eine entsprechend gute Fehlerkultur ist da­durch in der Klasse vorhanden.

Berufspraktische Ausbildung

Im Unterschied zu den zweijährigen Ausbildungsgängen lernen die SuS der X nicht alle Arbeitsfelder eines Sozialassistenten kennen. Sie haben ein Pflegepraktikum in einem städtischen Altenpflegeheim absolviert, das gleichzeitig als Erfahrung in der Behinderten­hilfe gewertet wird. Die direkte Zusammenarbeit mit pflegebedürftigen Menschen be­schrieben alle SuS als wertvolle Erfahrung. Allerdings gab es große Unterschiede bezüg­lich der fachlichen Begleitung und emotionalen Unterstützung seitens der Praxiseinrich­tungen. Einige SuS beschrieben eine große Überforderung durch die übertragenen Auf­gaben.

Am Anfang des neuen Schulhalbjahres Ende Februar werden die SuS das Kinder- und Jugendhilfepraktikum in Kindertagesstätten und Horten durchlaufen. Hierbei ist die Be­sonderheit, dass dieses dreiwöchige Praktikum dem Wahlpflichtpraktikum des zweijähri­gen Ausbildungsganges entspricht. Nach diesem Praktikum entscheiden sich die SuS, in welchem der zwei Bereiche sie ihr Prüfungspraktikum absolvieren möchten.

Stand der Kompetenzentwicklung

In diesem Ausbildungsjahr erhält die Klasse X im Lernfeld 2 jeweils wöchentlich eine Klassenstunde und einmal Gruppenunterricht in jeweils 90 Minuten.

Seit Schuljahresbeginn haben wir gemeinsam an den im Folgenden beschriebenen Ziel­stellungen gearbeitet.

Die SuS….

- benennen die Sinnesorgane sowie deren Aufgaben und kennen den Prozess sowie die Bedeutung der Wahrnehmung für ältere Menschen sowie für Kinder und Jugendliche
- wählen adressatengerechte Angebote für die Wahrnehmungsförderung ihrer Klienten aus
- können im Austausch mit anderen deren Wahrnehmung nachvollziehen sowie sich selbst und andere Menschen bewusst wahrnehmen und ihre Wahrnehmung sowohl mitteilen als auch reflektieren1
- ordnen den Begriff der Beobachtung in die Psychologie ein und nehmen zur Bedeutung der (Kranken-)Beobachtung in der sozialen Arbeit Stellung
- dokumentieren ihre Beobachtungen wertfrei und nutzen diese für ihre weitere pflegerische Arbeit

Im Schuljahr 2017/18 haben sich die SuS über die Besonderheiten und Veränderungen der Wahrnehmung von älteren Menschen informiert. Ein Schwerpunkt stellte die Erkun­dung verschiedener Beobachtungsinstrumente für den Einsatz in der Altenpflege dar. Be­obachtungsübungen zum dementiellen Verhalten u.a. mit Hilfe von Videomaterial, waren Teil der Vorbereitung auf das Altenpflegepraktikum. Auch die wertfreie Beschreibung und anschließende Deutung menschlichen Verhaltens wurde trainiert und während der Ver­mittlung von wichtigen Inhalten zur Pflegedokumentation nochmals aufgegriffen.

Nach der Rückkehr aus dem Praktikum folgten einzelne Reflexionsübungen unter Be­achtung der Zielstellungen des Lernfeldes 2. Im Klassenunterricht wurde die neue Ziel­gruppe der Kinder und Jugendlichen durch Empathieübungen eingeführt und in Heimar­beit die theoretischen Grundlagen zur Wahrnehmungsentwicklung vertieft. Die SuS haben ein beispielhaftes Kimspiel mit Naturmaterialien kennengelernt. In der beschriebenen Unterrichtseinheit werden nun die erarbeiteten Kenntnisse zur Beobachtung auf die Kin­der- und Jugendhilfe übertragen.

Erwartungen für die Unterrichtssequenz

Die SuS bearbeiten die Beobachtungsaufgabe konzentriert. Der Transfer der Übung auf die fachlichen Inhalte wird einzelnen SuS sehr gut gelingen. Die anschließende Arbeit mit der Lerntheke wird von einigen Fragen und Unklarheiten begleitet sein. Der zusätzliche Bedarf an Erklärungen seitens der Lehrkraft während des Unterrichts kann zu einer ver­änderten Zeiteinteilung führen.

Die Auswahl zwischen drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden ist den Schülern in die­ser besonderen Form noch nicht bekannt. Ich erwarte, dass die Mehrheit der SuS sich den mittleren und anspruchsvollen Aufgabentypen stellen. In der abschließenden Refle­xion wird die Heterogenität der Lerngruppe ggf. aufgrund von unterschiedlichem Lernver­halten und Arbeitstempo deutlich werden.

2 Lernziele

Die übergreifende Zielstellung des Ausbildungsganges ergibt sich aus der Kurzcharakte­ristik des Rahmenlehrplans. SozialassistentInnen müssen die Fähigkeit besitzen, alltägli­che und fachliche Beobachtung in der beruflichen Tätigkeit anzuwenden. Eine enge Ver­zahnung der Zielstellung liegt durch die Arbeit im Lernfeldkonzept mit den Lernfeldern 3, 4, 5 und 7 vor. Für die geplante Unterrichtsstunde möchte ich folgende Kompetenzen trai­nieren:

Übergeordnete Ausbildungsziele2

Die Schüler und Schülerinnen…

- besitzen fundiertes Fachwissen, um das Verhalten der Klienten zu verstehen und verantwortungsbewusst sozialpflegerisch und sozialpädagogisch zu handeln
- entwickeln Beobachtungsfähigkeit
- entwickeln Fähigkeit zur selbstkritischen Reflexion

Die Unterrichtssequenz unterstützt die Zielerreichung der oben formulierten übergeord­neten Ausbildungsziele, indem die SuS sich gezielt mit den theoretischen Hintergründen von fachlicher Beobachtung auseinandersetzen. Durch eine praktische Übung und an­schließender praxisnaher Aufgabenbearbeitung an der Lerntheke unterstützt die Ausbil­dung entsprechender Teilkompetenzen. Die Aufgabentypen mit drei verschiedenen Schwierigkeitsgraden beinhalten auch lernfeldübergreifendes Fachwissen wie z.B. exemplarische Entwicklungsstände von Kindern.

Die Kompetenzen des Lernfeldes 2 “Beobachtung als Grundlage sozialen Handelns nut­zen” umfassen:

Kompetenzbasierte Ziele des Lernfeldes3

Die Schüler und Schülerinnen…

- nutzen Beobachtungen als Grundlage für professionelles Handeln
- wenden unter Anleitung der Fachkraft Beobachtungen in ihren verschiedenen For­men und Methoden zielgerichtet an
- leiten aus Bedürfnissen und Kompetenzen angemessene Handlungen ab

Die zu Beginn durchgeführte Beobachtungsübung zwingt die SuS die erlebten Situationen auf die Begriffe ‚Alltagsbeobachtung‘ und ‚fachliche Beobachtung‘ zu übertragen. Die SuS erhalten im Anschluss die Möglichkeit praxisnah ein Verständnis für die einzelnen Grund­lagenelemente der fachlichen Beobachtung mit differenzierten Aufgaben zu entwickeln. Die Auswahl des Schwierigkeitsgrades der Aufgabe dient der Ausbildung von selbstrefle­xiven Fähigkeiten.

Aus der vorangegangenen Zielanalyse des Rahmenlehrplanes ergeben sich folgende auszubildende Teilkompetenzen für die Unterrichtsstunde:

Ziele der Unterrichtssequenz

Die Schüler und Schülerinnen…

- unterscheiden die Formen der Beobachtung zwischen Alltagsbeobachtung und fachlicher Beobachtung.
- setzen sich mit mindestens zwei Grundlagenelementen der fachlichen Beobachtung auseinander, indem sie selbstständig einen geeigneten Aufgabentyp auswählen und innerhalb der vorgegebenen Zeit bearbeiten

Nach der Unterrichtseinheit können die SuS die Grundlagenelemente der fachlichen Be­obachtung zuordnen und die Alltagsbeobachtung von der fachlichen Beobachtung anhand von Beispielen unterscheiden. Die SuS arbeiten entsprechend ihrer Präferenzen selbst­ständig mit dem Material der Lerntheke und nutzen die vorliegenden Selbstkorrekturhilfen.

3 Didaktische Begründung

Bedeutung der Thematik

Die aktuelle Bedeutung der Thematik für die Schüler ist vorrangig darin zu sehen, dass die Klasse ab dem 26.02.2018 das Kinder- und Jugendhilfepraktikum absolviert.

Die Lernenden sollen in ihrer Funktion als SozialassistentIn eine fachlich geleitete Beo­bachtungsfähigkeit ausbilden. Inhaltliche Schwerpunkte des Lernfeldes sind die zielge­richtete Nutzung und Verwendung von Beobachtungen als Grundlage des professionellen Handelns.

Zentraler Gegenstand des Praktikums ist die Erweiterung kommunikativer Kompetenzen und der Beobachtungsfähigkeit. Die Durchführung von fachlichen Beobachtungen ist Teil der zu erbringenden Praktikumsaufgaben. Dies umfasst die schriftliche Dokumentation eigener Beobachtungen sowie das daraus resultierende wertfreie Beschreiben eines Kli­enten mit einer Zuordnung von Merkmalen und Verhalten, Ressourcen, Krankheiten, Inte­ressen und Bedürfnissen.4

Die Wahl dieses Themas liegt weiterhin in der Arbeit im Lernfeldkonzept an der R.-Schule begründet. Enge Vernetzungen liegen vor allem aktuell mit dem Lernfeld 4 vor, in dem die Entwicklungsverläufe von Kindern und pädagogische Angebotsplanung vermittelt werden.

Ablauf der Unterrichtssequenz

Der Ablauf des Unterrichts gliedert sich in eine kurze Vorstellung der Abfolgen, einer an­schließenden kognitiven Aktivierung mit ergebnissichernden Materialien sowie der weite­ren Bearbeitung des Themas durch eine Lerntheke. Die Erarbeitung der einzelnen Grundlagenelemente der fachlichen Beobachtung erfolgt je nach Schwierigkeitsgrad in Einzel- oder Partnerarbeit und mit den vorliegenden Selbstkorrekturhilfen. Die abschlie­ßende Reflexion greift die Stundenziele nochmals auf und gibt einen Überblick über den individuellen Arbeitsstand.

Einstieg:

Aktivierung durch Beobachtungsübungen

Zu Beginn der Stunde erfolgt eine Darstellung des Ablaufes durch die Lehrkraft, damit die SuS sich zunächst in der Unterrichtsstunde orientieren können. Während der gesamten Unterrichtszeit benutze ich eine Klangschale, die als akustisches Signal dazu dient, die Aufmerksamkeit der SuS bei Bedarf zu erzielen. Die Visualisierung der Stundenziele an der Tafel bietet die Möglichkeit die Ziele der Stunde farbig und zentral allen Schülern auf­zuzeigen. Die Einstimmung auf das Stundenthema erfolgt durch eine Aktivierung in Form eines geheimen Beobachtungsauftrages für zwei ausgewählte SuS (s. Anlage) und der gemeinsamen Betrachtung eines Wimmelbildes (s. Anlage). Die Aufgabenstellungen sol­len bei den Lernenden erste eigene Vermutungen über die Fachbegriffe ‚Alltagsbeobach­tung‘ und ‚fachliche Beobachtung‘ generieren. Der visuelle Sinn wird während dieser Übung stark angesprochen. Die SuS sollen die zwei Phasen der Übung anschließend auf die Fachbegriffe übertragen. Die Antworten werden entsprechend zusammengefasst und ggf. seitens der Lehrkraft korrigiert. Die geheimen Beobachter beschreiben anschließend Ihre Ergebnisse und das genutzte Instrument, das für die restlichen SuS mittels Over­headprojektor visualisiert und als Kopie ausgehändigt wird. Ein weiteres Mal werden die SuS aufgefordert, eine Form der Beobachtung dieser konkreten Situation zuzuordnen. Der Transfer dieser Begriffe auf eine Praxissituation sichert den Bedeutungsgehalt für die Lernenden ab.

Erarbeitungsphase 1:

Berufliche Handlungssituation mit Aufgabenstellung und Ziel

Lerntheke

Nach einem Lehrervortrag, der den Beobachtungsprozess und die einzelnen Grundlagen der fachlichen Beobachtung kurz erläutert, erfolgt die Weiterarbeit an der Lerntheke.

Dazu erhalten die SuS einen Arbeitsauftrag, der die Vorgehensweise an der Lerntheke deutlich macht. Die SuS werden durch eine berufliche Handlungssituation (s. Anlage) für den Stellenwert der fachlichen Beobachtung in Kindertagesstätten sensibilisiert. Damit neben visuellen Lerntypen auch auditive Lerntypen den Inhalt besser erfassen können, wird die Problemstellung zusätzlich von einem Schüler laut vorgelesen. Die Methode und ihr Ablauf werden von der Lehrkraft vorgestellt. Die Erarbeitung erfolgt unter einer festge­setzten Zeitvorgabe. Im Falle der unterschiedlichen Bearbeitungszeit besteht die Möglich­keit (zwischen) drei Zusatzaufgaben (s. Anlage) zu wählen, so dass diese SuS ebenso die gesamte Zeit als Lernzeit nutzen können. Die Auswahl dieser Zusatzaufgaben wird aber nicht in meiner Unterrichtssequenz erfolgen, sondern in der darauf aufbauenden Unter­richtseinheit am 05.01.2018, in der die Methode erneut erklärt und die Planung einer fach­lichen Beobachtung wiederholt wird.

Die SuS erwerben eigenverantwortlich Lerninhalte, die sie an der zentral aufgebauten Lerntheke im hinteren Bereich des Klassenraumes, ihren Fähigkeiten und Präferenzen entsprechend, auswählen. Die individuell gewählten Aufgaben unterliegen einer festge­setzten Bearbeitungszeit und können mittels Kontrollhilfen bzw. Lösungen (s. Anlage) selbstständig ausgewertet werden Die Reihenfolge der Bearbeitung legen die SuS selbst­ständig fest. Die Lerntheke bietet eine gute Möglichkeit individueller Förderung durch un­terschiedliche Anforderungsniveaus der Aufgabentypen (s. Anlage). Die Aufgabenformen berücksichtigen verschiedene Lernkanäle. Im Hinblick auf die verkürzte Ausbildungsdauer besteht bei der X die Erfordernis innerhalb von sehr kurzer Zeit einen Kompetenz­zuwachs zu erreichen. Durch die Arbeit an einer Lerntheke stehen den SuS verschiedene Materialien und damit viele Übungsmöglichkeiten mit Lösungsvorschlägen zur Verfügung. Die fünf Grundlagenelemente eignen sich für die Bearbeitung ohne festgelegte Reihen­folge, da Sie getrennt voneinander betrachtet werden können. Andrerseits wird in einigen Aufgabentypen auch eine ganzheitliche Sichtweise gefördert und die Vernetzung und Kausalzusammenhänge zwischen den Grundlagen der fachlichen Beobachtung werden dargestellt. Die kognitive Leistungsfähigkeit der SuS ist geeignet, um eine Lerntheke auch bei der Erarbeitung neuer Lerninhalte einzusetzen. Die Lehrkraft gibt Unterstützung bei auftauchenden Problemen. Im Vordergrund steht das selbstständige Erarbeiten und Kon­trollieren der Lerninhalte durch die SuS. Die Methode erstreckt sich über zwei Unter­richtseinheiten und die Reflexion der Methode erfolgt im Plenum durch den ausgefüllten Kontrollzettel, auf dem die erarbeiteten Aufgaben und Fragen vermerkt werden (s. Anlage).5

Der Lernfortschritt wird zudem durch den Lehrer anhand der Sichtung der bisherigen Ar­beitsergebnisse während der Bearbeitung beobachtet, so dass eine eventuelle erforderli­che Unterstützung zeitnah erfolgen kann.

Weiterhin wird ein Rückbezug zur beschriebenen Handlungssituation erfolgen, indem am Ende der Lernthekenarbeit im Januar 2018 gemeinsam reflektiert wird, ob die SuS bereits ihre Mentorin Fr. F. unterstützen können. Anhand einer Kinderakte werden die SuS außerdem aufgefordert eine fachliche Beobachtung zu planen.

Reflexion des Arbeitsstandes und Abschluss

Die anfangs beschriebene Zielsetzung (farbige Karten der Lernziele an der Tafel) ist Vo­raussetzung für die spätere Lernkontrolle und zeigt den SuS zu Beginn die Erwartung und durchzuführenden Punkte der Stunde.

Am Ende der Unterrichtseinheit erfolgt somit ein Rückblick auf die Stundenziele und ggf. eine Überprüfung. Einzelne SuS erklären beispielsweise den Unterschied zwischen All­tagsbeobachtung und fachlicher Beobachtung und benennen die Grundlagen fachlicher Beobachtung. Bei Bedarf erfragt die Lehrkraft einzelne Inhalte der Grundlagen fachlicher Beobachtung bei den SuS.

Eine Lernerfolgskontrolle ist gegeben, wenn die SuS innerhalb der gesetzten Zeit ein bis zwei Aufgaben bearbeitet und selbstständig kontrolliert haben. Diese Information wird durch Aufzeigen der Anzahl bearbeiteter Aufgaben gegeben.

Ein kurzer Ausblick auf die folgenden Unterrichtsstunden wird ggf. gegeben, da die Bear­beitung der Lerntheke im Januar weiter erfolgen wird. Als kurze Reflexion der Unterricht­stunde erfolgt entweder ein Blitzlicht, indem ausgewählte SuS den Satzanfang „Wenn ich eine fachliche Beobachtung plane….“(s. Anlage) fortführen oder eine genauere Beschrei­bung der Lernprozesse wird durch die Methode „Erklären Sie es Herrn Paul!“ hervorge­rufen. Die SuS erklären hierbei einem imaginären Teilnehmer, was er heute alles im BGSH Unterricht von Frau Widera verpasst hat.

[...]


1 Badel, 2016, S.W 1

2 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Kultus, 2005, S. 5 f

3 Ebd. S. 16

4 Vgl. Sächsisches Staatsministerium für Kultus, 2006, S. 8 ff

5 https://lehrerfortbildung-bw.de/st_if/bs/if/unterrichtsgestaltung/methodenblaetter/lerntheke.html

Ende der Leseprobe aus 70 Seiten

Details

Titel
Grundlagen der fachlichen Beobachtung in der Kinder- und Jugendhilfe
Untertitel
Inkl. dreifach differenzierter Lerntheke
Note
1,0
Autor
Jahr
2017
Seiten
70
Katalognummer
V507409
ISBN (eBook)
9783346101792
ISBN (Buch)
9783346101808
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Beobachtung Alltagsbeobachtung Fachliche Beobachtung Kinder
Arbeit zitieren
Maria Widera (Autor), 2017, Grundlagen der fachlichen Beobachtung in der Kinder- und Jugendhilfe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507409

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