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Achills Umerziehung im "Trojanerkrieg" Konrads von Würzburg. Wird der Wolf zum Lamm?

Title: Achills Umerziehung im "Trojanerkrieg" Konrads von Würzburg. Wird der Wolf zum Lamm?

Term Paper , 2019 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Oyungerel Lunke (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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Summary Excerpt Details

Der Schwerpunkt dieser Arbeit liegt in der Analyse der versuchten Umerziehung des tollkühnen griechischen Helden Achills durch seine Mutter Thetis, die sich auf der Mädcheninsel Scyros abspielt. Achill soll, dem Wunsch seiner Mutter Thetis nach, die hovelîche zuht erhalten, nachdem dieser beim halbwilden Zentaurier Schyron eine äußerst harte, spartanische Erziehung durchlaufen hat.

Hieraus ergeben sich folgende Fragestellungen: Was bedeutete hovelîche zuht beziehungsweise höfische Erziehung generell im Mittelalter? Wird Achill durch die hovelîche zuht während seines vierjährigen Inselaufenthalts durch die Einflüsse seiner Mutter Thetis und vor allem seiner Geliebten Deidamie wirklich umerzogen? Darüber hinaus ist es interessant, wie Konrad Achills Erziehung thematisiert und welche Wirkungen dies auf seine Rezipienten ausgeübt hat.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Achills Doppelerziehung

2.1 Achill auf dem Berg Pelion

2.2 Achill auf der Mädcheninsel

3 Konrads erzählerische Leistungen

4 Wird der Wolf zum Lamm?

5 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die doppelte Sozialisation des Helden Achill im „Trojanerkrieg“ von Konrad von Würzburg. Ziel ist es zu analysieren, ob die „versuchte Umerziehung“ Achills durch seine Mutter Thetis auf der Mädcheninsel Scyros – nach seiner harten militärischen Ausbildung durch den Zentauren Schyron – tatsächlich zu einer höfischen Zähmung führt oder ob sein Charakter als „Kriegsmaschine“ unveränderlich bleibt.

  • Analyse der militärischen Erziehung durch den Zentauren Schyron
  • Untersuchung der „höfischen Erziehung“ (hovelîche zuht) auf der Mädcheninsel
  • Kontrastierung von Konrads Darstellung mit dem antiken Epos „Achilleis“ von Statius
  • Reflexion über Konzepte von Männlichkeit, Heldentum und Erziehbarkeit im Mittelalter
  • Aktualisierung der Thematik durch Vergleiche mit moderner Kindersoldaten-Problematik

Auszug aus dem Buch

Achills Doppelerziehung

Der Seher Proteus prophezeit in der Hochzeitsnacht von Peleus und Thetis, ihr noch in der derselben Nacht gezeugter Sohn werde zwar ein wunderschöner und tapferer Held sein, aber er werde einen Heldentod vor Troja erleiden (V.4570-4593). Allerdings könne er diesem Schicksal entgehen, wenn es ihm gelingt, dem Krieg fernzubleiben (V. 4606-4611). Damit diese unheilsame Weissagung nicht in Erfüllung geht, bringt Thetis, Göttin des Meeres, ihren Sohn Achill als Säugling zum Zentauren Schyron, der auf dem Berg Pelion am tobenden Meer zurückgezogen lebt.

Achill soll bei seinem halbwilden Meister eine kämpferisch-höfische Erziehung bekommen, so dass er jedem Kampf gewachsen ist, falls er doch nach Troja kommen sollte (V. 5834-35). Schyrons Erziehungsprogramm beinhaltet vor allem ein auf einer heroischen Kampfkultur basierendes, außergewöhnlich hartes und spartanisches Kampftraining. Als ein Mischwesen mit einer wilden Erscheinung, das auf die menschliche Kultur weitgehend verzichtet, projiziert Schyron den Antagonismus von Mensch und Tier. Achill kämpft und trotzt der belebten und unbelebten Natur und im Prozess der Erziehung durch Schyron eignet er sich tierische Eigenschaften an, mit dem Ziel, die Herrschaft über die Tiere auszuüben.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung etabliert das Thema der militärischen Sozialisation und zieht Parallelen zwischen der mittelalterlichen Darstellung Achills und modernen Erfahrungen von Kindersoldaten in Konfliktgebieten.

2 Achills Doppelerziehung: Dieses Kapitel erläutert die zwei prägenden Stationen von Achills Jugend: die harte, militärische Ausbildung durch den Zentauren Schyron und den späteren Versuch der Mutter, ihn auf der Mädcheninsel höfisch zu zähmen.

3 Konrads erzählerische Leistungen: Hier wird Konrads spezifische Erzählweise analysiert, insbesondere sein Verzicht auf die Darstellung einer Innenwelt zu Beginn und der bewusste Einsatz von Fokalisation bei der Überfahrt zur Mädcheninsel.

4 Wird der Wolf zum Lamm?: Das Kapitel diskutiert kritisch die Forschungsliteratur zur Umerziehung Achills und hinterfragt, ob eine „Veredelung“ durch Liebe bei einer so determinierten Figur wie Achill überhaupt möglich ist.

5 Fazit: Das Fazit resümiert die Unausweichlichkeit von Achills Natur als „Wolf“ und verknüpft die Erkenntnisse erneut mit der gesellschaftlichen Relevanz von Erziehung und Sozialisation in der heutigen Welt.

Schlüsselwörter

Konrad von Würzburg, Trojanerkrieg, Achill, hovelîche zuht, Erziehung, Sozialisation, Schyron, Männlichkeit, Heldentum, höfische Epik, Statius, Kindersoldaten, Deidamie, wildekeit, Minne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Biografie und die Erziehungsphasen des Helden Achill im mittelhochdeutschen Roman „Trojanerkrieg“ von Konrad von Würzburg.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die Konzepte von Erziehung (spartanisch-militärisch versus höfisch-zivilisiert), die Konstruktion von Männlichkeit im Mittelalter und die Frage nach der Veränderbarkeit menschlicher Dispositionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu ergründen, ob Achill durch die sogenannte „höfische Erziehung“ seine ursprüngliche, bei Schyron erworbene Wildheit ablegen kann oder ob er seinem Wesen nach ein Krieger bleibt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die Konrads Text mit dem antiken Epos „Achilleis“ von Statius kontrastiert und aktuelle erziehungswissenschaftliche bzw. soziologische Perspektiven einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Erziehung durch den Zentauren Schyron, die anschließende „Umerziehung“ auf der Mädcheninsel, Konrads spezifische erzählerische Mittel sowie die Debatte in der Forschungsliteratur über den Veredelungsprozess durch Liebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Achill, Konrad von Würzburg, hovelîche zuht, Erziehung, Sozialisation, Heldentum und wildekeit.

Warum spielt die „Siegel-Wachs-Metapher“ bei Konrad eine Rolle?

Die Metapher verdeutlicht, warum Achill besonders formbar für Schyrons militärische Lehre war und sein Handeln ohne inneren Widerstand vollkommen nach dem Willen des Meisters ausrichtete.

Wie kontrastiert die Autorin Achills Zustand mit modernen Kindersoldaten?

Sie vergleicht die systematische, gewaltsame Prägung von Kindern in extremen militärischen Camps des „Islamischen Staates“ mit der spartanischen Ausbildung Achills, um die Gefahr der gesellschaftlichen Verrohung bei mangelnder Empathie-Bildung aufzuzeigen.

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Details

Title
Achills Umerziehung im "Trojanerkrieg" Konrads von Würzburg. Wird der Wolf zum Lamm?
College
University of Münster
Grade
1,0
Author
Oyungerel Lunke (Author)
Publication Year
2019
Pages
16
Catalog Number
V507556
ISBN (eBook)
9783346064448
ISBN (Book)
9783346064455
Language
German
Tags
achills umerziehung trojanerkrieg konrads würzburg wird wolf lamm
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oyungerel Lunke (Author), 2019, Achills Umerziehung im "Trojanerkrieg" Konrads von Würzburg. Wird der Wolf zum Lamm?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507556
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