Seit mehreren Jahren ist in der Wirtschaft verstärkt von einer zunehmenden Globalisierung die Rede. Diese geht einher mit einem sich verschärfenden Wettbewerb auf allen Märkten und in allen Bereichen der Wirtschaft. Daher wird es für mittelständische Unternehmungen immer schwieriger sich gegen Konkurrenzunternehmungen durchzusetzen. Sie müssen Potentiale erschließen um im Wettbewerb bestehen zu können und den zunehmenden Druck, der auf ihnen lastet, abzubauen. So wird durch Kunden immer mehr Geschwindigkeit und Flexibilität bei der Produkterstellung gefordert und als grundsätzliche Eigenschaften einer Unternehmung vorausgesetzt. Gerade solche Potentiale entscheiden meist über die Möglichkeiten einen erfolgreichen Marktkampf führen zu können oder aus dem Wettbewerbsprozess auszuscheiden. Vielfach können insbesondere mittelständische Unternehmungen diesen Voraussetzungen nicht mehr gerecht werden. Deshalb ist es für diese außerordentlich bedeutend neue Strategien zu entwickeln, die sie in die Lage versetzen ohne massiven Kapitaleinsatz und kostspielige Investitionen erfolgreich zu sein.
Inhaltsübersicht
1 Einleitung und Problemstellung
2 Abgrenzung des Kooperationsbegriffes
3 Aufgaben von Kooperationen und Kooperationsfelder
4 Formen mittelständischer Unternehmungskooperation
5 Strategische Allianzen
5.1 Wesen strategischer Allianzen
5.2 Bedeutung und Grenzen strategischer Allianzen für den Mittelstand am Beispiel von Beteiligungsgesellschaften
6 Joint Ventures
6.1 Wesen von Joint Ventures
6.2 Bedeutung und Grenzen von Joint Ventures für den Mittelstand
7 Virtuelle Unternehmungen
7.1 Wesen virtueller Unternehmungen
7.2 Bedeutung und Grenzen virtueller Unternehmungen für den Mittelstand
8 Bedeutung von Risiken als Grenze mittelständischer Kooperationsbestrebungen
9 Ausblick und Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit analysiert die Möglichkeiten der Kooperation zwischen mittelständischen Unternehmungen, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Dabei wird untersucht, welche Kooperationsformen existieren, welche strategischen Chancen sie bieten und welche Risiken sowie Grenzen die Zusammenarbeit für den Mittelstand mit sich bringt, um letztlich Empfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung abzuleiten.
- Grundlagen und Definitionen betriebswirtschaftlicher Kooperationen
- Analyse strategischer Allianzen und deren Bedeutung für KMU
- Untersuchung von Joint Ventures als Instrument für internationale Märkte
- Potenziale und Herausforderungen virtueller Unternehmungen
- Risikomanagement als kritischer Faktor für den Erfolg von Kooperationen
Auszug aus dem Buch
5.1 Wesen strategischer Allianzen
Die strategische Allianz bezeichnet eine Form von kooperativem Verhalten zwischen mindestens zwei Unternehmungen, die rechtlich selbstständig sind. Der Definition nach ist unter ihr ein langfristig angelegtes Verhältnis einer Unternehmung zu einer oder mehreren anderen verstehen. Das Ziel in der Schaffung einer solchen Allianz besteht darin, dass die Beteiligten versuchen ihre Nachteile durch die Vorteile des jeweils anderen auszugleichen um so die Wettbewerbsposition zu sichern und auf lange Sicht zu verbessern. Unterschieden kann eine Kooperation in horizontaler Sicht, im Sinne einer Allianz mit Wettbewerbern und in vertikaler Sicht, im Sinne einer Allianz mit Lieferanten und/oder Kunden werden. Im Falle, dass die Kooperation in beide Richtungen erfolgt, kann man dies als strategisches Netzwerk bezeichnen.8
Die strategische Allianz wird allgemein zu den Instrumenten der Unternehmungsführung gezählt. Der Einsatz dieser Art kooperativen Verhaltens kommt meistens dann in Frage, wenn
• eigene Ressourcen für das als strategisch notwendig eingeschätzte Engagement nicht ausreichen,
• das damit verbundene Risiko als zu hoch eingeschätzt wird, oder
• die Kooperation zu Möglichkeiten führen könnte, durch die Zusammenarbeit einen Zielbeitragseffekt zu erhalten.
Daher ist es möglich durch die Allianz eine Bündelung der unternehmungsspezifischen und sich wechselseitig ergänzenden Ressourcen und Aktivitäten zu erreichen und somit einen Zielbeitrag zu erhalten, der ohne sie nicht, nur teilweise oder unter erheblich höherem Risiko möglich wäre. Als potentielle Partner dürfen daher nur Unternehmungen betrachtet werden, die aufgrund des ergänzenden Charakters ihres Stärken- und Ressourcenpotentials in Bezug auf das eigene Potential zu Wettbewerbsvorteilen führen könnten.9
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Problemstellung: Das Kapitel erläutert den zunehmenden globalen Wettbewerbsdruck auf mittelständische Unternehmen und definiert die Kooperation als wesentliche strategische Chance zur Sicherung der Marktposition.
2 Abgrenzung des Kooperationsbegriffes: Hier werden die wesentlichen Merkmale einer Kooperation wie Freiwilligkeit, rechtliche Selbstständigkeit der Partner und die Zusammenarbeit zur gemeinsamen Zielerreichung definiert.
3 Aufgaben von Kooperationen und Kooperationsfelder: Dieses Kapitel stellt Synergieeffekte als Grundprinzip vor und systematisiert die Vorteile von Kooperationen hinsichtlich Marktzugang, Kosten, Qualität und Zeit.
4 Formen mittelständischer Unternehmungskooperation: Eine Einteilung der Kooperationen in horizontale, vertikale sowie diagonale Richtungen bildet hier die Basis für die weitere Analyse.
5 Strategische Allianzen: Es wird das Wesen strategischer Allianzen beleuchtet und ihre spezifische Bedeutung für den Mittelstand am Beispiel von Beteiligungsgesellschaften dargestellt.
6 Joint Ventures: Dieses Kapitel beschreibt Gemeinschaftsunternehmungen als Instrument zur Erschließung internationaler Märkte und diskutiert deren Erfolgsfaktoren und Flexibilitätsprobleme.
7 Virtuelle Unternehmungen: Der Fokus liegt auf der zeitlich begrenzten Zusammenarbeit in Netzwerken, deren technologische Basis sowie den damit verbundenen Anforderungen an Vertrauen und Personal.
8 Bedeutung von Risiken als Grenze mittelständischer Kooperationsbestrebungen: Hier wird eine Systematik technischer, wirtschaftlicher und sozialer Risiken aufgestellt, die Kooperationen für KMU hemmen können.
9 Ausblick und Schlussfolgerungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Kooperationen trotz der aufgezeigten Grenzen und Risiken einen entscheidenden Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit des Mittelstands darstellen.
Schlüsselwörter
Kooperation, Mittelstand, KMU, Strategische Allianzen, Joint Ventures, Virtuelle Unternehmungen, Wettbewerbsvorteile, Risikomanagement, Synergieeffekte, Globalisierung, Kernkompetenzen, Unternehmungsführung, Unternehmensbeteiligungsgesellschaften.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Belegarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen zwischenbetrieblicher Kooperationen als Strategie für mittelständische Unternehmen, um im globalen Wettbewerb erfolgreich zu bestehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen strategische Allianzen, die Gründung von Joint Ventures, die Konzeption virtueller Unternehmungen sowie das Management von Kooperationsrisiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie mittelständische Unternehmungen durch Zusammenarbeit ihre Wettbewerbsposition verbessern können, ohne ihre wirtschaftliche Selbstständigkeit aufzugeben.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse auf Basis aktueller wissenschaftlicher Literatur und existierender Kooperationsmodelle, die durch tabellarische Vergleiche und Risikosystematiken ergänzt wird.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Kooperationen, die Erläuterung spezifischer Formen (Allianzen, JVs, virtuelle Netzwerke) und die detaillierte Diskussion der Barrieren und Risikofaktoren.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Kooperation, Mittelstand, Wettbewerbsvorteil, Synergieeffekt, strategische Allianz und Risikomanagement.
Warum wird im Kontext strategischer Allianzen auf Beteiligungsgesellschaften eingegangen?
Beteiligungsgesellschaften dienen mittelständischen Unternehmen als Brücke, um Kapital auszustatten und strategische Allianzen zu ermöglichen, ohne die eigene operative Freiheit vollständig zu verlieren.
Welches ist laut Arbeit die größte Grenze für virtuelle Unternehmungen?
Eine zentrale Grenze ist das Spannungsfeld zwischen der notwendigen Flexibilität bei kurzfristigen Kundenaufträgen und der für erfolgreiche Netzwerke zwingend erforderlichen, aber zeitaufwendigen Vertrauenskultur.
Wie bewertet die Arbeit die Rolle von Risiken bei Kooperationsentscheidungen?
Risiken, insbesondere technische und soziale Hürden, wirken oft abschreckend. Die Arbeit betont, dass ein proaktives Risiko- und Konfliktmanagement notwendig ist, um die Vorteile einer Kooperation tatsächlich nutzen zu können.
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- Dipl.-Kfm. Rüdiger Wegner (Author), 2005, Kooperationsmöglichkeiten und deren Grenzen für mittelständische Unternehmungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50767