Grin logo
de en es fr
Boutique
GRIN Website
Publier des textes, profitez du service complet
Aller à la page d’accueil de la boutique › Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne

"Uns kommt nur noch die Komödie bei" - Eine Untersuchung zu Friedrich Dürrenmatts 'Meteor' und seiner Dramaturgie des Einfalls

Titre: "Uns kommt nur noch die Komödie bei" - Eine Untersuchung zu Friedrich Dürrenmatts 'Meteor' und seiner Dramaturgie des Einfalls

Mémoire de Maîtrise , 2005 , 85 Pages , Note: 1,4

Autor:in: Susanne Zolke (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
Extrait & Résumé des informations   Lire l'ebook
Résumé Extrait Résumé des informations

1. EINLEITUNG
In selbstironischer Manier gesteht Friedrich Dürrenmatt ein, dass er die von Kritikern häufig gestellte Frage, ob er ‚sich denn bei seinen Komödien etwas denke, und wenn ja, was?’, nicht beantworten könne. Obwohl diese Äußerung aus dem fiktiven Gespräch „Friedrich Dürrenmatt über F.D.“1 schlicht als beiläufige Provokation in Richtung seiner Kritiker zu verstehen ist, klingt auch hier seine beharrliche Weigerung an, in seinen Stücken irgendeine bewusste moralische oder didaktische Absicht zu verfolgen.

Darüber hinaus fällt es schwer, dieses Bekenntnis ernst zu nehmen, denn sowohl seine Dramen, die er immer wieder umschrieb und neu ‚komponierte’ wie er es nannte, als auch seine zahlreichen theoretischen Abhandlungen über das Theater, lassen erkennen, dass er sich durchaus Einiges ‚dabei gedacht’ zu haben schien.

Der Schweizer Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt – als Dichter wollte er nie bezeichnet werden – ist inzwischen das, was er nie sein wollte: ein moderner Klassiker. Seine Werke finden sich in Literaturkanons, sind Standardwerke bei der Schullektüre und seine Dramen, vor allem sein erfolgreichstes und bekanntestes Stück Der Besuch der alten Dame (1956) erfreuen sich weltweiter Aufführungen. Dennoch – oder ist dies gerade eine Besonderheit einflussreicher Autoren? - war der Querdenker Dürrenmatt nie unumstritten. Weil er empfindliche Themen wie Verrat, Korruption, Macht und Mord mit scharfer Ironie und schwarzem Humor behandelte, erregte er nicht selten ‚Theaterskandale’ und Empörung unter den Zuschauern und Kritikern.

Die Ansicht über seine Zeit, sein Gesellschafts- und Menschenbild, kurz sein Weltbild spiegelt sich, sei es auch in verschlüsselter Form, in seinen Werken wider. Neben seinen Hörspielen und Kriminalromanen trifft dies im Besonderen auf seine Komödien zu, nach Dürrenmatt ohnehin die einzige Dramenform, die ‚uns noch beikommt’2.

Ziel dieser Arbeit ist es, zu durchleuchten, warum ausschließlich die Komödie im Stande ist, der Welt auf dem Theater entgegen zu treten. Friedrich Dürrenmatts aus der Auseinandersetzung mit der Welt entstandene Poetik der Komödie und die daraus hervorgehende Dramaturgie soll durch eine genaue Analyse seines Stücks Der Meteor (1966) veranschaulicht werden.

Weiterhin soll gezeigt werden, wie das Drama als Zeitstück wahrgenommen und über dessen Inhalt hinaus interpretiert worden ist.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DÜRRENMATTS POETIK DER KOMÖDIE

2.1. Schriftstellerische Entwicklung

2.2. Dramentheoretische Überlegungen

2.2.1. Die geschichtsphilosophische Begründung der Komödie

2.3. Der ‚neue’ Komödienbegriff

2.3.1. Tragödie als Theater der Identifikation

2.3.2. Theater der Distanz

2.3.3. „Gefahr, ins Leere zu stoßen“

2.4. Theaterwelt als Gegenwelt

2.4.1. Die Dramaturgie des Einfalls und das Groteske

2.4.2. Der Zufall als Einfall

Exkurs: Das Modell Scott

2.5. Ist das Groteske nihilistisch?

3. DÜRRENMATTS EINFALL: DER METEOR

3.1. Struktur

3.2. Inhalt

3.3. Die Idee des Stücks

3.4. Absage an das Leben

3.4.1. Die bittere Erkenntnis

3.4.2. Abrechnung mit der Literatur

3.5. Schwitter als Richter über die Welt

3.5.1. ‚Totentanz’ der Nebenpersonen

3.5.1.1. Nyffenschwander und Auguste

3.5.1.2. Pfarrer Lutz

3.5.1.3. Muheim

3.5.1.4. Olga

3.5.1.5. Jochen

3.5.1.6. Schlatter

3.5.1.7. Koppe

3.5.1.8. Georgen

3.5.1.9. Frau Nomsen

3.6. Die schlimmstmögliche Wendung

3.7. Warum Schwitters Tod Illusion bleiben muss

4. REZEPTION

4.1. Der „metaphysische Brocken“

4.2. Eine Schaffensbilanz?

5. ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung & Themen

Ziel dieser Arbeit ist es zu durchleuchten, warum Dürrenmatt die Komödie als die einzig angemessene Dramenform für die moderne Welt ansieht und wie er diese Poetik in seinem Stück "Der Meteor" durch den theatralischen Einfall und das Groteske umsetzt.

  • Friedrich Dürrenmatts Poetik der Komödie im Kontext der Moderne
  • Die Dramaturgie des Einfalls und die Rolle des Zufalls
  • Analyse des Werks "Der Meteor" als Zeitstück
  • Die Funktion der Nebenfiguren als Repräsentanten gesellschaftlicher Institutionen
  • Reflexion des Stücks als "Bilanzakt" des Autors

Auszug aus dem Buch

3.5.1.3. Muheim

Der „große Muheim“ (33) ist eine jener Figuren, die ohne jede psychologische Motivation auftauchen, sie erscheinen zufällig, oder, wie Durzak es nennt, sie fallen „gewissermaßen vom Bühnenhimmel herunter“99. Die einzige Rechtfertigung für seinen Besuch ist die Tatsache, dass er „Inhaber dieser schauerlichen Mietskaserne, der Besitzer dieses miesen Ateliers“ (33) ist.

Muheim ist ein achtzigjähriger vitaler Grundstücksmakler, Bauunternehmer und Häuserbesitzer, und tritt als zweiter Besucher Schwitters auf. Er ist reich, mächtig und korrupt. Er verkörpert den rücksichtslosen, von Unternehmergeist und Profitgier getriebenen Kapitalismus, der in der Gesellschaft den absoluten Machtanspruch für sich erhebt. Mit seiner Aussage „die Parteien habe ich im Sack“ (37) deutet er ungeniert den maßgeblichen Einfluss von Wirtschaft und Geld auf die Politik an. Muheim berichtet über seine Karriere, er „fing unten an“ (37), arbeitete sich erfolgreich hoch, wobei er „nie zimperlich“ vorging, schließlich sei es nie seine Absicht gewesen, „als sozialer Apostel herumzugondeln“ (37). Als gigantischer Bauunternehmer herrscht er mittlerweile über die ganze Stadt, in der er viele Feinde hat, die ihn fürchten, wie er sich rühmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Darstellung der Ausgangslage und Zielsetzung der Untersuchung hinsichtlich Dürrenmatts Komödienverständnis.

2. DÜRRENMATTS POETIK DER KOMÖDIE: Theoretische Herleitung, warum die Komödie als adäquates Ausdrucksmittel für eine komplexe und chaotische moderne Welt dient.

3. DÜRRENMATTS EINFALL: DER METEOR: Detaillierte Analyse des Stücks "Der Meteor", inklusive der Struktur, inhaltlicher Motive und der Bedeutung der Nebenfiguren.

4. REZEPTION: Überblick über die Aufnahme des Stücks durch Kritik und Öffentlichkeit sowie Diskussion der Interpretationsansätze.

5. ZUSAMMENFASSUNG: Zusammenfassende Synthese der Ergebnisse zur dramaturgischen und inhaltlichen Intention Dürrenmatts.

Schlüsselwörter

Friedrich Dürrenmatt, Der Meteor, Komödie, Groteske, Einfall, Zufall, Schwitter, Weltbild, Nihilismus, Dramaturgie, Literaturkritik, Moderne, Welttheater, Gesellschaftskritik, Sterben

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Friedrich Dürrenmatts Poetik der Komödie und analysiert, wie diese spezifische Dramaturgie in seinem Stück "Der Meteor" angewendet wird, um die Verfasstheit der modernen Welt darzustellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind die Dramaturgie des Einfalls, die Rolle des Grotesken und Zufalls, der Umgang mit dem Sterben sowie eine Kritik an gesellschaftlichen Institutionen und der Literatur selbst.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Es soll beleuchtet werden, warum für Dürrenmatt nur die Komödie im Stande ist, der Welt auf dem Theater entgegenzutreten, und wie "Der Meteor" dieses Konzept als Zeitstück interpretiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Werkanalyse, die theoretische Grundlagen des Autors mit einer detaillierten Analyse des Stücktextes sowie kritischer Sekundärliteratur verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Poetik der Komödie) und eine tiefgehende Analyse des Stücks "Der Meteor", inklusive der Untersuchung der verschiedenen Nebenfiguren, die Schwitter als Richter über die Welt gegenüberstehen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Neben Dürrenmatt und seinem Werk "Der Meteor" sind Begriffe wie "Groteske", "Einfall", "Zufall", "Nihilismus" und "Gesellschaftskritik" prägend für den Inhalt.

Inwiefern ist das Stück ein "Bilanzakt"?

Die Arbeit diskutiert, ob "Der Meteor" als eine Art Eingeständnis des Autors einer Schaffenskrise oder als Abrechnung mit dem eigenen literarischen Ruhm und den Erwartungen des Kulturbetriebs zu verstehen ist.

Warum spielt das "Spielen mit Licht und Dunkelheit" eine Rolle?

Das Licht und die Kerzen dienen im Stück als Leitmotiv, mit dem Schwitter die Atmosphäre im Atelier manipuliert und an seine Vorstellung von einem "sterbegerechten" Raum anpasst.

Warum ist das Sterben in dem Stück problematisch?

Das Sterben wird zur zentralen Paradoxie: Schwitter sehnt sich nach dem Tod als Erlösung von einer absurden Welt, doch das Wunder der Auferstehung verwehrt ihm diesen Ausweg, was ihn zum "ewigen Nicht-Sterben-Können" verdammt.

Fin de l'extrait de 85 pages  - haut de page

Résumé des informations

Titre
"Uns kommt nur noch die Komödie bei" - Eine Untersuchung zu Friedrich Dürrenmatts 'Meteor' und seiner Dramaturgie des Einfalls
Université
University of Hannover
Note
1,4
Auteur
Susanne Zolke (Auteur)
Année de publication
2005
Pages
85
N° de catalogue
V50787
ISBN (ebook)
9783638469265
Langue
allemand
mots-clé
Komödie Eine Untersuchung Friedrich Dürrenmatts Meteor Dramaturgie Einfalls
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Susanne Zolke (Auteur), 2005, "Uns kommt nur noch die Komödie bei" - Eine Untersuchung zu Friedrich Dürrenmatts 'Meteor' und seiner Dramaturgie des Einfalls, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50787
Lire l'ebook
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
  • Si vous voyez ce message, l'image n'a pas pu être chargée et affichée.
Extrait de  85  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Expédition
  • Contact
  • Prot. des données
  • CGV
  • Imprint