Entstehung des Freiheitsbegriffs von Friedrich Schiller und dessen Verarbeitung im "Don Karlos"


Facharbeit (Schule), 2010

12 Seiten, Note: 1,7

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I) Einleitung

II) Schillers Biografie
II) 1. Kindheit und Erziehung (1759-1733)
II) 2. Jugendzeit an der militärischen Pflanzschule und der Weg zum Erfolg (1733-1782)
II) 3. Flucht und Theaterdichtung in Mannheim (1782-1783)
II) 4. „ Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient
II) 5. Schillers weiteres Leben und Tod (1787-1805)

III) Don Karlos, Infant von Spanien

IV) Die Entstehung des Freiheitsbegriffs von Friedrich Schiller
IV) 1. Der Ursprung des Freiheitsbegriffs in Schillers Biografie
IV) 2. Schillers Verarbeitung des Freiheitsbegriffs im „Don Karlos“

V) Zusammenfassung und Fazit

Literaturverzeichnis

I) Einleitung

Das 18. Jahrhundert. Eine Zeit, die noch von den vom Verstand überwiegenden Denkweisen der Aufklärung geprägt war. Eine Zeit, in der Leitsprüche wie „cogito ergo sum“ (lat. Ich denke, also bin ich) als genauso selbstverständlich angesehen wurden wie die Tatsache, dass der Mensch nur an seinem persönlichen Wissen und seiner Bereitschaft, alles zu hinterfragen, gemessen wurde. Und eine Zeit, in der Dichter geboren wurden, die sich nach einer Revolution gegen die alten, bürgerlichen Vorstellungen sehnten und die für Unabhängigkeit und Freiheit vor der Obrigkeit eintraten und kämpften. Dichter, wie Johann Wolfgang von Goethe mit seinem „Prometheus“, Johann Gottfried Herder oder Friedrich Schiller mit seiner Tragödie „Don Karlos“ die versuchten der Gesellschaft durch Literatur ihren Traum von Freiheit in der neu angebrochenen Epoche des Sturm und Drang deutlich zu machen.

Um die Idealvorstellungen von Freiheit eines dieser Dichter, Friedrich Schiller, genauer verstehen zu können möchte ich in meiner folgenden Facharbeit genauer auf die Entstehung seines Freiheitsbegriffs eingehen, und dabei einen Schwerpunkt auf seine Biografie und deren Verarbeitung in seinem Drama „Don Karlos, Infant von Spanien“ legen.

II) Schillers Biografie

II) 1. Kindheit und Erziehung (1759-1733)

Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 in Marbach am Neckar unter dem Namen Johann Christoph Friedrich Schiller geboren. Sein Vater Johann Caspar war zu Zeiten seiner Kindheit als Leutnant im Regiment während des siebenjährigen Krieges häufig abwesend und Schiller musste gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester Christophine (geb. 1757) des Öfteren umziehen um in der Nähe des Vaters wohnen zu können. Die Folgen dieses ungewöhnlichen Lebensstils wirkten sich besonders auf den zarten, schwächlichen Schiller aus, der nicht selten von Krampf- und Fieberanfällen geplagt wurde. Eine nahezu unbeschwerte Kindheit erlebte er erst in Lorch, einem Dorf in das seine Familie 1764 umsiedelte. Dort lernte er unter anderem die Natur lieben und beschloss die religiösen Prägung, die er durch die Familie und sein Umfeld erfahren hatte, zum Beruf zu machen: Schiller wollte Pfarrer werden. Von seinen Eltern und seinem Vorbild, Pfarrer Philipp Ulrich Moser, in seiner Entscheidung unterstützt, besuchte er im Alter von sechs Jahren die Lateinschule in Ludwigsburg, die einen Vorläufer des Gymnasiums darstellte. Obwohl er dort aufgrund seiner Latein-Vorkenntnisse durch Pfarrer Moser zu den besten seiner Klasse gehörte, war Schiller in seiner Freiheit überwiegend eingeschränkt: Sowohl die täglichen sieben Stunden Schulunterricht, die verpflichtenden Besuche im Gottesdienst mit den dazu gehörenden religiösen Übungen, als auch die hohen Anforderungen, die sein Vater an ihn stellte, ließen dem Jungen nur wenig Raum für freie Zeit und persönliche Entfaltung. Trotz all dem verschlechterten sich seine schulischen Leistungen nicht, was besonders dem Herzog Carl Eugen auffiel, der Schillers Eltern infolgedessen nach zweimaligem Drängen dazu bewegte, ihren Sohn auf seine militärische Pflanzschule zu schicken, zu der nur die besten Schüler und geeignetsten Charaktere zugelassen wurden. Am 16. Januar 1733 betrat Friedrich Schiller schließlich gegen seinen Willen eine Schule, die er für die folgenden sieben Jahre und 11 Monate nicht mehr verlassen würde.[1]

II) 2. Jugendzeit an der militärischen Pflanzschule und der Weg zum Erfolg (1733-1782)

Die Umstände an der Pflanzenschule wurden geprägt durch die strengen Erziehungsmethoden des Herzogs, die später von Schillers Freund Friedrich Scharffenstein unter dem Wort „Terrorismus“ zusammengefasst wurden. Nachdem Schiller sich zwei Jahre mit seinem Schwerpunktfach Jurisprudenz auseinandergesetzt hatte, wechselte er zur Medizin über, die seine bisherige unaufmerksame und desinteressierte Einstellung in eine fleißige, wissbegierige veränderte. Auch begann der junge Carlsschüler schon früh gemeinsam mit seinen Freunden Hoven, Petersen und Scharffenstein heimlich zu dichten; Vorbilder dabei waren hauptsächlich Klopstock, Shakespeare und Goethe. In dieser Zeit entstand auch das Drama „die Räuber“, welches Schiller berühmt machte.

Im Dezember 1780 durfte Schiller letztendlich nach abgeschlossener Examsarbeit die Carlsschule verlassen. Er blieb jedoch weiterhin als Arzt eines Regiments von Invaliden bei Herzog Carl Eugen angestellt. Schiller sah es als Demütigung an, erneut eine Uniform tragen zu müssen und Reiseverbot zu haben, aber er lies sich davon nicht weiter irritieren und beendete sein Schauspiel „die Räuber“ um es Anfang Juni 1781 anonym in Frankfurt und Leipzig veröffentlichen zu lassen. Die Reaktion darauf folgte Ende Juni in einer ersten Rezension in der Erfurtischen Gelehrten Zeitung mit den Worten: „Haben wir je einen deutschen Shakespeare zu erwarten, so ist es dieser.“[2] Drei Monate später erhielt Schiller den Auftrag von Wolfgang Heribert Freiherr von Dahlberg (Intendant des Mannheimer Nationaltheaters) eine Bühnenfassung zu erstellen, die schließlich nach einigen Veränderungen im Januar 1782 zu der Uraufführung der „Räuber“ führte. Nach weiteren Aufführungen in Hamburg und Leipzig wurde Friedrich Schiller schließlich als berühmter Dichter anerkannt.[3]

II) 3. Flucht und Theaterdichtung in Mannheim (1782-1783)

Um den vollen Erfolg seines Theaterstückes selber zu erleben war Schiller heimlich zweimal nach Mannheim gereist (am 13. Januar und am 25. Mai 1782) ohne dem Herzog Bescheid zu geben, obwohl dies ihm ohne dessen Genehmigung strengstens untersagt war. Und obgleich er auf der einen Seite von seinem zweiter Ausflug nach Mannheim durch die dortige Unterredung mit dem Intendanten Wolfgang Dahlberg (und dessen Vorschlag für ein weiteres Theaterstück, welches der Beginn der Idee zu seinem späteren „Don Karlos“ werden würde) profitierte, blieb seine unerlaubte Reise auf der anderen Seite nicht ohne Konsequenzen: Friedrich Schiller bekam zusätzlich zu einem Gefängnisaufenthalt auf der Hauptwache in Stuttgart (2.Juni-11.Juni 1782) Schreibverbot und es wurde ihm jeglicher Verkehr mit dem Ausland untersagt. Als der Herzog dann noch Schiller gegenüber verlauten ließ „Ich sage, bei Strafe der Kassation, schreib er keine Komödie mehr“[4], sah der junge Dichter keinen anderen Ausweg mehr als aus Württemberg zu fliehen. Gemeinsam mit dem Musiker Andreas Streicher begab sich Friedrich Schiller am 22. September 1782 anonym nach Mannheim. Von dort aus floh er aus Angst vor Nachstellungen von Seiten des Herzogs zu Fuß nach Frankfurt und anschließend in einer Art Kreisbewegung über Oggersheim zurück nach Mannheim und nachdem er am 31. Oktober die Nachricht bekam, dass sein Name endgültig aus dem Regimentsregister gestrichen wurde (Grund: Ausgewichen) kam er am 7. Dezember 1782 schlussendlich nach 65 Stunden Fahrt durch Eis und Schnee „wie ein Schiffbrüchiger“[5] am Gut der Wohlzogen im Nahen Bauerbach an.

Obwohl er dort ohne seinen zurückgelassenen Freund Streicher sehr einsam war, beschloss Schiller in dem kleinen, idyllischen Dorf „nur Dichter“ zu sein und beendete tatsächlich seine „Louise Millerin“, schrieb die Vorrede zu seinem Schauspiel „Fiesco“, schuf Pläne für das Drama „Maria Stuart“ und begann mit seinem „Don Karlos“. Als verzweifelter Versuch seinen bisherigen, angehäuften Schuldenberg durch fest angestellte Arbeit zu verringern, reiste Schiller schließlich aus Bauerbach ab, um sich am 27. Juli 1783 in Mannheim die Aufführung der „Louise Millerin“ anzusehen und um am 1. September 1783 Theaterdichter an der angesehensten Bühne Deutschlands zu werden. Der Vertrag dazu belief sich auf folgende Reglen: Schiller sollte drei Stücke im Jahr liefern und würde dafür mit 300 Gulden Honorar belohnt werden.[6]

II) 4. „ Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient (1783-1787)“

Schillers Glückssträhne hielt jedoch nicht lange an, da in der Nacht vom ersten auf den zweiten September 1783 eine Epidemie ausbrach, die schwere Folgen mit sich zog: sein Freund, der Regisseur Christian Dietrich Meyer, starb noch am 2.September an kaltem Fieber und Schiller selbst erkrankte an Malaria. Aber der junge Dichter gönnte sich keine Ruhe, er setzte sich selbst auf eine Fastenkur, wegen der er ausschließlich Wassersuppen und Unmengen Chinarinde „wie Brot [aß]“[7]. Trotz wiederholter Schwächeanfälle arbeitete er in seinem abgedunkelten Zimmer nächtelang und ohne Pause an seinem „Fiesco“; die Belohnung dafür war die erste Aufführung am 11. Januar 1784, die sich allerdings als Misserfolg herausstellte. Doch dessen ungeachtet musste Schiller um die Vertragsbedingungen als Theaterdichter zu erfüllen noch ein weiteres Stücke abliefern, und so erschien Mitte März sein Drama „Kabale und Liebe“ (ursprünglich Luise Millerin) in Mannheim und nur wenige Wochen später (am13.April 1784) fand die Uraufführung im Mannheimer Stadttheater statt, die ein voller Erfolg wurde.

Doch Schiller ruhte sich nicht auf seinen Errungenschaften aus. Er war bereits mit seinem nächsten Stück beschäftigt, dem „Don Karlos“, an dem er schon über ein Jahr arbeitete und das seiner Meinung nach eine hohe Tragödie werden würde, die alles übertreffen sollte, was er bisher geschrieben hatte. Aber nachdem Ende August sein Vertrag als angestellter Theaterdichter auslief und er aufgrund seiner Schulden um seine Existenz fürchten musste, beschloss Schiller am 9. April 1785 nach Leipzig zu „vier Bewunderern“ zu reisen, die ihm Anfang Dezember des vergangenen Jahres schon Briefe gesendet hatten mit der Bitte, sie in ihrer Heimatstadt besuchen zu kommen. Über fortlaufenden Briefwechsel hatte sich Schiller schon mit dem Leipziger Quartett (Ludwig Ferdinand Huber, Gottfried Körner, Minna und Dora Stock) näher bekannt gemacht; aus den Briefen an Körner stammt auch der berühmte Satz „ Ich schreibe als Weltbürger, der keinem Fürsten dient“[8]. Am 17. April 1785 kam Schiller also in Leipzig an und war überglücklich, in einem Bund von Freunden und Bewunderern zu wohnen, so dass er sich nur wenig Zeit zum Dichten nahm. Am 12. August des gleichen Jahres reisten Körner und die Stock-Schwestern zurück nach Dresden, Schiller und Hubert folgten ihnen am 1. September und dort „wieder einmal angekommen“[9], schrieb Schiller am „Don Karlos“ weiter, gestaltete unter anderem die Eboliszenen und gewann nach und nach immer mehr Interesse an der Posa-Figur, anstatt sich mit der Hauptperson Don Karlos zu identifizieren. In Dresden entstand auch auf Grund Schillers euphorischer Reaktion auf die Wohngemeinschaft mit Hubert seine Ode „an die Freude“, Schillers populärstes Gedicht.

Doch sein Drama „Don Karlos“ war für Schiller bei Weitem nicht so leicht zu schreiben wie seine bisherigen Schauspiele. Er fühlte sich nicht gewachsen, sein begonnenes Werk weiter zu dichten und begann aufgrund dessen mit einem neuen Stück, dem „Geisterseher“. Dazu kam, dass nach knapp acht Monaten in Dresden der Freundschaftsbund brüchig wurde und Schiller realisierte, wie angewiesen er auf andere Personen war. Als der junge Dichter auf einem Maskenball schließlich auf Henriette von Arnim traf, sich in diese verliebte und seinen schon bestehenden Schuldenberg durch Geschenke an Henriette um hunderte weitere Gulden vergrößerte, griff Körner Mitte April ein, indem er beide von einander trennte und ihre Briefe kontrollierte. In Tharandt, dem Ort, in den Körner ihn geschickt hatte, fokussierte Schiller sich nach tagelangem Leiden endlich wieder auf seine literarische Arbeit; sechs Wochen später bekam sein Verleger Georg Joachim Göschen das fertige Manuskripts des Schauspiels „Don Karlos“ zugeschickt. Noch im selben Jahr (1787) erschien die Buchausgabe des „Don Karlos, Infant von Spanien“ in Leipzig, während das Hamburger Schauspielhaus und das Theater in Riga Schillers neuestes Stück aufführen ließen.[10]

II) 5. Schillers weiteres Leben und Tod (1787-1805)

Nachdem Schiller bei einer Reise nach Weimar 1787 nähere Bekanntschaft mit Johann Wolfgang von Goethe machte, heiratete er 1790 seine Verlobte Charlotte von Lengenfeld mit der er die Kinder Karl Friedrich Ludwig (*1794) und Caroline Henriette Luise (*1799) bekam und mit denen er gemeinsam 1799 nach Weimar zog.

Seine Gesundheit war zu dem Zeitpunkt jedoch schon bedenklich geschwächt; 1805 verschlechterte sich sein Zustand weiterhin dramatisch, so dass Friedrich Schiller schließlich am 9. Mai desselben Jahres in Weimar verstarb.[11]

[...]


[1] Siehe Aufenanger, Seite 16-25

[2] Vgl. Aufenanger, Seite 49-50

[3] Siehe Aufenanger, Seite 26-56

[4] Vgl. Aufenanger, Seite 59

[5] Vgl. Aufenanger, Seite 69

[6] Siehe Aufenanger, Seite 56-80

[7] Vgl. Aufenanger, Seite 81

[8] Vgl. Aufenanger, Seite 101

[9] Vgl. Aufenanger, Seite 113

[10] Siehe Aufenanger, Seite 80-126

[11] Siehe http://de.wikipedia.org

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Entstehung des Freiheitsbegriffs von Friedrich Schiller und dessen Verarbeitung im "Don Karlos"
Note
1,7
Jahr
2010
Seiten
12
Katalognummer
V507919
ISBN (eBook)
9783346072214
Sprache
Deutsch
Schlagworte
entstehung, freiheitsbegriffs, friedrich, schiller, verarbeitung, karlos
Arbeit zitieren
Anonym, 2010, Entstehung des Freiheitsbegriffs von Friedrich Schiller und dessen Verarbeitung im "Don Karlos", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507919

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