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Migration in der archaischen Zeit. Die Dorische Wanderung als Gründungsmythos spartanischer Identität?

Title: Migration in der archaischen Zeit. Die Dorische Wanderung als Gründungsmythos spartanischer Identität?

Term Paper (Advanced seminar) , 2019 , 31 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Leonard Conradi (Author)

World History - Early and Ancient History
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Inwieweit lässt sich die Dorische Wanderung als Gründungsmythos spartanischer Identität sehen? Ist die Sage ein Reflex auf die Wanderung?
Um eine plausible Antwort auf die Fragestellung finden zu können, wird nach einer kurzen Erläuterung des recht raren Quellen- und Forschungsstands eine Rekonstruktion der Besiedlungsgeschichte der Peloponnes versucht. In diesem Zusammenhang soll der Zusammenbruch der mykenischen Palastkultur dargestellt werden, um anschließend die Dorische Wanderung und die Verteilung der Dialekte im griechischen Sprachraum zu untersuchen. Nachfolgend werden die Anfänge Spartas thematisiert, bevor der Fokus auf die Heraklidensage bei Diodor, Apollodoros und Herodot gerichtet wird. Auch auf weitere Rezeptionen der Heraklidensage von Thukydides und Plutarch wird Bezug genommen, bevor abschließend im letzten Kapitel der Versuch einer Synthese der Dorischen Wanderung, der Heraklidensage und deren Auswirkungen auf die mythologische Entstehung Spartas unternommen wird.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellen- und Forschungsstand

3. Besiedlungsgeschichte der Peloponnes

3.1 Der Zusammenbruch der mykenischen Palastkultur

3.2 Die Dorische Wanderung und die Verteilung der Dialekte

4. Das frühe Sparta

5. Die Sage von der Rückkehr der Herakliden

5.1 Die Heraklidensage bei Diodor und Apollodoros

5.2 Die Heraklidensage bei Herodot

5.3 Thukydides und Plutarch

6. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen der historischen Dorischen Wanderung und dem Heraklidenspotenzial als Gründungsmythos zur Identitätsstiftung Spartas. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die Heraklidensage als Reflex auf die dorische Einwanderung gedeutet werden kann oder ob sie eine eigenständige, politisch instrumentalisierte Mythenkonstruktion zur Legitimierung spartanischer Hegemonialansprüche darstellt.

  • Rekonstruktion der mykenischen Palastzeit und deren Zusammenbruch
  • Analyse der Dorischen Wanderung und sprachwissenschaftliche Evidenzen
  • Untersuchung der Heraklidensage bei antiken Autoren wie Diodor, Apollodoros, Herodot und Thukydides
  • Frühe Entstehung der spartanischen Identität und deren mythologische Verankerung

Auszug aus dem Buch

3.1 Der Zusammenbruch der mykenischen Palastkultur

Die Mykenische Kultur umfasst die Kultur der späten Bronzezeit und wird in den Zeitraum zwischen 1600 und 1100 v. Chr. datiert. Geographisch beschränkt sie sich überwiegend auf das griechische Festland. Benannt ist sie nach dem Palast von Mykene, impliziert aber auch weitere prunkvolle Paläste bzw. Burgen bei Pylos, in Tiryns und Midea, auf der Akropolis in Athen, in Theben, Orchomenos, Gla und im thessalischen Iolkos sowie in Sparta. Die Relevanz dieser Epoche für die später entstandene griechische Staatenkultur ist hoch:

Noch Jahrhunderte nach dem Ende der ‚Paläste‘ und ihrer Kultur, die schon am Ende des 13. Jh. in einer Welle von Katastrophen untergingen, machten diese […] Bauten großen Eindruck auf die Griechen, die sie ehrfürchtig als Monumente einer glanzvollen heroischen Vergangenheit sahen.

Durch Linear B-Tafeln aus den Gebieten lassen sich Rückschlüsse auf Struktur und Verwaltung ziehen. Hierarchisch waren die Bewohner vermutlich in ein System eingeordnet, welches dem Aufbau einer Pyramide glich. Pächter, Schmiede, Töpfer und DienerInnen bildeten zusammen mit den damo das Fundament ebendieser. Darüber anzusiedeln sind die Aufgaben eines quasiereu, welchem auf lokaler Ebene Verwaltungsaufgaben zukamen. Hierarchisch etwas höher einzuordnen sind der korete, welcher die Abgabe aller Naturalien zu kontrollieren hatte, und ein ranghoher Gefolgsmann, welcher als eqeta bezeichnet wird. Die nächste Stufe hatte der lawagetas, vermutlich eine Art Herzog, inne. An der Spitze der Pyramide stand der wanaka, dessen Rolle der eines Königs und des ruhmreichsten Kriegers entsprach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den Mythos Sparta, dessen Rezeptionsgeschichte und die Relevanz mythischer Konstrukte für die antike Identitätsstiftung.

2. Quellen- und Forschungsstand: Erörterung der prekären Quellenlage hinsichtlich der mykenischen Epoche und der Heraklidensage sowie Einordnung aktueller Forschungspositionen.

3. Besiedlungsgeschichte der Peloponnes: Untersuchung der sozioökonomischen Bedingungen des mykenischen Zusammenbruchs und der Migrationsphänomene während der Dark Ages.

3.1 Der Zusammenbruch der mykenischen Palastkultur: Darstellung der palatialen Struktur der späten Bronzezeit und der Hypothesen zu deren Untergang.

3.2 Die Dorische Wanderung und die Verteilung der Dialekte: Analyse der Sprachverbreitung als Indikator für Wanderungsbewegungen und kritische Würdigung des Modells einer einheitlichen Invasion.

4. Das frühe Sparta: Historische und mythologische Betrachtung der Entstehung Spartas aus dem Zusammenschluss mehrerer Dorfsiedlungen.

5. Die Sage von der Rückkehr der Herakliden: Analyse der Herakliden als zentrale mythische Vorfahren und deren Bedeutung für das Selbstbild des spartanischen Kriegers.

5.1 Die Heraklidensage bei Diodor und Apollodoros: Vergleich der unterschiedlichen Überlieferungen zur Herkunft und Rückkehr der Nachfahren des Herakles.

5.2 Die Heraklidensage bei Herodot: Untersuchung der instrumentellen Verwendung der Sage im Rahmen politischer Streitgespräche bei Plataiai.

5.3 Thukydides und Plutarch: Erörterung der Rezeption der Sage bei den antiken Historikern und deren Verhältnis zu staatlicher Stabilität.

6. Ausblick: Synthese der Ergebnisse zur Frage, ob der Heraklidenmythos als historische Reflexion oder als ideologisches Konstrukt zu werten ist.

Schlüsselwörter

Sparta, Dorische Wanderung, Herakliden, Mykenische Kultur, Griechische Mythologie, Identitätsstiftung, Palastzeit, Ethnogenese, Peloponnes, Antike Historiographie, Hegemonialmacht, Stammstaat, Herakles, Siedlungsgeschichte, Politische Instrumentalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische und mythologische Bedeutung der Dorischen Wanderung und der Rückkehr der Herakliden für die Entstehung und Identität des antiken Sparta.

Welches ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob die Heraklidensage einen tatsächlichen historischen Reflex auf Wanderungsbewegungen darstellt oder ein bewusst geschaffener Gründungsmythos zur Legitimation spartanischer Macht ist.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Themenfelder umfassen die Besiedlungsgeschichte der Peloponnes, den Untergang der mykenischen Palastkultur, die sprachwissenschaftlichen Befunde zu den griechischen Dialekten sowie die literarische Analyse antiker Quellen zur Heraklidensage.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit nutzt eine philologisch-historische Analyse antiker Quellentexte, ergänzt durch archäologische Befunde und ethnogenetische Ansätze der modernen Forschung.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Im Hauptteil werden die verschiedenen Versionen der Heraklidensage bei Autoren wie Diodor, Apollodor, Herodot und Thukydides detailliert gegenübergestellt und kritisch mit den archäologischen Erkenntnissen zur Dorischen Wanderung in Beziehung gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sparta, Dorische Wanderung, Herakliden, Ethnogenese und Identitätsstiftung beschreiben.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Herakliden und Dorern eine wichtige Rolle?

Die Unterscheidung ist deshalb relevant, weil sie aufzeigt, dass antike Autoren wie Herodot durchaus kritisch gegenüber einer simplen Gleichsetzung waren, was die Komplexität der Identitätskonstruktion in Sparta unterstreicht.

Welche Rolle spielt die Linear B-Schrift für die Argumentation?

Die Linear B-Tafeln dienen als Beleg für die hierarchische Struktur und die wirtschaftliche Komplexität der mykenischen Paläste, deren Zusammenbruch den Rahmen für die nachfolgenden dorischen Wanderungsprozesse bildet.

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Details

Title
Migration in der archaischen Zeit. Die Dorische Wanderung als Gründungsmythos spartanischer Identität?
College
University of Münster
Course
Kleinasien - Brückenland zwischen Orient und Okzident
Grade
1,7
Author
Leonard Conradi (Author)
Publication Year
2019
Pages
31
Catalog Number
V507980
ISBN (eBook)
9783346070975
ISBN (Book)
9783346070982
Language
German
Tags
migration zeit dorische wanderung gründungsmythos identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Leonard Conradi (Author), 2019, Migration in der archaischen Zeit. Die Dorische Wanderung als Gründungsmythos spartanischer Identität?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/507980
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