Namika ist eine deutsche Musikerin, die in den letzten Jahren erfolgreich ist. Ihre Texte und Melodien sind wohlklingend und spielen mit der deutschen Sprache. Die Inhalte ihrer Texte sind politisch, gesellschaftskritisch, behandeln aber auch alltägliche Themen wie Liebe, Freundschaft und Familie. Da sie aktuell auf dem Musikmarkt präsent ist, erreichen ihre Stücke besonders junge Menschen. Ihre Texte können literarischen Ansprüchen ebenso standhalten wie klassische Lyrik. So zeigt sich eine Möglichkeit, die Motivation an der Arbeit an Lyrik im Unterricht zu steigern. Die Arbeit an ihren Stücken könnte auch die Weichen stellen, um SchülerInnen klassische Lyrik schmackhaft zu machen. Vielleicht können diese dann in eine moderne Darstellungsweise übertragen werden und das Verständnis für diese Literatur gefördert werden.
Die Idee für eine Unterrichtseinheit zu den literarischen Texten von der Künstlerin Namika hatte ich bereits, als ich mich mit ihrer Musik beschäftigt habe. Durch die Aufklärung über die Merkmale von Migrationsliteratur entstand nun diese didaktische Planung. Bevor ich zu den Überlegungen komme, wie genau der Unterricht gestaltet werden könnte, beschreibe ich die fachlichen Aspekte, welche mir wichtig erschienen. So beginne ich damit, dass ich die Ziele des Literaturunterrichts beschreibe und gehe dann dazu über die Spezifika der Migrationsliteratur wiederzugeben. Wichtig war mir ebenfalls den Leser/ die Leserin über Namika zu informieren. Bevor eine konkrete Planung entstand, habe ich mich über verschiedene Methoden informiert und die für meine Überlegungen relevanten skizziert.
Die Zielgruppe, die ich angestrebt habe, ist die sechste Jahrgangsstufe. Im Vorfeld sollten schon einige Fähigkeiten automatisiert sein, um die eigenständige Arbeit an dieser Lyrik zu gewährleisten. Außerdem ist ein gewisses Vorwissen, was politische und gesellschaftliche Aspekte betrifft, von Vorteil. Ansätze von Differenzierungen sind eingebaut und eine gründlichere Vorbereitung müsste anhand der Lerngruppe spezifiziert werden.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Ziele des Literaturunterrichts
Migrationslietratur
Zum Autor „Namika“
Vorstellung der Methoden
Lesestrategien
Das literarische Gespräch
Didaktische Idee
Vorgehensweise
Fazit
Quellenangaben
Anhang
Liedtext „Hände“ by Namika (feat. Farid Bang)
Liedtext „Que Walou“ by Namika
Liedtext „Nador“ by Namika
Lesestrategien nach Kaspar H. Spinner
Kriterienkatalog/ Leitfragen
Arbeitsblatt 1: zur Analyse eines Textes von Namika
Arbeitsblatt 2: Produktive Aufgabe
Arbeitsblatt 3: Produktive Aufgabe 2
Feedbackregeln
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt eine didaktische Konzeption für den Einsatz von Liedtexten der Künstlerin Namika im Deutschunterricht der sechsten Jahrgangsstufe, um Lesemotivation zu fördern und den Zugang zur Lyrik zu erleichtern. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Überbrückung der Distanz zwischen moderner Popkultur und klassischem literarischen Lernen unter Berücksichtigung der Migrationsliteratur.
- Didaktische Möglichkeiten von Migrationsliteratur im Literaturunterricht.
- Verbindung von kognitiv-orientierten Lesestrategien und subjektiv-orientiertem literarischen Gespräch.
- Förderung von Identitätsbildung und Empathie durch produktionsorientierte Aufgaben.
- Integration aktueller Popmusik als vollwertiger lyrischer Text im Unterrichtskontext.
Auszug aus dem Buch
MIGRATIONSLIETRATUR
Migrationsliteratur ist eng verknüpft mit der Migrationsbewegung in Deutschland. Diese war und ist ein Phänomen des gesellschaftlichen Umbruchs. Es betrifft geographische und soziale Ortswechsel. Gründe für diesen Wechsel sind immer mit der Verbesserung der Lebenssituation verbunden. Der Begriff der Migrationsgesellschaft ist ein konstruiertes Modell, dass auf konkrete Ungleichstellungen hinweist und dazu führen soll, dass ein Ausgleich geschaffen wird. Dieses sollte im Idealfall durch eine wechselseitige Integration gelingen. Alle Mitglieder einer Gesellschaft müssen sich darauf einlassen.
Aus diesen Begebenheiten entstandene Literatur, deren Themen sich um Ungleichheit und Schwierigkeiten der Integration beschäftigen, werden als Migrationsliteratur bezeichnet. Ein weiteres Merkmal sind die Autoren und Rezipienten, die sich mit diesen literarischen Texten beschäftigen. Die Texte behandeln nicht ausschließlich migrationsgesellschaftliche Themen, vielmehr zeigt sich eine Verbindung von spezifischen und allgemeinen Themen. So „bedingt Transkulturalität nicht zwangsläufig den Verlust der ´alten´ und die Übernahme der ´neuen´ Kultur, sondern kann auch in eine bikulturelle Doppelexistenz münden (und damit zu einer multiplen Identität führen) oder die Ausbildung einer hybriden Identität befördern, die Elemente verschiedener Kulturen in sich vereint, vermischt oder daraus etwas Neues gestaltet“ (Rösch, 2007, S.53). Die Betrachtung der Migrationsliteratur findet zu den denselben Aspekten statt, wie Literatur des Kanons. Diese zeigen sich in formal-ästhetische Merkmalen und beschäftigen sich mit inhaltlichen Bedeutungen. „Stilistische Qualität zeigt sich als verdichtete, ästhetisch gestaltete Sprache, im Umgang mit gattungs- und epochenspezifischen Merkmalen oder auf der Ebene der Metaphorik, Motivgestaltung etc.“ (Rösch, 2007, S.54).
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Es wird das Interesse an Namikas Musik begründet und die Zielsetzung dargelegt, mittels dieser Texte Motivation für den Lyrikunterricht in der sechsten Klasse zu wecken.
Ziele des Literaturunterrichts: Das Kapitel definiert Literaturunterricht als Form des Lernens, die weit über Lesemotivation hinausgeht und die Multiperspektivität sowie die Persönlichkeitsbildung der Schüler fördert.
Migrationslietratur: Dieser Abschnitt erläutert den Begriff der Migrationsliteratur und beschreibt deren Merkmale sowie die Bedeutung von Transkulturalität und hybrider Identität.
Zum Autor „Namika“: Hier werden die Biografie und der künstlerische Hintergrund der Rapperin Namika dargestellt, wobei ein Fokus auf autobiografische Motive in ihren Texten gelegt wird.
Vorstellung der Methoden: Das Kapitel vergleicht die zwei didaktischen Pole – rezeptionsorientierte Lesestrategien und subjektiv-orientiertes literarisches Gespräch – und plädiert für deren sinnvolle Ergänzung.
Lesestrategien: Es werden die drei zentralen Problemfelder im Literaturunterricht beschrieben, die durch spezifische Lesestrategien adressiert werden sollen.
Das literarische Gespräch: Die Methode wird als offener Sinnbildungsprozess vorgestellt, der emotionale Eindrücke der Schüler in den Mittelpunkt stellt.
Didaktische Idee: Das Kapitel betont die Notwendigkeit, das Interesse von Jugendlichen an aktueller Musik aufzugreifen, um die Diskrepanz zur schulischen Wahrnehmung von Lyrik abzubauen.
Vorgehensweise: Die konkrete Unterrichtsplanung wird skizziert, inklusive der Phasen von der Rezeption bis zur produktiven Transferleistung.
Fazit: Die Arbeit resümiert, dass der Einsatz von nicht-kanonischer Literatur zwar materialintensiv, aber hochgradig motivierend für die Schüler ist.
Schlüsselwörter
Migrationsliteratur, Namika, Lyrikunterricht, Lesemotivation, Literaturdidaktik, Transkulturalität, Lesestrategien, Literarisches Gespräch, Identitätsbildung, Produktive Aufgaben, Deutschunterricht, Schülernähe, Mehrsprachigkeit, Interkulturalität, Bildungsauftrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung von Liedtexten der Künstlerin Namika für den Deutschunterricht der sechsten Klasse, um Schüler für Lyrik zu begeistern.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Hauptziel ist die Förderung der Lesemotivation durch die Einbindung von moderner Musik in den Literaturunterricht, um so eine Brücke zur klassischen Lyrik zu schlagen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentral sind der Umgang mit Migrationsliteratur, die Anwendung von Lesestrategien nach Kaspar H. Spinner sowie die Durchführung literarischer Gespräche im Klassenzimmer.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf literaturdidaktische Theorien, verknüpft diese mit aktuellen Lehrplänen (Kerncurriculum) und entwirft eine praxisnahe Unterrichtseinheit mit produktiven Aufgaben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Methodik) und die praktische Unterrichtsplanung, welche Schritt für Schritt darlegt, wie Namikas Liedtexte im Unterricht analysiert werden können.
Welche Rolle spielt die Migrationsliteratur in dieser Planung?
Sie dient als inhaltliche Basis, um Themen wie Herkunft, Fremdheit und Identität altersgerecht zu bearbeiten und die Schüler für multikulturelle Perspektiven zu sensibilisieren.
Wie soll die Arbeit von Schülern produktiv umgesetzt werden?
Schüler sollen die Texte in andere Darstellungsformen wie Comics, Kurzgeschichten oder Skizzen überführen, um ihre eigene Deutung visuell oder schriftlich zu dokumentieren.
Wie wird mit der Bewertung von Ergebnissen umgegangen?
Die Autorin stellt einen Kriterienkatalog und Feedbackregeln zur Verfügung, um den Bewertungsprozess transparent zu gestalten und die Selbstreflexion der Schüler zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Gülsah Janßen (Autor:in), 2018, Didaktische Überlegung zu Namikas Lyrik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508139