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Das Gewaltschutzgesetz. Zweck, Analyse, Evaluation

Title: Das Gewaltschutzgesetz. Zweck, Analyse, Evaluation

Seminar Paper , 2019 , 31 Pages , Grade: 12

Autor:in: Miriam Katharina Thiel (Author)

Law - Criminal process, Criminology, Law Enforcement
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Das Gewaltschutzgesetz (GewSchG) trat 2002 infolge der wahrgenommenen Zunahme von Gewalt und Stalking sowie weltweiter politischer Bestrebungen zum Schutze der Frauen in Kraft. Auch wenn das GewSchG beide Geschlechter schützt, so fußte es auf dem Umstand, dass Gewalt gegen Frauen v. a. im häuslichen Bereich lange als untrennbares Verhältnis der Geschlechter hingenommen wurde. Die Polizei beschränkte sich meist auf Streitschlichtung. Frauen konnten nur in Frauenhäusern Schutz suchen. Mit dem GewSchG sollten Betroffene nun einen verbesserten zivilgerichtlichen Schutz bei wiederholter Gewalt und unzumutbaren Belästigungen erfahren.

Aufgabe dieser Arbeit ist es, die Schutzmaßnahmen des Gewaltschutzgesetzes zu analysieren und zu evaluieren, inwieweit der Gesetzgeber 15 Jahre später seine mit dem Gesetz vorgenommenen Ziele erreichen konnte und inwieweit Verbesserungsbedarf besteht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Das Gewaltschutzgesetz – Zweck, Analyse, Evaluation

A. Einleitung

B. Gegenstand der Analyse und Evaluation: Das Gewaltschutzgesetz

I. Inhalt des Gewaltschutzgesetzes

1. Schutzanordnungen (§ 1 GewSchG)

a) Schutzanordnungen bei bestimmten Verletzungen oder Drohung damit (§ 1 I, ggf. i. V. m. II Nr. 1 GewSchG)

b) Schutzanordnungen bei Eindringen in die Wohnung oder befriedetes Besitztum eines anderen oder bei bestimmten unzumutbaren Belästigungen (§ 1 II Nr. 2 a) oder b) i. V. m. I GewSchG)

c) Vorübergehender Zustand der Unzurechnungsfähigkeit (§ 1 III GewSchG)

2. Wohnungszuweisung (§ 2 GewSchG)

3. Strafbewehrung bei Zuwiderhandlung (§ 4 GewSchG)

4. Geltungsbereich und Konkurrenzen (§§ 3, 4 S. 2 GewSchG)

II. Gesetzeszweck

1. Oberziel: Verringerung von Gewalt und unzumutbaren Belästigungen durch Verbesserung des zivilgerichtlichen Schutzes

2. Unterziel I: Schaffung von Rechtssicherheit bezüglich zivilgerichtlicher Schutzanordnungen und Wohnungszuweisungen (§§ 1, 2 GewSchG)

3. Unterziel II: Effektive Durchsetzung durch Strafbewehrung (§ 4 GewSchG)

III. Zwischenbetrachtung

C. Evaluation des GewSchG

I. Durchführung der Evaluation

II. Unterziel I: Schaffung von Rechtssicherheit bezüglich zivilgerichtlicher Schutzanordnungen und Wohnungszuweisungen

1. Maßnahme I: Schaffung einer klaren Rechtsgrundlage für Schutzanordnungen bei bestimmten Verletzungen und der Drohung damit (§ 1 I, ggf. i. V. m. II Nr. 1 GewSchG)

a) Befunde

aa) Kein Schutz der sexuellen Selbstbestimmung

bb) Probleme in der Beweiserbringung

cc) Erfolg des Antrags

dd) Effektivität der Maßnahmen

b) Einflussfaktoren

aa) Antragstellung

(1) Einleitung

(2) Bekanntheits- und Informationsgrad

(3) Hindernisse auf Seite der Antragsteller

(4) Hindernisse auf Seite der Institutionen

(5) Ergebnis

bb) Geschlecht

cc) Kindeswohl

c) Auswertung und Verbesserungsbedarf

2. Maßnahme II: Schaffung einer klaren Rechtsgrundlage für Schutzanordnungen bei Eindringen in die Wohnung oder befriedetes Besitztum eines anderen sowie bei bestimmten unzumutbaren Belästigungen (§ 1 II Nr. 2 a) und b) i. V. m. I GewSchG)

a) Unterschied zu § 238 StGB

b) Befunde

aa) Befristung

bb) Probleme in der Beweiserbringung

cc) Erfolg des Antrags

dd) Effektivität der Maßnahme

c) Auswertung

3. Maßnahme III: Schaffung einer klaren Rechtsgrundlage für die Wohnungsüberlassung (§ 2 GewSchG)

a) Befunde

aa) Einbezug nichtehelicher Lebensgemeinschaften und -partnerschaften

bb) Gesteigerte Situationsangemessenheit

cc) Gefahr des Missbrauchs

dd) Probleme in der Beweiserbringung

ee) Erfolg des Antrags

ff) Effektivität

b) Einflussfaktor: Beantragung einer Wohnungszuweisung nach § 1361b BGB

c) Auswertung und Verbesserungsbedarf

III. Unterziel II: Effektive Durchsetzung durch Strafbewehrung (§ 4 GewSchG)

1. Befunde

a) Hohes Interesse der Opfer an Sanktionierung

b) Forderung nach Erhöhung des Strafrahmens

c) Fehlende Koppelung mit § 1 GewSchG

d) Probleme in der Beweiserbringung

e) Erfolg des Antrags

f) Effektivität

aa) Verstöße bei mehr als einem Drittel der Fälle

bb) Vergleich mit § 238 StGB

2. Auswertung

IV. Oberziel: Verringerung von Gewalt und unzumutbaren Belästigungen

1. Wirkung des GewSchG auf den Täter

2. Verringerung von Gewalt und unzumutbaren Belästigungen in Zahlen

a) Viktimisierungsgrad von Frauen

b) Viktimisierungsgrad von Männern, homosexuellen Personen und Pflegebedürftigen

3. Auswertung

D. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert und evaluiert die Wirksamkeit des Gewaltschutzgesetzes (GewSchG) seit dessen Inkrafttreten im Jahr 2002. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit der Gesetzgeber durch die Einführung zivilrechtlicher Schutzanordnungen und Wohnungszuweisungen sowie strafrechtlicher Sanktionen zur Reduzierung von Gewalt und unzumutbaren Belästigungen beitragen konnte und wo weiterhin Verbesserungsbedarf in der praktischen Anwendung besteht.

  • Zivilrechtliche Schutzmaßnahmen bei Gewalt und Nachstellung (§ 1 GewSchG)
  • Wohnungszuweisungen als Mittel des Opferschutzes (§ 2 GewSchG)
  • Strafrechtliche Absicherung durch das GewSchG (§ 4 GewSchG)
  • Empirische Untersuchung der Wirksamkeit und Beweisschwierigkeiten in der Praxis
  • Evaluation des Opferschutzes für verschiedene vulnerable Gruppen

Auszug aus dem Buch

1. Wirkung des GewSchG auf den Täter

Aus den Aussagen zur Effektivität der Maßnahmen lässt sich herauslesen, dass Gewalt oder unzumutbare Belästigungen trotz Bewilligung einer Maßnahme in vielen Fällen weiter andauert. In diesem Zuge stellt sich die Frage, ob Beschlüsse nach dem GewSchG verhaltenslenkend auf den Täter wirken. Täterexperten sind sich einig, dass Maßnahmen und Verurteilungen nach dem GewSchG eine konstruktive Auseinandersetzung der Täter mit ihrem Verhalten ermöglichen würden. Der Öffentlichmachung und Reaktion gesellschaftlicher Instanzen wie des Gerichts oder der Polizei komme dabei eine ausschlaggebende Funktion zu. Wichtig seien hier eine schnelle Intervention und eine konsequente Durchsetzung der Maßnahmen durch Polizei und Justiz, um ein Signal zu setzen, das die Normalität der Gewalt zu durchbrechen vermag.

Auch würde die Anwendung des GewSchG erst die Möglichkeit eröffnen, dem Täter Beratungsmöglichkeiten an die Hand zu legen, da dieser meist nicht von selbst eine Beratung aufsuchen würde. Wichtig sei außerdem die konsequente Haltung des Opfers, denn viele Opfer wollten sich nicht vom Täter trennen. Täter, deren Gewalt nach einer Anordnung eskalieren würde, stellten eine Minderheit dar.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Entstehungsgeschichte des GewSchG ein und definiert die Aufgabenstellung der Arbeit, die darin besteht, die Maßnahmen des Gesetzes hinsichtlich ihrer Zielerreichung zu analysieren.

B. Gegenstand der Analyse und Evaluation: Das Gewaltschutzgesetz: Dieser Teil gibt einen Überblick über den Inhalt des Gesetzes, insbesondere die Schutzanordnungen und Wohnungszuweisungen, sowie den verfolgten Gesetzeszweck, Gewalt gegen Frauen und Kinder im häuslichen Umfeld zu ächten.

C. Evaluation des GewSchG: Das Hauptkapitel wertet empirische Daten zur Anwendung der Schutzmaßnahmen aus, beleuchtet Beweisschwierigkeiten in der Praxis und untersucht die Effektivität der verschiedenen Regelungen bei unterschiedlichen Täter-Opfer-Konstellationen.

D. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass das GewSchG zwar ein hilfreiches Instrumentarium bietet, jedoch trotz Erfolgen bei Frauen weiterhin Probleme bei der Durchsetzung und den Rücknahmeraten bestehen, was eine Sensibilisierung aller Institutionen erfordert.

Schlüsselwörter

Gewaltschutzgesetz, GewSchG, Häusliche Gewalt, Stalking, Opferhilfe, Wohnungszuweisung, Schutzanordnung, Strafbewehrung, zivilrechtlicher Schutz, Prävention, Familiengericht, Viktimisierung, Beweislast, Rechtsunsicherheit, Intervention.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das grundlegende Thema der Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Gewaltschutzgesetz (GewSchG), dessen Zweck, den einzelnen Schutzmaßnahmen und einer Evaluation, ob diese Maßnahmen tatsächlich zum Schutz vor Gewalt und Belästigungen beitragen.

Welche zentralen Themenbereiche werden untersucht?

Die zentralen Felder sind zivilrechtliche Schutzanordnungen wie Kontakt- und Näherungsverbote, die Zuweisung von Wohnungen bei häuslicher Gewalt sowie die strafrechtliche Durchsetzung bei Verstößen.

Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Untersuchung?

Das Ziel ist die Analyse und Evaluation der gesetzlichen Maßnahmen, um zu prüfen, ob der Gesetzgeber seine mit dem GewSchG verfolgten Ziele erreicht hat und wo weiterhin Verbesserungsbedarf für einen effektiven Opferschutz existiert.

Welche methodische Vorgehensweise liegt der Arbeit zugrunde?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse von Gesetzesgrundlagen, wissenschaftlicher Literatur sowie der Auswertung empirischer Daten und Befragungen zu Fallzahlen, Wirksamkeit und praktischen Anwendungsproblemen der Schutzmaßnahmen.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil?

Im Hauptteil werden die einzelnen Schutzmaßnahmen detailliert analysiert, Probleme bei der Beweiserbringung diskutiert, die Wirksamkeit der Sanktionen betrachtet und die Entwicklung der Gewaltkriminalität statistisch in den Kontext des GewSchG gesetzt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Gewaltschutzgesetz, häusliche Gewalt, Stalking, Schutzanordnung, Wohnungszuweisung und Opferschutz.

Wie bewertet die Autorin die Situation für Betroffene in homosexuellen Partnerschaften?

Die Arbeit stellt fest, dass Betroffene in homosexuellen Partnerschaften in der Praxis der Gewaltschutzverfahren sehr unterrepräsentiert sind, weist jedoch darauf hin, dass dies nicht mit einer geringen tatsächlichen Gewaltbetroffenheit gleichzusetzen ist.

Warum ist das Kindeswohl im Kontext des Gewaltschutzgesetzes relevant?

Das Kindeswohl spielt bei der Beantragung von Wohnungszuweisungen eine wichtige Rolle. Die Arbeit zeigt auf, dass es zwar früher als Antragsgrund für Schutzanordnungen häufiger genannt wurde, heute aber aufgrund anderer Möglichkeiten für Erwachsene eine andere Gewichtung einnimmt.

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Details

Title
Das Gewaltschutzgesetz. Zweck, Analyse, Evaluation
College
LMU Munich
Grade
12
Author
Miriam Katharina Thiel (Author)
Publication Year
2019
Pages
31
Catalog Number
V508187
ISBN (eBook)
9783346072344
ISBN (Book)
9783346072351
Language
German
Tags
Gewaltschutzgesetz Häusliche Gewalt Stalking
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Miriam Katharina Thiel (Author), 2019, Das Gewaltschutzgesetz. Zweck, Analyse, Evaluation, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508187
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