Die Arbeit geht der Frage nach, ob sich in den vier Evangelien glaubhafte Darstellungen der Auferstehung Jesu von den Toten und von Jesu Himmelfahrt finden lassen.
Während eines Gottesdienstes werden die Besucher regelmäßig vom Pfarrer oder der Pfarrerin dazu aufgerufen, mit ihm/ihr gemeinsam das Glaubensbekenntnis zu sprechen. Über viele Jahre hinweg habe ich bei meinen Gottesdienstbesuchen die Worte dieses Bekenntnisses mitgesprochen, habe jedoch in den letzten Jahren einzelne Sätze oder Worte verschwiegen, weil sie meinem Glaubensverständnis nicht mehr entsprechen. Hatte ich das Glaubensbekenntnis in jüngeren Jahren noch mitgesprochen, ohne mir Gedanken über dessen Inhalt zu machen – ich hatte es halt im Konfirmandenunterricht einst so gelernt, in dem die Fähigkeit, es auswendig rezitieren zu können, Voraussetzung für das Bestehen der Konfirmandenprüfung war – wobei es für mich keine Verbindung zu meiner damaligen Lebenswelt hatte, so habe ich jetzt, in fortgeschrittenem Lebensalter, das Bedürfnis, mir darüber Klarheit zu verschaffen, was sich hinter den formelhaft rezitierten Worten des christlichen Glaubensbekenntnisses verbirgt, welche Bedeutung die Worte haben: „Ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erden, und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn, empfangen vom Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage wieder auferstanden von den Toten, aufgefahren gen Himmel; er sitzt zur rechten Hand Gottes, von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung des Fleisches und das ewige Leben.“
Inhaltsverzeichnis
I. Von der Grablegung Jesu zur Auffahrt des von den Toten auferweckten Jesus in den Himmel
I.1 Josef von Aritmathäa und Jesu Grablegung
I.2 Auferstehung Jesu von den Toten und Jesu Himmelfahrt
Matthäusevangelium (Mt. 27,57 – 28,20)
Markusevangelium (Mk. 15,42 – 16,8)
Lukasevangelium ( Lk. 23,50 – 24,52 )
Die Erlebnisse der „Emmausjünger“ ( Lk. 24,13 – 38 )
Jesu Erscheinung vor den Jüngern
Johannesevangelium ( Joh. 19,38 – 21,25 )
Der ungläubige Thomas
Der Auferstandene am See Tiberias
Petrus und Johannes
II. Deutungen der von den Evangelisten geschilderten Ereignisse nach Jesu Tod unter Berücksichtigung von Elementen des damals unter Griechen und Juden herrschenden Volksglaubens
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch die Berichte der vier Evangelien bezüglich der Ereignisse nach der Kreuzigung Jesu, mit dem Ziel, den Wahrheitsgehalt der Schilderungen von Auferstehung und Himmelfahrt zu prüfen und eine alternative Erklärung für das Verschwinden des Leichnams zu diskutieren.
- Analyse der Evangelienberichte zu Jesu Grablegung, Auferstehung und Himmelfahrt.
- Kritische Hinterfragung der Zeugenschaft und der Glaubwürdigkeit der biblischen Texte.
- Untersuchung des Einflusses antiker griechisch-jüdischer Volksglaubensvorstellungen.
- Hypothese zur Rolle von Josef von Arimathäa beim Transfer des Leichnams nach Galiläa.
Auszug aus dem Buch
I.1 Josef von Aritmathäa und Jesu Grablegung
Wenn die Evangelisten darüber berichten, was nach dem Tode Jesu am Kreuz mit seinem Leichnam geschehen ist, berichten sie über Ereignisse, die für das, was sich nach dem Tod gewöhnlicher verstorbener Juden ereignet, sehr untypisch ist. Kein Evangelist berichtet über eine Trauerfeier für den verstorbenen Jesu unter Beteiligung seiner Angehörigen, wie sie für verstorbene Juden typisch ist; es wird lediglich über eine einfache Grablegung (Beerdigung) des Verstorbenen, ohne jegliches Zeremoniell berichtet. Die Grablegung erfolgt nicht etwa durch dessen Angehörige, sondern durch einen Familienfremden, einen Mann, von dem wir bisher in den Evangelien noch nichts gehört haben. Erstmals tritt uns Josef aus Aritmathäa entgegen, dessen große Stunde im Geschehen nach Jesu Tod jetzt schlägt.
Dem Wirken des Josef aus Arimathäa kommt eine Bedeutung zu, die über das, was die Evangelisten darüber berichten, weit hinausgeht, weshalb wir uns mit seiner Person und seinem Handeln ausführlicher, als es die Evangelisten tun, beschäftigen wollen. Josef, der aus Arimathäa, anscheinend einem kleinen Ort in Galiläa, das ich auf einer Karte biblischer Ortnamen nicht finden konnte, stammt, ist ein reicher Ratsherr, ich nehme an, in Jerusalem, da es in kleinen Ortschaften, wie Arimathäa, sicherlich keine Gremien gibt, in denen Ratsherren tätig sind. Josef sympathisiert mit der Lehre Jesu, ist vielleicht sogar, wenn man dem Evangelisten Johannes folgt, heimlich ein Jünger Jesu,; deshalb heimlich, weil ihm, wenn die einflussreichen Hohenpriester von seiner Mitgliedschaft im Kreis der Jesusanhänger erfahren würden, möglicherweise der Verlust seines Amtes oder Schlimmeres drohen würde.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Von der Grablegung Jesu zur Auffahrt des von den Toten auferweckten Jesus in den Himmel: Das Kapitel untersucht die Ereignisse von der Grablegung bis zur Himmelfahrt und analysiert die Darstellung der Evangelisten kritisch auf ihre Plausibilität und historische Authentizität.
I.1 Josef von Aritmathäa und Jesu Grablegung: Hier wird die Rolle des Josef von Arimathäa beleuchtet, der als einziger den Leichnam Jesu beisetzt, wobei die Vermutung aufgestellt wird, dass er diesen heimlich nach Galiläa verbrachte.
I.2 Auferstehung Jesu von den Toten und Jesu Himmelfahrt: Dieser Abschnitt analysiert die verschiedenen Berichte der vier Evangelisten über die Erscheinungen des vermeintlich Auferstandenen und hinterfragt die Zeugenaussagen sowie die biblischen Missionsaufträge.
II. Deutungen der von den Evangelisten geschilderten Ereignisse nach Jesu Tod unter Berücksichtigung von Elementen des damals unter Griechen und Juden herrschenden Volksglaubens: Das Kapitel setzt die biblischen Berichte in den Kontext antiker griechisch-jüdischer Mythen über den Abstieg ins Totenreich und himmlische Aufstiege, um die literarische Gestaltung der Texte zu erklären.
Fazit: Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass die Evangelien keine Beweise für eine tatsächliche Auferstehung oder Himmelfahrt liefern und die Berichte auf Mythen und der Ausnutzung der Leichtgläubigkeit durch Betrüger basieren könnten.
Schlüsselwörter
Evangelien, Auferstehung, Himmelfahrt, Jesus, Josef von Arimathäa, Grablegung, Volksglaube, historische Kritik, Apostel, Missionsbefehl, Grab, Galiläa, antike Mythen, Zeugenaussagen, Glaubensbekenntnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Abhandlung im Kern?
Die Arbeit untersucht kritisch die biblischen Berichte über die Ereignisse nach Jesu Tod am Kreuz, um den Wahrheitsgehalt der Erzählungen über Auferstehung und Himmelfahrt aus rationaler Sicht zu hinterfragen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Analyse der Grablegung, der Bewertung der Zeugenaussagen in den vier Evangelien sowie der Einbettung dieser Ereignisse in den damaligen hellenistisch-jüdischen Volksglauben.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die biblischen Erzählungen über Auferstehung und Himmelfahrt eher als literarische Dichtungen anzusehen sind und dass eine alternative, natürliche Erklärung (der Transport nach Galiläa) wahrscheinlicher ist.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Der Autor nutzt eine historisch-kritische Methode, die biblische Texte analysiert, Unstimmigkeiten in den Berichten aufdeckt und diese im Kontext antiker Weltbilder und kultureller Einflüsse interpretiert.
Was bildet den inhaltlichen Schwerpunkt im Hauptteil?
Im Hauptteil werden die Berichte der vier Evangelien einzeln auf ihre Schilderung der Grabentdeckung, der Erscheinungen Jesu vor den Jüngern und der Himmelfahrt hin untersucht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Zu den zentralen Begriffen zählen Evangelienanalyse, Auferstehungsglaube, historische Kritik, Josef von Arimathäa und die Hinterfragung antiker Wundererzählungen.
Warum bezweifelt der Autor die Identität des auferstandenen Jesus in den Texten?
Der Autor argumentiert, dass die Jünger den vermeintlichen Jesus oft nicht sofort erkannten, er Wundmale vorzeigen musste und sein Verhalten (wie das Verschwinden nach der Begegnung) eher auf einen Betrüger hindeutet als auf eine göttliche Erscheinung.
Wie erklärt die Arbeit das leere Grab Jesu?
Anstatt von einem wundersamen Ereignis auszugehen, stützt sich der Autor auf die Theorie, dass Josef von Arimathäa den Leichnam Jesu heimlich aus dem Grab entfernen und in dessen Heimat Galiläa überführen ließ.
- Citation du texte
- Dr. Harald Schütz (Auteur), 2019, Auferstehung und Himmelfahrt Jesu im Lichte der vier Evangelien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508189