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Auswirkungen von Mathematikangst auf die Schulleistung

Titel: Auswirkungen von Mathematikangst auf die Schulleistung

Hausarbeit , 2019 , 21 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Theresa Bauer (Autor:in)

Pädagogik - Der Lehrer / Pädagoge
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit wird der Zusammenhang zwischen Mathematikangst und der Schulleistung näher beleuchtet. Ziel dieser Ausarbeitung ist die Ableitung von Handlungsempfehlungen hinsichtlich der Mathematikangst in Bezug auf die Fallvignette "Tim". Bevor die Fallvignette und das Konstrukt der Mathematikangst näher vorgestellt werden, folgt zunächst eine Diskussion bezüglich subjektiver Theorien im Lehrberuf.

Prüfungen und prüfungsähnliche Situationen begleiten Menschen ihr ganzes Leben lang. Insbesondere in der Schulzeit, in der beruflichen Ausbildung und im Studium entscheiden Prüfungen in hohem Maße über die berufliche Laufbahn eines Individuums. Die hohe Bedeutsamkeit von Prüfungsergebnissen spiegelt den hohen Stressfaktor und die zum Teil gravierende Rolle von Angst in Prüfungssituationen wider. Neben allgemeinen schulbezogenen Ängsten können sich vor allem auch schulfachspezifische Leistungsängste entwickeln, die sich nur auf einen bestimmten schulischen Teilbereich beziehen. Eine Vielzahl der Schüler/innen weist eine Angst in logisch-analytischen Fächern auf - eine sogenannte Mathematikangst - die jedoch nicht nur im schulischen Lern- und Leistungsumfeld, sondern auch in Alltagssituationen auftreten kann.

Grundsätzlich besteht heutzutage ein großer Bedarf an mathematisch gut ausgebildeten Fachkräften, weshalb mathematische Kompetenzen für den schulischen und beruflichen Erfolg von hoher Bedeutung sind. Der Erwerb von Kompetenzen als Ziel des lebenslangen Lernens ist ein wichtiger Bestandteil in der beruflichen Bildung. Deshalb hat der von beruflichen Schulen angestrebte Bildungsauftrag zum Ziel, ein differenziertes Bildungsangebot zu gewährleisten, eine individuelle Förderung der Schüler/innen sicherzustellen sowie den Erfordernissen der Arbeitswelt gerecht zu werden, was wiederum gute diagnostische Kompetenzen der Lehrkräfte voraussetzt. Jedoch weisen Schüler/innen zunehmend Teilleistungsschwächen in Mathematik auf, was sich auch in den Ergebnissen der PISA-Studie zeigt. Es berichten 30 Prozent der 15-jährigen Schüler/innen, dass sie während des Rechnens sehr nervös werden und sich hilflos fühlen. Die Konfrontation mit mathematischen Sachverhalten ist häufig mit negativen Emotionen verbunden und löst bei vielen Menschen Angst aus.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Subjektive Theorien von Lehrkräften

3 Fallvignette und Hypothesenbildung

4 Theoretischer Hintergrund

4.1 Begriffsabgrenzung „Prüfungsangst“ und „Mathematikangst“

4.2 Diagnostische Methoden

5 Handlungsempfehlungen

5.1 Positive Fehlerkultur in mathematischen Unterrichtsfächern

5.2 Individualisierung in mathematischen Unterrichtsfächern

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Mathematikangst und der Schulleistung am Beispiel der Fallvignette „Tim“. Ziel ist die theoretische Fundierung des Konstrukts Mathematikangst sowie die Ableitung konkreter, handlungspraktischer Empfehlungen für den Unterricht, um die Leistungsfähigkeit des Schülers in logisch-analytischen Fächern durch gezielte Förderung zu verbessern.

  • Analyse subjektiver Theorien im Lehrberuf und deren Einfluss auf die Unterrichtsgestaltung.
  • Differenzierung zwischen allgemeiner Prüfungsangst und fachspezifischer Mathematikangst.
  • Diagnostische Möglichkeiten zur Identifikation von Mathematikangst bei Lernenden.
  • Förderstrategien durch Etablierung einer positiven Fehlerkultur.
  • Individualisierung des Unterrichts als Mittel zur Leistungssteigerung.

Auszug aus dem Buch

4.1 Begriffsabgrenzung „Prüfungsangst“ und „Mathematikangst“

Bevor das Konstrukt „Mathematikangst“ näher beleuchtet wird soll zunächst allgemein der Begriff „Angst“ definiert werden. Das Wort „Angst“ beschreibt „ein unangenehmes Gefühl, das in Situationen auftritt, die als bedrohlich eingeschätzt werden“ (SCHWARZER 2000, 88). Nach dem Trait-State-Modell von Spielberger (1972) lassen sich zwei Arten von Angst unterscheiden: Zum einen die Angst als Zustand („state anxiety“), die sich als vorübergehender situationsabhängiger Emotionszustand äußert. Diese Angst bezieht sich auf bestimmte Situationen in der ein Mensch Angst hat, zum Beispiel vor einer Prüfung. Zum anderen die Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal („trait anxiety“), die sich beispielsweise als chronische persönlichkeitsspezifische Prüfungsangst zeigt (SPIELBERGER 1972, 482ff.). Der Begriff „Prüfungsangst“ wird in der Literatur als eine „anhaltende und deutlich spürbare Angst in Prüfungssituationen und/oder während der Zeit der Prüfungsvorbereitung [bezeichnet], die den Bedingungen der Prüfungsvorbereitung und der Prüfung selbst nicht angemessen ist. Die Angst äußert sich auf den Ebenen Verhalten, Emotion, Kognition und Physiologie …“ (SALMON 1990, 2ff.). Die Prüfungsangst wird zu den sozialen Ängsten gezählt und gilt nicht als eigenständige psychische Störung (PIXNER & KAUFMANN 2013, 111). Der Zusammenhang zwischen dem zweidimensionalen Konstrukt der Prüfungsangst und der Schulleistung lässt sich durch das Zwei-Komponenten-Modell von Liebert und Morris (1967) erklären. Das Modell unterscheidet zum einen die kognitive Komponente („worry“), welche durch Selbstzweifel und einer negativen Beziehung zur Leistung charakterisiert ist. Und zum anderen die emotionale Komponente („emotionality“), welche die Wahrnehmung eines Erregungszustandes beschreibt und durchaus auch leistungsförderlich sein kann (LIEBERT & MORRIS 1967, 975ff.).

Außerdem lässt sich eine Prüfungsangst in vielen Fällen mit bestimmten Fächern in Verbindung bringen (ebd., 113) und kann je nach Unterrichtsfach unterschiedliche Ausprägungen aufweisen (SCHUDE 2015, 1). Eine schulfachspezifische Prüfungsangst kann beispielsweise in Lern- und Leistungssituationen in mathematischen Fächern auftreten, was speziell als Mathematikangst bezeichnet wird (KUCIAN 2017, 221). Eine Mathematikangst wirkt sich, ähnlich wie eine Prüfungsangst, auf der physiologischen, kognitiven und verhaltensmäßigen Ebene aus (KRINZINGER & KAUFMANN 2006, 160).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Mathematikangst ein, beleuchtet deren Relevanz für den schulischen Erfolg und legt das Ziel der Arbeit fest, Handlungsempfehlungen für den Fall „Tim“ abzuleiten.

2 Subjektive Theorien von Lehrkräften: Hier werden die Funktionen subjektiver Theorien von Lehrpersonen bei der Urteilsbildung und der Unterrichtsgestaltung diskutiert, wobei auch mögliche Urteilsfehler thematisiert werden.

3 Fallvignette und Hypothesenbildung: Dieses Kapitel stellt den Fall „Tim“ vor, analysiert dessen Verhalten in kaufmännischen Fächern und leitet die zentrale Hypothese ab, dass Mathematikangst die Schulleistung negativ beeinflusst.

4 Theoretischer Hintergrund: Es erfolgt eine wissenschaftliche Einordnung der Mathematikangst durch Begriffsabgrenzung zur Prüfungsangst sowie eine Darstellung diagnostischer Vorgehensweisen im schulischen Kontext.

5 Handlungsempfehlungen: Hier werden didaktische Strategien wie die Etablierung einer positiven Fehlerkultur und Individualisierungsmaßnahmen zur gezielten Förderung von Schülern wie Tim vorgestellt.

6 Fazit: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die Hypothese, dass eine Kombination aus positiver Fehlerkultur und individueller Förderung die Mathematikangst reduzieren kann.

Schlüsselwörter

Mathematikangst, Schulleistung, Prüfungsangst, Fallvignette, Lehrprofessionalität, Didaktik, Fehlerkultur, Individualisierung, Pädagogische Diagnostik, Lernmotivation, Emotionen, Berufsschule, Förderplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Analyse und Reduzierung von Mathematikangst bei Schülern am Beispiel eines konkreten Fallbeispiels („Tim“) in einer Berufsschule.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der pädagogischen Diagnostik von Ängsten, der Psychologie des Lernens, der Bedeutung einer positiven Fehlerkultur sowie Methoden der Individualisierung im Unterricht.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Ableitung von handlungspraktischen Empfehlungen für eine Lehrkraft, um die Mathematikangst eines Schülers zu mindern und dessen schulische Leistung zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse sowie eine fallbasierte Vorgehensweise, bei der diagnostische Modelle und pädagogische Konzepte auf die spezifische Situation von „Tim“ angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Diskussion zu subjektiven Theorien von Lehrkräften, eine theoretische Aufarbeitung des Begriffs Mathematikangst und die Entwicklung von Förderkonzepten für den Fachunterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Mathematikangst, Individualisierung, Fehlerkultur, pädagogische Diagnostik und berufliche Bildung.

Welche Rolle spielt die Fehlerkultur bei Tims Mathematikangst?

Eine positive Fehlerkultur soll Tim helfen, Fehler nicht als Versagen zu interpretieren, sondern als notwendigen Bestandteil des Lernprozesses, wodurch der Druck gemindert und die Freude am Lernen gefördert wird.

Wie unterscheidet sich die Mathematikangst bei Tim von einer allgemeinen Prüfungsangst?

Während Tim in anderen Bereichen gute Leistungen zeigt, treten seine Ängste und physischen Symptome spezifisch bei logisch-analytischen Aufgaben auf, was auf eine fachspezifische Ausprägung hindeutet.

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Details

Titel
Auswirkungen von Mathematikangst auf die Schulleistung
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Lehrprofessionalität
Note
1,3
Autor
Theresa Bauer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V508530
ISBN (eBook)
9783346072900
ISBN (Buch)
9783346072917
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lehrprofessionalität Mathematikangst Dyskalkulie Schulleistung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Theresa Bauer (Autor:in), 2019, Auswirkungen von Mathematikangst auf die Schulleistung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508530
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Leseprobe aus  21  Seiten
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