Der Aufstieg der House- und Technokultur in den Mainstream


Seminararbeit, 2019
29 Seiten, Note: 1.3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1. DJ
2.2. Kultur
2.3. DJ-Kultur
2.4. House Musik
2.5. Underground / Mainstream
2.6. Rave / Raver
2.7. Musikgenres

3. Geschichte der House Kultur
3.1. Chicago House
3.2. Acid-House & Detroit-Techno
3.3. Der Aufstieg von House
3.4. Rave-Musik
3.5. Love Parade

4. Gründe für den Aufstieg der House- und Techno-Musik im Underground
4.1. Wirkung von Techno auf den Menschlichen Organismus
4.2. Techno und Drogen
4.3. Wie tickt der Raver?
4.4. Techno und der wirtschaftliche Aspekt

5. Techno Anfang der 2000er

6. Electronic Dance Music

7. Fazit

8. Literaturverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Übersicht Musikgenres

(Quelle: Volkwein, Barbara (1999): Es macht Bleep.)

Abbildung 2: Rhythm Controll, My House

(Quelle: https://www.discogs.com/Rhythm-Controll-My-House/release/149626)

Abbildung 3: J.M. Silk, Music is the Key

(Quelle: https://www.discogs.com/JM-Silk-Music-Is-The-Key/release/2395589)

Abbildung 4: Marshall Jefferson, Move your Body

(Quelle: https://www.discogs.com/Marshall-Jefferson-And-On-The-House-Move-Your-Body-The-Original-DJ- International-Recording/release/65198)

Abbildung 5: Steve "Silk" Hurley, Jack Your Body

(Quelle: https://www.discogs.com/Steve-Silk-Hurley-Jack-Your-Body/master/40458)

Abbildung 6: Mr. Fingers, Can you Feel It

(Quelle: https://www.discogs.com/Mr-Fingers-Washing-Machine/release/1948)

Abbildung 7: Phuture, Acid Tracks

(Quelle: https://www.discogs.com/Phuture-Acid-Tracks/release/1949)

Abbildung 8: Jolly Roger, Acid Man

(Quelle: https://www.discogs.com/Jolly-Roger-Acid-Man-Original-Mix/release/355326)

Abbildung 9: Rythim is Rythim , Nude Photo

(Quelle: https://www.discogs.com/Rythim-Is-Rythim-Nude-Photo/release/4282)

Abbildung 10: Blake Baxter, When we used to play

(Quelle: https://www.discogs.com/Blake-Baxter-When-We-Used-To-Play/release/2109)

Abbildung 11: Juan Atkins, Model 500

(Quelle: https://www.discogs.com/Model-500-The-Chase/master/5325)

1. Einleitung

David Guetta, Robin Schulz, Calvin Harris und Co., sie genießen heute das Ansehen von Popstars. Heute bestimmen sie den Musikmarkt und kassieren gewaltige Summen bei ihren Auftritten. Es sind DJs einer DJ-Kultur, die ihre ersten Anfänge in den frühen 80er nahm und bis heute anhält: House! Doch was hat diese Musikkultur so populär gemacht? Was sind die Gründe für den Aufstieg in den Mainstream?

Diese Studienarbeit soll die Gründe dafür aufzeigen und einen erweiternden Einblick in die Entstehung der Housekultur und der daraus entstandenen Technokultur liefern. Es ist eine jahrzehntelange Reise vom Underground in den Mainstream, wo damals House nur in der Gay-Szene ihre Anerkennung fand und dann die Herzen der breiten Öffentlichkeit eroberte.

Am Anfang dieser Arbeit werden Begriffe wie DJ, Kultur, Underground, etc. erläutert, um als Außenstehender leichter in das Thema hinein zu finden. Neben dem geschichtlichen Entstehungsteil, der das erste Kapitel der Arbeit schmücken wird, wird auf die möglichen Gründe für den Aufstieg der House- und Technokultur im Underground eingegangen. Hierbei werden neben physikalischen und gesellschaftlichen Erklärungen auch politische Ereignisse als Gründe in die Arbeit miteinfließen. Außerdem wird auch auf das Denken der sogenannten Raver eingegangen, um mögliche Gründe für den Erfolg dieser Kultur zu finden.

Danach werden die letzten Jahrzehnte der House- und Technokultur behandelt, welche durch die Digitalisierung beeinflusst wurden.

Somit handelt das letzte Kapitel über den Durchbruch der elektronischen Musik im Mainstream. Hierbei werden mögliche Gründe für den entstandenen Hype erörtert und zum Schluss ein Fazit über die beschriebenen Kapiteln gezogen und alle wesentlichen neuen Erkenntnisse zusammengefügt.

2. Definitionen

2.1. DJ

Der Begriff DJ ist eine Abkürzung für das englische Wort Discjockey, welches sich aus dem Wort „disc“ (deutsch: „Scheibe“) und „jockey“ (deutsch: „Handlanger“) zusammensetzt.1 Hierbei handelt es sich laut Poschardt um eine Person, welche „[s]ich um Platten kümmert“.2 Heute ist diese Erklärung jedoch nur noch zum Teil richtig, da zum Beispiel viele DJs oft auf digitale Medien wie MP3 zurückgreifen, was auch allgemein bekannt ist.

Außerdem gelten viele DJs heutzutage als Künstler und Musikproduzenten, die „[d]urch eigene musikalische Kreationen hervorstechen“3 und zum Beispiel mit ihrer Musikauswahl und Übergänge „[i]hr Publikum zu begeistern wissen“.4

Somit ist die Abkürzung DJ in unserer Zeit ein mehrdeutiger Begriff geworden, welcher nicht mehr eindeutig zu definieren ist.

2.2. Kultur

Kultur stammt aus dem lateinischen Begriff colere, welcher bebauen sowie veredeln bedeutet.5 Dieses Wort lässt sich wie der vorherige Begriff nicht eindeutig definieren: „Vielmehr finden sich weite und enge Definitionen des Kulturbegriffes in großer Anzahl, die je nach wissenschaftlichem Forschungsgebiet verschiedene Schwerpunkte setzen“6

Somit lässt sich je nach Betrachtung verschiedene Definitionen von Autoren dafür finden. Während Alexander Rausch sich in seiner Diplomarbeit unter anderem auf Günter/Rutzen (1979) bezieht:

„Kultur

- ist die Art, wie wir leben;
- ist etwas, was einer meist nicht allein machen kann;
- ist die Entwicklung der gesamten sozialen Lebensverhältnisse;
- ist auch Anti-Konsum;
- ist Selbermachen (selber etwas säen, ernten, füttern und sorgen, sammeln, lagern und zurichten, selber Geschichten erzählen, ...)“7 bezieht sich Barbara Wimmer auf Raymond Williams, für den „[K]ultur eine Referenz zur Kunst und zum künstlerischen Schaffen (z.B. Musik, Theater, Film und Malerei) sowie zu dem Produkt, welches daraus entsteht“8 ist.

Ebenfalls wird von Raymond Williams Kultur als „Way of Life“ bezeichnet, worunter die Autorin schlussfolgert, dass „[A]spekte wie Styling, Verhalten, Wohnort, Sprache, Glaubens-einstellung etc.“9 als Teil einer Kultur angesehen werden kann. Somit kann der Begriff Kultur je nach Autor unterschiedliche Bedeutungen haben, dessen Standpunkt festzulegen ist. In dieser Studienarbeit wird das Wort Kultur in Form von musikalischen und gesellschaftlichen Bewegungen genutzt, welche im Wandel der Zeit entstanden sind und sich verändert haben.

2.3. DJ-Kultur

Der Begriff DJ-Kultur kann als eine gesellschaftliche Bewegung gesehen werden, welche versucht ein Publikum mit der richtigen Handhabung von Plattenspielern/DJ-Playern zu begeistern, deren Anfänge bis hin zur Entstehung des Radios (1906) zurückreicht.10 Dass dieser Trend mittlerweile nicht nur auf der ganzen Welt angekommen ist sondern sich auch gut verkaufen lässt bestätigt Barbara Wimmer in ihrer Diplomarbeit: „Das Instrument „Turntable“ verkauft sich mittlerweile dreimal so oft wie eine Gitarre.“ 11

So soll sich die DJ-Kultur im Laufe der Zeit zum Teil im Alltagsleben verbreitet und bekannte DJs große Bewunderung bei jungen Menschen ausgelöst haben, wodurch so mancher DJ heute das Ansehen eines Rockstars genießt und die junge Generation nach Nachahmung schreit.12

2.4. House Musik

Da House Musik heutzutage nur als ein Oberbegriff für viele einzelne Musikrichtungen wie Deep House, Bass House, Tech House, etc. angesehen werden kann, die sich je nach Stilrichtung unterscheidet, wird dieser Begriff nur im allgemeinen definiert. House Musik ist ein „Musikstil aus Nordamerika, der Funk- und Soulelemente mit stark akzentuierten, aufrüttelnden Rhythmen verbindet und bei den dazu Tanzenden ein Trancegefühl erzeugen soll.“13 Typisch für House ist ein 4/4 Takt mit einem bestimmten Rhythmus, der sich grundsätzlich aus Schlagzeugelementen wie Bassdrum, Snare, HiHat und einem Grundbeat zusammensetzt. Ebenfalls können verschiedene Tonerzeuger (Syntheziser), Samples und andere musikalische Elemente sowie Effekte in dieser Musik vorkommen, wie sich zum Beispiel im Werk „'Takin' Over'“ von Illyus & Barrientos erkennen lässt.14 Die Entstehungsgeschichte dieses Musikstils und die ersten daraus entstandenen Stilrichtungen wie Chicagohouse, Acidhouse, Garagehouse, etc. werden im nächsten Kapitel genauer erläutert.

2.5. Underground / Mainstream

Der Begriff Underground (deutsch: Untergrund) bezieht sich auf eine „künstlerische Bewegung, Richtung, die gegen das etablierte Kulturleben gerichtet ist“.15 Das Wort Mainstream bezieht sich auf das Gegenteil, also auf eine „vorherrschende gesellschaftspolitische, kulturelle o. ä. Richtung“.16 Somit ist bei Verwendung dieser Worte oft von Musikstilen die Rede, welche Teil oder eben nicht Teil des allgemeinen etablierten Kulturlebens sind. So war zum Beispiel House Musik bei ihrer Entstehung zwar im „Underground“ beliebt, aber nicht Teil des etablierten Kulturlebens wie zum Beispiel Rockmusik.

2.6. Rave / Raver

Das Wort Rave kamm im Dancefloor-Kontext zuerst in Jamaika vor, wo Dancehall- Abende Ravings genannt wurden.17 Ein Rave ist im allgmeinen eine „[g]roßräumige, logistisch aufwändige Massenveranstaltung, die an einem zu den Clubs und Discotheken alternativen Ort stattfindet“18 bei der meist Technomusik gespielt wird. Nimmt eine Person häufig an solchen Veranstaltungen teil, spricht man von einem Raver.19

2.7. Musikgem·es

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildwtg 1: tibersicht Musikgeml!S

3. Geschichte der House Kultur

„In the beginning there was Jack and Jack had a groove.

And from this Groove cam the groove of all grooves.

And one day while viciously throwing down of his box,

Jack bawled and declared:

'Let there be house.'

And house music was born.“20 21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Rhythm Controll, My House

3.1. Chicago House

Chicago-House gilt als erstes Genre der House-Kultur. „In Chicago war House Music die Musik einer kleinen Minderheit. Sie war in einem Schwulenclub zuhause, dessen Publikum überwiegend aus Schwarzen bestand: dem Warehouse, Kultstätte des Djs und Produzenten Frankie Knuckles.“22, welcher als „[e]iner der Väter der House-Musik“ gilt.23 Das Warehouse wurde 1977 gegründet und gilt als die Geburtsstätte von House, dessen Genrename sich diesem Club ableitet.24 Einen weiteren wesentlichen Beitrag zu dieser Musikrichtung hat Farley Keith 1981 geleistet, indem er das DJ-Kollektiv Hot Mix 5 gegründet hat, welche aus afroamerikanischer Tanzmusik der 70er Jahre einen House-ähnlichen Klang gemischt haben.25

„Durch die Kunstfertigkeit der DJ s (Discjockeys) wurden einzelne Stücke mit Hilfe des Mischpultes so ineinander verflochten, daß daraus ein nicht endender Strom von Musik entstand.“26 Somit war House am Anfang eine DJ-Art, bevor er auf Platte aufgenommen wurde.27 „Der Übergang vom DJ-Stil zur eigenen Kunstform vollzog sich fließend. Welche schwarze Dancefloor-Platte aus Chicago oder New York nun die erste wirkliche House-Maxi war, bleibt offen.“28

Beschreibung von Chicago-House:

„Simple bass,

four-to-the-floor beat,

repetitive keyboard lines.“29

[...]


1 Vgl. Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.39.

2 Ebd., S. 39.

3 Wimmer, Barbara (2005): DJ-Kultur in auditiven und neuen Medien. URL: https://www.grin.com/document/92137 (Stand: 01.08.2019).

4 Ebd.

5 Vgl. Hold, Melanie (2008): Interkulturelles Management. Wien, S.8.

6 Germ, Johannes (2006): Was ist Kultur? Definitionen und Grundlagen des Kulturbegriffes. URL: https://www.grin.com/document/284682 (Stand: 01.08.2019).

7 Rausch, Alexander (1995): Techno: Unterschiedliche Aspekte und Betrachtungsweisen zu der prägenden (Sub-) Kultur der Neunziger Jahre. München, S.17.

8 Wimmer, Barbara (2005): DJ-Kultur in auditiven und neuen Medien. URL: https://www.grin.com/document/92137 (01.08.2019).

9 Ebd.

10 Vgl. Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.40.

11 Wimmer, Barbara (2005): DJ-Kultur in auditiven und neuen Medien. URL: https://www.grin.com/document/92137 (Stand: 01.08.2019).

12 Vgl. Ebd.

13 Bibliographisches Institut GmbH – Dudenverlag (o. J), URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Housemusic, (Stand: 01.08.2019).

14 Vgl. Illyus & Barrientos 'Takin' Over' - Youtube (16.06.2017), URL: https://www.youtube.com/watch?v=MiTZoPqAX0s&list=PLkYsYovy0NyIsH_JW2NmJ5wTS_GEkCnjj, (Stand: 01.08.2019).

15 Bibliographisches Institut GmbH – Dudenverlag (o. J), URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Underground, (Stand: 01.08.2019).

16 Bibliographisches Institut GmbH – Dudenverlag (o. J), URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Mainstream, (Stand: 01.08.2019).

17 Vgl. Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.286.

18 Desse, Bruno (2008): Raver.Der Zusammenhang zwischen kultureller Form und musikalischer Gestalt. URL: https://www.grin.com/document/112878 (Stand: 01.08.2019).

19 Vgl. Bibliographisches Institut GmbH – Dudenverlag (o. J), URL: https://www.duden.de/rechtschreibung/Raver (Stand: 01.08.2019).

20 Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.243.

21 Rhythm Controll My House (Long Version) - Youtube (14.05.2008), URL: https://www.youtube.com/watch?v=yJPYPu4fjZs, (Stand: 01.08.2019).

22 Garnier, Laurent / Brun-Lambert, David (2003): Elektroschock. Die Geschichte der elektronischen Tanzmusik. Höfen, S.20.

23 Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.241.

24 Vgl. Rausch, Alexander (1995): Techno: Unterschiedliche Aspekte und Betrachtungsweisen zu der prägenden (Sub-) Kultur der Neunziger Jahre. München, S.56.

25 Vgl. Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.241.

26 Rausch, Alexander (1995): Techno: Unterschiedliche Aspekte und Betrachtungsweisen zu der prägenden (Sub-) Kultur der Neunziger Jahre. München, S.57.

27 Vgl. Poschardt, Ulf (1995): DJ-CULTURE. Berlin, S.241

28 Ebd. S. 242.

29 Pesch, Martin / Weisbeck, Markus (1995): techno style. Zürich, S. 10-11.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Der Aufstieg der House- und Technokultur in den Mainstream
Hochschule
Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport (vormals H:G Hochschule für Gesundheit & Sport, Technik & Kunst)  (Deutsche Hochschule für Gesundheit und Sport)
Veranstaltung
Musikproduktion (B.A.)
Note
1.3
Autor
Jahr
2019
Seiten
29
Katalognummer
V508575
ISBN (eBook)
9783346066718
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Techno, Technokultur, House, Entstehung, Mainstream
Arbeit zitieren
Patrick Trebse (Autor), 2019, Der Aufstieg der House- und Technokultur in den Mainstream, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508575

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