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Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit. Charakteristika wundersamer Berichte

Title: Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit. Charakteristika wundersamer Berichte

Bachelor Thesis , 2015 , 41 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

Latin philology - Literature
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Summary Excerpt Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer in der Forschung eher spärlich behandelten Form der Geschichtenerzählung: der Mirabilienliteratur. Speziell steht dabei mit Texten von Plinius dem Jüngeren und Aulus Gellius die Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit im Vordergrund. Aufgrund der Tatsache, dass dieses Thema eher selten behandelt wurde, gibt es auch keinen umfassenden Überblick über die Mirabilienliteratur. Vereinzelt finden sich kleine Anspielungen auf Mirakulöses in der lateinischen Literatur. Dass diese mirabilia aber gesammelt und ihr Grundcharakter bzgl. Komposition und Inhalt herausgearbeitet werden, wurde bislang in der Forschung noch nicht behandelt. Dazu wird einerseits untersucht, ob es bestimmte Themen gibt, auf die sich diese Art der Literatur beschränkt oder ob ihr Spektrum der Themen so weit gefasst ist wie bei anderen Gattungen. Diese Untersuchung beinhaltet auch eine Analyse der Art des Erzählens und der Beschreibung des Geschehens. Diese Arbeit gibt einen Überblick, welche Form, welcher Aufbau und welche Thematik charakteristisch für die mirabilia sind und welche Intention der Verfasser mit der Darstellung dieser Geschichte jeweils verfolgte.

Abgeleitet ist das Wort mirabile von den Adjektiven mirabilis und mirus, die wunderbar, erstaunlich, sonderbar bedeutet. Davon leitet sich auch das in den hier betrachteten Texten häufig vorkommende miraculum ab, was mit Wunder oder Wunderding übersetzt werden kann. Dabei besteht aber trotzdem ein Wahrheitsanspruch der Erzählung, denn sie beschreibt lediglich das, was außerhalb der Erwartung geschieht. Wenn man nun aufgrund dieser Abhängigkeit das mirabile als etwas definiert, was wunderbar ist oder was etwas Wunderbares beschreibt, muss man sich die Frage stellen, in welchen Punkten es sich von der Fabel, der Buntschriftstellerei, der Mythographie oder der Paradoxographie unterscheidet und worin Überschneidungspunkte liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist ein mirabile?

3 Konkrete Geschichten

3.1 Naturschauspiele

3.1.1 Das intermittierende Gewässer (Plin. epist. 4,30)

3.1.2 Schwimmende Inseln (Plin. epist. 8,20; Sen. nat. 3,15,8)

3.1.3 Zusammenfassung

3.2 Wundersame Beziehungen zwischen Menschen und Tieren

3.2.1 Die Freundschaft eines Delphins (Plin. epist. 9,33)

3.2.2 Freundschaft in einer aussichtslosen Situation (Gell. 5,14)

3.2.3 Zusammenfassung

3.3 Geschichten über merkwürdige Menschen

3.3.1 Der Aufbau von Gell. 9,4

3.3.2 Die Κυνοκὲφαλοι und der weibliche Mann (Gell. 9,4,9.14-15)

3.3.3 Zusammenfassung

4 Gemeinsame Merkmale der Erzählungen

5 Ergebnisse

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit, wobei der Schwerpunkt auf den Werken von Plinius dem Jüngeren und Aulus Gellius liegt. Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Gattung zu entwickeln, ihre charakteristischen Merkmale sowie ihre Funktion im historischen und gesellschaftlichen Kontext der Zeit herauszuarbeiten.

  • Analyse des Begriffs mirabile und Abgrenzung zu verwandten Gattungen.
  • Untersuchung von Naturschauspielen und deren Funktion in der Literatur des Plinius.
  • Betrachtung von Mensch-Tier-Beziehungen als narratives Element der Wundersamkeit.
  • Erforschung der Darstellung merkwürdiger Menschen und Völker bei Aulus Gellius.
  • Herausarbeitung der gesellschaftlichen Motivation für das Interesse an wundersamen Berichten.

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Das intermittierende Gewässer (Plin. epist. 4,30)

Plinius beginnt seinen Brief damit, dass er die herausragende Bildung seines Freundes Sura, dem der Brief gewidmet ist, hervorhebt (altissima [...] eruditione, Plin. epist. 4,30,1). Er stelle ihm als Geschenk ein Rätsel (quaestionem, Plin. epist. 4,30,1) vor, das seinem Talent gerecht werde. In seiner Heimat gäbe es eine Quelle, deren Wasserlauf nicht kontinuierlich ist. Aus einem Berg, in welchem sich eine Höhle befindet, in der sich Wasser sammelt, tritt in regelmäßigen Abständen Wasser aus und ergießt sich in den lacus Larius.

Dreimal am Tag steigt und versiegt die Quelle. In der Schilderung des Plinius ist der Ort, an dem die Quelle entspringt ein beliebter Platz, um dort seine Freizeit zu verbringen. In geradezu idyllischer Atmosphäre können sich Menschen dort niederlegen, die Umgebung genießen und sogar das kühle Wasser trinken, das dort entspringt (iuxta recumbis et vesceris, [...] ex ipso fonte [...] potas, Plin. epist. 4,30,3). Als Beleg für die Nutzung durch den Menschen führt Plinius an, man könne seinen Ring an den Rand der Quelle legen und beobachten, wie er abwechselnd vom Wasser umspült und wieder freigelegt wird.

Obwohl Plinius zu Beginn des Briefes sagt, er wolle seinem Freund ein Rätsel stellen, weil dieser außergewöhnlich gut gebildet ist, liefert er im Folgenden selbst fünf Vorschläge, die eine Lösung des Rätsels darstellen könnten.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit ein und erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die Gattung sowie die Autoren Plinius und Gellius systematisch zu untersuchen.

2 Was ist ein mirabile?: In diesem Kapitel wird der Begriff mirabile etymologisch hergeleitet und von verwandten literarischen Gattungen wie Fabel, Paradoxographie, Mythographie und Buntschriftstellerei abgegrenzt.

3 Konkrete Geschichten: Das Hauptkapitel analysiert ausgewählte Beispiele für Mirabilien aus den Werken von Plinius und Gellius, unterteilt in Naturschauspiele, Mensch-Tier-Beziehungen und merkwürdige Menschen.

4 Gemeinsame Merkmale der Erzählungen: Hier werden die in den vorangegangenen Analysen gewonnenen Erkenntnisse zusammengeführt, um gemeinsame erzählerische Strategien und strukturelle Merkmale der Mirabilienliteratur zu identifizieren.

5 Ergebnisse: Das Abschlusskapitel fasst die zentralen Charakteristika der Mirabilienliteratur zusammen und reflektiert deren Entstehung vor dem Hintergrund der politischen und sozialen Umstände der römischen Kaiserzeit.

Schlüsselwörter

Mirabilienliteratur, römische Kaiserzeit, Plinius der Jüngere, Aulus Gellius, mirabile, Paradoxographie, Buntschriftstellerei, Wundererzählung, Naturverständnis, Mensch-Tier-Beziehungen, Authentizität, Literaturgeschichte, antike Bildung, Idylle, Sensation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit, einer literarischen Form, die seltsame oder wundersame Begebenheiten beschreibt und bisher in der Forschung wenig beachtet wurde.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Werke von Plinius dem Jüngeren und Aulus Gellius, wobei Naturphänomene, besondere Beziehungen zwischen Mensch und Tier sowie Darstellungen fremder Völker und Menschen im Zentrum stehen.

Was ist das primäre Ziel der Bachelorarbeit?

Das Ziel ist es, Charakteristika zu bestimmen, die für die Gattung der Mirabilienliteratur in der Kaiserzeit typisch sind, und zu klären, warum diese Literaturform in jener Zeit an Bedeutung gewann.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin oder der Autor?

Es erfolgt eine textnahe Analyse ausgewählter Quellen unter Einbeziehung des historischen und gesellschaftlichen Kontextes, um Struktur, Aufbau und Intention der Berichte zu erschließen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Geschichten analysiert, darunter Naturschauspiele wie das intermittierende Gewässer, Erzählungen über Delphine und Löwen sowie Berichte über Völker mit besonderen körperlichen Merkmalen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Mirabilienliteratur, Idylle, Authentizitätsanspruch, Erzählpotenz und das Bescheidenheitstopos der antiken Autoren charakterisiert.

Welche Rolle spielt die idyllische Umgebung in den untersuchten Texten?

Die Idylle dient als narrative Kulisse, die dem Leser ein wohliges Gefühl vermittelt und das Wundersame in eine ästhetische, vom Alltag entrückte Sphäre hebt.

Wie unterscheidet sich die Darstellung bei Gellius von der des Plinius?

Während Plinius oft selbst als Beobachter auftritt oder versucht, den Eindruck von Authentizität durch eigene Wahrnehmung zu vermitteln, nutzt Gellius häufig Zeugen und Berichte Dritter, um seine Geschichten zu untermauern.

Warum spielt die Anführung von Neologismen eine Rolle?

Durch die Verwendung neuer Begriffe soll beim Leser der Eindruck erweckt werden, dass er mit völlig unbekannten, noch nie zuvor so beschriebenen Phänomenen konfrontiert wird.

Welchen Zweck verfolgen die Autoren mit der Behandlung dieser wundersamen Stoffe?

Neben der Unterhaltung und dem Staunen des Lesers dienen diese Geschichten dazu, die Belesenheit und den Intellekt der Autoren zu demonstrieren und den Leser durch die Auseinandersetzung mit diesen Themen zu bilden.

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Details

Title
Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit. Charakteristika wundersamer Berichte
College
University of Osnabrück  (Institut für Romanistik und Latinistik)
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2015
Pages
41
Catalog Number
V508595
ISBN (eBook)
9783346067067
ISBN (Book)
9783346067074
Language
German
Tags
mirabilienliteratur kaiserzeit charakteristika berichte
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2015, Mirabilienliteratur der römischen Kaiserzeit. Charakteristika wundersamer Berichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/508595
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