1 Einleitung
Gletscher spielten schon immer eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Erdoberfläche.
Somit ist die Glazialerosion als ein Teilgebiet der Geomorphologie anzusehen.
Gletscher prägten eindrücklich die Landschaft die sie früher bedeckten.
Auch heute noch ist das Gletschereis für die Umformung der Landschaft verantwortlich;
denn wie bewegtes Wasser den Untergrund formen kann, formt bewegtes Eis den Untergrund (vgl. Goudie, 1995).
Alle Erscheinungen, die durch einen Gletscher bewirkt werden, bezeichnet man als glazial.
Das Wort "glazial" hat zwei Bedeutungen:
- eine zeitliche
- eine klimatische
Glazialzeiten sind Kaltzeiten des Pleistozän.
Sie haben bestimmte Formbildungen zur Folge und lassen sich unterscheiden:
· Formbildung im Eisland ê werden als periglazial oder glaziäre bezeichnet
· Unmittelbar durchs Eis entstande Formen ê werden als Glazigene Formen bezeichnet
· Die vom Schmelzwasser geschaffenen Formen ê werden als fluvioglazial bezeichnet ( vgl. Schumann, 1989)
Zur Zeit bedecken etwa 15 Millionen Quadratkilometer Eis unser Festland.
Das entspricht etwa 10% der gesamten festen Landfläche.
In Pleistozän bedeckte das Eis 55 Millionen Quadratkilometer, was einer Festlandfläche von 30% entspricht ( vgl. Schulz, 1994).
[...]
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Gletschertypen
2.1 Die Kontinentalgletscher
2.2 Die Gebirgsgletscher
3 Gletscherentstehung
3.1 Die Bedeutung von Nähr- und Zehrgebiet
3.2 Diagenese von Schnee zu Gletschereis
4 Gletscherbewegung
4.1 Das Fließen der Gletscherzunge
4.2 Gleiten auf der Gesteinsoberfläche
4.3 Plastische Deformation
4.4 Die Geschwindigkeit
5 Inlandeis
5.1 Charakteristik und Anordnung von Inlandeis
5.2 Die Erosionsarbeit der Inlandeismasse
6 Gletschererosion
6.1 Die Wirkung auf das Gestein und den Untergrund
6.2 Detersion
6.3 Detraktion
7 Schmelzwasser
8 Glazigene Formen
8.1 Kare
8.3 Hängetäler
8.4 Fjorde
8.5 Rundhöcker
8.6 Zungenbecken
8.7 Nunatakker
8.8 Limestone Pavements
9 Selektive Erosion
9.1 Crag-and-Tail –Strukturen
9.2 Streckungs- und Stauchungszonen
9.3 Konfluenzstufen
9.4 Diffluenzstufen
9.5 Felsriegel
9.6 Transfluenz
10 Schlußworte
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die physikalischen Prozesse der glazialen Abtragung und deren formbildende Wirkung auf die Erdoberfläche. Dabei wird analysiert, wie Gletschereis durch verschiedene Bewegungsarten und Erosionsmechanismen Landschaften nachhaltig umgestaltet.
- Klassifizierung verschiedener Gletschertypen und deren Entstehungsprozesse.
- Physikalische Grundlagen der Gletscherbewegung und Gletscherschmelze.
- Detaillierte Analyse der Gletschererosion durch Detersion und Detraktion.
- Glazigene Formenschätze wie Kare, Trogtäler, Fjorde und Rundhöcker.
- Mechanismen der selektiven Erosion und deren strukturelle Auswirkungen auf das Relief.
Auszug aus dem Buch
4.2 Gleiten auf der Gesteinsoberfläche
Wasser gefriert zwar bei einer Temperatur von null Grad Celsius, aber unter Druck wird der Gefrierpunkt von Wasser herabgesetzt. Durch die Last des Eises entsteht an der Gletschersohle ein Druck, der dafür sorgt, daß eine dünne Eisschicht abschmelzen kann.
Ein so entstandener Wasserfilm zwischen Gletscher- und Gesteinsuntergrund verringert die Reibung und ermöglicht die Gleitbewegung. Diese Bewegungsart wird basales Gleiten genannt und kommt besonders häufig bei temperierten Gletscher vor, deren Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen.
In extrem kalten Gebieten ist das basale Gleiten weniger zu finden, denn dort ist der Gletscher an den Gesteinsuntergrund festgefroren ( vgl. Goudie, 1995).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Gletscher für die Landschaftsgestaltung und Definition des Begriffs Glazialerosion.
2 Gletschertypen: Systematisierung von Gletschern in Kontinental- und Gebirgsgletschertypen basierend auf ihrer Größe und geographischen Lage.
3 Gletscherentstehung: Erläuterung der Bedeutung von Nähr- und Zehrgebieten sowie des physikalischen Umwandlungsprozesses von Schnee zu Eis.
4 Gletscherbewegung: Untersuchung der Faktoren, die das Fließen von Eismassen sowie die plastische Deformation beeinflussen.
5 Inlandeis: Darstellung der Charakteristika von Inlandeismassen und deren spezifischer Erosionsarbeit auf das Relief.
6 Gletschererosion: Detaillierte Betrachtung der erosiven Wirkungsweisen auf den Gesteinsuntergrund, insbesondere Detersion und Detraktion.
7 Schmelzwasser: Analyse der Rolle von Schmelzwasserströmen bei der Formung des Untergrundes.
8 Glazigene Formen: Beschreibung charakteristischer Landschaftsformen wie Kare, Fjorde und Rundhöcker, die durch glaziale Prozesse entstehen.
9 Selektive Erosion: Analyse von Strukturen, die durch unterschiedliche Erosionsraten in variablen Reliefverhältnissen entstehen.
10 Schlußworte: Zusammenfassung der Erkenntnisse zur glazialen Umgestaltung der Erdoberfläche durch das Zusammenspiel verschiedener geomorphologischer Faktoren.
Schlüsselwörter
Glazialerosion, Gletscher, Gletschertypen, Detersion, Detraktion, Kar, Inlandeis, Rundhöcker, Trogtal, Fjord, Schmelzwasser, Geomorphologie, glazigene Formen, Eisbewegung, selektive Erosion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem geomorphologischen Prozess der Glazialerosion und erklärt, wie Gletschereis durch seine Bewegung und Erosionskraft Landschaften umgestaltet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Entstehung von Gletschern, die physikalischen Abläufe ihrer Bewegung, die spezifischen Erosionsprozesse sowie die daraus resultierenden glazigenen Formenschätze.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Lesern verständlich zu machen, wie Gletschereis trotz seiner Weichheit enorme geologische Arbeit verrichtet und welche unterschiedlichen Erscheinungsformen dabei entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse physikalisch-geographischer Fachliteratur, um die theoretischen Konzepte der Glazialgeomorphologie darzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die detaillierte Klassifizierung von Gletschern, die Erklärung von Erosionsmechanismen wie Detraktion und Detersion sowie die Analyse spezifischer Landschaftsformen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Glazialerosion, Gletschertypen, Detersion, Detraktion, Kare, Fjorde und Inlandeis.
Was unterscheidet basales Gleiten von plastischer Deformation?
Basales Gleiten wird durch einen Wasserfilm an der Gletschersohle ermöglicht, während die plastische Deformation die interne Verformbarkeit des Eises unter Schwerkrafteinfluss beschreibt.
Wie entstehen die für glaziale Landschaften typischen Kare?
Kare entstehen durch Schneeansammlung in Hangmulden im Nährgebiet, wobei durch Frostverwitterung und erosive Eiswirkung eine steilwandige, hufeisenförmige Hohlform geformt wird.
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- Ariane Struck (Author), 1998, Glaziale Erosion, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/5086