Trajan, welcher 53 n. Chr. geboren wurde, genießt in den Darstellungen der antiken Autoren ein hohes Ansehen und wurde zum optimus princeps erklärt. Nachdem er in den Jahren um 80 n. Chr. den Befehl über die Legio VII Germania hatte, folgte 91 n. Chr. das Konsulat. Im Jahr 97 n. Chr. wurde Trajan vom kinderlosen Nerva adoptiert. Nach dessen Tod wurde er 98 n. Chr. Kaiser und regierte Rom bis zum Tod im Jahr 117 n. Chr. Insbesondere im Senatorenstand genoss Trajan ein hohes Ansehen. Dieser Sachverhalt ist nicht selbstverständlich, denn oft hatten die Kaiser kein besonders gutes Verhältnis zum Senat.
Ein Beispiel dafür ist Domitian, welcher 51 n. Chr. in Rom geboren wurde und von 81 n. Chr. bis 96 n. Chr. römischer Kaiser war. Einerseits konnte dieser einige Erfolge vorweisen, denn 83 bzw. 84. n. Chr. konnte er die Chatten unterwerfen und bekam seitens des Senates einen Triumph gebilligt. Andererseits musste Domitian auch Niederlagen, wie beispielsweise 85 n. Chr. gegen die Daker in Moesien hinnehmen. Weiterhin agierte er meist zurückgezogen und misstrauisch gegenüber dem Senat, wodurch er sich viele Feinde schaffte und letztlich 96 n. Chr. ermordet wurde.
Diese Arbeit soll zeigen, wodurch sich Trajan von Domitian, in Cassius Dios Darstellung, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis zum Senat, unterschied. Als Primärquelle dient dabei die Römische Geschichte von Cassius Dio. Dazu soll zunächst die Biografie von Cassius Dio in Hinblick auf die Römische Geschichte dargestellt werden. Im nachfolgenden Kapitel wird das Herrschaftsideal von Cassius Dio genauer untersucht werden, damit danach die Kaiser Trajan und Domitian verglichen werden können.
Die beiden Kaiser sind in der Forschung recht gut untersucht worden. Einen guten Überblick gibt Manfred Clauss in seinem Werk. Im Falle von Cassius Dio verhält sich dies anders. Der Mangel an Gesamtdarstellungen zu Cassius Dios Biografie und Werk kann als Desiderat gesehen werden. Eine sehr tiefgründige Analyse des Herrschaftsideals von Cassius Dio findet sich im Werk von Barbara Kuhn-Chen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Cassius Dio und die Römische Geschichte
3. Cassius Dios Herrschaftsideal
4. Vergleichende Analyse über die Herrschaftseigenschaften von Trajan und Domitian insbesondere in Hinblick auf das Verhältnis zum Senat anhand der Römischen Geschichte von Cassius Dio
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der römischen Kaiser Trajan und Domitian in der "Römischen Geschichte" des Cassius Dio, wobei der Fokus insbesondere auf deren jeweiligem Verhältnis zum Senat liegt. Ziel ist es, durch eine Analyse von Cassius Dios Herrschaftsideal und der Anwendung seiner Tugend- bzw. Lasterkategorien aufzuzeigen, warum Trajan als Idealkaiser und Domitian als Gegenbeispiel charakterisiert wird.
- Biografischer Hintergrund und Arbeitsweise des Historikers Cassius Dio
- Definitorische Grundlagen des Herrschaftsideals bei Cassius Dio
- Analyse der Tugenden (Mäßigung, Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit)
- Untersuchung negativer Herrschaftseigenschaften (Ehrsucht, Grausamkeit, Furcht)
- Vergleichende Gegenüberstellung von Trajan und Domitian im Senatsverhältnis
Auszug aus dem Buch
4. Vergleichende Analyse über die Herrschaftseigenschaften von Trajan und Domitian insbesondere in Hinblick auf das Verhältnis zum Senat anhand der Römischen Geschichte von Cassius Dio
Anhand der Tugenden bzw. der negativen Eigenschaften kann nach guten und schlechten Herrschern differenziert werden. Es muss dabei festgehalten werden, dass viele Tugenden eng an das Verhältnis zum Senat gekoppelt sind. Dies lässt sich anhand der Milde erklären. Wenn ein Herrscher Milde walten lässt, scheint dies auf den ersten Blick keinen direkten Bezug zum Senat zu haben. Allerdings beeinflusst dies den Senat erheblich, denn ein milder Herrscher ist viel berechenbarer als ein Tyrann und gibt dementsprechend Planungssicherheit.
Es gibt bei Cassius Dio einige Unterschiede hinsichtlich des Herrschens zwischen Trajan und Domitian. Trajan zeichnete sich durch seine Sittlichkeit aus. Dies lässt sich am besten anhand der Adoption verdeutlichen. Als Trajan von Nerva adoptiert wurde, gab es noch lebende Verwandte von Nerva, sodass eine Adoption nicht zwangsläufig notwendig gewesen wäre.
Weiterhin hätte auch die Möglichkeit bestanden eine andere Person zu adoptieren. Hinzu kam ebenfalls, dass Trajan nicht aus Italien stammte. Nerva entschied sich dennoch bewusst für Trajan, sodass er die staatlichen Angelegenheiten über die familiären Beziehungen stellte. In diesem Falle war Trajan aufgrund seiner Sittlichkeit die beste Wahl. Weiterhin wird Trajan für die politische Mäßigung von Cassius Dio gelobt. Insbesondere die politische Mäßigung, Tapferkeit und Gerechtigkeit werden hierbei herausgestellt. In diesem Falle kommt das Ideal der Milde zum Tragen. Gleichzeitig wird Trajan aber auch als stark dargestellt. Dieser Aspekt ist von Bedeutung, denn eine zu milde Haltung wäre nach Cassius Dio ebenfalls schädlich.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung der Arbeit vor und gibt einen kurzen Überblick über die historischen Kaiser Trajan und Domitian sowie die Bedeutung der Primärquelle von Cassius Dio.
2. Cassius Dio und die Römische Geschichte: Dieses Kapitel behandelt die Biografie des Historikers und erläutert Entstehungszeit, Aufbau und Quellenlage seines Hauptwerkes.
3. Cassius Dios Herrschaftsideal: Es werden die zentralen Tugenden und negativen Eigenschaften definiert, die für Cassius Dios Bewertung eines Herrschers grundlegend sind.
4. Vergleichende Analyse über die Herrschaftseigenschaften von Trajan und Domitian insbesondere in Hinblick auf das Verhältnis zum Senat anhand der Römischen Geschichte von Cassius Dio: Die theoretischen Kategorien werden hier konkret auf die beiden Kaiser angewandt, um deren unterschiedliche Wahrnehmung durch den Senat herauszuarbeiten.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert kritisch die Abhängigkeit der Darstellung von der eigenen Herkunft des Historikers.
Schlüsselwörter
Cassius Dio, Römische Geschichte, Trajan, Domitian, Senat, Herrschaftsideal, Principat, Mäßigung, Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Sittlichkeit, Kaiserzeit, Tugenden, Herrscherkritik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert, wie der antike Historiker Cassius Dio die römischen Kaiser Trajan und Domitian in seinem Werk "Römische Geschichte" darstellt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Mittelpunkt stehen die kaiserlichen Herrschaftseigenschaften, das Verhältnis der Kaiser zum Senat sowie die moralische Einordnung als "guter" oder "schlechter" Herrscher.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Unterschiede zwischen der positiven Wahrnehmung Trajans und der negativen Charakterisierung Domitians anhand von Cassius Dios spezifischem Tugendsystem aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine quellenorientierte Analyse, die das Herrschaftsideal des Autors rekonstruiert und die kaiserlichen Biografien unter Berücksichtigung quellenkritischer Aspekte vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Vorstellung des Historikers, eine Definition des Herrschaftsideals (Tugenden vs. Laster) und eine vergleichende Analyse der beiden Kaiser bezüglich ihres Senatsverhältnisses.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten über die Begriffe Cassius Dio, Senatsverhältnis, Herrscherideal und römische Kaiserzeit definieren.
Warum wird Trajan bei Cassius Dio so positiv dargestellt?
Trajan verkörpert für den Senator Cassius Dio Eigenschaften wie Mäßigung und Sittlichkeit und wird zudem als starker Kaiser gesehen, der dem Senat Sicherheit und Würde entgegenbringt.
Was kritisiert der Autor konkret an Domitian?
Cassius Dio kritisiert Domitians Ehrsucht, seine Grausamkeit, die Generierung von Furcht und sein unberechenbares Verhalten gegenüber dem Senat, was schließlich zu seinem gewaltsamen Tod führte.
Welchen Einfluss hatte Cassius Dios Herkunft auf seine Bewertung?
Als Angehöriger des Senatorenstandes, der nicht aus Italien stammte, legte Cassius Dio besonderen Wert auf eine Zusammenarbeit zwischen Kaiser und Senat, was seine Sicht auf Trajan und Domitian maßgeblich prägte.
Inwiefern spielt die Quellenlage für das Fazit eine Rolle?
Da Cassius Dio kein Zeitzeuge der gesamten behandelten Epoche war, betont der Autor die Notwendigkeit einer quellenkritischen Distanz, da antike Berichte oft durch politische Zu- oder Abneigungen beeinflusst wurden.
- Citar trabajo
- Christian Schwambach (Autor), 2015, Cassius Dios Darstellung Trajans als Idealkaiser anhand der Beschreibung des Verhältnisses zum Senat, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509042