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Simuliertes Medium? Die papierlose Zeitung

Title: Simuliertes Medium? Die papierlose Zeitung

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 29 Pages , Grade: 1

Autor:in: Lutz Benseler (Author)

Communications - Print Media, Press
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Wer schreibt, der bleibt, Papier ist geduldig: Schrifttum auf Papier steht für Dauerhaftigkeit, Informationen können für Jahrhunderte überliefert werden. Die Flüchtigkeit der dargestellten Informationen ist dagegen das wichtigste Merkmal der Zeitung auf elektronischem Papier (ZeP). Im Jahr 2005 feiert die Zeitung ihren 400. Geburtstag, gleichzeitig steht das Medium vor revolutionären Veränderungen.
Die Zeitungsverlage haben das Internet als kostengünstigen Vertriebsweg entdeckt und versuchen ihren Schwerpunkt auf die elektronische Publikation zu verlagern. Dabei hilft der Fortschritt in der Technik, Einschränkungen des Mediums abzubauen und dem Vorbild der auf herkömmlichen Papier gedruckten Zeitung immer näher zu kommen. Die Entwicklung der elektronischen Zeitung geht dahin, ihrem papierenem Vorbild immer ähnlicher zu werden, gleichzeitig werden ihre Anwendungsmöglichkeiten gegenüber der Papier-Zeitung erweitert. Doch vor allem die geringe Größe des Monitors behindert derzeit noch die Möglichkeit, die gewohnten Lese- und Rezeptionsstrategien von der auf Papier gedruckten Zeitung zu übernehmen und schränkt somit die Akzeptanz beim Leser ein. Seit einigen Jahren entwickeln verschiedene Unternehmen ein so genanntes „E-Paper“ (nicht zu verwechseln mit den gleichnamigen Internet-Angeboten der Verlagshäuser), das wesentliche Eigenschaften des Papiers übernehmen soll: Es ist dünn, lässt sich umblättern und ist groß wie eine Zeitungsseite. Der entscheidende Unterschied: Die dargestellten Informationen sind flüchtig, lassen sich jederzeit aktualisieren - und sogar individualisieren. Die Zeitung gewinnt dadurch an Aktualität und kann ein individuell auf den Leser zugeschnittenes Informationsangebot bieten. Auf der anderen Seite verlieren ihre Informationen an Stofflichkeit, die Verbindung von Medium und Information ist flüchtig, beide bilden nur eine Einheit auf Zeit. Es stellen sich Fragen nach dem generellen Charakter des Mediums: Ist die papierlose Zeitung überhaupt noch eine Zeitung? Oder ist das E-Paper nur eine Weiterentwicklung von Browser und Monitor?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Genese und Problematik des Begriffs der „Zeitung“

3. Kriterien für den intermedialen Vergleich

4. Zeitung im Internet

4.1 HTML-basierte Online-Zeitung

4.2 Das ePaper: Online-Zeitung als digitales Faksimile

5. Die Zeitung auf elektronischem Papier

6. Der Computer als Simulationsmaschine

7. Zusammenfassung und Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die papierlose Zeitung (ZeP) trotz ihrer technologischen Ausgestaltung noch als Medium „Zeitung“ definiert werden kann und welche medialen Unterschiede zur traditionellen Print-Zeitung bestehen.

  • Historische Herleitung des Zeitungsbegriffs
  • Intermedialer Vergleich zwischen Print und digitalen Formaten
  • Analyse der Zeitung im Internet (Online-Zeitung und ePaper)
  • Technologische Grundlagen und Potenziale des E-Papers
  • Diskussion des Computers als Metamedium vs. spezifisches Medium

Auszug aus dem Buch

3. Kriterien für den intermedialen Vergleich

Das vorangehende Kapitel hat gezeigt, dass die Abgrenzung der Papier-Zeitung gegenüber der papierlosen Variante mit Problemen behaftet ist. Die gängige Definition Dovifats reicht nicht aus, um den offensichtlichen Unterschieden beider Produkte gerecht zu werden. Für einen intermedialen Vergleich müssen mehr Kriterien herangezogen werden. Darauf weist im Grundsatz schon früh Jürgen Wilke hin: „Hinzukommt, daß – mit gewissen Spezifikationen – die an der Z. entwickelten publizistischen Attribute auch auf die neueren Massenmedien übertragen worden sind. Dies macht die Einführung weiterer Kriterien notwendig, um diese Massenmedien systematisch zu klassifizieren.“

Diese Kriterien können sich nur aus der grundsätzlichen Definition des Begriffs „Medium“ ergeben. Hier entsteht bereits das erste Problem, aus einer Vielzahl von Medientheorien auswählen zu müssen.

Winkler schlägt deshalb eine kumulative Definition vor, deren einzelne Bestimmungen unterschiedlicher Theorie-Kontexte entstammen. Er kommt schließlich zu sechs Basisthesen: 1. Kommunikation: Medien sind Maschinen der gesellschaftlichen Vernetzung. 2. Symbolischer Charakter: Von anderen Mechanismen gesellschaftlicher Verantwortung – z.B. dem Warentausch, Arbeitsteilung, Politik, Sex oder Gewalt – unterscheiden die Medien sich durch ihren symbolischen Charakter. 3. Technik: Medien sind immer technische Medien. 4. 'Form' und 'Inhalt': Medien erlegen dem Kommunizierten eine Form auf.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den Wandel der Zeitung hin zu elektronischen Formen und stellt die Forschungsfrage nach dem Fortbestehen des Zeitungscharakters im digitalen Zeitalter.

2. Genese und Problematik des Begriffs der „Zeitung“: Dieses Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung des Zeitungsbegriffs und diskutiert die Schwierigkeiten bei der Abgrenzung gegenüber digitalen Angeboten.

3. Kriterien für den intermedialen Vergleich: Basierend auf medientheoretischen Ansätzen, insbesondere denen von Hartmut Winkler, werden Kriterien zur systematischen Klassifizierung von Medien erarbeitet.

4. Zeitung im Internet: Es wird der Übergang der Zeitungsverlage ins Internet untersucht, wobei zwischen der HTML-basierten Online-Zeitung und dem ePaper unterschieden wird.

5. Die Zeitung auf elektronischem Papier: Dieses Kapitel erläutert die technologische Funktionsweise des E-Papers und diskutiert dessen Potenzial sowie die Akzeptanz durch den Leser.

6. Der Computer als Simulationsmaschine: Die These des Computers als Metamedium nach Youngblood wird analysiert und kritisch durch die medientheoretische Sichtweise Winklers ergänzt.

7. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass trotz der angestrebten Ähnlichkeit zur Print-Zeitung mediale Unterschiede bestehen, die eine Gleichsetzung verhindern.

Schlüsselwörter

Zeitung, E-Paper, Online-Zeitung, Medienwandel, Medientheorie, Digitalisierung, Publizistik, Internet, Simulation, Metamedium, Interaktivität, Printmedien, Technik, Archivfunktion, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den Wandel der Zeitung durch technologische Innovationen und untersucht, ob digitale Formate wie das E-Paper noch die klassischen Merkmale einer Zeitung erfüllen.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Zentrale Themen sind die historische Definition des Zeitungsbegriffs, der Vergleich zwischen Print- und Digitalmedien sowie die medientheoretische Einordnung des Computers.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Kernfrage ist, ob die papierlose Zeitung (ZeP) tatsächlich eine Zeitung ist oder lediglich eine elektronische Simulation, die sich fundamental vom Print-Medium unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine diskursive Analyse, bei der publizistikwissenschaftliche Definitionen mit medientheoretischen Ansätzen (u.a. von Hartmut Winkler) verknüpft werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Entwicklung von Online-Zeitungen, der Technologie des elektronischen Papiers und einer kritischen Auseinandersetzung mit der Metamedien-Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Medienwandel, E-Paper, Interaktivität, Simulationsmaschine und das Spannungsfeld zwischen traditionellem Druckmedium und digitaler Publizistik.

Welche Rolle spielt die „Archivfunktion“ für die Argumentation des Autors?

Der Autor argumentiert, dass die papierlose Zeitung ihre Zuverlässigkeit als Speichermedium verliert, da die flüchtige elektronische Darstellung die dauerhafte Fixierung in Druckform nicht adäquat ersetzt.

Wie unterscheidet der Autor zwischen Online-Zeitung und E-Paper?

Während die Online-Zeitung oft ein interaktives, HTML-basiertes Angebot ist, wird das E-Paper als ein digitales Faksimile definiert, das explizit versucht, das Layout und die Lesegewohnheiten der Print-Zeitung zu imitieren.

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Details

Title
Simuliertes Medium? Die papierlose Zeitung
College
University of Marburg  (Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien)
Course
Hauptseminar 'Medienspeicher'
Grade
1
Author
Lutz Benseler (Author)
Publication Year
2005
Pages
29
Catalog Number
V50907
ISBN (eBook)
9783638470223
ISBN (Book)
9783638661355
Language
German
Tags
Simuliertes Medium Zeitung Hauptseminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Benseler (Author), 2005, Simuliertes Medium? Die papierlose Zeitung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50907
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