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Fehler und Fehlerkorrektur im Fach Deutsch als Fremdsprache

Title: Fehler und Fehlerkorrektur im Fach Deutsch als Fremdsprache

Seminar Paper , 2004 , 15 Pages , Grade: 2.0

Autor:in: Korinna Brinkmann (Author)

Didactics for the subject German - German as a Foreign Language
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Fehler zu machen ist die natürlichste Sache der Welt, sie ist untrennbar mit dem Wesen und Dasein des Menschen verbunden oder behauptete nicht schon ein Sprichwort : “Irren ist menschlich”? Demgegenüber strebt der Mensch seit jeher danach, Fehler zu vermeiden, weil sie als störend, schädlich, negativ empfunden und eingeschätzt werden. Und schon sind wir bei den negativen Aspekten von Fehlern, die meistens als Assoziationen zum Begriff hervorgerufen werden. Beim Fremdsprachenlernen und -gebrauch springen unmittelbar folgende Aspekte ins Auge. Fehler können die Verständigung stören oder unmöglich machen, sie können das Selbstwertgefühl mindern oder sogar zerstören und sie können, sobald sie bemerkt werden, das Sozialprestige beeinträchtigen und sogar zur Verformung der Persönlichkeit führen. Alle diese Folgen von Fehler “können” eintreten, d.h. sie müssen es nicht unbedingt. Vielmehr können Fehler im Fremdsprachenlernen auch eine positive Seite haben, sie können beispielsweise Ausdruck und Folge von Mut und Kreativität sein. Außerdem können Fehler den Lernprozess voranbringen oder sogar verbessern, zum Beispiel, wenn sie daraufhin untersucht werden, ob sie aufgrund von sprachlichen Defiziten des Lernenden entstanden sind und um welche Defizite es sich handelt. 1 Daraus folgt, dass zu aller erst die Frage geklärt werden muss, was überhaupt ein Fehler ist ? Das scheint zunächst trivial, so ist ein Fehler doch immer als eine Abweichung von etwas oder als ein Verstoß gegen etwas zu begreifen. Wie mannigfaltig dieses “etwas” im Bereich des Fremdsprachenunterrichts jedoch definiert werden kann, erläutert das erste Kapitel zur Fehlerbeschreibung. Welche Ursachen für das Entstehen von Fehler verantwortlich sein können wird im folgenden Kapitel, der Fehlererklärung, thematisiert. Im Kapitel zur Fehlertherapie werden Maßnahmen zur Fehlerkorrektur im schriftlichen und mündlichen Bereich vorgestellt. Wie die Fehlergewichtung und Fehlerquantifizierung erfolgt, wird dann anschließend unter dem Thema Fehlerbewertung und -benotung analysiert. Einem folgenden Resümee, welches nochmals die wichtigsten Erkenntnisse wiedergibt, schließt sich das Quellenverzeichnis an.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fehlerbeschreibung

2.1 Identifizierung und Klassifizierung

2.2 Typisierung

3. Fehleranalyse

3.1 mögliche Fehlerursachen

4. Fehlertherapie

5.1 mündliche Fehlerkorrektur

5.2 schriftliche Fehlerkorrektur

5.3 andere therapeutischen Maßnahmen

5. Fehlerbewertung und -benotung

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Umgang mit Fehlern im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF), mit dem Ziel, Fehler nicht nur als negative Abweichungen, sondern als konstitutive Bestandteile des Lernprozesses zu begreifen und didaktisch sinnvolle Korrekturstrategien aufzuzeigen.

  • Identifizierung und Klassifizierung von Fehlern im Fremdsprachenerwerb
  • Analyse möglicher Fehlerursachen
  • Methoden und Ansätze der mündlichen sowie schriftlichen Fehlerkorrektur
  • Kriterien für die Fehlerbewertung und -benotung
  • Reflexion über die Rolle des Lehrers und die Gestaltung einer lernförderlichen Korrekturkultur

Auszug aus dem Buch

2.1 Identifizierung und Klassifizierung

Um nun die Frage zu klären, was als Fehler zu gelten habe, entwickelten einige Fremdsprachen/Zweitsprachenlerner, -lehrer, Linguisten, Sprachlehrforscher und Fremdsprachendidaktiker ein System mit Kriterien, aufgrund derer begründete Entscheidungen gefällt werden können. Die Auswahl der Kriterien orientierte sich an dem jeweiligen Beschreibungsinteresse und dem Stellenwert, den der Fehler im Erwerbsprozess einnimmt. Nach Kleppin handelt es sich um fünf Kriterien, die zur Identifizierung von Fehlern dienen . Das erste Kriterium, die sprachliche Korrektheit, spricht von einem Fehler, wenn eine Abweichung vom Sprachsystem, d.h. ein Verstoß gegen das Regelsystem sowie gegen eine sprachliche Form, vorliegt.

Das Kriterium der Verständlichkeit analysiert Fehler hinsichtlich der Kommunikationsfähigkeit, spezifischer ob er diese behindert oder nicht. Im Extremfall hieße das sogar, dass alles, was von einem Kommunikationspartner verstanden wird, nicht als Fehler zu gelten haben, selbst wenn eine Abweichung von einer grammatischen Regel vorliegt. Im Kriterium der Situationsangemessenheit wird der verbale und nonverbale Verstoß gegen eine soziokulturelle Norm thematisiert, d.h. Verstöße gegen Verhaltenserwartungen in einer bestimmten Situation, beispielsweise gegen Regeln der Höflichkeit. Für den Fremdsprachenunterricht gelten nun die sogenannten unterrichtsabhängigen Kriterien. Hier runter wird die präskriptive Norm gefasst, wie sie beispielsweise dem Lehrwerk zu Grunde liegt oder wie der Lehrer sie vorschreibt. Des weiteren wurden noch flexible lernerbezogene Kriterien erfasst. Laut diesen müsse man je nach Situation entscheiden, ob, bei wem und unter welchen Umständen ein Fehler zu ignorieren, zu tolerieren oder zu korrigieren, wie er zu gewichten und zu bewerten sei. Hier rückt nun der Lerner und seine möglichen Lernschwierigkeiten in den Mittelpunkt und die Frage nach der objektiven Feststellung von Fehlern in den Hintergrund. Eine andere Möglichkeit der Fehlerbeschreibung ist die Fehlerklassifizierung. Hierbei werden die Fehler bestimmten sprachlichen Ebenen zugeordnet, etwa der phonetisch/phonologischen, der morpho/syntaktischen oder der lexiko/semantischen nach Kleepin oder laut Schmidt bestimmten Bereichen, etwa dem phonetischen, dem orthographischen, dem grammatischen, dem lexikalischen, dem pragmatisch-funktionalem oder einer Kombination aus allen genannten.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, dass Fehler im Fremdsprachenlernen sowohl als Störfaktoren als auch als wertvolle Indikatoren für den Lernprozess verstanden werden können.

2. Fehlerbeschreibung: Hier werden Kriterien zur Identifizierung von Fehlern sowie das Modell der Fehlertypisierung (Performanz- vs. Kompetenzfehler) erläutert.

3. Fehleranalyse: Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung der Ursachen für Fehler, unter anderem durch die Kontrastiv- und Interlanguage-Hypothese.

4. Fehlertherapie: Es werden didaktische Maßnahmen zur Korrektur im mündlichen und schriftlichen Bereich sowie ergänzende therapeutische Ansätze vorgestellt.

5. Fehlerbewertung und -benotung: Dieses Kapitel analysiert verschiedene Verfahren zur Gewichtung und Quantifizierung von Fehlern in der Prüfungspraxis.

6. Resümee: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass kein allgemeingültiges Patentrezept existiert und ein bewusster, flexibler Umgang mit Fehlern angestrebt werden sollte.

Schlüsselwörter

Fehler, Fehlerkorrektur, DaF, Fremdsprachenunterricht, Interlanguage, Fehleranalyse, Fehlertherapie, Kompetenzfehler, Performanzfehler, Sprachlehrforschung, Fehlerbewertung, Selbstkorrektur, Sprachstanddiagnostik, Lernstrategien, Didaktik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Fehlern im Fach Deutsch als Fremdsprache und wie Lehrende damit methodisch umgehen können.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Felder umfassen die Beschreibung und Typisierung von Fehlern, deren Ursachenanalyse, therapeutische Korrekturmaßnahmen sowie die Bewertung und Benotung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Fehler konstitutive Bestandteile des Lernprozesses sind und eine differenzierte Korrekturstrategie erfordern.

Welche wissenschaftliche Methodik wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Literatur und relevanter Hypothesen der Fremdsprachenerwerbsforschung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl theoretische Ansätze zur Fehlerentstehung als auch praktische Verfahren der Korrektur im mündlichen und schriftlichen Unterrichtsalltag diskutiert.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interlanguage, Fehleranalyse, Fehlertherapie, Selbstkorrektur und didaktische Flexibilität.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Performanz- und Kompetenzfehlern?

Kompetenzfehler (errors) liegen außerhalb der aktuellen Leistungsfähigkeit des Lerners, während Performanzfehler (mistakes) oft flüchtige, meist selbst korrigierbare Fehlleistungen darstellen.

Warum wird im Dokument von der „Fehlertherapie“ gesprochen?

Der Begriff „Fehlertherapie“ wird analog zu medizinischen Modellen verwendet, um alle Maßnahmen zu bezeichnen, die geeignet sind, Abweichungen von der Zielsprachennorm zu beheben.

Welche Bedeutung kommt der „Metaebene“ beim Umgang mit Fehlern zu?

Die Metaebene ermöglicht es, den Korrekturvorgang selbst zum Unterrichtsgegenstand zu machen, was die Reflexion der Lernenden über ihre eigenen Lernstrategien fördert.

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Details

Title
Fehler und Fehlerkorrektur im Fach Deutsch als Fremdsprache
College
Ernst Moritz Arndt University of Greifswald  (Germanistik)
Course
Sprachliche Tätigkeit im DaF-Unterricht
Grade
2.0
Author
Korinna Brinkmann (Author)
Publication Year
2004
Pages
15
Catalog Number
V50910
ISBN (eBook)
9783638470247
Language
German
Tags
Fehler Fehlerkorrektur Fach Deutsch Fremdsprache Sprachliche Tätigkeit DaF-Unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Korinna Brinkmann (Author), 2004, Fehler und Fehlerkorrektur im Fach Deutsch als Fremdsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50910
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