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Claríns "La Regenta": Femme mystérique et fragile. Ein literarischer Weiblichkeitsentwurf zwischen Rollenkonformität und Verweigerung

Title: Claríns "La Regenta": Femme mystérique et fragile. Ein literarischer Weiblichkeitsentwurf zwischen Rollenkonformität und Verweigerung

Term Paper (Advanced seminar) , 1998 , 37 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Alexandra Müller (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Im Spanien der Restaurationszeit setzte vor allem im Anschluß an den französischen naturalistischen-realistischen Roman eine rege Produktion von narrativen Texten ein, die tragische Frauenfiguren zu ihren Titelheldinnen machten.
So trägt Claríns Roman, in ironischer Verzerrung des realen Sachverhalts, den TitelLa Regenta. La Regenta2- kein wirklicher Eigenname, aber von daher um so bezeichnender für die Stellung, die Clarín seiner Protagonistin innerhalb des Romans einräumt: sie existiert nur in Relation zum Mann und scheint in seiner gesellschaftlichen Position aufgehen zu müssen.3Ausgehend von diesem ersten Eindruck soll es in der vorliegenden Arbeit um den Stellenwert und um die Ausarbeitung der textuellen Frauengestalt Ana Ozores in Claríns Roman gehen und damit um die Repräsentation von Weiblichkeit.
Mystik, Hysterie, Schreiben und die Suche nach einer spezifisch weiblichen Subjektivität und Identität in einer patriarchalisch geordneten Gesellschaft gehen inLa Regentaeine untrennbare Beziehung ein und verbinden sich zu einem interdependenten Themenkomplex. Im Mittelpunkt der Arbeit soll deshalb die Frage nach der Funktion von Mystik,locuraund Schreiben für die psychologische Modellierung der Protagonistin stehen, wobei besonders die Tatsache Beach-tung finden soll, daß ein männlicher Autor eine textuelle Frauengestalt entwirft, die als Opfer einer misogynen Gesellschaftsordnung scheinbar feministische Fragestellungen aufwirft.
Die Figur der Heiligen Teresa von Ávila spielt für die tiefenpsychologische Profilierung der Heldin eine übergeordnete Rolle, denn sie bildet die bemerkenswerte intertextuelle Folie für ihr imitatorisches Begehren, das in einen mit der Kindheit einsetzenden, unaufhörlichen Schreib-prozeß mündet und seinen Kulminationspunkt im zentralen Pastiche, einer Variation des Textes der Heiligen findet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Intertextualität und Parodie in La Regenta

2.1 Zur Bedeutung intertextueller Bezugnahmen in La Regenta – Ana zwischen Parodie und Ernst

3. Auf der Suche nach einer spezifisch weiblichen Identität – Ana zwischen Rollenkonformität und –verweigerung

3.1 "No ser como todas las otras"

3.1.2 Das melancholische Genie

3.2 Teresa de Ávila – der Versuch einer Identitätsstiftung

3.3 Die Mystikerin als Paradigma weiblicher Subjektivität

3.4 Mystik als Ort weiblichen Schreibens?

4. Ein weibliches Schicksal aus männlicher Perspektive

4.1 "Ana Ozores – c'est moi"

4.2 Ana als Diskurs-Objekt

4.3 Die Pathologisierung von Weiblichkeit

5. Konklusion

Zielsetzung und Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den literarischen Weiblichkeitsentwurf in Leopoldo Alas' Roman La Regenta, wobei der Fokus auf der ambivalenten Darstellung der Protagonistin Ana Ozores liegt, die zwischen gesellschaftlicher Rollenkonformität und dem Versuch der Selbstverweigerung schwankt. Zentrale Forschungsfragen sind die Rolle von Mystik, Hysterie und Schreiben als psychologische Modellierung der Heldin sowie die Frage, inwieweit die männliche Autorenperspektive durch diese Darstellung feministische Fragestellungen aufwirft oder das patriarchalische System lediglich reproduziert.

  • Intertextualität und Parodie als Erzählstrategie bei Clarín
  • Die Funktion von Mystik und religiösen Diskursen bei Ana Ozores
  • Der Zusammenhang zwischen Hysterie, Weiblichkeit und gesellschaftlicher Unterdrückung
  • Anas Identitätssuche zwischen Subjektivität und Objektstatus
  • Die literarische Verarbeitung von Autorenschaft und Selbstbild

Auszug aus dem Buch

3.3 Die Mystikerin als Paradigma weiblicher Subjektivität

Bemerkenswert ist, daß Clarín das mystische Gotteserlebnis mit seinen sinnlichen Komponenten bewußt der amtskirchlichen Frömmigkeit gegenübergestellt. Die weibliche Erlebnismystik liefert somit ein Gegenmodell gegenüber dem heuchlerischen, auf Äußerlichkeiten bedachten Kult der katholischen Kirche, symbolisiert durch die Figur des Priesters. Diese Konfrontation deutet nicht nur auf Claríns ablehnende Haltung der katholischen Kirche gegenüber hin, sondern deckt sich auch mit den Implikationen der Heiligen Teresa innerhalb der feministischen Theoriebildung.

Anas Imitation mystischer Diskurse in Verbindung mit ihren Nervenkrisen verweist aus heutiger Perspektive auf die Thesen exponierter Vertreterinnen der feministischen Literaturwissenschaft und der écriture féminine wie Simone de Beauvoir, Luce Irigaray, Hélène Cixous und Julia Kristeva.

Die Mystikerin wird dabei zum Prototyp einer ganz anderen Art von Weiblichkeit erhoben, die sich eben nicht mit der Logik des psychoanalytischen Diskurses erfassen läßt. Die Schriftstellerinnen kritisieren generell die Art, wie Frauen in der psychoanalytischen Theorie beschrieben werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Repräsentation von Weiblichkeit in La Regenta ein und skizziert den Themenkomplex aus Mystik, Hysterie und Schreiben.

2. Intertextualität und Parodie in La Regenta: Dieses Kapitel analysiert das intertextuelle Geflecht des Romans und die Bedeutung von Ambivalenz und Oszillation für das Verständnis der Figuren.

3. Auf der Suche nach einer spezifisch weiblichen Identität – Ana zwischen Rollenkonformität und –verweigerung: Hier wird Anas Identitätsbildung durch die Imitation religiöser Vorbilder, insbesondere der Heiligen Teresa, detailliert untersucht.

4. Ein weibliches Schicksal aus männlicher Perspektive: Das Kapitel reflektiert die männliche Autorenschaft und analysiert, wie die Protagonistin zum Objekt für Diskurse der Pathologisierung wird.

5. Konklusion: Das Fazit fasst zusammen, dass Claríns Darstellung der Ana Ozores ein komplexes Bild zwischen Tragik und Komik zeichnet, das keine einfachen feministischen Rückschlüsse zulässt.

Schlüsselwörter

La Regenta, Leopoldo Alas, Weiblichkeit, Mystik, Hysterie, écriture féminine, Intertextualität, Parodie, Identitätssuche, Patriarchat, Ana Ozores, Feministische Literaturtheorie, Melancholie, Pathologisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, wie die weibliche Hauptfigur Ana Ozores in Leopoldo Alas' Roman La Regenta durch verschiedene Diskurse – wie Mystik und Hysterie – modelliert wird und in welchem Verhältnis dies zu einer feministischen oder patriarchalischen Lesart des Textes steht.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Rolle der Intertextualität, der Einfluss der Mystik auf die weibliche Identität, die Pathologisierung der Frau im 19. Jahrhundert sowie die kritische Reflexion des männlichen Blicks auf die weibliche Psyche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass die Darstellung von Anas Identitätssuche nicht eindeutig als feministisch oder rein misogyn einzustufen ist, sondern als ein hochkomplexes, ambivalentes literarisches Gebilde fungiert.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird eine tiefenpsychologische Textanalyse durchgeführt, die intertextuelle Ansätze, poststrukturalistische Konzepte der Dialogizität sowie feministische Literaturtheorien zur écriture féminine einbezieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Anas Imitationsversuchen (u.a. der Heiligen Teresa), die Analyse ihrer Rolle als Objekt männlicher Diskurse und die kritische Beleuchtung ihrer angeblichen pathologischen "Hysterie".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Ambivalenz, Mystizismus, Hysterie, Intertextualität und femme fragile charakterisieren.

Welche Rolle spielt die Heilige Teresa de Ávila in der Analyse?

Die Heilige Teresa dient Ana als intertextuelle Folie zur Identitätsstiftung. Die Arbeit zeigt jedoch auf, dass Anas Imitation theatralisch bleibt und sie letztlich scheitert, da sie den spirituellen Gehalt nicht authentisch erfasst.

Warum spricht der Autor von der "Pathologisierung von Weiblichkeit"?

Der Autor argumentiert, dass Anas individuelles Leiden und ihr Rückzug in die Mystik von den männlichen Figuren und zeitgenössischen medizinischen Diskursen (wie der beginnenden Psychoanalyse) systematisch als hysterische Krankheit umgedeutet werden, um sie gesellschaftlich zu kontrollieren.

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Details

Title
Claríns "La Regenta": Femme mystérique et fragile. Ein literarischer Weiblichkeitsentwurf zwischen Rollenkonformität und Verweigerung
College
Free University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Claríns La Regenta im historischen Kontext
Grade
1,0
Author
Alexandra Müller (Author)
Publication Year
1998
Pages
37
Catalog Number
V50913
ISBN (eBook)
9783638470278
Language
German
Tags
Claríns Regenta Femme Weiblichkeitsentwurf Rollenkonformität Verweigerung Claríns Regenta Kontext
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexandra Müller (Author), 1998, Claríns "La Regenta": Femme mystérique et fragile. Ein literarischer Weiblichkeitsentwurf zwischen Rollenkonformität und Verweigerung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50913
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