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'Entre l'arbitraire du signe et langage naturel.' Sprachauffassung und Dialektik in Rabelais' "Gargantua" und "Pantagruel"

Anhand zweier Texte von Michel Foucault und Jean Paris

Titre: 'Entre l'arbitraire du signe et langage naturel.' Sprachauffassung und Dialektik in Rabelais' "Gargantua" und "Pantagruel"

Dossier / Travail de Séminaire , 2000 , 29 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Alexandra Müller (Auteur)

Philologie française - Linguistique
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Résumé Extrait Résumé des informations

"Ha j'entens (...), mais quoy?", fragt sich der Gelehrte Thaumaste in Kapitel 19 des chronologisch ersten Buches der Pentalogie, Pantagruel. Diese Frage steht paradigmatisch für die Situation des Lesers Rabelaisscher Texte, die sich durch immer neue Inkohärenzen, Digressionen und Störungen des linearen Handlungsverlaufs einer einfachen Interpretation entziehen und den Leser letztendlich mit seiner eigenen Unzulänglichkeit als Textinterpret konfrontieren.

In der Forschung der letzten Jahrzehnte wurde aufgrund des disparaten Einducks, den der Text bei seinem Leser hervorruft, immer wieder auf (post)moderne Literaturkonzepte rekurriert, um eine Begrifflichkeit zur Erklärung der Pentalogie bereitzustellen. So mutet Rabelais' Auffassung des Lesers aus heutiger Perspektive zweifellos erstaunlich modern an, denn entge- gen der mittelalterlich-scholastischen Tradition erhebt sich der Leser-Exeget nicht mehr kühn als allmächtiger Hermeneut über seinen Gegenstand, um dessen "wahren" Sinn zu finden, sondern ganz im Verständnis moderner hermeneutischer Ansätze eines Wolfgang Iser oder Umberto Eco, die die produktive Funktion des Lesers und die tendenzielle Offenheit des Kunstwerks betonen, kann und muß Bedeutung bei Rabelais erst durch die Interaktion Text – Leser generiert werden. Trotzdem fragt es sich, inwieweit es gerechtfertigt ist, einen Text des 16. Jahrhunderts mit Termini der modernen Literaturwissenschaft zu belegen und inwieweit

eine sich diesem Vokabular bedienende Textinterpretation nicht die Gefahr in sich bürgt, die historische Differenzqualität des Textes zu nivellieren. 2 Diese grundlegende Frage soll im folgenden stets mitreflektiert werden, um dem Text als Ausdruck einer unmittelbaren historischen Wirklichkeit gerecht zu bleiben und ihn nicht zum avant-coureur (post)moderner Narrativik zu stilisieren.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zur epistemologischen Dialektik bei Rabelais

2.1 Jean Paris und Michel Foucault

2.2 Sprache als Problem

2.3 Panurge et l'arbitraire du signe

2.4 Sinnliche Wahrnehmung anstatt Sinn?

3. Signifikation ohne Arbitrarität: Renaissance-Hieroglyphik und Emblematik

3.1 Die Relation von Hieroglyphik und Emblematik

3.2 Ius gentium

4. Konklusion

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit rekonstruiert das semiotische Verständnis in Rabelais' Pentalogie, indem sie die Spannung zwischen einer epistemologischen Dialektik von Zeichenmodellen untersucht und Rabelais als Exponenten eines historischen Übergangs positioniert.

  • Analyse der Zeichenauffassung bei Rabelais im Vergleich zu Foucault und Paris.
  • Untersuchung der sprachlichen Probleme anhand der Figuren des "écolier limosin" und Panurge.
  • Kontrastierung von Arbitrarität und natürlicher Sprachauffassung.
  • Die Rolle der Renaissance-Hieroglyphik und Emblematik als Gegenmodell zur Arbitrarität.
  • Der Einfluss der oralen Rezeption auf die sprachliche Struktur des Werkes.

Auszug aus dem Buch

2.3 Panurge et l'arbitraire du signe

Das Auftauchen Panurges stellt eine deutliche Zäsur im Romangeschehen dar, die allerdings durch das formal ähnliche Kapitel 6 vorbereitet wurde, so daß bei Rabelais von einer stufenweisen Loslösung von Sinnimmanenz die Rede sein kann. Wo der Leser bislang davon ausgehen konnte, in der Abfolge chronologisch geordneter Erlebnisse und Begegnungen Pantagruels läge eine sinnstiftende Ordnung vor, wird ihm mit dem neunten Kapitel die Problematik von Sprache und das Brüchig-Werden eines erzählerischen Kontinuums bewußt und damit gleichzeitig der feste Boden entzogen.

Obgleich die Frage nach der Stellung des Lesers hier nur angedacht werden kann, scheint es, als ob der von Rabelais intendierte Leser bereit sein muß, Bedeutungsverluste in Kauf zu nehmen und sich in einem labyrinthischen Textgebilde zu orientieren, das sich einer einfachen Lektüre entzieht. Es darf also im Falle Rabelais' nicht von einem passiven Leser, sondern vielmehr von einem aktiv rezipierenden Leser ausgeganden werden, der den Text beständig nach seinem Sinn und Telos befragt und mit ihm in einen engen Dialog tritt.

Die fünf Fragen, die Pantagruel dem Fremden stellt, können gleichsam paradigmatisch für die Fragen des Hermeneuten an den Text stehen, denn laut Terence Cave "they echo the reader's interrogation of the text, [...] : the theme of the quest (‘Où allez vous? Que quérez-vous?’)."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung thematisiert die Herausforderung, Rabelais' Texte mit modernen literaturwissenschaftlichen Begriffen zu analysieren, ohne dabei die historische Differenzqualität des Werkes zu nivellieren.

2. Zur epistemologischen Dialektik bei Rabelais: Das Kapitel untersucht anhand der Forschung von Michel Foucault und Jean Paris, wie Rabelais das Sprachverständnis seiner Zeit im Pantagruel problematisiert und den Übergang zu einem arbiträren Zeichenmodell vollzieht.

3. Signifikation ohne Arbitrarität: Renaissance-Hieroglyphik und Emblematik: Der Autor zeigt auf, wie Rabelais im Gargantua die Hieroglyphik und Emblematik als theoretisches Gegenmodell zur Arbitrarität nutzt, um eine ursprüngliche, natürliche Sprache zu evozieren.

4. Konklusion: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass Rabelais nicht einseitig einzuordnen ist, sondern in einem komplexen epistemologischen Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne steht.

Schlüsselwörter

Rabelais, Pantagruel, Gargantua, Sprachauffassung, Semiotik, Arbitrarität, Hieroglyphik, Emblematik, Episteme, Foucault, Jean Paris, Renaissance, Sinnliche Wahrnehmung, Zeichenmodell, Sprachphilosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht Rabelais' Auffassung des sprachlichen Zeichens in den ersten beiden Büchern der Pentalogie und wie diese im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne steht.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Krise des sprachlichen Zeichens, der Gegensatz zwischen willkürlicher Arbitrarität und natürlicher Sprachbedeutung sowie die Rolle des Lesers bei der Sinnkonstitution.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, Rabelais’ semiotisches Verständnis zu rekonstruieren, ohne ihn vorschnell entweder Foucaults "Episteme der Ähnlichkeit" oder dem modernen Bruchkonzept von Jean Paris zuzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Untersuchung, die semiotische und hermeneutische Fragestellungen mit historischen Analysen verbindet.

Welche inhaltlichen Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil analysiert ausgewählte Kapitel des Pantagruel und des Gargantua, insbesondere die Begegnung mit dem "écolier limosin" und Panurge sowie die Bedeutung der Hieroglyphen.

Welche Keywords charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Semiotik, Arbitrarität, Hieroglyphik, Emblematik, Sprachkrise und das epistemologische Spannungsfeld der Renaissance.

Warum wird die Episode des "écolier limosin" mit Panurge verglichen?

Beide Episoden sind strukturell ähnlich und zeigen Pantagruel in einer Situation, in der die traditionelle Kommunikation scheitert, was Rabelais zur Demonstration sprachlicher Probleme nutzt.

Welche Rolle spielt die sinnliche Wahrnehmung im Vergleich zum Sinn?

Die Arbeit zeigt, dass Rabelais den Verlust von referentiellem Sinn durch eine Aufwertung des Auditiven und Visuellen kompensiert, was als rezeptionsästhetische Anpassung an die orale Kultur der Zeit verstanden werden kann.

Wie ist Rabelais nach Ansicht der Autorin epochentheoretisch einzuordnen?

Rabelais wird als ein Autor verortet, der weder nur dem Mittelalter noch nur der Renaissance angehört, sondern beide Aspekte in sich vereint und als Mischung inkonsistenter Elemente betrachtet werden muss.

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Résumé des informations

Titre
'Entre l'arbitraire du signe et langage naturel.' Sprachauffassung und Dialektik in Rabelais' "Gargantua" und "Pantagruel"
Sous-titre
Anhand zweier Texte von Michel Foucault und Jean Paris
Université
Free University of Berlin
Note
1,0
Auteur
Alexandra Müller (Auteur)
Année de publication
2000
Pages
29
N° de catalogue
V50915
ISBN (ebook)
9783638470292
ISBN (Livre)
9783656084976
Langue
allemand
mots-clé
Entre Untersuchungen Sprachauffassung Dialektik Rabelais Gargantua Pantagruel Texte Michel Foucault Jean Paris
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Alexandra Müller (Auteur), 2000, 'Entre l'arbitraire du signe et langage naturel.' Sprachauffassung und Dialektik in Rabelais' "Gargantua" und "Pantagruel", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/50915
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Extrait de  29  pages
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