Marxismus und totalitäre Herrschaft. Titoismus im ehemaligen Jugoslawien

Eine kritische Untersuchung


Seminararbeit, 2019

21 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I Inhalt

II Abkürzungsverzeichnis

1. 200 Jahre Karl Marx – Ein Grund zu feiern?

2. Marxismus als Legitimation für totalitäre Herrschaft

3. Der jugoslawische Sozialismus
3.1 Die Person Josip Broz Tito nach der Biografie von Jose Pirjevec
3.2 Entstehungskontext des sozialistischen Regimes in Jugoslawien
3.3 Charakteristika des Titoismus und der zugrundeliegenden Ideologie
3.4 Titoismus als totalitäres System
3.5 Tito auf den Bühnen der Welt
3.6 Titoismus und Stalinismus im Vergleich

4. Führerkult und Gewaltherrschaft als Merkmal sozialistischer Regime

III Literaturverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. 200 Jahre Karl Marx – Ein Grund zu feiern?

2018 wäre Karl Marx 200 Jahre alt geworden. Dies war Anlass für die Ausrufung eines Marx-Jahres. Die deutsche Tageszeitung „die Zeit“ titelte dazu in ihrer Online-Ausgabe: „Wie feiert man Marx?“ (vgl. Hähnig/Machowecz 2018). Beginnen soll diese Seminar- arbeit mit der Gegenfrage: „Warum feiert man Marx?“ So wird sich im Folgenden kritisch mit dem Marxismus als eine Ideologie auseinandergesetzt, die totalitäre Herrschaftssys- teme legitimiert. Geschehen wird dies anhand des Sozialismus im ehemaligen Jugosla- wien, der untrennbar mit der Person Josip Broz Tito verbunden ist und daher auch Tito- ismus genannt wird.

Der Historiker Rainer Zitelmann (2018) stellt zu dieser Problematik in einem Gastbeitrag beim Online-Nachrichten-Magazin Wallstreet Online die Frage, was von einer Idee zu halten ist, in deren Namen 100 Millionen Menschen umgebracht wurden. Die vorliegende Arbeit soll daran anknüpfend untersuchen, inwieweit und womit die Ideologie des Mar- xismus totalitäre Systeme legitimiert, in denen diese Morde stattfanden. Dies soll am Bei- spiel des sozialistischen Systems geschehen, das „im Westen“ auf die weitaus größte Ak- zeptanz gestoßen ist (vgl. Sunic 1995: 25) – dem Titoismus der Jahre 1948 bis 1980 im ehemaligen Jugoslawien.

Das Ziel der Arbeit ist also, den Marxismus als Theorie zu betrachten und festzustellen an welchen Stellen er Legitimation für totalitäre Herrschaft liefert. Dies wird auf den Titoismus im ehemaligen Jugoslawien angewendet, wobei festgestellt werden soll, inwie- weit sich Titos Regime vom Stalinismus der Sowjetunion unterschied und weshalb Tito im Gegensatz zu Stalin gute Beziehungen „zum Westen“ führen konnte. Dabei soll auch die Analyse des Herrschaftssystems in Jugoslawien zentral sein und somit die Frage, ob es sich beim Titoismus um ein totalitäres Regime gehandelt hat. Die Fragestellung der Arbeit lässt sich also in drei Teilfragen gliedern: „Wie legitimiert der Marxismus totali- täre Herrschaft, auf welche Weise hat er die (totalitäre) Herrschaft Titos beeinflusst und inwieweit unterscheidet sich diese von Stalinismus der Sowjetunion?“

Relevant ist dieses Thema auch deshalb, da der Marxismus als Idee steigende Zustim- mung erfährt. Laut Zitelmann (2018) sind 42 Prozent der Westdeutschen und 59 Prozent der Ostdeutschen der Meinung, dass es sich bei der Ideologie von Marx um eine gute Idee handelt, die bisher lediglich schlecht ausgeführt wurde. Die Arbeit möchte in diesem Zu- sammenhang also aufzeigen, dass der Marxismus nicht Opfer falscher Interpretationen und Ausführungen ist, sondern dass er selbst Legitimation für totalitäres Herrschen lie- fert. Das Beispiel Tito wurde genau aus dem Grund gewählt, dass er stets gute Kontakte mit „dem Westen“ pflegte und dadurch, auch dank seines Charismas, anders wahrgenom- men wurde, als dies bei Stalin der Fall war (vgl. Halder 2013: 230f). Im folgenden Kapitel werden zunächst die Aspekte des Marxismus behandelt, die totalitäre Herrschaft legiti- mieren, im Anschluss nähert sich die Arbeit ihrem Kern und geht gezielt auf den Marxis- mus Titos und seine Herrschaft im ehemaligen Jugoslawien ein.

2. Marxismus als Legitimation für totalitäre Herrschaft

Da es der Umfang dieser Seminararbeit bei weitem nicht erlauben würde, die Theorie und Ideologie von Marx in seiner Vollständigkeit zu behandeln, wird auf die Aspekte einge- gangen, die Legitimation für diktatorische Herrschaftsformen liefern. Dies sind die hoch- ideologischen Bestandteile seiner Schriften, die als geistiges Vorbild für linksextremisti- sche und kommunistische Gruppierungen und Diktaturen dienten und dienen (vgl. Pfahl- Traughber 2008).

Zentral für Marx war die Teilung der Gesellschaft in Kapitalisten und das Proletariat. Er ging davon aus, dass diese Spaltung unweigerlich in Kämpfen und einer „revolutionären Umgestaltung der ganzen Gesellschaft“ resultieren müsse (MEW, Bd. 4: 462 – hier und im Folgenden zitiert aus der 1980 im Dietz Verlag Berlin erschienenen Ausgabe). Zentral bei Marx und Engels war dabei ein Geschichtsdeterminismus, der Klassenkämpfe als ent- scheidende Punkte der Gesellschaftsentwicklung identifizierte. Die Entwicklung des Ka- pitalismus wird in der Theorie des Marxismus eine Revolution begünstigen, da sich im- mer mehr Geld bei wenigen Industriellen akkumuliert (vgl. ebd.: 449). Es wird laut Marx und Engels ein Punkt erreicht werden, an dem die Situation unerträglich wird und die zunehmend proletarisierte Gesellschaft den Kapitalismus bekämpft (vgl. MEW, Bd. 23: 791). In diesem Prozess wird die führende Klasse der Kapitalisten notwendigerweise ent- machtet und es wird eine „Diktatur des Proletariats“ errichtet, die Marx als wichtige Zwischenstufe auf dem Weg zu einer „klassenlosen Gesellschaft“ betrachtet (MEW, Bd. 28: 508). Bereits an dieser Stelle lassen sich Legitimationen für Zwangsenteignungen und diktatorische Herrschaftsformen erkennen.

Verschärft wird dies dadurch, dass Marx beansprucht, das „wahre Wesen“ des Menschen zu kennen (vgl. Pfahl-Traughber 2008) und damit auch dessen Wünsche und Bedürfnisse. Damit liefert er beispielsweise die Legitimation für Umerziehungslager, wie die jugoslawische Gefängnisinsel Goli Otok, auf die im weiteren Verlauf der Arbeit näher eingegangen wird. Des Weiteren kommt es in den Werken von Marx und Engels teils auch zur offenen Ablehnung der Demokratie, es dürfe gemäß der Theorie „unter keinen Umständen geduldet werden, da[ss] jedes Dorf, jede Stadt, jede Provinz der revolutionä- ren Tätigkeit, die in ihrer ganzen Kraft nur vom Zentrum ausgehen kann, ein neues Hin- dernis in den Weg lege“ (MEW, Bd. 7: 252). Daraus folgt, dass Marx und Engels die Demokratie als Störfaktor für ihre Revolution betrachten und somit die Errichtung eines diktatorischen Systems als notwendig erachten. Ferner muss dieses zentral organisiert sein, da ja die „Kraft der Revolution“ vom Zentrum ausgehen soll. Dabei ist auch die gewaltsame Unterdrückung der Gegner akzeptabel, solange dies dem Ziel der klassenlo- sen Gesellschaft dient (vgl. MEW, Bd. 34: 129). Dazu muss das Proletariat bewaffnet und jeder Versuch der Konterrevolution muss notfalls gewaltsam vereitelt werden (vgl. MEW, Bd. 7: 250).

Es lässt sich also erkennen, dass in den Werken von Marx und Engels, die ja die Grund- lage für die marxistische Ideologie bilden, die eigenen Vorstellungen als absolute Wahr- heit betrachtet werden. Zur Durchsetzung dieser Vorstellungen sind auch gewaltsame Methoden legitim und die Abschaffung der Demokratie auf dem Weg zu einer klassenlo- sen Gesellschaft ist unabdingbar. Die Enteignung und Entmachtung der Kapitalisten ist zentraler Bestandteil dieses Weges. Aufgrund der zu erwartenden Gegenwehr der Kapi- talisten muss dies notwendigerweise gewaltsam geschehen. Auf diese Weise liefern Marx und Engels Legitimationen für Gewaltanwendung und diktatorische Herrschaft.

Dennoch sollte der Marxismus nicht auf seine extremistischen Potentiale reduziert wer- den. Neben diesen liefert er einen bereichernden und andersartigen Blick auf geschichtli- che und gesellschaftliche Entwicklungen (vgl. Pfahl-Traughber 2008). Da diese Arbeit allerdings im zeitlichen Kontext des Marxjahres 2018 die Bedeutung des Marxismus für den Titoismus Jugoslawiens und andere sozialistische Regime untersucht, wurde sich in diesem Kapitel darauf beschränkt, festzustellen, inwieweit diese Ideologie Legitimatio- nen für diktatorische Gewaltherrschaft liefert. Anschließend daran wird der jugoslawi- sche Sozialismus in seinen Grundzügen untersucht. Dies geschieht unter Betrachtung der Rolle des Marxismus für diese Form des Sozialismus und im Vergleich zum Stalinismus der Sowjetunion.

3. Der jugoslawische Sozialismus

Der Grundstein für den jugoslawischen Sozialismus der Jahre 1948-1980 wurde am 08. März 1945 gelegt, als Tito Ministerpräsident der Übergangsregierung Jugoslawiens wurde (vgl. Bartl 1985: 142), die sich zunächst stark an die Sowjetunion gebunden hatte. Als drei Jahre später der Bruch folgte, wurde das nach Josip Broz benannte System des Titoismus geboren (vgl. Sunic 1995: 24f) – eng verknüpft mit einem Führerkult um Tito (vgl. Halder 2013: 12). Tito ist also untrennbar mit dem sozialistischen System Jugosla- wiens verbunden. Daher wird im Folgenden zunächst die Person Josip Broz betrachtet, um erste Hintergründe zu erfassen, das nach ihm benannte System zu verstehen. Die Aus- führungen sollen dabei knappgehalten werden und sich auf für diese Arbeit relevante As- pekte konzentrieren.

3.1 Die Person Josip Broz Tito nach der Biografie von Jose Pirjevec

Tito kam 1892 mit dem bürgerlichen Namen Josip Broz in Kumrovec nahe der Grenze zum heutigen Slowenien (damals Herzogtum Steiermark) als eines von 15 Kindern zur Welt. Da sein Vater Franjo alkoholabhängig war, musste Josip Broz Tito schon sehr früh seinen Lebensunterhalt abseits der Heimat verdienen. Dazu erlernte er unterschiedliche Berufe und war an verschiedensten Orten tätig, unter anderem in Kroatien, in Bayern und in der Wiener Neustadt (vgl. Pirjevec 2016: 13f). Nachdem Tito von der Österreichisch- Ungarischen Armee eingezogen wurde, stieg er innerhalb der militärischen Hierarchie schnell auf und wurde Feldwebel. 1915 kam er in russische Kriegsgefangenschaft, was bewirkte, dass er sich zur Februarrevolution, in deren Unruhen er aus der Gefangenheit fliehen konnte, auf dem Gebiet der späteren Sowjetunion befand und mit den Vorläufern des sozialistischen Regimes der Sowjetunion in Berührung kam. Nach der Machtergrei- fung Lenins während der Oktoberrevolution schloss sich Tito der Internationalen Roten Garde an (vgl. ebd.: 15ff).

Nach dieser Zeit kehrte Tito im Jahr 1920 in seine kroatische Heimat zurück und trat in die Kommunistische Partei Jugoslawiens [KPJ] ein (vgl. ebd.: 20). Nachdem er wegen des Verbotes dieser Partei mehrmals zu Haftstrafen verurteilt wurde, ist er durch die sow- jetisch geführte Kommunistische Internationale [Komintern] zum Jahreswechsel 1938/1939 als Generalsekretär der KPJ eingesetzt worden, da er damals ein bekannter Anhänger Stalins war, obwohl es zuvor bereits mehrfach zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Tito und Funktionären der Komintern gekommen war (vgl. ebd. 55ff).

Innerhalb Jugoslawiens stieg Titos Einfluss und Macht durch seine Tätigkeit als Partisa- nenführer im zweiten Weltkrieg. Nachdem deutsche Truppen in Jugoslawien einmar- schiert sind, gelang es unter der Führung Titos diese und die mit ihnen verbündeten kro- atisch-nationalistischen Ustascha-Kämpfer zu besiegen (vgl. ebd.: 81ff). Seine Erfolge bewegten Tito dazu, den Antifaschistischen Volksbefreiungsrat [AVNOJ] einzuberufen, dem Regierungsfunktionen zukamen und an dessen Spitze er stand. Gegen Kriegsende übte dieser Rat seine Macht auf dem gesamten Staatsgebiet Jugoslawiens aus und wurde dabei durch die Alliierten als legitime Regierung akzeptiert. Auf der zweiten Konferenz dieses Rates wurde die Umgestaltung Jugoslawiens in eine Bundesrepublik beschlossen, in der alle Nationen gleichberechtigt sind (vgl. ebd.: 114ff).

In dieser Zeit kam es auch zum ersten Kontakt zwischen Tito und Churchill. Dieser un- terstützte Tito, was ihn in seiner Macht festigte (vgl. ebd.: 130ff), aber auch eine erste Erklärung dafür liefert, weshalb Tito stets enge Beziehungen „zum Westen“ pflegte – dies wird in einem eigenen Kapitel näher ausgeführt. Nach Ende des Krieges installierte Tito eine provisorische Regierung, de facto stand er allerdings selbst an der Spitze Jugoslawi- ens (vgl. ebd. 193f). Nach dem Bruch mit Stalin 1948 war Tito faktisch alleiniger Macht- haber in dem nach ihm benannten Herrschaftssystem Jugoslawiens (vgl. ebd.: 212ff), des- sen Charakteristika im weiteren Verlauf dieser Arbeit untersucht werden.

3.2 Entstehungskontext des sozialistischen Regimes in Jugoslawien

Wie bereits im vorhergehenden Kapitel erkennbar wurde, ist der Titoismus in den Unru- hen der Nachkriegszeit in Jugoslawien entstanden. Er wurde aber nicht „über Nacht“ ge- boren, sondern als Ergebnis eines längeren Prozesses von Unstimmigkeiten zwischen dem vormaligen Mentor Titos Josef Stalin und ihm selbst. Diese Unstimmigkeiten betra- fen sowohl die inländische als auch die Außenpolitik Jugoslawiens, die sich von denen der Sowjetunion unterschieden (vgl. Sunic 1995: 24f). Als Beginn dieses Konfliktes zwi- schen Tito und Moskau kann bereits die Zeit während des zweiten Weltkrieges bezeichnet werden, während der die KPJ ohne direkte Beteiligung der Sowjetunion an die Macht kommen konnte. Aus diesem Grund waren die jugoslawischen Sozialisten nicht bereit, sich der Kommunistischen Partei der Sowjetunion [KPdSU] bedingungslos unterzuord- nen (vgl. Bartl 1985: 149).

Zum Bruch zwischen Tito und Stalin, der im Ausschluss von Jugoslawien aus dem Kom- munistischen Informationsbüro [Kominform] – einem überstaatlichen Bündnis verschiedener kommunistischer Parteien unter Führung der KPdSU – resultierte, kam es wohl aufgrund Titos Politik gegenüber den Nachbarstaaten auf dem Balkan. So verfolgte Jugoslawien eine expansive Außenpolitik (vgl. Perovic 2007: 32ff) und versuchte bei- spielsweise – das traditionell Russland nahstehende – Bulgarien enger an Belgrad zu bin- den (vgl. Bartl 1985: 149f). Außerdem wurde Jugoslawien durch die Kominform-Reso- lution vom 28. Juni 1948 vorgeworfen, von der Marxistisch-Leninistischen Linie abzu- weichen, die Vorbild für alle kommunistischen Regime sein sollte (vgl. Perovic 2007: 35). Dies legt nahe, dass es durchaus Unterschiede zwischen Ideologie und Führungsstil Titos und dem Stalins gab. Dazu werden im folgenden Kapitel die Charakteristika des Titoismus und die zugrundeliegende Ideologie dieser Form des Sozialismus untersucht.

3.3 Charakteristika des Titoismus und der zugrundeliegenden Ideologie

Als faktischer Beginn der diktatorischen Herrschaft in Jugoslawien kann ein Gesetz ge- sehen werden, das nach den Wahlen 1945 erlassen wurde. Dieses verbot jegliche politi- sche Aktivität außerhalb der sogenannten kommunistischen „Volksfront“, der der AVNOJ und damit die KPJ angehörten (vgl. Sundhaussen 1993: 97). Als Beginn des ju- goslawischen Sonderwegs, dessen Regierungsform Titoismus genannt werden wird, gilt der 28. Juni 1948, an dem Jugoslawien, wie bereits beschrieben, aus der Kominform aus- geschlossen wurde. Dabei handelt es sich um ein sehr traditionsreiches Datum, da sich an diesem Tag die Schlacht auf dem Amselfeld (28. Juni 1389) jährt, in der serbische Trup- pen durch das osmanische Reich besiegt wurden (vgl. ebd.: 105). Nach diesem Tag und der damit verbundenen Loslösung Jugoslawiens von der Sowjetunion und damit auch vom Stalinismus, bildeten sich in den Folgejahren eine eigene Ideologie, sowie eine ei- gene politische Ordnung heraus (vgl. Brey 1980: 43). Charakteristisch für dieses System waren nach Sunic (1995: 25) drei Prinzipien, die im Folgenden genauer betrachtet werden sollen:

1. Die Blockfreiheit Jugoslawiens (gekennzeichnet durch eigenständige Außenpolitik mit guten Beziehungen „zum Westen“)
2. Die sogenannte Arbeiterselbstverwaltung bei einem (offiziell) dezentralisierten Staatsapparat und föderativer Staatsorganisation, (offiziell) ohne zentrale Wirt- schaftsplanung
3. Kontrolle durch die KPJ und ideologische Orientierung am Marxismus

Der Bruch mit Moskau hatte weitreichende Folgen für die Außenpolitik Titos. Die Sow- jetunion war nun kein Verbündeter mehr und musste als potenzielle Bedrohung wahrge- nommen werden. Zur Eigensicherung und aus wirtschaftlichen Gründen arbeitete die Führung Jugoslawiens an einer Verbesserung der Beziehung „zum Westen“. Dabei wurde darauf geachtet, nicht zu einem „Spielball“ der NATO-Mächte zu werden. Es wurde also versucht, die Beziehungen zu westlichen Ländern und „zum Osten“ möglichst im Gleich- gewicht zu halten, um die innere Entwicklung des Landes zu sichern (vgl. Sundhaussen 1993: 115). Aus diesem Prinzip der Blockfreiheit entwickelte sich die bis heute beste- hende Bewegung der blockfreien Staaten, die 1961 gegründet wurde (vgl. Schnei- der/Toyka-Seid 2019). Ziel dieser Blockfreiheit war es, eine einseitige Stärkung der bei- den Machtblöcke zu verhindern (vgl. Bartl 1985: 153).

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Ende der Leseprobe aus 21 Seiten

Details

Titel
Marxismus und totalitäre Herrschaft. Titoismus im ehemaligen Jugoslawien
Untertitel
Eine kritische Untersuchung
Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
21
Katalognummer
V509397
ISBN (eBook)
9783346071767
ISBN (Buch)
9783346071774
Sprache
Deutsch
Schlagworte
marxismus, herrschaft, titoismus, jugoslawien, eine, untersuchung
Arbeit zitieren
Felix Loos (Autor), 2019, Marxismus und totalitäre Herrschaft. Titoismus im ehemaligen Jugoslawien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509397

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