Diese Seminararbeit untersucht vor dem Hintergrund des Marxjahres 2018, die durch diesen begründete Ideologie. Betrachtet werden hierbei Legitimationsformen für totalitäre Herrschaft. Am Beispiel des Titoismus im ehemaligen Jugoslawien wird untersucht, welche Merkmale sozialistische Regime auszeichnen und inwieweit sich Begründungen hierfür in den Werken von Marx finden lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. 200 Jahre Karl Marx – Ein Grund zu feiern?
2. Marxismus als Legitimation für totalitäre Herrschaft
3. Der jugoslawische Sozialismus
3.1 Die Person Josip Broz Tito nach der Biografie von Jose Pirjevec
3.2 Entstehungskontext des sozialistischen Regimes in Jugoslawien
3.3 Charakteristika des Titoismus und der zugrundeliegenden Ideologie
3.4 Titoismus als totalitäres System
3.5 Tito auf den Bühnen der Welt
3.6 Titoismus und Stalinismus im Vergleich
4. Führerkult und Gewaltherrschaft als Merkmal sozialistischer Regime
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Marxismus als ideologische Legitimation für totalitäre Herrschaftssysteme am Beispiel des Titoismus im ehemaligen Jugoslawien. Dabei wird analysiert, inwiefern Titos Regime totalitäre Züge aufwies, sich vom Stalinismus unterschied und durch welche Mechanismen die KPJ ihre Macht sicherte.
- Kritische Analyse des Marxismus als Ideologie
- Untersuchung des jugoslawischen Titoismus (1948–1980)
- Vergleich von titoistischem und stalinistischem Herrschaftssystem
- Analyse von Machtausübung, Staatsterror und Führerkult
Auszug aus dem Buch
3.4 Titoismus als totalitäres System
Um festzustellen, ob es sich beim Titoismus um ein totalitäres System handelt, muss die Herrschaftsform des Totalitarismus zunächst definiert werden. Hierfür bieten sich die Charakteristika an, die Hannah Arendt (1958: 255ff) liefert. Totalitäre Regime seien vor allem (neben anderen Merkmalen, wie beispielsweise das Eindringen in das Privat- und Familienleben) durch eine ideologisch indoktrinierte Massengesellschaft, eine mystifizierte Führerpersönlichkeit und – das ist der entscheidende Punkt – Staatsterror gekennzeichnet.
Hier wird nun erörtert, inwiefern der jugoslawische Sozialismus unter Tito nach Definition Hannah Arendts ein totalitäres System darstellt. Hierzu wird zunächst geprüft, ob es im ehemaligen Jugoslawien eine ideologisierte Massengesellschaft gab. Diese hing dort sehr eng mit dem Führerkult um die charismatische Herrschaft Titos zusammen. Dies wurde besonders nach dem Tod von Josip Broz deutlich, der als kollektives Trauerereignis bezeichnet werden kann. Diese Trauer mischte sich mit Zukunftsängsten, was den inneren Zusammenhalt des Landes – wenn auch nur kurz – stärkte und die bis heute währende Verehrung manifestierte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. 200 Jahre Karl Marx – Ein Grund zu feiern?: Dieses Kapitel führt in die Problematik ein, inwieweit der Marxismus als Ideologie totalitäre Systeme legitimiert, und setzt den Rahmen für die Untersuchung des jugoslawischen Beispiels.
2. Marxismus als Legitimation für totalitäre Herrschaft: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Marxismus analysiert, die als Basis für diktatorische Herrschaftsformen und die Unterdrückung politischer Gegner dienten.
3. Der jugoslawische Sozialismus: Dieses Kapitel bildet das Kernstück und beleuchtet die Entstehung, Ideologie und Praxis des Titosystems im Kontext des Bruchs mit der Sowjetunion.
4. Führerkult und Gewaltherrschaft als Merkmal sozialistischer Regime: Das Fazit fasst zusammen, dass auch der Titoismus trotz seiner spezifischen Eigenheiten totalitäre Züge aufwies und den Marxismus als Machtlegitimation nutzte.
Schlüsselwörter
Marxismus, Titoismus, Jugoslawien, Josip Broz Tito, Totalitarismus, Sozialismus, Stalinismus, Führerkult, KPJ, Goli Otok, Blockfreiheit, Staatsterror, Ideologie, Arbeiterselbstverwaltung, Herrschaftslegitimation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die ideologischen Verbindungen zwischen dem Marxismus und totalitären Herrschaftsformen am Beispiel des jugoslawischen Titoismus.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Fokus stehen die Analyse der marxistischen Theorie, die Machtstrukturen in Jugoslawien unter Tito, der Vergleich mit dem Stalinismus und die Rolle des Führerkults.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit geht der Frage nach, wie der Marxismus als Legitimation für totalitäre Herrschaft dient und inwiefern sich das System Titos von der stalinistischen Sowjetunion unterschied.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, Biografien und historischen Dokumenten basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung des jugoslawischen Sozialismus, die Charakteristika des Titoismus, das System der Selbstverwaltung sowie die Anwendung staatlichen Terrors und Führerkults.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Totalitarismus, Titoismus, Ideologie, Marxismus, Führerkult und Blockfreiheit.
Warum spielt die Person Tito eine so zentrale Rolle für die Analyse?
Tito war nicht nur das staatliche Oberhaupt, sondern seine charismatische Herrschaft und der um ihn aufgebaute Führerkult sind wesentliche Merkmale, die zur Einordnung des Systems als totalitär beitragen.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "Blockfreiheit"?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Blockfreiheit Titos vor allem ein geopolitisches Instrument war, um Unterstützung vom Westen zu erhalten, ohne dass dies die totalitären Züge seines innerstaatlichen Regimes aufhob.
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- Felix Loos (Autor), 2019, Marxismus und totalitäre Herrschaft. Titoismus im ehemaligen Jugoslawien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509397