In dieser Arbeit werden die Konzeption und Gestaltung von wertorientierten Vergütungssystemen von Managern/Führungskräften für jeden verständlich aufbereitet, um aufbauend darauf darlegen zu können, wie Managementvergütungen fungieren und wie sie hinsichtlich der Anforderungen weiterentwickelt oder sogar gänzlich neu konzipiert werden können. Teil des Themas ist damit auch die Antwort auf die Frage, weshalb Managemententlohnungen besonders hoch angesetzt werden.
Die in rasanter Form erfolgte Globalisierung und Liberalisierung der Märkte haben Veränderungen bezüglich der Kapitalmärkte verlangt. Die am Shareholder-Value-Verfahren orientierte Unternehmenspolitik wird seitdem immer häufiger eingesetzt. Begründet wird dies mit der wachsenden Anzahl ausländischer und institutioneller Investoren. Es wird in der Fachwissenschaft ein Trend identifiziert, dass außer der stetigen Steigerung der Aktienkurse und Dividende primär die institutionellen Anleger eine risikorelevante Verzinsung des eingesetzten Kapitals einfordern. Gleichzeitig hat sich für die inländischen Unternehmen der Kapitalwettbewerb gesteigert, da die Anleger mit erhöhter Bereitschaft in ausländische Kapitalanlagen investieren. Die sich daraus ableitenden Herausforderungen bezüglich des Kapitalmarktes, die enormen Erwartungen der Anleger sowie die immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen fördern folglich die Ausarbeitung relevanter wertorientierter Managementkonzepte im Interessenrahmen der eigenen Unternehmen. So verfügt jedes Unternehmen des Deutschen Aktienindexes DAX über Vergütungsinstrumente, die eine langfristige Wirkung aufweisen.
Bedingt durch diese Entwicklung ist die aktienbasierte Vergütung sowohl von Großkonzernen als auch mittelständischen Unternehmen ein Bestandteil der gesamten Vergütung des Managements geworden. Die Eigentümer intendieren damit, das Management mittels direkter Beteiligung am Unternehmen auf die langfristigen Ziele auszurichten. Diese originäre aus den USA stammende Strategie ist damit in die europäische Praxis übernommen worden, wobei durch die entsprechenden Verträge zwischen dem Management und den Anteilseignern die Transparenz der Informationen und der Zusammenarbeit erhöht werden soll. Ebenso soll ein Ausgleich der Interessen gemäß der Prinzipal-Agenten-Theorie realisiert werden. Allerdings muss diesbezüglich die Frage beantwortet werden, wie die aktienbasierte Managementvergütung das Verhalten des Managements beeinflusst.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit
1.2 Gang der Arbeit
2. Grundlagen der wertorientierten Managementvergütung
2.1 Grundlagen und Voraussetzungen der ökonomischen Theorien (Grundlagen der ökonomischen Grundsätze)
2.1.1 Value Based Management
2.1.2 Shareholder Value-Methode
2.1.3 Prinzipal-Agent-Theorie/-Konflikt
2.1.4 Lösungsansätze zur Prinzipal-Agent-Problematik (Lösungsmechanismus: Anreizsystem) bzw. Zielsetzungen bei den Managementvergütungen
2.2 Anreizsysteme
2.2.1 Begriffsbestimmung und Funktionen der Anreizsysteme
2.2.2 Anforderungen an die Anreizsysteme
2.3 Grundlagen Verhaltenswissenschaft
2.3.1 Die intrinsische und die extrinsische Motivation
2.3.2 Bedürfnispyramide nach A. Maslow
3. Entwicklung der Managementvergütung
4. Grundsätzliche Bestandteile der Managementvergütung
4.1 Überblick
4.2 Erfolgsunabhängige Grundvergütung
4.2.1 Fixe Vergütung
4.2.2 Zusatz- und Nebenleistungen
4.3 Ergebnis- und leistungsorientierte variable Vergütung
4.3.1 Kurzfristige variable Vergütung (STI)
4.3.2 Langfristige variable Vergütung (LTI)
5. Die kennzahlenbasierten und aktienbasierten Vergütungs-konzepte
5.1 Rechtlicher Rahmen der Vorstandsvergütung
5.2 Deutscher Corporate Governance Kodex
5.3 Traditionelle und moderne wertorientierte Kennzahlen
5.3.1 Traditionelle (Rentabilitäts-)Kennzahlen zur Management-vergütung und deren kritische Analyse als Bemessungsgrundlage
5.3.2 Die wichtigsten und bekanntesten wertorientierten Kennzahlen (Residualgewinnkonzepte) zur Managementvergütung im Überblick
5.3.2.1 DCF-Methode
5.3.2.2 EVA
5.3.2.3 ERIC
5.3.2.4 CVA & CFROI (interner Zinsfuß)
5.3.3 Zusammenfassung
5.4 Aktienbasierte Entlohnungskonzepte
5.4.1 Aktienpläne
5.4.2 Aktienoptionspläne (AOPs)
5.4.3 Phantom Stocks
6. Praxisbeispiel: Vergütungsstruktur der DAX und MDAX Unternehmen
7. Fazit/Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die Konzeption und Gestaltung wertorientierter Vergütungssysteme für Führungskräfte vor dem Hintergrund der Prinzipal-Agent-Theorie und aktueller Kapitalmarktanforderungen. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Managementvergütungen an den langfristigen Unternehmenswert gekoppelt werden können, um Interessenkonflikte zwischen Anteilseignern und Management zu minimieren und eine nachhaltige Unternehmenssteuerung zu fördern.
- Grundlagen wertorientierter Managementsteuerung (Shareholder Value, VBM).
- Strukturen und Anforderungen an Anreizsysteme im Unternehmenseinsatz.
- Vergleich traditioneller und moderner wertorientierter Kennzahlen zur Erfolgsmessung.
- Analyse aktienbasierter Entlohnungsinstrumente (Aktienoptionen, Phantom Stocks).
- Empirisches Praxisbeispiel zur Vergütungsstruktur bei DAX- und MDAX-Unternehmen.
Auszug aus dem Buch
2.1.1 Value Based Management
Der Begriff Value Based Management (VBM) ist für die wertorientierte Unternehmensführung/-steuerung gebildet worden und stammt aus der US-amerikanischen Fachliteratur. Das VBM wurde erstmals 1986 durch den US-amerikanischen Wirtschaftswissenschaftler Alfred Rappaport begründet. Es eignet sich als Führungskonzept, durch das die MitarbeiterInnen und Prozesse stärker an das Shareholder Value (SHV) der Unternehmen und Anteilseigner herangeführt werden sollen. Erstmalig wurde sich damit von den traditionellen Kennzahlen (Erfolgsgrößen des Rechnungswesens) abgewandt und den wertorientierten Kennzahlen gewidmet, da diese die gesamte Wertschöpfungskette des Unternehmen wertorientiert gestalten sollten. Das VBM ist auf die nachhaltige Steigerung des Unternehmenswertes bzw. die Maximierung des Eigenkapital-Marktwertes ausgerichtet, indem Wertpotenziale identifiziert, gemessen und letztlich realisiert werden. Zur Verwirklichung dieser Kernziele müssen die wertorientierten Managementkonzepte auf sämtliche Unternehmensprozesse und -aktivitäten transferiert und im Interesse der Eigenkapitalgeber realisiert werden.
Das VBM versteht sich vorwiegend als ein kapitalmarktorientiertes Konzept. Im Rahmen einer wertsteigernden Unternehmenspolitik übernimmt das Management die Aufgabe, limitierte finanzielle Ressourcen auf dem Kapitalmarkt zu beschaffen, die zur Finanzierung der Investitionen gebraucht werden. Hieraus ergibt sich das theoretische Fundament des Shareholder Value-Ansatzes mit der Zielvorgabe der Marktwertmaximierung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erläutert die globale Debatte um exzessive Managergehälter und führt in die Notwendigkeit wertorientierter Vergütungssysteme ein.
2. Grundlagen der wertorientierten Managementvergütung: Definiert theoretische Begriffe, führt das Value Based Management ein und erläutert die Prinzipal-Agent-Problematik sowie Anreizsysteme und Motivationsgrundlagen.
3. Entwicklung der Managementvergütung: Skizziert die Entstehung von 'Corporate Governance' und die historische Notwendigkeit von Kontrollmechanismen für das Management.
4. Grundsätzliche Bestandteile der Managementvergütung: Analysiert die Struktur aus fixen Grundgehältern sowie kurzfristigen und langfristigen variablen Vergütungskomponenten.
5. Die kennzahlenbasierten und aktienbasierten Vergütungs-konzepte: Beleuchtet den rechtlichen Rahmen und vergleicht traditionelle mit modernen wertorientierten Kennzahlen sowie verschiedene Aktienmodelle.
6. Praxisbeispiel: Vergütungsstruktur der DAX und MDAX Unternehmen: Untersucht die Vergütungspraxis anhand von DAX- und MDAX-Daten sowie Fallbeispielen ausgewählter Konzerne.
7. Fazit/Schlussbetrachtung: Fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die Bedeutung einer langfristigen, wertorientierten Ausrichtung für die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen.
Schlüsselwörter
Managementvergütung, Value Based Management, Shareholder Value, Prinzipal-Agent-Theorie, Anreizsysteme, Unternehmenserfolg, Aktienoptionen, Corporate Governance, Rentabilitätskennzahlen, EVA, DCF-Methode, Kapitalmarktorientierung, Leistungsanreize, Unternehmenssteuerung, Phantom Stocks
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Gestaltung von Vergütungssystemen für Top-Manager und wie diese durch wertorientierte Ansätze so gestaltet werden können, dass sie sowohl die Motivation steigern als auch das Handeln im Sinne der Anteilseigner sicherstellen.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Buch ab?
Die zentralen Themen umfassen die ökonomischen Grundlagen der wertorientierten Unternehmensführung, die Prinzipal-Agent-Theorie, die psychologische Basis von Anreizsystemen sowie die konkrete Anwendung von Kennzahlen und aktienbasierten Vergütungsmodellen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Managementvergütung effektiv an den nachhaltigen Unternehmenswert gekoppelt werden kann, um eine Interessengleichheit zwischen Management und Eigentümern zu erreichen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse ökonomischer Theorien sowie einer vergleichenden Analyse von Kennzahlensystemen und Vergütungsmodellen, ergänzt durch ein empirisches Praxisbeispiel bei DAX- und MDAX-Unternehmen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Komponenten der Vergütung (fix vs. variabel), spezifische wertorientierte Kennzahlen wie EVA, DCF oder CVA sowie verschiedene aktienbasierte Instrumente wie Aktienpläne, Optionen und Phantom Stocks detailliert analysiert.
Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?
Charakteristische Begriffe sind VBM (Value Based Management), Shareholder Value, Prinzipal-Agent-Konflikt, Anreizsysteme, LTIs (Long-Term Incentives) und moderne wertorientierte Performance-Kennzahlen.
Wie unterscheidet sich die kurzfristige von der langfristigen variablen Vergütung?
Kurzfristige variable Vergütung (STI) bezieht sich meist auf jährliche Zielvereinbarungen basierend auf Kennzahlen, während langfristige Instrumente (LTI) wie Aktien oder Optionen über Zeiträume von mehreren Jahren anhalten, um nachhaltigen Erfolg zu honorieren.
Welche Rolle spielt der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK)?
Der DCGK dient als Referenzrahmen für eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und enthält spezifische Empfehlungen zur Ausgestaltung einer angemessenen und nachhaltigen Vorstandsvergütung.
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- Anonym (Author), 2017, Ablauf und Konzeption wertorientierter Managementvergütungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509414