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Relativsätze des Deutschen und des Bambara im syntaktischen Vergleich

Titel: Relativsätze des Deutschen und des Bambara im syntaktischen Vergleich

Hausarbeit , 2018 , 30 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Myriam Schütz (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit werden zwei grundsätzlich verschiedene Sprachen mit komplett unterschiedlichen Bildungsweisen von Relativsätzen gegenübergestellt und miteinander verglichen. Auf der einen Seite wird das Deutsche genauer betrachtet, welches mit rund 76 Millionen Muttersprachlern und zusätzlich circa 132 Millionen Zweit- und Fremdsprachlern weltweit zu den am weitesten verbreiteten Sprachen der Welt gehört. Dem gegenüber wird das Bambara gestellt, das zusammen mit Dioula und Manlinke das Dialektkontinuum des Manding bildet und als Mande-Sprache von nur rund 4 Millionen Muttersprachlern und circa 10 Millionen Zweitsprachlern gesprochen wird.

Nach Lindsay Whaley und Thomas Payne können Relativsätze verschiedenster Sprachen anhand von drei Parametern typologischer Variation miteinander verglichen werden: Ihrer Position zum Kopfnomen; der Art, wie das R-Element im Relativsatz repräsentiert wird und anhand der syntaktischen Funktionen, die durch einen Relativsatz modifiziert werden können. Im Folgenden wird zunächst geklärt, was Relativsätze genau sind und auf welche Besonderheiten die Relativsätze im Deutschen und im Bambara in dieser Arbeit untersucht werden. Danach werden die Relativsätze der beiden Sprachen auf die drei genannten Parameter hin analysiert und schließlich gegenübergestellt. Abschließend werden die Ergebnisse der Betrachtung vergleichend dargestellt.

Nach Anke Holler ist der Relativsatz ein Kernphänomen der Grammatik und somit auch ein fester Bestandteil linguistischer Forschung. Seine Grammatik gehört zu den am besten erforschten Gebieten der Syntax. Gerade deshalb ist es überraschend, dass es laut Holler keine einheitliche, übergreifende, allgemein akzeptierte Definition für dieses linguistische Phänomen gibt. Die Gründe hierfür sieht Holler in den vielen verschiedenen Eigenschaften und Bildungsweisen der Relativsätze und den damit verbundenen Abgrenzungsproblemen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Relativsätze im Deutschen und im Bambara

2.1 Restriktive Relativsätze

2.2 Appositive Relativsätze

3. Position zum Kopfnomen

3.1 Deutsch

3.2 Bambara

4. Art der Repräsentation des R-Elements

4.1 Deutsch

4.2 Bambara

5. Syntaktische Funktionen, die modifiziert werden können

5.1 Deutsch:

5.2 Bambara:

6. Schlusswort

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die strukturellen Bildungsweisen und Besonderheiten von Relativsätzen im Deutschen und im Bambara typologisch gegenüberzustellen und systematisch zu vergleichen.

  • Typologische Parameter der Relativsatzbildung
  • Vergleich der Position des Relativsatzes zum Kopfnomen
  • Repräsentation des R-Elements durch Lückenstrategien oder Pronomina
  • Analyse der modifizierbaren syntaktischen Funktionen (Zugänglichkeitshierarchie)
  • Gegenüberstellung von restriktiven und appositiven Relativsatzkonstruktionen

Auszug aus dem Buch

2. Relativsätze im Deutschen und im Bambara

Lehmann (1984) hält fest, dass bei Bildungsweisen von Relativsätzen grundsätzlich zwischen angeschlossenen und eingebetteten Relativsätzen unterschieden werden muss. Eingebettete Relativsätze bilden eine unmittelbare Konstituente des Kopfnomens und werden als Nebensätze behandelt. Angeschlossene Relativsätze sind zwar ebenfalls Nebensätze, gelten allerdings nicht als Konstituente des eigentlichen Hauptsatzes (Lehmann 1984: 122). Lehmann (1984) unterteilt hier in vorangestellte, umstellbare und nachgestellte Relativsätze. Das Bambara dient hierbei als Beispiel für eine Sprache mit umstellbaren Relativsätzen, während das Deutsche zu den Sprachen mit eingebetteten, genauer gesagt mit vorzugsweise postnominalen Relativsätzen zählt.

Bevor man sich aber einer umfassenderen Analyse von Relativsätzen allgemein widmen kann, muss vorab eventuellen Unklarheiten in der Terminologie vorgebeugt werden.

Im Deutschen sind Relativsätze in der Regel abhängige Sätze, die syntaktisch durch Verbletztstellung gekennzeichnet und in eine Nominalphrase eingebettet sind (Holler 2005: 25). Sie dienen hauptsächlich dazu, Nomen zu modifizieren (Whaley 1997: 259), wie in (1) gezeigt wird.

(1) Der Torhüter, der den entscheidenden Elfmeter gehalten hat, wird bejubelt. (Holler 2013: 266)

In Beispiel (1) modifiziert der Relativsatz ‘der den entscheidenden Elfmeter gehalten hat‘ das Nomen ‘Torhüter‘. Die modifizierte Entität (in (1) ‘Torhüter‘) wird hier Kopfnomen, Antezedens oder auch modifiziertes Nomen genannt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das linguistische Phänomen des Relativsatzes und Vorstellung der beiden Vergleichssprachen Deutsch und Bambara.

2. Relativsätze im Deutschen und im Bambara: Definition der grundlegenden Begriffe und Unterscheidung zwischen restriktiven und appositiven Relativsatztypen.

3. Position zum Kopfnomen: Analyse der typologischen Varianz bezüglich der Stellung des Relativsatzes relativ zum modifizierten Nomen.

4. Art der Repräsentation des R-Elements: Untersuchung der Strategien zur Vermeidung von Ambiguität im Relativsatz, insbesondere Lückenstrategie gegenüber Pronomen-Retention.

5. Syntaktische Funktionen, die modifiziert werden können: Anwendung der Zugänglichkeitshierarchie auf die Daten des Deutschen und des Bambara.

6. Schlusswort: Zusammenfassende Gegenüberstellung der wichtigsten Erkenntnisse zum Vergleich der Relativsatzstrukturen.

Schlüsselwörter

Relativsatz, Deutsch, Bambara, Typologie, Kopfnomen, Restriktive Relativsätze, Appositive Relativsätze, R-Element, Lückenstrategie, Pronomen-Retention, Zugänglichkeitshierarchie, Syntax, Sprachvergleich, Linguistik, Relativpronomen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der typologischen Untersuchung und dem Vergleich der Struktur von Relativsätzen in den Sprachen Deutsch und Bambara.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Aspekte sind die Position des Relativsatzes, die Art der Repräsentation des R-Elements und die syntaktische Zugänglichkeit der modifizierbaren Funktionen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Bildungsweisen von Relativsätzen in beiden Sprachen zu analysieren, Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede aufzuzeigen und diese theoretisch einzuordnen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine kontrastive Analyse unter Anwendung typologischer Parameter (u.a. von Whaley, Lehmann und Keenan/Comrie) durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Position, Repräsentationsarten des R-Elements und syntaktischer Funktionen, illustriert durch zahlreiche Beispiele aus der Sprachpraxis.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernsätze wie Relativsatz, Typologie, Zugänglichkeitshierarchie und Sprachvergleich bilden den Rahmen der Arbeit.

Wie unterscheidet sich die Relativierung im Bambara vom Deutschen hinsichtlich des R-Elements?

Während im Deutschen meist eine Lücke (gap) im Relativsatz entsteht, bleibt im Bambara das Kopfnomen oft direkt im Relativsatz enthalten oder es wird durch das Pronomen min repräsentiert.

Warum ist Bambara ein interessantes Beispiel für diese linguistische Studie?

Das Bambara weist als Mande-Sprache eine völlig andere Struktur in der Relativsatzbildung auf als das indogermanische Deutsche, was einen aufschlussreichen typologischen Kontrast bietet.

Was ist die Besonderheit der "Zugänglichkeitshierarchie" in dieser Arbeit?

Sie dient dazu, zu prüfen, ob die in der Theorie postulierten Stufen der Relativierbarkeit von syntaktischen Funktionen (Subjekt bis Supplemente) in beiden Sprachen empirisch belegt werden können.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Relativsätze des Deutschen und des Bambara im syntaktischen Vergleich
Hochschule
Universität Stuttgart
Note
1,7
Autor
Myriam Schütz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
30
Katalognummer
V509464
ISBN (eBook)
9783346071897
ISBN (Buch)
9783346071903
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Relativsätze Typologie Deutsch Bambara typologische Variation
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Myriam Schütz (Autor:in), 2018, Relativsätze des Deutschen und des Bambara im syntaktischen Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509464
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Leseprobe aus  30  Seiten
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