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In welchem Verhältnis stehen sprachliche Parodie und Ironie zueinander?

Titel: In welchem Verhältnis stehen sprachliche Parodie und Ironie zueinander?

Bachelorarbeit , 2019 , 48 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Myriam Schütz (Autor:in)

Anglistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In dieser Arbeit wird die Parodie als Sprechhandlung und linguistisches Verhaltensmuster analysiert, das aus vier wesentlichen Akten besteht. Hierfür wird die Analyse von Rossen-Knill/Henry herangezogen, die sprachliche Parodie aus pragmatischer Sicht beschreiben. Es wird versucht, zwei Theorien zur sprachlichen Ironie – die Echoic Mention und Pretense Theory – durch das Modell von Rossen-Knill/Henry auf Parodien zu übertragen und so eventuelle Überschneidungen und Gegensätze ausfindig zu machen. Ziel dieser Arbeit ist es, zu zeigen, dass Parodie – genauso wie Ironie – etwas Alltägliches und nicht mehr bloß als Genre oder Kunstform Gegenstand der Literaturwissenschaft ist. Es sollen folgende Fragen beantwortet werden: Was ist eine sprachliche Parodie? Was kann parodiert werden? Was macht ein Sprecher, wenn er etwas parodiert? In welchem Verhältnis stehen sprachliche Parodie und Ironie zueinander?

Hierfür werden zunächst die Grundlagen zu Ironie und Parodie erläutert. Es wird erklärt, was unter uneigentlichem Sprechen allgemein zu verstehen ist und wie Ironie und Parodie hier jeweils einzuordnen sind. Daraufhin wird die Ironie aus linguistischer Sicht skizziert, wobei besonders auf die Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson und auf die Pretense Theory nach Clark/Gerrig eingegangen wird. Anschließend wird das Parodie-Modell nach Rossen-Knill/Henry dargestellt, um zu zeigen, wie Parodie linguistisch beschrieben werden kann. Basierend auf diesem Modell werden die Echoic Mention Theory und die Pretense Theory auf Parodien übertragen, um zu überprüfen, inwiefern beide auch hierfür eine Beschreibung liefern können. Anschließend werden die Theorien für Ironie und Parodie gegenübergestellt. Es wird gezeigt, dass Parodie und Ironie zwar in einem engen Verhältnis zueinander stehen, dennoch aber voneinander gesondert analysiert werden müssten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ironie

2.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981)

2.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984)

3. Parodie

3.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981)

3.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984)

4. Parodie aus linguistischer Sicht im Verhältnis zur Ironie

5. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit analysiert die Parodie als pragmatische Sprechhandlung und linguistisches Verhaltensmuster, um sie aus ihrem traditionellen literaturwissenschaftlichen Kontext zu lösen und als alltägliches Phänomen zu etablieren. Dabei wird untersucht, wie Parodie und Ironie zueinander in Beziehung stehen und inwiefern linguistische Theorien zur Ironie – konkret die Echoic Mention Theory und die Pretense Theory – auf sprachliche Parodien übertragbar sind.

  • Linguistische Analyse der Parodie nach Rossen-Knill/Henry (1997)
  • Untersuchung der Echoic Mention Theory zur Erklärung von Ironie und Parodie
  • Analyse der Pretense Theory im Kontext von Ironie und Parodie
  • Gegenüberstellung und Abgrenzung der Konzepte Ironie und Parodie

Auszug aus dem Buch

3. Parodie

Der Begriff ‘Parodie‘ lässt sich von dem Altgriechischen παρῳδία ~ parōdía ableiten und bedeutet wörtlich übersetzt etwa ‘Nebengesang‘ (Duden Online). Eine Parodie ist im Grunde genommen eine verzerrende – meist übertreibende oder verspottende – Nachahmung eines bestimmten Werks, (des Stils) einer Person(engruppe) oder aber eines ganzen Genres, einer Gesellschaft oder einer Ideologie. Das parodistische Nachahmen hat meist eine komische Wirkung, die oft als abwertend empfunden wird. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass eine Parodie – gerade durch den hypertextuellen Zusammenhang und das Voraussetzen der Kenntnis der Vorlage beim Empfänger – die Bedeutung und Wichtigkeit des Originals bestätigen und somit sogar als Hommage an dieses gelten kann. Die Parodie galt lange ausschließlich als Forschungsgegenstand der Literaturwissenschaft; die Betrachtung aus sprachwissenschaftlicher Perspektive ist bisher noch nicht sonderlich ausgeprägt. In diesem Teil der Arbeit wird versucht, sprachliche Parodie aus linguistischer Perspektive als kommunikativen Sprechakt darzustellen und zu zeigen, wie ein Sprecher verbale Parodie verwenden kann, um komplex und raffiniert Kritik zu üben (vgl. Rossen-Knill/Henry 1997: 720). Hierfür wird vor allem das pragmatische Modell nach Rossen-Knill/Henry (1977) betrachtet, die sprachliche Parodien aus pragmatischer Sicht analysieren und den von Literaturwissenschaftlern gewonnenen Erkenntnissen gegenüberstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert die Parodie als alltägliches, linguistisches Phänomen und legt das Ziel fest, sprachliche Parodien mithilfe des Modells von Rossen-Knill/Henry zu analysieren und sie in Bezug zur Ironie zu setzen.

2. Ironie: Dieses Kapitel erläutert Grundlagen der Ironie, grenzt diese von unaufrichtigem Sprechen ab und stellt mit der Echoic Mention Theory und der Pretense Theory zwei maßgebliche linguistische Erklärungsansätze vor.

2.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981): Das Kapitel führt in Sperber und Wilsons Theorie ein, die Ironie als Anführung (mention) einer Äußerung interpretiert, um eine kritische Einstellung dazu zu kommunizieren.

2.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984): Der Abschnitt präsentiert Clark und Gerrigs Ansatz, nach dem Ironie als eine Form von Verstellung (pretense) verstanden wird, bei der der Sprecher vorgibt, eine andere Person zu sein.

3. Parodie: Hier wird der Begriff der Parodie linguistisch neu verortet und das Modell von Rossen-Knill/Henry eingeführt, das Parodie als einen Sprechakt definiert, der aus vier essenziellen Komponenten besteht.

3.1 Echoic Mention Theory nach Sperber/Wilson (1981): Dieser Abschnitt untersucht die Anwendbarkeit der Echoic Mention Theory auf Parodien und diskutiert, ob Parodie als spezielle Form der Anführung von Wörtern und Äußerungen verstanden werden kann.

3.2 Pretense Theory nach Clark/Gerrig (1984): Hier wird geprüft, ob die Parodie ebenso wie die Ironie auf Basis der Pretense Theory als eine Art spielerische Verstellung analysiert werden kann.

4. Parodie aus linguistischer Sicht im Verhältnis zur Ironie: Dieses Kapitel führt die Analyse zusammen und diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Ironie und Parodie hinsichtlich Produktion und Interpretation.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Schwierigkeit einer strikten terminologischen Abgrenzung von Ironie und Parodie und regt zur weiteren empirischen Forschung an.

Schlüsselwörter

Sprachliche Parodie, Ironie, Echoic Mention Theory, Pretense Theory, Rossen-Knill/Henry, Sprechhandlung, Pragmatik, Verstellung, Zurschaustellung, Intentional re-presentation, Kritischer Akt, Komischer Akt, Sprachwissenschaft, Kommunikation, Linguistik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die sprachliche Parodie als pragmatischen Sprechakt und linguistisches Phänomen, um sie von ihrem rein literaturwissenschaftlichen Fokus zu lösen und ihre alltägliche Verwendung sowie ihr Verhältnis zur Ironie zu analysieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die linguistische Definition von Parodie, die Analyse von Ironietheorien (Echoic Mention und Pretense) und deren Übertragbarkeit auf parodistische Äußerungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu belegen, dass Parodie ein alltägliches Sprechmuster ist, und zu erörtern, ob bestehende Ironietheorien ausreichen, um sprachliche Parodien umfassend zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen pragmatischen Ansatz und stützt sich primär auf das Modell von Rossen-Knill/Henry zur Analyse von Parodien sowie auf bestehende linguistische Theorien zur Ironie.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Ironie und Parodie, die Vorstellung der Echoic Mention und Pretense Theory, die detaillierte Darstellung des Parodie-Modells von Rossen-Knill/Henry und deren kritische Zusammenführung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie sprachliche Parodie, Ironie, Echoic Mention Theory, Pretense Theory, Pragmatik, Sprechhandlung und die vier Akte der Parodie charakterisiert.

Warum ist laut Rossen-Knill/Henry die Zurschaustellung essenziell für Parodie?

Die Zurschaustellung (flaunting) ist notwendig, damit der Hörer erkennt, dass die Äußerung nicht wörtlich gemeint ist, sondern eine beabsichtigte Repräsentation darstellt, die einen kritischen und komischen Zweck verfolgt.

Kann laut Fazit eine strikte Trennung zwischen Ironie und Parodie gezogen werden?

Nein, das Fazit kommt zu dem Schluss, dass eine strikte terminologische Trennung auf Basis der untersuchten Theorien und Daten nicht möglich ist, da die Grenzen zwischen den Phänomenen zunehmend verschwimmen.

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten  - nach oben

Details

Titel
In welchem Verhältnis stehen sprachliche Parodie und Ironie zueinander?
Hochschule
Universität Stuttgart  (Linguistik/Germanistik)
Note
1,0
Autor
Myriam Schütz (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
48
Katalognummer
V509466
ISBN (eBook)
9783346077530
ISBN (Buch)
9783346077547
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Linguistik Pragmatik Parodie Ironie Bachelorarbeit Vergleich linguistisch
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Myriam Schütz (Autor:in), 2019, In welchem Verhältnis stehen sprachliche Parodie und Ironie zueinander?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509466
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Leseprobe aus  48  Seiten
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