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Die Faszination der "wahren" Kriminalerzählung. Eine sozialpsychologische Erklärung für den Erfolg in der Kriminalliteratur

Analyse des Werks "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach

Titre: Die Faszination der "wahren" Kriminalerzählung. Eine sozialpsychologische Erklärung für den Erfolg in der Kriminalliteratur

Dossier / Travail , 2015 , 15 Pages , Note: 2,0

Autor:in: Jakob Meis (Auteur)

Philologie Allemande - Littérature Allemande Moderne
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Ziel dieser Arbeit ist einerseits, zu untersuchen, welchem Typ von Kriminalliteratur die Publikation Schirachs zuzuordnen ist, andererseits aber auch Erklärungsmöglichkeiten für den durchschlagenden Erfolg des Bestsellerwerks zu erörtern. Zunächst wird dabei ein genereller Überblick über einzelne Genreklassifizierungen der Kriminalliteratur geschaffen, um die Einordnung des Werks "Verbrechen" in diesem Rahmen nachvollziehbar zu machen. Im Anschluss wird das Buch detaillierter analysiert, wobei Inhalt, Erzählweise und die Spielregeln des Geschichtenaufbaus in den Mittelpunkt der Betrachtungen rücken. Der Fokus der weiteren Untersuchungen richtet sich auf den Versuch, eine sozialpsychologische Erklärung für die Faszination der Kriminalliteratur, insbesondere den Erfolg der wahren Begebenheit, zu finden. Im abschließenden Fazit werden rückblickend auf die vorangegangenen Ergebnisse die oben formulierten Leitfragen wieder aufgegriffen und beantwortet.

Die Faszination der Kriminalliteratur liegt in ihrem Variantenreichtum. In der Regel einem auf Logik beruhenden Schema folgend, haben sich eine Fülle von Subgenres gebildet, die mit Begriffen wie Detektivroman, Thriller, Regionalkrimi oder Hard Boiled in ihrer Vielfalt nur oberflächlich beschrieben werden können. Ihre gemeinsame Vergangenheit, die Entstehung des Kriminalromans, geht auf die Entwicklung und Konsolidierung des bürgerlichen Rechtsstaats und dem damit verbundenen öffentlichen Interesse an einer Rechtsverwirklichung zurück. Der Literaturzweig fungiert folglich als Spiegel übergreifender gesellschaftlicher Tendenzen, als Abbild unserer tatsächlichen Wirklichkeit. Den Rezipienten wird ermöglicht, in eine Welt Einzug zu erhalten, die ihnen in ihrem alltäglichen Dasein größtenteils verborgen bleibt. Die Faszination liegt also in der Offenlegung menschlicher Schattenseiten und dunkler gesellschaftlicher Abtrünnigkeit. Der Gipfel dieser Realitätsdarstellung wird in der Kriminalliteratur dort erreicht, wo ihre Inhalte der faktischen Wirklichkeit entnommen sind, also auf wahren Begebenheiten beruhen. Ein Beispiel für eine solche Erzählung liefern die unter dem Buchtitel "Verbrechen" zusammengefassten Kurzgeschichten des Krimi-Autors Ferdinand von Schirach, deren Betrachtung ein wesentlicher Bestandteil dieser Arbeit sein wird.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Terminologie und Definition

2.1. Verbrechensliteratur versus Kriminalliteratur

2.1.1. Verbrechensliteratur

2.1.2. Kriminalliteratur

2.2. Detektivroman versus Thriller

2.2.1. Detektivroman

2.2.2. Thriller

3. Über Ferdinant von Schirachs Werk „Verbrechen“

3.1. Inhalt

3.2. Elemente und Strukturen der Krimi-Kurzgeschichten

3.2.1. Der „Wahrheitsgehalt“

3.3. Einordnung ins Krimigenre

4. Sozialpsychologischer Erklärungsversuch der Faszination Krimi

4.1. Der Reiz der Angst

4.2. Bezug zu „Verbrechen“ und der „wahren Begebenheit“

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Faszination von Ferdinand von Schirachs Werk „Verbrechen“ und analysiert dessen Einordnung in das Krimi-Genre sowie die Gründe für seinen Erfolg. Der Fokus liegt dabei auf der Wirkung von auf wahren Begebenheiten basierenden Erzählungen im Vergleich zu fiktionalen Kriminalromanen.

  • Klassifizierung der Kriminalliteratur und ihrer Subgenres
  • Analyse der narrativen Struktur von Schirachs Kurzgeschichten
  • Erörterung des „Wahrheitsgehalts“ und dessen Bedeutung für den Leser
  • Sozialpsychologische Analyse der „Angstlust“ bei Kriminalliteratur
  • Untersuchung des Erfolgsfaktors „wahre Begebenheit“

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Der „Wahrheitsgehalt“

„Im atemberaubenden Erzähldebüt […] des Rechtsanwaltes F. v. Schirach geht es um die Wahrheit – nichts als die Wahrheit.“ (Frankfurter allgemeine Zeitung, 2010). Genau diese Ansicht wird in der Auseinandersetzung mit dem Werk Verbrechen von den öffentlichen Medien vertreten. Dies rührt von Ferdinand von Schirachs Aussagen, die Geschichten aus Fällen seiner beruflichen Praxis konstruiert zu haben. Dem aufmerksamen Leser sollte an diesem Punkt jedoch ein Widerspruch auffallen. Wie kann Schirach Begebenheiten sowie Mandanten, mit denen er in seinem Berufsleben zu tun gehabt hat, in seinen Geschichten behandeln, ohne dabei seine anwaltliche Schweigepflicht zu verletzen?

Wie viel Wahrheit steckt also wirklich in den Erzählungen?

Antworten auf diese Fragen lassen sich nur aus Aussagen des Autors selbst ziehen: Laut Schirach sind die einzelnen Personen in den Handlungen ganz wahrhaftig, wobei sie in einem ganz anderen Kontext stehen. Auch die Geschichten seien wahr, würden jedoch in anderen Konstruktionen wiedergegeben (Frankfurter Rundschau, 2010, S. 31).

Schirach erklärte seine Erzählkonstruktionen unter anderem in einem Interview mit der Wiener Zeitung 2010:

„Man muss davon ausgehen, dass Literatur immer ‚wahrer’ ist als eine Akte. Manche Verfahren umfassen zehn Aktenordner, sind als Kurzgeschichten aber nur acht Seiten lang, erfahren also eine massive Komprimierung – und sind dadurch automatisch schon etwas anders als etwa ein Polizeibericht. Außerdem habe ich, da ich meinen Beruf ja schon ziemlich lange ausübe, so etwas wie einen Setzkasten, der aus hundert verschiedenen kleinen Fällen besteht, aus denen ich dann etwas zusammenbasteln kann. Was wahr bleibt, ist der Grundton eines Falles und die Grundstimmung, in welcher der Täter gehandelt hat – und im Wesentlichen auch die Tat, die freilich so verfremdet werden muss, dass man nichts mehr wiedererkennen kann“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die wachsende Bedeutung der Kriminalliteratur ein und definiert das Ziel der Arbeit, Schirachs Werk zu analysieren und dessen Erfolg zu begründen.

2. Terminologie und Definition: Dieses Kapitel klärt die literaturwissenschaftlichen Begriffe und setzt Kriminalliteratur von Verbrechensliteratur ab, wobei verschiedene Ansätze wie die von Nusser oder Marsch gegenübergestellt werden.

3. Über Ferdinant von Schirachs Werk „Verbrechen“: Die Analyse des Werkes umfasst den Inhalt, die erzählerischen Strukturen sowie eine kritische Auseinandersetzung mit dem Anspruch auf Wahrheit und der Genre-Zuordnung.

4. Sozialpsychologischer Erklärungsversuch der Faszination Krimi: Hier wird untersucht, warum Menschen Krimis lesen, wobei das Konzept der „Angstlust“ sowie die psychologische Wirkung der „wahren Begebenheit“ im Vordergrund stehen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Schirach durch die Verknüpfung von realitätsnahen Fällen mit erzählerischer Struktur einen maßgeblichen Beitrag zur modernen Literatur geleistet hat.

Schlüsselwörter

Ferdinand von Schirach, Verbrechen, Kriminalliteratur, Verbrechensliteratur, Detektivroman, Thriller, True Crime, wahre Begebenheiten, Angstlust, Rechtssystem, Erzählstruktur, Bestseller, Literaturanalyse, Strafverteidiger, Realitätsdarstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das Werk „Verbrechen“ von Ferdinand von Schirach und untersucht, wie die Gattung der Kriminalliteratur durch den Bezug zu realen Begebenheiten eine besondere Faszination auf das Publikum ausübt.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die Differenzierung zwischen Krimi- und Verbrechensliteratur, die strukturelle Analyse der Kurzgeschichten sowie der psychologische Hintergrund des Lesevergnügens bei gewaltsamen Themen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die spezifische Genre-Zugehörigkeit von Schirachs Werk zu bestimmen und zu erklären, warum „wahre Begebenheiten“ in der Literatur einen derartigen kommerziellen und erzählerischen Erfolg erzielen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Analyse unter Einbeziehung von Gattungsdefinitionen, strukturanalytischen Ansätzen und sozialpsychologischen Theorien zur Massenwirksamkeit von Kriminalliteratur.

Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?

Der Hauptteil befasst sich detailliert mit der Erzählweise Schirachs, der Rolle des Autors als Anwalt und Geschichtenerzähler sowie der Frage, wie viel Realität tatsächlich in den Kurzgeschichten steckt.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie „True Crime“, „Angstlust“, „Verbrechensliteratur“ und „Erzählkonstruktion“ maßgeblich bestimmt.

Wie geht die Arbeit mit dem Widerspruch von Schweigepflicht und literarischer Aufarbeitung um?

Die Arbeit zitiert den Autor selbst, der erklärt, dass er Fälle aus seinem „Setzkasten“ kombiniert und verfremdet, sodass keine direkten Rückschlüsse auf reale Mandanten möglich sind und die anwaltliche Schweigepflicht gewahrt bleibt.

Warum wird Schirachs Werk als „Verbrechensliteratur“ und nicht als klassischer Krimi eingestuft?

Laut der in der Arbeit zitierten Definition von Nusser erforscht Verbrechensliteratur eher die Tragik und die Ursachen hinter der Tat, während klassische Krimis primär auf die Aufklärung eines Rätsels durch Detektive fokussiert sind.

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Résumé des informations

Titre
Die Faszination der "wahren" Kriminalerzählung. Eine sozialpsychologische Erklärung für den Erfolg in der Kriminalliteratur
Sous-titre
Analyse des Werks "Verbrechen" von Ferdinand von Schirach
Université
University of Hannover  (Deutsches Seminar)
Cours
Krimiszene Europa
Note
2,0
Auteur
Jakob Meis (Auteur)
Année de publication
2015
Pages
15
N° de catalogue
V509494
ISBN (ebook)
9783346071521
ISBN (Livre)
9783346071538
Langue
allemand
mots-clé
Krimi Kriminalliteratur Ferdinand von Schirach Verbrechen wahre Begebenheit True Crime Verbrechensliteratur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jakob Meis (Auteur), 2015, Die Faszination der "wahren" Kriminalerzählung. Eine sozialpsychologische Erklärung für den Erfolg in der Kriminalliteratur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509494
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Extrait de  15  pages
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