Jean-Jacques Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Was versteht Rousseau unter einem Gemeinwillen und warum sollte der Gemeinwille die Grundlage der Regierung sein?


Hausarbeit, 2018

11 Seiten, Note: 1,7

Marie Peto (Autor)


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Rousseaus Menschenbild

3 Der Gesellschaftsvertrag

4 Der Gemeinwille
4.1 Bedeutung des Gemeinwillens
4.2 Der Gemeinwille als Grundlage der Regierung
4.3 Stârken und Schwâchen

5 Schluss

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die heutige Zeit, ist eine Zeit, in der man kaum aus der Verwunderung raus- kommt. Die deutsche Bundestagswahl 2017, bei der eine sogenannte Protest- partei in den Bundestag gewâhlt wurde. Die Wahl eines US-Prasidenten, der, so hat man den Eindruck, gar nicht so genau weift, was es heiftt ein President ei­nes Staates zu sein. EU-Mitgliedstaaten, die auf dem Weg zu einer gefestigten Demokratie waren und von diesem Weg, aufgrund von Krisen, wie beispielswei- se der Flüchtlingskrise, abkommen sind. Das eintreffen dieser Ereignisse wurde von der Mehrheit der Menschen in der Gesellschaft nicht erwartet Oder es er- schien ihnen zumindest unrealistisch. Man stellt sich die Frage wie kann das weitergehen? Die oben erwâhnten Ereignisse, resultierten aus einer Unzufrie- denheit mit der gegenwartigen Situation. In der heutigen Zeit scheint deswegen alles unbestândig. Doch wie kann man diese Situation, in der grofte Unzufrie- denheit herrscht und auch eine Angst vor der Zukunft spürbar ist, zukünftig ver- bessern?

In der Geschichte gab es schon viele Revolutionen, Systemumbrüche und Kri­sen. Philosophen steilten schon lange vor unserer heutigen Zeit einen Miss­stand fest. Sie versuchten, durch theoretische Überlegungen, einen Ausweg aus jenen Missstanden zu finden. Aus diesem Grund finde ich es interessant, sich nâher mit den theoretischen Überlegungen der Philosophen auseinander- zusetzen. Insbesondere mitjene Theorien, die sich mit der Demokratie beschaf- tigen.

In dieser Hausarbeit werde ich mich mit Rousseaus Vertragstheorie auseinan- dersetzen. Genauer werde ich den Fokus auf den Gemeinwille legen. Es soil folgende Fragestellung beantwortet werden: Was versteht Rousseau unter Ge­meinwille in seinem Gesellschaftsvertrag und warum sollte der Gemeinwille die Grundlage der Regierung sein?

Um diese Frage zu beantworten werde ich zunâchst auf Rousseaus Menschen- bild eingehen. In dem zweiten Kapitel werde ich den Ursprung des Gesell- schaftsvertrags erörtern. Mit diesen Kapitein möchte ich einen Hintergrund und eine Herleitung zu Rousseaus Überlegungen darlegen. Weiter soil damit das Verstândnis für den Gemeinwillen nach Rousseau gegeben werden. Anschlie- R>end werde ich die Bedeutung dieses beleuchten und daraus folgernd darle­gen, inwieweit der Gemeinwille die Grundlage der Regierung sein sollte. Darauf folgend werde ich die Starken und Schwachen des Gemeinwillens beleuchten. 1st diese Demokratie die radikale Züge aufweist realisierbar? lm Schluss werde ich abschlieftend die wichtigsten Ergebnisse meiner Hausarbeit zusammenfas- sen und diese kritisch reflektieren.

2 Rousseaus Menschenbild

„Der Mensch ist frei geboren, und überall liegt er in Ketten." (Rousseau 2011, 5). Mit diesem Satz beginnt Rousseau das erste Kapitel des ersten Buchs sei­nes Werks Vom Gesellschaftsvertrag oder Grundsatze des Staatsrechts. Urn genauer Rousseaus Theorie des Gesellschaftsvertrags und damit den Gemein­wille zu verstehen, werde ich das Menschenbild Rousseaus beleuchten.

Rousseau sieht den Menschen im Naturzustand als einen freien und selbstge- nügsamen Menschen (vgl. Schwan 1991, 222). Seine Thebe sind auf die Selbsterhaltung des Individuums ausgerichtet. Er hat leicht zu befriedigende und einfache Bedürfnisse (vgl. Fetscher 1981, 31). Zudem ist der Mensch im Naturzustand zu der Harmonie neigend (vgl. Reese-Schafer 2011, 122). Dies ist nach Rousseau so begründet, da der Mensch in einem anderen Menschen keinen Feind sieht. Die Menschen im Naturzustand leben in Unabhângigkeit zu- einander und führen aus diesem Grund keine Beziehungen. So kann es auch nicht zu Kriegen oder auch, aus Kriegen resultierenden Frieden kommen (vgl. Rousseau 2011, 12). Doch auch der Mensch im Naturzustand hat einen Drang nach „mehr“ und die Fâhigkeit Mittel zu Entwickeln, urn so seinen Willen zu be- kommen (vgl. Schwan 1991, 222). Durch die Anpassung an die Natur und die Vermehrung der Bevölkerung, entstehen Gesellschaften, weil sich nur so der Mensch erhalten konnte. Da der Mensch nun auch mehr Potential darin gese­hen hat, wie man beispielsweise noch besser an Nahrung kommt, indem man Waffen oder Gerate baut, perfektionierte man solche Prozesse und die ganze Gesellschaftsstruktur dadurch (vgl. Fetscher 1981, 36). Der Mensch wird so vom „Selbstverliebten" zum „Selbstsüchtigen". (vgl. Schwan 1991, 223). Das war der Anfang von dem was Rousseau als die Entfremdung des Menschen bezeichnete (vgl. Schwan 1991, ebd.).

In diesem Kapitel habe ich grab das Menschenbild Rousseaus beleuchtet. Da- mit soil das spâtere Verstandnis des Gesellschaftsvertrags und der Gemeinwille erleichtert werden. Im folgendem Kapitel werde ich mich mit dem Ursprung und der Struktur des Gesellschaftsvertrages beschâftigen.

3 Der Gesellschaftsvertrag

Es konnte im vorherigen Kapitel festgestellt werden, dass der Mensch zuerst frei war und sich im Laufe der Entwickelung von Gesellschaften von sich selbst entfremdet hat. In diesem Kapitel wird deswegen der Ursprung des Gesell­schaftsvertrags genauer erörtert und wieso ein Gesellschaftsvertrag wie ihn Rousseau zeichnete von Noten ist.

Rousseau stand den zeitgenössischen Vertragstheorien kritisch gegenüber (Kersting 1994, 144). Er sah in diesen Vertragen, wie sie Hobbes Oder Locke zeichneten, einen Vertrag der die Ungleichheit in der Gesellschaft rechtfertigt und nicht die Freiheit aller Menschen gewahrleistet (vgl. Schmidt 2010, 81f.) „Der Stârkere ist nie stark genug, immer Herr zu sein, wenn er nicht seine Star­ke in Recht und den Gehorsame in Pflicht überführt." (Rousseau 2011, 9). Die Vertrage waren „Tâuschungs- uns Betrugsvertrâge" (Kersting 1994, 145). Sie dienen dem Interesse der Reichen und spielen den Armen vor, sie würden dem Interesse aller dienen (vgl. ebd.). Rousseau möchte diesen Missstand mit sei- nem Gesellschaftsvertrag beheben. Vertrage sind von allen Parteien, somit von allen Menschen in der Gesellschaft, eingegange freiwillige gegenseitige Ver- pflichtungen (vgl. Reese-Schafer 2011, 126). Durch Vertrage verliert der Mensch freiwillig seine Freiheit, doch er bekommt dafür auch eine Gegenleis- tung, die dies wieder legitimiert (vgl. ebd.). Diese Gegenleistungen waren bei- spielsweise der Schutz des Eigentums und des eigenen Lebens, der durch die Bildung der Gesellschaft nötig wurde (vgl. Neumann 1995, 15).

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Details

Titel
Jean-Jacques Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Was versteht Rousseau unter einem Gemeinwillen und warum sollte der Gemeinwille die Grundlage der Regierung sein?
Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,7
Autor
Jahr
2018
Seiten
11
Katalognummer
V509664
ISBN (eBook)
9783346075178
ISBN (Buch)
9783346075185
Sprache
Deutsch
Schlagworte
jean-jacques, rousseaus, gesellschaftsvertrag, rousseau, gemeinwillen, gemeinwille, grundlage, regierung
Arbeit zitieren
Marie Peto (Autor), 2018, Jean-Jacques Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Was versteht Rousseau unter einem Gemeinwillen und warum sollte der Gemeinwille die Grundlage der Regierung sein?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509664

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