Diese Arbeit geht der Frage nach, ob der virtuelle Aspekt angesichts der relativ hohen Scheiter-Quote bei virtuellen Projektteams in der Projektarbeit nicht eher destruktiv wirkt. Zunächst wird der Begriff des Projektmanagements definiert und die Eigenschaften der virtuellen Teamarbeit dargestellt. Weiterhin liegt der Fokus auf dem Aspekt des Vertrauens und der Kommunikation innerhalb von Projektteams, welches ausführlich behandelt wird. Weiterhin werden aufgrund der erkannten Problemstellungen und Kritikpunkte Lösungsansätze ausgearbeitet und Handlungsempfehlungen ausgesprochen.
In Zeiten zunehmender Globalisierung ändert sich das Bild von der klassischen Projektarbeit zusehends. Als Folge der Globalisierung wird bei heutigen Projekten mehr Wert auf Interdisziplinarität gelegt. Es werden ausgesuchte Experten aus verschiedenen Bereichen, Branchen oder sogar Ländern gesucht, um eine solche Aufgabe zu meistern. Dies führt zwangsläufig dazu, dass Projektmitglieder oft nicht an einem Standort tätig sind. Dies führt zu neuen Anforderungen an die Projektarbeit.
Etwa 70 bis 90 Prozent aller virtuellen Projektteams scheitern, wofür verschiedene Ursachen genannt werden können. Fehlende oder verfehlte Kommunikation, mangelndes Vertrauen oder Führungsschwäche werden ebenso wie Konflikte und kulturelle Missverständnisse als mögliche Ursachen für ein solches Scheitern genannt. Dies sind Faktoren, welche grundlegend durch das Projektmanagement beeinflusst und gesteuert werden können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1. Begriff des Projektmanagements
2.2. Virtuelle Teamarbeit
2.3. Vertrauen
2.4. Kommunikation
3. Wissenschaftliche Ausarbeitung
3.1. Zusammenfassende Argumentation mit Bezug zur These
3.2. Grundsätze und Handlungsempfehlungen
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Anforderungen an das Projektmanagement in virtuellen Teams identisch mit denen klassischer Präsenzprojekte sind, oder ob der virtuelle Aspekt zusätzliche Kompetenzen und Strategien erfordert.
- Grundlagen des Projektmanagements und der virtuellen Teamarbeit
- Vertrauensaufbau in räumlich verteilten Strukturen
- Herausforderungen der elektronischen Kommunikation
- Bedeutung von Führungsstilen und Medientenkompetenz
- Umgang mit interkulturellen Unterschieden und Diversity
Auszug aus dem Buch
2.4. Kommunikation
Im Gegensatz zu den konventionellen Teams, liegt der Schwerpunkt der Zusammenarbeit bei virtuellen Projektteams nicht auf der persönlichen Kommunikation, sondern auf der virtuellen Kommunikation. Das bedeutet allerdings nicht, dass persönliche Treffen der Projektmitglieder überhaupt nicht stattfinden. 20 Die neuen Kommunikationstechnologien stellen eine Grundvoraussetzung für die virtuelle Projektarbeit dar, denn ohne diese Kommunikationsmedien wäre eine Zusammenarbeit in virtuellen Teams nicht möglich. Vor diesem Hintergrund muss sichergestellt werden, dass die einzelnen Teammitglieder den entsprechenden Nutzen der jeweiligen Technologien kennen und diese auch zielgerichtet einsetzen können. Hierfür müssen sie zudem wissen, für welche Aufgaben sich bestimmte Medien eignen.
Aufgrund der großen Vielfalt an Technologie und Kommunikationsmedien ergeben sich folglich auch Unterschiede in Bezug auf die Interaktion der Projektmitglieder miteinander. Es existieren verschiedene Arten von Interaktion, hierbei wird unterschieden zwischen synchroner und asynchroner Interaktion. Konventionelle Projektteams kommunizieren überwiegend synchron, d.h. sie kommunizieren zur gleichen Zeit z.B. in Form von persönlichen Gesprächen und Meetings, wodurch die Interaktion der Projektmitglieder wesentlich höher ausfällt. Bei virtuellen Projektteams sollten hingegen Medien eingesetzt werden, die beide Formen der Interaktion ermöglichen. Wie bereits verdeutlicht wurde, erfolgt der überwiegende Teil der Kommunikation bei virtuellen Teams in Form von E-Mails. Hierbei handelt es sich um eine asynchrone Interaktion, da E-Mails nicht unbedingt unmittelbar vom Empfänger gelesen und verarbeitet werden. Diese Form der Kommunikation wird vor allem bei globalen Projektteams genutzt, da diese oftmals in unterschiedlichen Zeitzonen arbeiten und es somit relativ wenige Überschneidungen bei den Arbeitszeiten vorliegen, wodurch zwangsläufig asynchron kommuniziert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beleuchtung der zunehmenden Globalisierung und der damit verbundenen Herausforderung, dass etwa 70-90 % aller virtuellen Projektteams scheitern.
2. Theoretische Grundlagen: Definition der Begriffe Projektmanagement und virtuelle Teamarbeit sowie Analyse der Bedeutung von Vertrauen und Kommunikation.
3. Wissenschaftliche Ausarbeitung: Kritische Prüfung der These, dass virtuelle Projektarbeit keine zusätzlichen Anforderungen an das Management stellt, sowie Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen.
4. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Erkenntnis, dass virtuelle Teams spezifische Kompetenzen wie Medien-, Konflikt- und Diversity-Management erfordern, um das hohe Scheiterrisiko zu senken.
Schlüsselwörter
Projektmanagement, Virtuelle Teams, Kommunikation, Vertrauen, Globalisierung, Führungskompetenz, Medienkompetenz, Konfliktmanagement, Diversity-Kompetenz, Virtuelle Projektarbeit, Teambuilding, Projektkontrolle, Personaleinsatz, Interdisziplinarität, Führungskraft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die spezifischen Anforderungen an das Projektmanagement in virtuellen Teams im Vergleich zu klassischen Präsenzprojekten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Bereiche Vertrauensbildung, Kommunikationsmethoden, Teamführung, Konfliktbewältigung und interkulturelle Kompetenzen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht die These, ob der virtuelle Aspekt in der Projektarbeit keine zusätzlichen Anforderungen an das Projektmanagement stellt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine theoretische Fundierung durch Literaturrecherche mit anschließender kritischer Argumentation und Ableitung von Handlungsempfehlungen für die Praxis.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil prüft die These anhand der in Kapitel 2 erarbeiteten Grundlagen und arbeitet heraus, wo klassisches Projektmanagement an seine Grenzen stößt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Publikation?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Projektmanagement, virtuelle Teams, Medienkompetenz, Vertrauen und Führung als Coach charakterisiert.
Warum wird Vertrauen als "fragil" bezeichnet?
In virtuellen Teams kann Vertrauen sehr schnell durch mangelnde persönliche Interaktion oder Fehlkommunikation in Misstrauen umschlagen, weshalb es eine aktive Pflege erfordert.
Welche Rolle spielt die Führungskraft in virtuellen Teams?
Die Führungskraft sollte weniger autoritär auftreten und stattdessen die Rolle eines motivierenden Coaches einnehmen, der die Mediennutzung und Teamkohäsion aktiv steuert.
Warum ist Diversity-Kompetenz bei internationalen Teams entscheidend?
Unterschiedliche kulturelle Hintergründe, wie etwa die Bedeutung von „Ja“ und „Nein“ in Brasilien gegenüber Deutschland, erfordern hohe Sensibilität, um Missverständnisse zu vermeiden.
- Arbeit zitieren
- Julian Kraft (Autor:in), 2016, Sind virtuelle Projektteams in der Projektarbeit destruktiv?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509796