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PEGIDA. Neue Soziale Bewegung oder eine "andere" Form kollektiver Mobilisierung?

Eine soziologische Einordnung

Titel: PEGIDA. Neue Soziale Bewegung oder eine "andere" Form kollektiver Mobilisierung?

Hausarbeit , 2019 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Josefa Aygün (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ab den 1980er Jahren kam im deutschsprachigen Raum zunehmend der Begriff der Neuen Sozialen Bewegung (NSB) auf. Genutzt wurde er letztlich, um politische Protestgruppen und soziale Bewegungen zu beschreiben, die im Gefolge der außerparlamentarischen Opposition und Student*innenbewegung Ende der 1960er Jahre aufgekommen waren. Als „neu“ wurde sie bezeichnet, um die qualitative Andersartigkeit zur Arbeiter*innenbewegung, die als Prototyp „alter“ sozialer Bewegungen galt, – und auch weiterhin gilt – zu verdeutlichen. Zu den Prototypen der „neuen“ sozialen Bewegung hingegen zählen Bürger*innen- und Menschenrechtsbewegungen, Frauenbewegungen, ökologische Bewegungen und Friedensbewegungen. Auch LSBTTIQ*-Gruppen und Hausbesetzer*innen werden der Neuen Sozialen Bewegung zugerechnet. Wie jedoch verhält es sich, vor diesem Hintergrund, mit in der jüngeren Vergangenheit entstandenen, ideologisch rechtsgerichteten Bewegungen wie z.B. der PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), die als islam- und fremdenfeindlich, völkisch, rassistisch und rechtspopulistisch gilt? Ist auch sie eine Neue Soziale Bewegung oder „nur“ eine „andere“ Form kollektiver Mobilisierung?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen: Zentrale Theorien und Begriffe

2.1 Neue Soziale Bewegung

2.1.1 Definition

2.1.2 Entstehung und Entwicklung

2.1.3 Merkmale und ihre wichtigsten theoretischen Vertreter*innen

2.1.3.1 HABERMAS

2.1.3.2 RASCHKE

2.1.3.3 INGLEHART

2.2 Framing- und Collective-Identity-Ansatz

3. PEGIDA

3.1 Entstehung und Entwicklung

3.2 Organisation und Inhalte

4. Einordnung der PEGIDA-Bewegung als NSB

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die PEGIDA-Bewegung trotz ihrer ideologischen Ausrichtung als "Neue Soziale Bewegung" (NSB) klassifiziert werden kann. Ziel ist es, mittels etablierter bewegungstheoretischer Ansätze eine wissenschaftliche Einordnung vorzunehmen und dabei zu prüfen, ob bisherige Definitionen von sozialen Bewegungen möglicherweise zu stark auf progressive Akteure fixiert sind.

  • Grundlagen und Definition der Neuen Sozialen Bewegung (NSB)
  • Theoretische Ansätze: Framing-Ansatz, Collective-Identity-Ansatz, Habermas, Raschke und Inglehart
  • Entstehung, Organisation und Forderungskatalog der PEGIDA-Bewegung
  • Kritische Analyse der PEGIDA-Bewegung anhand bewegungssoziologischer Kriterien
  • Reflektion über den thematischen Wandel von sozialen Bewegungen

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Ab den 1980er Jahren kam im deutschsprachigen Raum zunehmend der Begriff der Neuen Sozialen Bewegung (NSB) auf. Genutzt wurde er letztlich, um politische Protestgruppen und soziale Bewegungen zu beschreiben, die im Gefolge der außerparlamentarischen Opposition und Student*innenbewegung Ende der 1960er Jahre aufgekommen waren. Als „neu“ wurde sie bezeichnet, um die qualitative Andersartigkeit zur Arbeiter*innenbewegung, die als Prototyp „alter“ sozialer Bewegungen galt, – und auch weiterhin gilt – zu verdeutlichen. Zu den Prototypen der „neuen“ sozialen Bewegung hingegen zählen Bürger*innen- und Menschenrechtsbewegungen, Frauenbewegungen, ökologische Bewegungen und Friedensbewegungen.

Auch LSBTTIQ*-Gruppen und Hausbesetzer*innen werden der Neuen Sozialen Bewegung zugerechnet. Wie jedoch verhält es sich, vor diesem Hintergrund, mit in der jüngeren Vergangenheit entstandenen, ideologisch rechtsgerichteten Bewegungen wie z.B. der PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes), die als islam- und fremdenfeindlich, völkisch, rassistisch und rechtspopulistisch gilt? Ist auch sie eine Neue Soziale Bewegung oder „nur“ eine „andere“ Form kollektiver Mobilisierung?

Schließlich steht die PEGIDA-Bewegung zu diesen, in der Regel im linken oder bürgerlichen politischen Spektrum zu verortenden Bewegungen, erstens in einem offensichtlichen thematischen und ideologischen Widerspruch und verfügt zweitens, anders als die vorgenannten Beispiele, über eine vielmehr konservatorische, zum Teil sogar revisionistische und damit keine dezidiert progressive Ausrichtung. Doch ist es genau diese progressive Ausrichtung, die oft als elementares Merkmal der Neuen Sozialen Bewegung genannt wird. Sind die bisher unternommenen Definitions- und Unterscheidungsversuche von Sozialer und Neuer Sozialer Bewegung womöglich zu sehr auf das progressive Element fixiert?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Neuen Sozialen Bewegungen ein, erläutert die Forschungsfrage zur Einordnung der PEGIDA-Bewegung und stellt den methodischen Aufbau der Arbeit vor.

2. Theoretische Grundlagen: Zentrale Theorien und Begriffe: Hier werden die definitorischen Grundlagen für Soziale Bewegungen und die spezifischen Merkmale Neuer Sozialer Bewegungen anhand der Theorien von Habermas, Raschke und Inglehart sowie dem Framing- und Collective-Identity-Ansatz dargelegt.

3. PEGIDA: Das Kapitel bietet einen historischen Abriss zur Entstehung von PEGIDA, analysiert deren organisatorische Struktur und dokumentiert die Kernforderungen der Bewegung im Zeitverlauf.

4. Einordnung der PEGIDA-Bewegung als NSB: In diesem Kapitel wird die PEGIDA-Bewegung systematisch anhand der zuvor erarbeiteten theoretischen Ansätze analysiert, um zu prüfen, inwieweit sie die Kriterien einer Neuen Sozialen Bewegung erfüllt.

5. Fazit: Die Arbeit schließt mit dem Ergebnis, dass eine Einordnung von PEGIDA als Neue Soziale Bewegung möglich erscheint, da die Bewegung in ihrer Struktur und Dynamik wesentliche Übereinstimmungen mit den untersuchten Theorien aufweist.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung aller verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen.

Schlüsselwörter

Neue Soziale Bewegung, NSB, PEGIDA, Soziale Bewegung, Framing-Ansatz, Collective-Identity, Wertewandel, Islamisierung, politische Partizipation, Protestforschung, Rechtsorientierung, Lebenswelt, Zivilgesellschaft, kollektive Identität, politische Mobilisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob die PEGIDA-Bewegung trotz ihrer rechts-konservativen und fremdenfeindlichen Ausrichtung als "Neue Soziale Bewegung" (NSB) bezeichnet werden kann.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die theoretischen Grundlagen der NSB, der Framing- und Collective-Identity-Ansatz sowie die Analyse der Entstehung, Organisation und Forderungen von PEGIDA.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob bisherige bewegungssoziologische Definitionen zu stark auf progressive Ziele fixiert sind und ob PEGIDA die strukturellen Merkmale einer Neuen Sozialen Bewegung aufweist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, bei der prominente Forschungsansätze der Bewegungsforschung (u.a. Habermas, Raschke, Inglehart) auf das aktuelle Phänomen PEGIDA angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundlagen sowie die anschließende empirische Einordnung der PEGIDA-Bewegung in dieses theoretische Raster.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Neue Soziale Bewegung, Protestforschung, kollektive Identität, Framing und politische Mobilisierung charakterisieren.

Warum wird Habermas zur Analyse von PEGIDA herangezogen?

Habermas bietet mit seinem Konzept der "Kolonialisierung der Lebenswelt" eine theoretische Basis, um den Konflikt zwischen System und Lebenswelt, den PEGIDA thematisiert, wissenschaftlich einzuordnen.

Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich der "Progressivität" von Bewegungen?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Definition einer sozialen Bewegung als rein progressives Phänomen zu kurz greift und auch Bewegungen mit anderen Zielsetzungen die Kriterien der NSB erfüllen können.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
PEGIDA. Neue Soziale Bewegung oder eine "andere" Form kollektiver Mobilisierung?
Untertitel
Eine soziologische Einordnung
Hochschule
FernUniversität Hagen
Note
2,0
Autor
Josefa Aygün (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
22
Katalognummer
V509850
ISBN (eBook)
9783346076687
ISBN (Buch)
9783346076694
Sprache
Deutsch
Schlagworte
pegida neue soziale bewegung form mobilisierung eine einordnung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Josefa Aygün (Autor:in), 2019, PEGIDA. Neue Soziale Bewegung oder eine "andere" Form kollektiver Mobilisierung?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509850
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Leseprobe aus  22  Seiten
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