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Die Ausgestaltung der Grundmotive "Geistesmensch" und "Tod"

Erzählweise in der Prosa von Thomas Bernhard

Titel: Die Ausgestaltung der Grundmotive "Geistesmensch" und "Tod"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2019 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Alina Schilke (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Ziel dieser Hausarbeit ist es, anhand der eben genannten Werke aufzuzeigen, dass es zwar wie in der Wissenschaft behauptet ständig wiederkehrende Aspekte gibt, diese aber durchaus von Text zu Text in ihrer Ausführung variieren und mehr Facetten aufzeigen, als man auf den ersten Blick erkennt. Allerdings muss an dieser Stelle auch klar sein, dass die Erkenntnisse aus der Untersuchung von nur zwei Werken für repräsentative Aussagen nicht ausreichend sind. Jedoch muss ein angemessener Rahmen eingehalten werden. Um doch etwas mehr Aussagekraft zu haben, erfolgt ein Rückgriff auf das Wissen um den Inhalt der Erzählung "Amras" (1964) und des Romans "Das Kalkwerk" (1970). Die diesbezüglichen Ausführungen werden allerdings meistens oberflächlicher gehalten.

Den Anfang der Analyse macht eine partielle Untersuchung der Form der ausgewählten Texte unter Einbeziehung der für diesen Kontext wichtigen Parameter des Erzählers und des Diskurses. Das ist wichtig, weil die Perspektive des Erzählens Auswirkungen auf die Darstellung der Grundmotive hat. Anschließend wechselt der Fokus auf den Inhalt. Dabei werden lediglich die Grundmotive Tod (und Familie) sowie 'Geistesmensch' berücksichtigt und analysiert. Hier wird aufgrund des enormen Umfangs eines jeden Motivs bewusst reduziert werden müssen, da es mehrere "Untermotive" gibt, die mit den Grundmotiven einhergehen. Die wiederkehrenden Motive in Bernhards Prosa sind schwer vollständig voneinander abzugrenzen, weil einige von den besagten Untermotiven zu mehreren Grundmotiven zugeordnet werden können und auch die Grundmotive sich zum Teil gegenseitig bedingen.

Thomas Bernhards Schaffen, insbesondere seine Prosa, erfreut sich bis heute großer Beachtung. Viele Literaturwissenschaftler*innen befassen sich mit der Motivik in Bernhards Werken. Zum Teil wird kritisiert, dass sein Œuvre aus einer immer gleichen, sich wiederholenden Thematik besteht, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Werke zieht.
Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich im Wesentlichen mit den Grundmotiven 'Geistesmensch' und 'Tod' in den Texten Jauregg (1967) und Ungenach (1968) des österreichischen Autors Thomas Bernhard. Es handelt sich dabei um zwei Erzählungen mit unterschiedlichem Umfang.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Formale Analyse – Der Erzähler und die Erzählweise

3. Inhaltliche Analyse: die Grundmotive

3.1 Der Tod (und die Familie)

3.2 Der Geistesmensch

4. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die in der Prosa von Thomas Bernhard wiederkehrenden Grundmotive des „Geistesmenschen“ und des „Todes“ anhand der Texte Jauregg, Ungenach, Amras und Das Kalkwerk, um die individuelle Ausgestaltung und Variation dieser Motive innerhalb des literarischen Gesamtwerks aufzuzeigen.

  • Analyse der erzähltechnischen Besonderheiten und Perspektivenwahl bei Thomas Bernhard
  • Untersuchung des Motivs „Tod“ im Kontext familiärer Konstellationen und Suizidalität
  • Charakterisierung des „Geistesmenschen“ als intellektueller Typus im permanenten Reflexionsprozess
  • Diskussion der Bedeutung von Isolation und Rückzug in die Natur oder den Arbeitskerker
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Vorstellung eines einheitlichen „Motivnetzes“ in Bernhards Œuvre

Auszug aus dem Buch

3.2 Der Geistesmensch

Die intelligenten Protagonisten werden in der Literaturwissenschaft häufig als „Geistesmensch“ bezeichnet, was darauf zurückzuführen ist, dass auch Bernhard selbst bei manchen Figuren diesen Begriff verwendet hat. Im Bernhard-Handbuch wird dieses Motiv sogar als „das zentrale textuelle Phänomen“ bezeichnet. Der Geistesmensch gehört dem „intellektuellen Typus“ an, der „auf den 'Geist' reduziert ist.“ Gemeinhin haben die Hauptcharaktere eine „empirisch-wissenschaftliche Lebenshaltung“ und stecken „in einem permanenten Reflexionsprozess“, wenn auch viele kein Studium absolviert haben, nie an einer Hochschule waren oder die weitere Ausbildung abgebrochen haben. Sie versuchen ihr „oftmals ins Groteske übersteigertes naturwissenschaftliches Interesse […] mittels Verstandeskraft zu durchdringen.“ Ein weiteres damit verknüpftes Motiv ist die Isolation des Geistesmenschen und die Flucht aus der menschenüberfüllten Stadt auf das ruhige Land. Bernhards „Figuren bevorzugen gemeinhin die Abgeschiedenheit von anderen Menschen“. „Die einseitig kompromißlose, zumeist selbstzerstörerische Besessenheit, mit welcher sie ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit nachgehen“, kennzeichnet viele von ihnen. Der Begriff Geistesmensch sollte daher wiederum gegliedert werden in die Figuren, die ihre Geistigkeit und Intelligenz positiv nutzen, also erfolgreich sind, und in jene, die im Verlauf scheitern und dem Wahnsinn verfallen oder Selbstmord begehen. Bei Amras ist die Kategorisierung sehr leicht. K. ist der rationalere, überlebende Bruder, während Walter Selbstmord begeht. In Ungenach ist die Konstellation der Brüder nahezu identisch mit der Ausnahme, dass Karl keine körperliche Krankheit hat und ermordet wird, anstatt Selbstmord zu begehen. Karl ist trotz der Distanz zu Ungenach von diesem riesigen Anwesen gefesselt und schafft es nicht, sich davon und von der Vergangenheit zu lösen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themenstellung ein und legt den Fokus auf die Untersuchung der Motive „Geistesmensch“ und „Tod“ in den ausgewählten Erzählungen von Thomas Bernhard.

2. Formale Analyse – Der Erzähler und die Erzählweise: Das Kapitel untersucht die spezifischen Erzählverfahren, wie die Nutzung von Ich-Erzählern und die fragmentarische Struktur, die Bernhard in seinen Werken einsetzt.

3. Inhaltliche Analyse: die Grundmotive: Hier werden die zentralen Motive vertieft analysiert und in einem „Motivnetz“ miteinander verknüpft.

3.1 Der Tod (und die Familie): Dieses Kapitel beleuchtet die enge Verknüpfung von familiären Konstellationen mit dem Tod, wobei Suizid als häufiges Motiv hervorgehoben wird.

3.2 Der Geistesmensch: Es wird der Typus des „Geistesmenschen“ als intellektuell besessene, oft isolierte Figur definiert, deren Scheitern oder Erfolg an ihrer Umgebung und Vergangenheit hängt.

4. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Vielschichtigkeit von Bernhards Werk sowie Möglichkeiten für zukünftige Forschungsarbeiten.

Schlüsselwörter

Thomas Bernhard, Geistesmensch, Tod, Prosa, Erzählweise, Motivnetz, Isolation, Suizid, Inzest, Wissenschaft, Perfektion, Selbstzerstörung, Literaturanalyse, Krankheit, Natur

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Ausgestaltung und Variation der zentralen Grundmotive „Geistesmensch“ und „Tod“ in ausgewählten Prosatexten von Thomas Bernhard.

Welche Werke von Thomas Bernhard stehen im Mittelpunkt?

Analysiert werden vor allem die Erzählungen „Jauregg“ und „Ungenach“, wobei punktuell auch „Amras“ und der Roman „Das Kalkwerk“ zum Vergleich herangezogen werden.

Was ist das Hauptziel der Untersuchung?

Ziel ist es, nachzuweisen, dass trotz der oft kritisierten Wiederholungen in Bernhards Motiven eine hohe Varianz in der Ausführung und ein komplexes „Motivnetz“ vorliegen.

Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die sowohl formale Aspekte der Erzählweise als auch inhaltliche Motivstudien kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine formale Analyse des Erzählverhaltens und eine inhaltliche Untersuchung der Motive Tod, Familie und Geistesmensch.

Welche Charakteristika definieren den „Geistesmenschen“ bei Bernhard?

Der Geistesmensch ist durch eine wissenschaftliche Lebenshaltung, einen permanenten Reflexionsprozess, soziale Isolation und ein oft zerstörerisches Streben nach Perfektion gekennzeichnet.

Inwiefern spielt der Inzest als Untermotiv eine Rolle?

Das Motiv des Inzests tritt insbesondere in „Jauregg“ und „Das Kalkwerk“ auf und fungiert als belastendes Element innerhalb der familiären Strukturen.

Warum ist das Motiv „Tod“ nicht verallgemeinerbar?

Die Untersuchung zeigt, dass die Todesursachen (Suizid, Ermordung, Krankheit) und die damit verbundenen mystischen oder rationalen Deutungen stark von den jeweiligen Figuren und Textkontexten abhängen.

Was unterscheidet den Protagonisten in „Ungenach“ von anderen Figuren?

Robert aus „Ungenach“ gilt als Gegenbeispiel zu der These, dass Genialität zwangsläufig mit Krankheit einhergehen muss, da er sich erfolgreich von seiner traumatischen Vergangenheit lösen konnte.

Was bedeutet der Begriff „Motivnetz“ in dieser Arbeit?

Der Terminus beschreibt das Zusammenspiel verschiedener Motive, die sich gegenseitig bedingen und erst in der Gesamtschau die Komplexität von Bernhards Schaffen ausmachen.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ausgestaltung der Grundmotive "Geistesmensch" und "Tod"
Untertitel
Erzählweise in der Prosa von Thomas Bernhard
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für neuere deutsche Literatur und Medien)
Note
1,0
Autor
Alina Schilke (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
19
Katalognummer
V509909
ISBN (eBook)
9783346085924
ISBN (Buch)
9783346085931
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Thomas Bernhard Kalkwerk Jauregg Amras Ungenach
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alina Schilke (Autor:in), 2019, Die Ausgestaltung der Grundmotive "Geistesmensch" und "Tod", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509909
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Leseprobe aus  19  Seiten
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