Das Modell der zwei Ressourcen-Ebenen ist ein nützliches Werkzeug zur Ressourcenorientierung in der Sozialen Arbeit. Es ist im Rahmen der Arbeit mit dem Resource-Oriented Interviewing, einer besonderen Form der ressourcenorientierten Gesprächsführung, entstanden. Das Modell der zwei Ressourcen-Ebenen ist einerseits gekennzeichnet durch die klare Abgrenzung seiner einzelnen äußerst praxisbezogenen Elemente voneinander, anderseits aber auch durch den großen Freiraum, den es seinem Anwender lässt, um es den spezifischen Besonderheiten seines jeweiligen Arbeitsfeldes anzupassen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Der Aufbau des Modells der zwei Ressourcen-Ebenen
Die Anlass-Ebene (AE)
Die Problem-Ebene (PE)
Die Ressourcen-Ebene I (RE1)
Die Ressourcen-Ebene II (RE2)
Eine Kontrollfrage für alle Elemente des Modells der zwei Ressourcen-Ebenen
Die fünf Verteilungen: Überlegungen für die ressourcenorientierte Gesprächsführung
Probleme – Ressourcen
Gegenwart – Zukunft – Vergangenheit
Emotionen
Wahrnehmen – Fühlen – Denken – Handeln
Gesprächsanteile
Fragen und Antworten
Woher weiß ich, ob die Arbeit mit dem Modell der zwei Ressourcen-Ebenen für meinen Klienten geeignet ist?
Warum sind die Ressourcen in diesem Modell auf zwei unterschiedliche Ebenen verteilt?
Wie kann ich meinem Klienten die Arbeit mit dem Modell der zwei Ressourcen-Ebenen nahebringen?
Wie kann ich die Arbeit mit dem Modell der zwei Ressourcen-Ebenen trainieren?
Schlusswort
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit führt das „Modell der zwei Ressourcen-Ebenen“ als praktisches Werkzeug für die ressourcenorientierte Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit ein. Ziel ist es, durch die klare Trennung von Ressourcen-Ebenen und die Einbindung der Problem-Ebene eine strukturierte Methode anzubieten, die Klienten bei der Identifikation und Aktivierung ihrer Stärken unterstützt und gleichzeitig die Auseinandersetzung mit aktuellen Problemlagen ermöglicht.
- Struktur des Modells (AE, PE, RE1, RE2)
- Ressourcenorientierte Gesprächsführung und Aufmerksamkeitssteuerung
- Transformation von Emotionen im Hilfeprozess
- Integration von Wahrnehmen, Fühlen, Denken und Handeln
- Praktische Anwendung und Training des Modells
Auszug aus dem Buch
Die fünf Verteilungen: Überlegungen für die ressourcenorientierte Gesprächsführung
Im Verlauf eines Gesprächs verteilt sich die Aufmerksamkeit der Gesprächsteilnehmer kontinuierlich von Moment zu Moment immer wieder neu auf verschiedene Aspekte. Für die ressourcenorientierte Gesprächsführung im Rahmen des Modells der zwei Ressourcen-Ebenen werden hier im Folgenden fünf solcher möglicher Verteilungen betrachtet, und zwar:
1. Probleme – Ressourcen
2. Gegenwart – Zukunft – Vergangenheit
3. Emotionen
4. Wahrnehmen – Fühlen – Denken – Handeln
5. Gesprächsanteile
Fokussiert der Gesprächsleiter inhaltlich zu stark auf Ressourcen des Klienten (und zu wenig auf die Probleme), kann es passieren, dass der Klient sich mit seinen Problemen nicht ausreichend ernst genommen fühlt. Der Klient bekommt dann möglicherweise sogar den Eindruck, dass seine Probleme und die Schwierigkeiten seiner aktuellen Lebenssituation bagatellisiert werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Modell der zwei Ressourcen-Ebenen als nützliches Werkzeug innerhalb der Sozialen Arbeit und Abgrenzung zum Resource-Oriented Interviewing.
Der Aufbau des Modells der zwei Ressourcen-Ebenen: Detaillierte Erläuterung der vier Ebenen (Anlass-Ebene, Problem-Ebene, Ressourcen-Ebene I und II) sowie der zentralen Kontrollfrage für die Arbeit mit dem Klienten.
Die fünf Verteilungen: Überlegungen für die ressourcenorientierte Gesprächsführung: Theoretische und praktische Auseinandersetzung mit verschiedenen Aufmerksamkeitsfoki während eines Gesprächs, um die ressourcenorientierte Arbeit zu optimieren.
Fragen und Antworten: Praktische Hilfestellung zur Anwendung des Modells, zur Klienten-Eignung, zur Vermittlung und zum Training der Methode.
Schlusswort: Zusammenfassung der Übertragbarkeit des Modells auf weitere Felder wie Organisationsentwicklung sowie Hinweis auf die Praxisrelevanz des Modells.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Ressourcenorientierung, Modell der zwei Ressourcen-Ebenen, Gesprächsführung, Ressourcen-Ebene I, Ressourcen-Ebene II, Problem-Ebene, Anlass-Ebene, Coping, Lebensgestaltung, Ressourcenaktivierung, Beratung, Supervision, Fallanalyse, Resilienz.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieses Modells?
Das Ziel ist die Bereitstellung eines strukturierten Werkzeugs für die ressourcenorientierte Gesprächsführung in der Sozialen Arbeit, das hilft, Probleme und Ressourcen klar voneinander zu trennen und gezielt zu aktivieren.
Welche Ebenen umfasst das Modell?
Das Modell besteht aus der Anlass-Ebene, der Problem-Ebene sowie zwei spezifischen Ressourcen-Ebenen (RE1 für die Gegenwart und RE2 für potentielle Ressourcen).
Warum ist die Trennung der Ressourcen in zwei Ebenen wichtig?
Sie dient der Unterscheidung zwischen der „Spreu der wilden Spekulation“ und dem „Weizen der lebensechten Realität“, um sicherzustellen, dass nur tatsächlich wirksame Ressourcen in den Fokus rücken.
Welche wissenschaftliche Grundlage nutzt das Modell?
Es basiert auf dem Resource-Oriented Interviewing und integriert systemische Ansätze sowie Konzepte der lösungsorientierten Kurztherapie.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erläutert den Aufbau der Ebenen, die fünf Verteilungsbereiche der Aufmerksamkeit im Gespräch sowie praktische Tipps für die Anwendung und das Training des Modells.
Welche Bedeutung haben die fünf Verteilungen?
Die Verteilungen (z.B. Probleme/Ressourcen, Gegenwart/Zukunft) bieten Orientierung für den Gesprächsleiter, um die Aufmerksamkeit in der Beratung dynamisch an die Bedürfnisse des Klienten anzupassen.
Wie gehe ich um, wenn ein Klient nur in Defiziten denkt?
Das Modell sieht vor, dass der Gesprächsleiter in solchen Phasen aktiver den Gesprächsanteil gestaltet, um den Klienten aus der Defizit-Orientierung zu begleiten.
Wozu dient die zentrale Kontrollfrage im Modell?
Die Frage, ob ein Element den Klienten nährt oder schwächt, hilft dabei, die Fähigkeit zur Skepsis zu trainieren und den inneren Kompass des Klienten zu stärken.
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- Andreas Langosch (Author), 2019, Das Modell der zwei Ressourcen-Ebenen in der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509928