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Nonverbale Kommunikation in Gesprächssituationen. Der Einfluss der Körperhaltung auf die Bewertung von berufsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen

Titre: Nonverbale Kommunikation in Gesprächssituationen. Der Einfluss der Körperhaltung auf die Bewertung von berufsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen

Thèse de Master , 2017 , 119 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Auteur)

Psychologie - Psychologie économique
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die vorliegende Querschnittsstudie untersucht den Einfluss der Körperhaltung auf die Bewertung von berufsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen einer Gesprächsperson. Das Ziel dieser Arbeit ist, Stellungnahmen zu treffen, inwiefern die Bewertung von berufskritischen Persönlichkeitseigenschaften durch die Körperhaltung beeinflusst wird und den Nutzen nonverbaler Kommunikation herauszuarbeiten. Außerdem werden praktische Empfehlungen gegeben, wie nichtsprachliche Kommunikation erfolgreich eingesetzt werden kann, um gewünschte Effekte bei Gesprächspartnern zu erreichen.

Mehrere Studien belegen, dass die Bewertung von Persönlichkeitscharakteristika je nach eingenommener Haltung elementar gesteigert oder verringert wird. Dies wird auch in Untersuchungen zu Einstellungs- und Jobinterviews deutlich, bei denen durch die Körperhaltung die Beurteilung von erfolgskritischen Eigenschaften signifikant stieg. In dieser Arbeit wird mit Hilfe eines Online-Fragebogens der Einfluss von vier definierten, fotografisch abgebildeten Körperhaltungen eines fiktiven Gesprächspartners auf das Bewertungsverhalten eines Betrachters untersucht. Hierbei sind die Körperausrichtung, Armhaltung, Kopfhaltung und Rumpfhaltung sowie die Charakteristika Durchsetzungsstärke, Führungskompetenz, Leistungsmotivation, Toleranz und Selbstbewusstsein Gegenstand der empirischen Studie. Diese Persönlichkeitseigenschaften sind elementare Faktoren für beruflichen Erfolg und werden aus diesem Grund untersucht. Außerdem ist der Bildungsstand, der heutzutage als Haupteinstellungskriterium im Beruf gilt, Teil der Untersuchung. Es stellt sich die Frage, ob unabhängig von der jeweiligen Körperhaltung ein positiver Zusammenhang zwischen der Einschätzung der Höhe des Bildungsstandes und der Persönlichkeitsmerkmale vorliegt. Bisherige Forschungsergebnisse belegen, dass das Bewertungsverhalten von Probanden durch die Bildung einer Person stark geprägt wird und ein hoher Bildungsstand die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung und Beförderung erhöht.

Da sich insbesondere in der Arbeitswelt geschlechtsstereotype Zuschreibungen auf die Einstellungswahrscheinlichkeit von Bewerbern auswirken können, wird der Faktor Geschlecht mit einbezogen. Es gilt zu prüfen, ob das Geschlecht der Gesprächsperson einen bedeutsamen Einfluss auf die Bewertung der Persönlichkeitseigenschaften erzeugt. Ziel ist es herauszuarbeiten, welche geschlechtsspezifischen Unterschiede bei der Einschätzung von Persönlichkeitseigenschaften bestehen.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Begriffseinordnung und theoretische Grundlagen

2.1 Theoretische Grundlagen

2.1.1 Nonverbale Kommunikation

2.1.2 Historie der nonverbalen Kommunikation

2.1.3 Einführung in die Körpersprache

2.1.4 Funktionen von Körpersprache

2.2 Kommunikationskonzepte

2.2.1 Das Sender-Empfänger-Modell nach Shannon und Weaver

2.2.2 Die fünf Axiome der Kommunikationstheorie nach Watzlawick

2.3 Körpersprache als spezifische Form nonverbaler Kommunikation

2.3.1 Die Rolle von Emotionen

2.3.2 Geschlechtsspezifische Unterschiede

2.3.3 Effekte des Bildungsstands

2.3.4 Nonverbale Kommunikationsforschung

2.3.5 Nutzen der Körpersprache im beruflichen Kontext

2.4 Die Körperhaltung und untersuchungsrelevante Formen

2.4.1 Die Körperausrichtung

2.4.2 Die Armhaltung

2.4.3 Die Kopfhaltung

2.4.4 Die Ausrichtung des Rumpfes

2.4.5 Die Persönlichkeitsmerkmale

2.5 Herleitung der Fragestellung und Hypothesen

2.5.1 Fragestellung

2.5.2 Hypothesen

3 Methoden der Studie

3.1 Untersuchungsdesign

3.2 Messinstrument

3.3 Stichprobenkonstruktion

3.4 Untersuchungsdurchführung

4 Ergebnisteil

4.1 Stichprobenbeschreibung

4.2 Statistische Auswertungsmethoden und Prüfung der Testvoraussetzungen

4.3 Ergebnisse der Hypothesenprüfung

5 Diskussion und Ausblick

5.1 Interpretation der Ergebnisse

5.2 Reflexion der Untersuchung

5.3 Implikationen für die Praxis

5.4 Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss verschiedener Körperhaltungen auf die Beurteilung berufsrelevanter Persönlichkeitsmerkmale bei Gesprächspartnern. Dabei wird analysiert, inwieweit Körperausrichtung, Arm-, Kopf- und Rumpfhaltung das Urteilsverhalten von Betrachtern beeinflussen, unter Berücksichtigung von Faktoren wie Geschlecht und Bildungsstand.

  • Einfluss nonverbaler Kommunikation auf die Fremdeinschätzung
  • Auswirkung der Körperhaltung auf Durchsetzungsstärke und Führungskompetenz
  • Geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Bewertung von Persönlichkeitsmerkmalen
  • Der Halo-Effekt des Bildungsstandes in der Beurteilung
  • Praktische Implikationen für die berufliche Kommunikation

Auszug aus dem Buch

2.4.1 Die Körperausrichtung

Innerhalb der empirischen Untersuchung wird die Körperausrichtung des Gesprächspartners durch eine frontale sowie seitlich ausgerichtete Haltung repräsentiert. Die vordere, ventrale Körperseite beinhaltet die wichtigsten, menschlichen Elemente des Körpers wie den Mund, die Augen, Brust und Genitalien (Parker, 2014). In einer Gefahrensituation hat eine Person grundsätzlich zwei Möglichkeiten, sich zu verhalten. Um auf die Bedrohung zu reagieren, kann sie entweder Flucht- oder Kampfverhalten zeigen (Navarro, 2011). Bei der Entscheidung zur Verteidigung wird der Körper dem bedrohlichen Reiz zugewendet und somit die volle Konzentration auf ihn gerichtet (Navarro, 2011).

Fällt die Entscheidung jedoch auf die Flucht, wendet eine Person ihren Körper ab und zieht sich defensiv zurück (Navarro, 2011). Dieses ursprüngliche Verhalten des Menschen wird auch in der heutigen Zeit beobachtet, wenn auch in einem veränderten Umweltsetting. Dominante Personen wenden sich ihrem Gegenüber mit dem Körper eher frontal zu und halten Kritik oder Meinungsverschiedenheiten stand, während weniger dominante Personen direkte Konfrontationen versuchen zu vermeiden oder sich in bedrohlichen Situationen abwenden, um sich instinktiv zu schützen (Navarro, 2011). Unterwürfigkeit eines Gegenübers wird demnach durch ein Wegdrehen des Körpers nonverbal kommuniziert (Collett, 2008). Bei der Ausrichtung des Körpers ist darüber hinaus der Bauchnabel, der die allererste Beziehung zu einem Menschen widerspiegelt, eine nonverbale Informationsquelle (Driver & van Aalst, 2011). In einer Untersuchung der Dreißigerjahre fanden Forscher heraus, dass die Körperausrichtung und mit ihr die Ausrichtung des Nabels den Grad des Interesses, dass einer Person entgegengebracht wird, widerspiegelt (Driver & van Aalst, 2011). Ungefähr 30 Jahre später griff Mehrabian (1971) diese Ergebnisse auf und arbeitete unter anderem heraus, dass die Nabelausrichtung den wichtigsten Indikator für die Intention einer Gesprächsperson darstellt (Mehrabian, 1969). Daraufhin widmeten sich weitere Untersuchungen der sogenannten Bauchnabelregel und verifizierten die Bedeutung der Nabelausrichtung für die Einschätzung der Intention und des Interesses einer Person (Driver & van Aalst, 2011). Folgernd lässt sich festhalten, dass die Richtung des Nabels und somit des Körpers Informationen über die Gefühle und das Verhalten einer Person darlegt. Die Ausrichtung des Bauchnabels, beispielsweise zum Ausgang, kommuniziert nichtsprachlich, dass der Wunsch nach Rückzug besteht (Driver & van Aalst, 2011).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Stellt das Thema der nonverbalen Kommunikation vor und leitet die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der Körperhaltung auf die Bewertung von Persönlichkeitsmerkmalen ab.

2 Begriffseinordnung und theoretische Grundlagen: Definiert nonverbale Kommunikation und diskutiert zentrale Kommunikationsmodelle sowie spezifische Körpersprache-Kategorien im Hinblick auf ihre Bedeutung für das berufliche Umfeld.

3 Methoden der Studie: Beschreibt das explanative Forschungsdesign, die Konstruktion und Durchführung des Online-Fragebogens sowie die Zielgruppenansprache.

4 Ergebnisteil: Präsentiert die statistische Auswertung der Daten, einschließlich der Stichprobenbeschreibung und der detaillierten Ergebnisse der Hypothesenprüfung.

5 Diskussion und Ausblick: Interpretiert die Studienergebnisse kritisch, reflektiert die methodische Vorgehensweise und leitet praktische Empfehlungen für den beruflichen Alltag ab.

Schlüsselwörter

Nonverbale Kommunikation, Körperhaltung, Körpersprache, Gesprächssituation, Persönlichkeitsmerkmale, Durchsetzungsstärke, Führungskompetenz, Leistungsmotivation, Toleranz, Selbstbewusstsein, Bildungsstand, Halo-Effekt, Geschlechtsspezifische Unterschiede, Quantitative Studie, Wirtschaftspsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Masterarbeit befasst sich mit der Wirkung von nonverbaler Kommunikation, spezifisch der Körperhaltung, auf die Fremdwahrnehmung von Persönlichkeitsmerkmalen in Gesprächssituationen.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen Kinesik (Lehre von der Körpersprache), Kommunikationspsychologie, berufsbezogene Personalbeurteilung und soziale Stereotype.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, inwiefern die Körperhaltung eines Gesprächspartners die Bewertung berufsrelevanter Persönlichkeitseigenschaften beeinflusst und ob dabei geschlechtsspezifische Unterschiede oder ein Halo-Effekt durch den Bildungsstand existieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird ein quantitativer Forschungsansatz in Form einer Querschnittsstudie (Online-Fragebogen mit 217 Probanden) gewählt, bei der fotografische Stimuli beurteilt wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Aufarbeitung der Kommunikationskonzepte und Körpersprache sowie einen empirischen Teil, der das Studiendesign, die Ergebnisse und eine kritische Diskussion umfasst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Nonverbale Kommunikation, Körperhaltung, Durchsetzungsstärke, Führungskompetenz und Halo-Effekt aus.

Wie unterscheidet sich diese Studie von vorangegangener Literatur?

Die Arbeit verknüpft spezifische Körperhaltungsmodelle mit einer breiteren Auswahl an Persönlichkeitsmerkmalen (wie Toleranz und Selbstbewusstsein) und untersucht explizit den moderierenden Faktor des Bildungsstandes.

Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Armhaltung?

Überraschenderweise wurde in dieser Untersuchung eine verschränkte Armhaltung teilweise mit einem durchsetzungsstärkeren Auftreten assoziiert, was im Widerspruch zu der oft postulierten „offenen“ Idealhaltung steht.

Welche Rolle spielt das Geschlecht?

Die Studie identifiziert geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bewertung, wobei Frauen in dieser Untersuchung teilweise höhere Werte in Kategorien wie Führungskompetenz und Leistungsmotivation erzielten, was auf einen gesellschaftlichen Rollenwandel hindeutet.

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Résumé des informations

Titre
Nonverbale Kommunikation in Gesprächssituationen. Der Einfluss der Körperhaltung auf die Bewertung von berufsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen
Université
Fresenius University of Applied Sciences Hamburg
Note
1,0
Auteur
Anonym (Auteur)
Année de publication
2017
Pages
119
N° de catalogue
V509999
ISBN (ebook)
9783346094117
ISBN (Livre)
9783346094124
Langue
allemand
mots-clé
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Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Anonym (Auteur), 2017, Nonverbale Kommunikation in Gesprächssituationen. Der Einfluss der Körperhaltung auf die Bewertung von berufsrelevanten Persönlichkeitsmerkmalen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/509999
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Extrait de  119  pages
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