Die Bedeutung von tiergestützter Therapie in der Sozialen Arbeit


Hausarbeit, 2019
25 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition tiergestützte Therapie
Entstehungsgeschichte
Einsatzbereiche der tiergestützten Therapie

3. Grundlagen der Mensch-Tier- Beziehung
Physische Wirkungen
Mentale und psychologische Wirkung
Soziale Wirkung

4. Kommunikation zwischen dem Menschen und dem Tier
Menschen- Tier- Interaktion
Gesundheitsfördernde Effekte in der Interaktion

5. Tiergestützte Pädagogik
Wirkungsfeld in der Sozialen Arbeit
Pädagogische Leitziele
Ziele der tiergestützten Therapie in der Sozialen Arbeit am Beispiel von Begegnungshöfen
Beziehung zwischen dem Klienten und dem Sozialarbeiter
Eine sichere Beziehung zum Sozialarbeiter bzw. Pädagogen aufbauen
Grenzen und Probleme in der tiergestützten Therapie

Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Folgenden werde ich auf die Bedeutung der tiergestützten Therapie in der Sozialen Arbeit eingehen. Vorab wird die Begrifflichkeit der tiergestützten Therapie erläutert und anschließend auf die geschichtlichen Hintergründe der tiergestützten Therapie eingegangen. Des Weiteren werden die Grundlagen der Mensch-Tier- Beziehung beleuchtet und die physischen, psychischen und sozialen Auswirkungen näher erklärt werden.Im Anschluss folgen die Kommunikation und die Interaktion in der Menschen- Tier- Beziehung. Ebenso werde ich auf die Beziehung zwischen Klienten und Sozialarbeiter eingehen und dessen Aufbau.Abgerundet wird diese Arbeit mit den sozialpädagogischen Maßnahmen, aber auch die Grenzen und Probleme eines Sozialarbeiters werden kritisch betrachtet werden.

2. Definition tiergestützte Therapie

Es gibt viele Begrifflichkeiten, welche sich mit Tieren in der Beziehung zu Menschen und Therapiemaßnahmen befassen. Mitunter findet man in der Literatur die Tiertherapie, tiergestützte Aktivitäten, Therapie mit Tieren, Tiere als Therapeuten und nicht zuletzt die tiergestützte Therapie.

Seit 2003 ist eine Definition von Dr. G. Gatterer, welcher Psychologe und Vorstandsmitglied des TAT, Tiere als Therapeuten in Wien ist, zu finden.

Diese besagt „Unter tiergestützter Therapie versteht man alle Maßnahmen, bei denen durch den gezielten Einsatz eines Tieres positive Auswirkungen auf das Erleben und Verhalten von Menschen erzielt werden sollen. Dies gilt für körperliche, wie seelische Erkrankungen. Das Therapiepaar Mensch / Tier fungiert hierbei als Einheit. Als therapeutische Elemente werden dabei emotionale Nähe, Wärme und unbedingte Anerkennung durch das Tier angesehen. Zusätzlich werden auch verschiedene Techniken aus den Bereichen der Kommunikation, Interaktion und basalen Stimulation und der Lernpsychologie eingesetzt.“ (Dr. Gatterer 2003, zit. in tiergestuetzte- therapie.eu)

Die tiergestützte Therapie nennt man auch Animal- Assisted- Therapy. In dieser Therapieform werden nur ausgebildete Tiere miteinbezogen. Tiere selbst sind nicht alleine die Therapie, sie haben lediglich eine unterstützende Aufgabe. Es ist bekannt, dass Tiere Sicherheit, Wärme, Gelassenheit und Vertrauen vermitteln. Jedoch sollten in dieser Form der Therapie Ergotherapeuten, Logopäde, Physiotherapeuten oder Psychotherapeuten immer als Hauptakteure tätig sein. Dazu kommt noch der Sozialarbeiter, welcher ebenfalls eine unterstützende Tätigkeit ausübt.

Der Therapieverlauf sollte dokumentiert werden und über einen längeren Zeitraum verlaufen. (vgl.http://www.tiergestuetzte-therapie.eu/coaching/kommunikationstraining/index.html )

Entstehungsgeschichte

Vor über 200 Jahren machten Mönche des Klosters York in England die Entdeckung, dass der Einsatz von Tieren das Seelenheil der Menschen verbessert. Im 18. Jahrhundert gründete William Tuke eine Einrichtung für geisteskranke Patienten, welche unter dem Namen „York Retreat“ in England geführt wurde. Die Klienten kümmerten sich um die Gartenpflege und um die Kleintierversorgung. Dadurch wurde deutlich wie hilfreich die Tiere in der Intervention von geisteskranken Menschen war und sich die Tiere positiv auf die Psyche der Klienten auswirkten. Der Gesundheitszustand der Klienten verbesserte sich zunehmend.

Ein weiterer Ansatz ist im 19. Jahrhundert in Bielefeld, in einem Behandlungszentrum für Epilepsie, wieder zu finden. Jedoch sind keine Dokumentationen über Erfolge oder Misserfolge aufzufinden.

Anfang der 60iger Jahre erforschte der Psychologe Boris Levison die tiergestützte Therapie. Er publizierte als erster über diese Thematik und regte dadurch eine Vielzahl an Studien an. Die erste systematische Studie wurde von Samuel und Elisabeth Corson 1977 in einer Klinik für psychosomatische Erkrankungen erstellt.

Ender der 70iger Jahre fand sich ein Team aus Psychologen, Psychotherapeuten, Verhaltensforschern, Medizinern und Gerontologen aus den USA und Großbritannien zusammen, um die Menschen- Tier- Beziehung weiter zu erforschen und zu vertiefen. 1980 fand der erste Kongress zum Thema tiergestützter Therapie statt. (vgl. Förster, 2005: 27ff)

In Deutschland befindet sich die tiergestützte Therapie noch in der Anfangsphase, ausgenommen davon ist das therapeutische Reiten. 1977 gründeten Erhard Olbrich und Reinhold Bergler einen Forschungskreis für Heimtiere in der Gesellschaft.

1987 rief die Tierärztin Brigitte von Rechenberg den Verein „Leben mit Tieren“ in Berlin ins Leben. Von Rechenberg brachte Ansätze, Methoden und Ideen aus den vereinigten Staaten mit. Zu Beginn informierte sie die Gesellschaft umfassend über den Einsatz von Tieren in diversen Institutionen und bei unterschiedlichsten Erkrankungen. Anschließend entwickelte sie mit Hilfe von ehrenamtlichen Mitarbeitern ein Besuchsprogramm, mit dem Einsatz von Hunden, Katzen, Kaninchen und weiterer Kleintiere. Es wurden hilfsbedürftige Menschen in Krankenhäusern, Altenheimen, Behindertenwerkstätten und Gefängnissen durchgeführt. Allesamt erzielten positive Erfolge. Mittlerweile arbeitet der Verein deutschlandweit und hat das Besuchsprogramm ausgeweitet auf Kindertageseinrichtungen, Schulen usw.

Die ersten Fernsehbeiträge gab es 1994. (vgl. Förster, 2005:30/31)

Einsatzbereiche der tiergestützten Therapie

In der Kinder- und Jugendarbeit ist im Sozialgesetzbuch klar verankert, dass jedes Kind und jeder Jugendliche das Recht auf Bildung und Erziehung hat. Darauf möchte ich nicht vertiefend eingehen, allerdings sollte man im Hinblick der tiergestützten Therapie § 11 des SGBVIII nicht außeracht lassen. In diesem Paragrafen sind die individuelle Förderung und soziale Entwicklung eines jeden verankert. In § 13 wird darauf hingewiesen, dass jedem jungen Menschen eine sozialpädagogische Förderung angeboten werden sollte, um die soziale Integration zu fördern. Nach diesem Paragrafen wird deutlich, dass auch die tiergestützte Therapie in den besonderen hundegestützten Maßnahmen dort zu verorten sind. Speziell hundegestützte Maßnahmen, da hierbei die Umsetzung leichter fällt. Schulhunde können ihren Einsatz finden, aber auch in Wohngruppen ist es leichter einen Hund einzusetzen als ein großes Tier. Unteranderen besteht auch die Möglichkeit, Kaninchen oder Meerschweinchen einzusetzen. In folgenden Arbeitsfeldern findet tiergestützte Therapie statt:

- Jugendsozialarbeit an Schulen
- Kindertagesbetreuung
- Einrichtungen der Jugendhilfe
- Aufsuchende Jugendarbeit z.B. Streetwork
- Offene Kinder- und Jugendarbeit (vgl. Kirchpfennig, 2014: 19)

Ebenso kann tiergestützte Therapie in Justizvollzuganstalten, Altenheimen, Krankenhäusern, Tageseinrichtungen für psychisch kranke Menschen, Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, Wohngruppen für Menschen mit Behinderungen und Psychiatrischen Einrichtungen stattfinden.

3. Grundlagen der Mensch-Tier- Beziehung

Die Heilung eines Patienten bzw. Klienten hat sich systematisch geändert und muss ganzheitlich aus einem neuen Blickwinkel betrachtet werden. Beispielsweise ist nach einer Operation der Mensch körperlich geheilt. Falls der Patient, aber ein Traumatisches Erlebnis oder einen Unfall hatte, kann man nicht davon ausgehen, dass dieser das Trauma seelisch überwunden hat. In dem bevorstehenden Prozess spricht man vom inneren und äußeren Heilern. Unter dem inneren Heilern ist die Selbstwirksamkeit des Patienten zu verstehen, welcher vom äußeren Heilern sprich den Ärzten, Pflegern, Therapeuten und Seelsorgern unterstützt wird. Oftmals ist der Gang auf den Flur nicht ausreichend, aber wenn ein schwanzwedelnder Hund den Menschen abholt, kann man von innerer Dialogbereitschaft sprechen. Das Tier ist durch seine reine Anwesenheit in der Lage den inneren Heilern direkt anzusprechen. Nun besteht die Möglichkeit die Kommunikation des Patienten anzuregen und über das Tier innere Blockaden zu lösen. Durch das Tier besteht die Möglichkeit die körperlichen, seelischen, geistigen und sozialen Kräfte positiv zu beeinflussen. Das Tier allein kann keine Krankheit heilen oder die Person von seinem Leiden erlösen. Lediglich durch die Interaktion des Tieres kann der heilende Prozess angeregt werden. (vgl. Olbrich/ Otterstedt, 2003:58ff)

Physische Wirkungen

Die Studie von Headay und Grabka, welche 2004 in Deutschland durchgeführt wurde, belegt dass Tierbesitzer seltener krank sind und weniger Arztkosten verursachen. Jedoch ist diese positive Erscheinung nicht von Beginn an zu beobachten. Der Tierbesitzer und das Tier müssen eine tragfähige Beziehung aufbauen, um physische Erfolge erzielen zu können. Speziell bei Hundebesitzern sind folgende gesundheitsfördernde Wirkungen zu vermerken.

- Funktionstüchtigeres Immunsystem
- Verminderung von Stress und deren Symptome
- Normalisierung der Herzfrequenz und des Blutdrucks
- Freisetzung von Glücksgefühlen
- Schmerzreduktion
- Entspannung des Nervensystems

(vgl. Germann-Tillmann, Merklin, Stamm Näf, 2014: 57)

Mentale und psychologische Wirkung

In der tiergestützten Intervention wird ein starker Bezug zu Sigmund Freud genommen und seine Ansätze der Psychoanalyse. Levinson (1962) stellt einen Bezug zu Freud her, in dem er die sogenannte Brückenfunktion mit ihm in Verbindung bringt. Nach Freud hat der Mensch ein permanentes Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Nähe und Wärme. Welches über das „ES“, also das Unbewusste gesteuert wird. Durch Tiere können Brückenfunktionen herbeigeführt werden und Bedürfnisse bei Kindern unbewusst teilweise befriedigt werden. Ein weiterer Ansatz liegt Sperell zu Grunde, welcher das „ES“ wie folgt beschreibt: dass „ES“ verkörpert die Verbindung zur Natur, welche durch Tiere wiederbelebt und genutzt werden können

Die Anwesenheit von Tieren kann eine angstfreie und natürliche Beziehung ermöglichen. Levisons beschriebt die Brückenfunktion in drei Schritten.

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung von tiergestützter Therapie in der Sozialen Arbeit
Hochschule
Hochschule Fulda
Note
1,3
Autor
Jahr
2019
Seiten
25
Katalognummer
V510016
ISBN (eBook)
9783346077981
ISBN (Buch)
9783346077998
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, therapie, sozialen, arbeit
Arbeit zitieren
Kristin LOuis (Autor), 2019, Die Bedeutung von tiergestützter Therapie in der Sozialen Arbeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510016

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