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Lern- und Bildungsgeschichten als Beobachtungsinstrument von Lernprozessen

Titel: Lern- und Bildungsgeschichten als Beobachtungsinstrument von Lernprozessen

Hausarbeit , 2019 , 10 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Sina Engelbrecht (Autor:in)

Pädagogik - Allgemein
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Obwohl das Beobachten von Schülerinnen und Schülern zur alltäglichen Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern zählt, findet dieses Themengebiet wenig Beachtung. Doch gerade bei der zunehmenden Heterogenität der Schülerschaft, sind gut ausgebildete Beobachtungsfähigkeiten der Lehrerinnen und Lehrer notwendig, um Lernausgangslagen für einzelne Kinder ausdifferenzieren zu können und gezielte Fördermaßnahmen zu entwickeln.

In dem Seminar Analyse erschwerter Lern- und Entwicklungsbedingungen wurde sich intensive mit der Thematik des Beobachtens im Schulkontext beschäftigt. Die Arbeitsgruppe, welcher ich zugehörig war, hat sich in fünf Beobachtungssituationen mit dem Arbeits- und Lernverhalten eines Schülers beschäftigt. Wir beobachteten ein sehr passives Lernverhalten, welches unserer Ansicht nach an Arbeitsverweigerung grenzte. Im Laufe des Beobachtungsprozesses stellte sich uns die Frage, ob bei dem Schüler tatsächlich keine Lernprozesse stattfanden beziehungsweise inwiefern Lernprozesse überhaupt beobachtbar sind. Diese gedankliche Auseinandersetzung weckte mein Interesse. Im Laufe meiner Recherche stieß ich auf das Beobachtungsinstrument der Bildungs- und Lerngeschichten aus der frühpädagogischen Praxis, welches in der vorliegenden Arbeit vorgestellt wird. Bei diesem offenen Beobachtungsverfahren wird explizit das Lernen des Kindes thematisiert, damit pädagogisch dort interveniert werden kann, wo bereits Anzeichen für die Entwicklung des Kindes zu beobachten sind. Besonders der Ressourcenorientierte Ansatz interessierte mich in diesem Zusammenhang, da wir bei unseren Beobachtungen eher defizitorientiert gearbeitet haben und dies eine Alternative darstellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Beobachtung

2.1. Lernen beobachten

3. Bildungs- und Lerngeschichten

3.1. Der konzeptionelle Ansatz

3.2. Die Umsetzung in der Praxis

3.3 Die Erstellung einer Lerngeschichte

4. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das Beobachtungsinstrument der Bildungs- und Lerngeschichten, welches ursprünglich aus der frühpädagogischen Praxis stammt, hinsichtlich seiner Adaptierbarkeit und Wirksamkeit im schulischen Kontext. Ziel ist es, einen ressourcenorientierten Beobachtungsansatz vorzustellen, der es pädagogischen Fachkräften ermöglicht, individuelle Lernprozesse von Schülern differenzierter wahrzunehmen und gezielter zu fördern.

  • Grundlagen wissenschaftlicher und pädagogischer Beobachtungsmethoden
  • Konzeptioneller Ansatz der „learning stories“ nach Marget Carr
  • Praktische Umsetzung im Schulalltag und kollegialer Austausch
  • Bedeutung der Ressourcenorientierung gegenüber defizitorientierten Ansätzen
  • Förderung eines positiven Selbstbildes durch Lerngeschichten

Auszug aus dem Buch

3.1. Konzeptioneller Ansatz

Die Grundlage der Bildungs- und Lerngeschichten stellen, die entwickelten „learning stories“ von Marget Carr aus dem Jahr 2001 dar, welche als Verfahren zur Beschreibung und Dokumentation der Lernprozesse von Kindern in frühpädagogischen Einrichtungen in Neuseeland dienen. Bildungs- und Lerngeschichten stellen ein Beobachtungs- und Dokumentationsverfahren dar, welches alle Beteiligten Personen, Fachkräfte, Eltern sowie Kindern, für die Lernprozesse und Lernmöglichkeiten, die im Alltagshandeln der Kinder wiederzufinden sind, sensibilisieren und die Lernfähigkeit und -motivation der Kinder stärken soll. (vgl. Leu et al., 2007) Nach jeder Beobachtung eines Kindes, wird diese auf der Basis von fünf Lerndispositionen: Interessiert sein- Engagiert sein Standhalten bei Herausforderungen und Schwierigkeiten- Sich ausdrücken und mitteilen An einer Lerngemeinschaft mitwirken und Verantwortung übernehmen, nach Carr analysiert und diskutiert (vgl. de Boer, 2012). Jede Lerndisposition setzt sich aus drei Elementen zusammen. Zum einen, dass ein Kind sich selbst als Lerner sieht und motiviert ist zu lernen. Zum zweiten, dass das Kind eine Situation als Lerngelegenheit wahrnimmt und den dritten Aspekt stellt das Wissen, dass ein Kind braucht, um seinem Interesse nachgehen zu können, dar. Diese Elemente sind besonders für die Fachkräfte von Relevanz, da es an Ihnen liegt die Lernbemühungen der Kinder zu wertschätzen, Situationen zu inszenieren, welche die Kinder als Lerngelegenheiten wahrnehmen können, sowie dafür zu sorgen, dass die Kinder Wissen und Fähigkeiten erwerben. (vgl. Lau et al., 2007)

Die Interpretation und Analyse der kindlichen Aktivitäten im Sinne der Bildungs- und Lerngeschichten orientieren sich an den Ressourcen der Kinder (vgl. Lau et al., 2007). Dies beinhaltet die Abwendung von der ausschließlichen Defizitperspektive hin zu einer salutogenetischen Orientierung. Es wird von der prinzipiellen Entwicklungsfähigkeit des Menschen ausgegangen und es werden im Sinne der Ressourcenorientierung nützliche und notwendige Hilfen für die individuelle Entwicklung zur Verfügung gestellt. (vgl. Willenbring, 2012)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung motiviert die Wahl des Themas durch die Beobachtung passiven Lernverhaltens im Schulpraktikum und führt das Instrument der Bildungs- und Lerngeschichten als ressourcenorientierte Alternative ein.

2. Beobachtung: Es werden die theoretischen Grundlagen der wissenschaftlichen Beobachtung sowie der prozessorientierten Beobachtungsansätze in der Pädagogik erläutert.

2.1. Lernen beobachten: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit der Beobachtbarkeit von Lernprozessen auseinander und stellt dar, warum der Fokus auf Bemühungen und Endprodukte gelegt werden sollte.

3. Bildungs- und Lerngeschichten: Das Kapitel bietet einen Überblick über den konzeptionellen Rahmen der Arbeit, inklusive der methodischen Umsetzung und Erstellung von Lerngeschichten.

3.1. Konzeptioneller Ansatz: Hier werden die „learning stories“ von Marget Carr sowie die zentralen fünf Lerndispositionen und der ressourcenorientierte Fokus der Methode vorgestellt.

3.2. Die Umsetzung in der Praxis: Dieser Abschnitt beschreibt den konkreten methodischen Prozess, von der freien Beobachtung und Analyse über die kollegiale Beratung bis zur Planung nächster Schritte.

3.3 Die Erstellung einer Lerngeschichte: Der Fokus liegt auf der praktischen Verfassung der Lerngeschichten, einschließlich der notwendigen Kriterien, der Portfolioarbeit und der Varianten wie Foto- oder Gruppenlerngeschichten.

4. Fazit: Das Fazit bewertet die Adaptierbarkeit der Methode für den Schulkontext positiv und betont den Mehrwert für die Professionalisierung der pädagogischen Fachkräfte.

Schlüsselwörter

Bildungs- und Lerngeschichten, Beobachtungsinstrument, Ressourcenorientierung, Lernprozesse, Lerndispositionen, Pädagogik, Schülerbeobachtung, individuelle Förderung, salutogenetische Orientierung, Bildungsdokumentation, Prozessorientierung, Selbstbild, Fachkraft, Portfolio, Schulpraxis.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Anwendung von Bildungs- und Lerngeschichten als Beobachtungsinstrument, um Lernprozesse von Schülern differenziert und ressourcenorientiert zu erfassen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die pädagogische Diagnostik, die Bedeutung von Beobachtungsverfahren, die Lerndispositionen nach Marget Carr sowie die Abkehr von defizitorientierten Betrachtungsweisen hin zu einer Ressourcenorientierung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, wie das ursprünglich frühpädagogische Konzept der Lerngeschichten erfolgreich in den Schulalltag integriert werden kann, um Lernentwicklung sichtbar zu machen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturrecherche und theoretische Reflexion über Beobachtungsansätze, um die praktische Methode der Bildungs- und Lerngeschichten wissenschaftlich einzuordnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Verankerung der Beobachtung, die Erläuterung des Konzepts der Lerngeschichten und eine detaillierte Beschreibung der praktischen Anwendung inklusive Analyse- und Reflexionsschritten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ressourcenorientierung, Bildungs- und Lerngeschichten, Lerndispositionen und professionelle Beobachtung definiert.

Eignen sich Lerngeschichten auch für Kinder mit Förderbedarf?

Ja, die Autorin betont, dass insbesondere bei Kindern mit kognitiven Einschränkungen die Arbeit mit Bildungs- und Lerngeschichten sowie die Variante der Fotolerngeschichten sinnvoll ist, um Stärken statt Defizite zu betonen.

Warum ist der kollegiale Austausch ein wichtiger Bestandteil der Methode?

Der Austausch ermöglicht es, Beobachtungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, subjektive Einschätzungen zu objektivieren und so die Professionalität des eigenen pädagogischen Handelns kontinuierlich zu reflektieren.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lern- und Bildungsgeschichten als Beobachtungsinstrument von Lernprozessen
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,3
Autor
Sina Engelbrecht (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2019
Seiten
10
Katalognummer
V510072
ISBN (eBook)
9783346080769
ISBN (Buch)
9783346080776
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Diagnostik Beobachtung Beobachtungsinsrumente Kita
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sina Engelbrecht (Autor:in), 2019, Lern- und Bildungsgeschichten als Beobachtungsinstrument von Lernprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510072
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