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Neue Institutionenökonomik internationaler Transaktionen

Title: Neue Institutionenökonomik internationaler Transaktionen

Seminar Paper , 2005 , 21 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Kay-Ute Dallmeier-Tießen (Author)

Economics - International Economic Relations
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Am Anfang steht die Frage: Was ist internationaler Handel und welche Aufgaben haben hierbei Rechtsordnungen? Zur Beantwortung wird in dieser Arbeit die Neue Institutionenökonomik (NIÖ) herangezogen, die wirtschaftliche Aktivität auf Transaktionskostenbasis analysiert und davon ausgeht, dass Transaktionen im Rahmen von rechtlichen Institutionen stattfinden. Grundlage jeglichen Wirtschaftens ist eine institutionelle Rechtsordnung, die in besonderem Maße bei Wirtschaftsbeziehungen über die Staatsgrenzen hinweg von Bedeutung ist. Der Zusammenhang von Wirtschaftssystemen und rechtlichem Rahmen führt auf internationaler Ebene allerdings zu einer Unsicherheit, die in der Berührung von Außenhandelstransaktionen mit unterschiedlichen Rechtssystemen und der Territorialität von Staatsgewalt ihren Ursprung findet. Dies äußert sich in zusätzlichen Transaktionskosten als Hindernis für koordinationseffiziente Arbeitsteilung, denen einerseits durch privatautonome Kräfte und andererseits durch Harmonisierung, Rechtsvereinheitlichung sowie Einführung neuen Rechts auf völkerrechtlicher Grundlage begegnet werden kann. Diese Aspekte sind Forschungsschwerpunkt der Neuen Institutionenökonomik Internationaler Transaktionen (NIIT) - dem Thema der vorliegenden Arbeit. Als junge Theorie setzt sich bisher mit der Frage nach den ökonomischen Gründen für die Zersplitterung der Rechtsordnungen, optimalen Rechtsräumen, den Auswirkungen der Territorialität bei grenzüberschreitenden Kooperationen von privaten und staatlichen Akteuren sowie den möglichen Lösungsansätzen auseinander.
In dieser Arbeit wird nach einer Darstellung der NIÖ als Analyseinstrument und der darauf aufbauenden NIIT, das theoretische Modell des Tauschdilemmas bei internationalen Transaktionen als Grundlage der Betrachtungen erörtert. Auf dieser Basis werden konstitutionelle Lösungsansätze in der Theorie und Praxis aufgeführt und auf das Beispiel der Europäischen Union (EU) bezogen. Die Ergebnisse sind im letzten Kapitel zusammenfassend dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Von der Neoklassik zur Neuen Institutionenökonomik

2.1 Einführende Differenzierung

2.2 Ausrichtungen der Neuen Institutionenökonomik

3 Neue Institutionenökonomik Internationaler Transaktionen

3.1 Entstehung einer alternativen Außenhandelstheorie

3.2 Das „Internationale“ der Transaktion

3.3 Territorialität des Rechts als Grundlage für konstitutionelle Unsicherheit

4 Das Transaktionsdilemma – Rückblick auf die ökonomische Basis

4.1 Spieltheoretische Grundlage

4.2 Wege zur Überwindung des Dilemmas

5 Vereinheitlichte Rechtsnormen als Lösung des Dilemmas?

5.1 Der theoretische Weg zur Rechtsvereinheitlichung

5.2 Aufgaben und Inhalte des Internationalen Privatrechts

5.3 Transaktionsrelevanz des Internationalen Privatrechts

5.3.1 Das Plus an Transaktionssicherheit

5.3.2 Das Minus an Transaktionssicherheit

6 Rechtsvereinheitlichung des Internationalen Privatrechts am Beispiel der EU

7 Resümee

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht auf Basis der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ) die ökonomischen Hintergründe für die Zersplitterung rechtlicher Rahmenbedingungen im internationalen Handel und analysiert, wie durch Rechtsvereinheitlichung das daraus resultierende Transaktionsdilemma überwunden werden kann.

  • Analyse der Neuen Institutionenökonomik (NIÖ) als Analyseinstrument für internationale Transaktionen.
  • Untersuchung der konstitutionellen Unsicherheit durch die Territorialität des Rechts.
  • Spieltheoretische Modellierung des Tauschdilemmas bei grenzüberschreitenden Handelsbeziehungen.
  • Bewertung der Eignung des Internationalen Privatrechts (IPR) zur Steigerung der Transaktionssicherheit.
  • Diskussion der Rechtsvereinheitlichung am Beispiel der Europäischen Union (EU).

Auszug aus dem Buch

3.2 Das „Internationale“ der Transaktion

Williamson fasst vertragliche Alternativen, die für die Organisation einer Transaktion in Frage kommen als ‘governance’ zusammen, wenngleich er in seiner Definition für Transaktionen keinen direkten Bezug zum ‘governance’ liefert. Um der Einbettung einer Transaktion in einen konstitutionellen Rahmen Rechnung zu tragen, definiert Schmidt-Trenz Transaktionen wie folgt: „Eine Transaktion besteht in dem zu einer bestimmten kooperativen Zielsetzung von Wirtschaftssubjekten gehörenden konstitutiven System von (Elementar-)Handlungen.“

David Ricardo sieht in der eingeschränkten Faktormobilität über die Staatsgrenzen hinweg die notwendige Voraussetzung für den internationalen Güterhandel und damit für internationale Transaktionen. Faktorwanderungen werden hierbei als Substitut für den Güteraustausch angesehen. Dies zeigt ebenfalls die Annahme, dass komparative Kostenvorteile der Länder auf inkongruente Ausstattungen in den Produktionsfaktoren zurückzuführen sind. Allerdings ist die Faktormobilität auch innerhalb eines Staates als nur regional beweglich anzusehen, was Bertil Ohlin dazu führte, den Außenhandel als einen speziellen Fall von interregionaler Arbeitsteilung zu betrachten. Durch diese Annahme wird das Kriterium der Staatsgrenze als ökonomische Relevanz für die Unterscheidung einer Binnen- von einer Außenhandelstransaktion relativiert. Ein weiteres Argument zur Differenzierung sind die unterschiedlichen Währungen, welche bei grenzüberschreitendem Handel zusätzliche Transaktionskosten begründen, die bei Binnenhandel nicht auftreten. Die NIIT hingegen, sieht den Unterschied einer Außenhandels- und Binnentransaktion in der Territorialität des PR. Binnenhandel ist ein Tausch zwischen Akteuren gleicher PR-Ordnung, wohingegen Außenhandel ein Tausch zwischen privatrechtsordnungsfremden Akteuren ist. Außenhandel ist folglich eine rechtlich organisierte Transaktion für die das IPR gilt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Problemstellung ein, wie die Neue Institutionenökonomik internationale Handelsbeziehungen angesichts unterschiedlicher Rechtsordnungen analysieren kann.

2 Von der Neoklassik zur Neuen Institutionenökonomik: Dieses Kapitel differenziert die methodologischen Grundlagen der Neuen Institutionenökonomik gegenüber neoklassischen Ansätzen und definiert zentrale Begriffe.

3 Neue Institutionenökonomik Internationaler Transaktionen: Hier wird der Forschungsansatz der NIIT erläutert, der insbesondere die Territorialität des Rechts als Ursache für Unsicherheit im Außenhandel thematisiert.

4 Das Transaktionsdilemma – Rückblick auf die ökonomische Basis: Das Kapitel nutzt ein spieltheoretisches Modell, um das Gefangenendilemma bei internationalen Transaktionen zu verdeutlichen und mögliche Lösungswege aufzuzeigen.

5 Vereinheitlichte Rechtsnormen als Lösung des Dilemmas?: Es wird untersucht, inwieweit das Internationale Privatrecht durch Kollisionsnormen und Rechtsvereinheitlichung zur Senkung von Transaktionskosten beitragen kann.

6 Rechtsvereinheitlichung des Internationalen Privatrechts am Beispiel der EU: Anhand der Europäischen Union wird praktisch diskutiert, welche Auswirkungen eine legislative Rechtsangleichung auf die Transaktionssicherheit hat.

7 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, inwieweit Rechtsvereinheitlichungen geeignet sind, das Transaktionsdilemma nachhaltig zu mindern.

Schlüsselwörter

Neue Institutionenökonomik, Internationaler Handel, Transaktionskosten, Privatrecht, Rechtsvereinheitlichung, Territorialitätsprinzip, Spieltheorie, Gefangenendilemma, Property Rights, konstitutionelle Unsicherheit, Kollisionsrecht, Europäische Union, Handelstransaktion, Institutionen, ökonomische Analyse.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die ökonomischen Grundlagen internationaler Transaktionen unter besonderer Berücksichtigung der Institutionenökonomik, um die Auswirkungen unterschiedlicher Rechtsordnungen auf den Außenhandel zu verstehen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den Schwerpunkten zählen die Neue Institutionenökonomik, die Theorie optimaler Rechtsräume, spieltheoretische Analysen von Handelssituationen sowie die Rolle des Internationalen Privatrechts bei der Senkung von Transaktionskosten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie das Transaktionsdilemma bei grenzüberschreitenden Geschäften – hervorgerufen durch konstitutionelle Unsicherheit – theoretisch und praktisch, etwa durch Rechtsvereinheitlichung, überwunden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Es kommt die institutionenökonomische Analyse zum Einsatz, ergänzt durch spieltheoretische Modelle, insbesondere die Anwendung des Gefangenendilemmas auf internationale Handelsbeziehungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung durch die Neue Institutionenökonomik, die Analyse des Transaktionsdilemmas und die Evaluierung des Internationalen Privatrechts als Instrument zur Erhöhung der Transaktionssicherheit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Neue Institutionenökonomik, Transaktionskosten, Rechtsvereinheitlichung, konstitutionelle Unsicherheit und die ökonomische Analyse des Rechts bestimmt.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Binnen- und Außenhandel aus institutionenökonomischer Sicht?

Während Binnenhandel als Austausch zwischen Akteuren innerhalb einer einheitlichen Privatrechtsordnung definiert wird, ist der Außenhandel durch den Tausch zwischen privatrechtsordnungsfremden Akteuren aufgrund des Territorialitätsprinzips gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt die „kopernikanische Wende“ im Kontext dieser Untersuchung?

Der Begriff bezieht sich auf den Grundsatz von Carl von Savigny, bei Rechtsverhältnissen dasjenige Recht aufzusuchen, dem es seiner Natur nach angehört, was das Fundament für die moderne kollisionsrechtliche Bestimmung der Rechtsanwendung darstellt.

Wird Rechtsvereinheitlichung in der Arbeit als uneingeschränkt positiv bewertet?

Nein, die Arbeit differenziert: Zwar kann Vereinheitlichung Transaktionskosten senken, sie birgt jedoch auch die Gefahr des Verlusts von effizienten Anpassungsmöglichkeiten an nationale Präferenzen und kann den Wettbewerb der Rechtssysteme einschränken.

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Details

Title
Neue Institutionenökonomik internationaler Transaktionen
College
http://www.uni-jena.de/
Course
Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Grade
1,7
Author
Kay-Ute Dallmeier-Tießen (Author)
Publication Year
2005
Pages
21
Catalog Number
V51017
ISBN (eBook)
9783638470902
ISBN (Book)
9783656777465
Language
German
Tags
Neue Institutionenökonomik Transaktionen Internationale Wirtschaftsbeziehungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kay-Ute Dallmeier-Tießen (Author), 2005, Neue Institutionenökonomik internationaler Transaktionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/51017
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