In dieser Arbeit soll betrachtet werden, welchen Einfluss das Internet beziehungsweise das Smartphone auf die Beziehung zur Heimat und zur neuen Umgebung, der Fremde, hat und welche Möglichkeiten Migranten in Zeiten der Globalisierung haben. Die Welt befindet sich im stetigen Wandel und die Globalisierung brachte in den letzten hundert Jahren starke Veränderungen mit sich. Der technische Fortschritt und die Beschleunigung vieler Prozesse - nicht nur technischer, sondern auch sozialer - haben die Gesellschaft verändert. Eine Folge davon ist die globale Migration(skrise). In diesem Kontext und im folgenden Text allgemein soll Migration alle Arten von Wanderungsbewegungen umfassen. Migranten umfassen dabei alle Menschen, die ihren Lebensmittelpunkt verlagern und dadurch ihre (ursprüngliche) Heimat verlieren - also sowohl den Flüchtenden als auch den Wirtschaftsmanager, der zweihundert Tage im Jahr die Welt bereist. Ein Migrant ist immer der Fremde, der einer Gruppe bisher Unbekannte. Dadurch, dass man so wenig über ihn, seine Herkunft, seinen Stand oder seine soziale Rolle weiß, werden keine normalen sozialen Kontakte mit ihm aufgenommen.
Inzwischen steht nicht nur der Migrant vor großen Herausforderungen, sondern ebenso die vielen Menschen, die mit Migration in ihrem Alltag konfrontiert werden. Dabei ist zu beobachten, dass nicht nur die Migranten selbst mit Problemen der Identität und des Heimatverlustes zu kämpfen haben, sondern es haben auch diejenigen Angst ihre Heimat zu verlieren, die an Ort und Stelle bleiben; deren Heimat sich durch Zuzug verändert. Eine Folge davon ist vielerorts das Erstarken des Nationalgedankens. Ein jeder, der einmal die Erfahrung gemacht hat, unglücklich im Ausland gewesen zu sein, kennt das schmerzliche Gefühl von "Heimweh". Vielleicht wäre es ein guter Weg, den Begriff "Heimat" aus der Perspektive des Verlustes zu definieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Heimat
3. Die Welt im Wandeln: Globalisierung, Internet und Smartphones
4. Die Orientierung an der alten Heimat und im neuen Lebensraum
a. Kontakt in die Heimat
b. Hilfe im neuen Lebensraum
5. Einfluss des Internets auf das Heimat-Gefühl
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den Einfluss von Globalisierung, Internet und Smartphones auf das Heimatgefühl von Migranten, wobei analysiert wird, inwiefern digitale Technologien als Brücke zur alten Heimat oder als Hindernis bei der Integration in der neuen Umgebung wirken.
- Konzeptualisierung von Heimat als emotionaler und sozialer Ort
- Globalisierung als Motor für Migration und technologische Vernetzung
- Digitale Unterstützung bei der Alltagsbewältigung und Orientierung
- Virtuelle Kontaktpflege vs. soziale Isolation in der neuen Umgebung
- Die Rolle des Smartphones als "Informationshüter" und Identitätsanker
Auszug aus dem Buch
b. Hilfe im neuen Lebensraum
Im neuen Lebensraum des Migranten kann das Internet vor allem dabei helfen, sprachliche Barrieren aufzulösen. Mittlerweile kann man in sein Smartphone in einer Sprache sprechen und dieses gibt es in einer guten Übersetzung und Aussprache in einer anderen Sprache (in Sekundenschnelle) wieder.
All das gespeicherte Wissen, welches im Internet gesammelt ist, kann helfen den neuen Ort und seine Mitmenschen bzw. ihr Verhalten besser zu verstehen indem man sich informiert. Konkret kann es auch helfen, den Alltag in der Diaspora zu organisieren.
Außerdem bietet das Internet Orientierungshilfen durch interaktive Karten und Ortungsdienste. Ein Kompass, sowie eine Landkarte aus Papier sind längst überflüssig geworden. Es muss nicht einmal mehr nachgedacht werden, denn das Navigationssystem gibt eine genaue Route zum Ziel vor.
Schließlich dient das Smartphone als eine Art Informationshüter. Der moderne Mensch hat seine Daten, wie z.B. von der Kreditkarte, aber auch Tickets und vor allem Fotos und Kontaktdaten, wie Adressen, Telefonnummern und Geburtstagserinnerungen auf dem Smartphone bzw. im Internet in einer sogenannten Cloud gespeichert. All dies führt zu einer Funktion des Smartphones, welche einem Tagebuch gleichkommt, da so vieles dokumentiert und gespeichert wird. So trägt der Smartphone-Besitzer seine Geschichte in gewisser Weise immer mit sich. Das Smartphone gehört mittlerweile fast schon zur lebensnotwendigen Standardausstattung eines jeden Menschen. Aus dem Grund ist gerade für den Migranten das Smartphone so wichtig und sein Verlust eine „Katastrophe“, da es ihn in eine hilflose Lage versetzen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den globalen Wandel und die damit einhergehende Migration, wobei die zentrale Fragestellung nach dem Einfluss des Internets und Smartphones auf das Heimatempfinden formuliert wird.
2. Heimat: Dieses Kapitel definiert Heimat als komplexes Konstrukt aus sozialen, emotionalen und sinnlichen Dimensionen, das über den reinen Geburtsort hinausgeht und Sicherheit sowie Identitätsbildung umfasst.
3. Die Welt im Wandeln: Globalisierung, Internet und Smartphones: Es wird erörtert, wie technologische Beschleunigung und Globalisierung traditionelle Beziehungsstrukturen auflösen und die räumliche Bindung an Heimat verändern.
4. Die Orientierung an der alten Heimat und im neuen Lebensraum: Hier wird analysiert, wie Migranten durch digitale Medien den Kontakt zur Herkunft aufrechterhalten und technische Hilfsmittel zur Bewältigung des Alltags in der Fremde nutzen.
5. Einfluss des Internets auf das Heimat-Gefühl: Dieses Kapitel untersucht die Ambivalenz des Internets, das einerseits den Kontakt zur Heimat bewahrt, andererseits jedoch als Hindernis für die Integration in der neuen Umgebung fungieren kann.
6. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass digitale Technik zwar ein nützliches Hilfsmittel ist, aber die reale, sinnliche Erfahrung von Heimat und die Bildung physischer Gemeinschaft nicht ersetzen kann.
Schlüsselwörter
Heimat, Globalisierung, Migration, Smartphone, Internet, Identität, Digitale Diaspora, Integration, Soziale Netzwerke, Ethnoportale, Raumbezug, Virtuelle Heimat, Kommunikation, Assimilation, Heimatgefühl
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, wie sich das Konzept "Heimat" in Zeiten der Globalisierung und Migration durch die Nutzung von Internet und Smartphones verändert hat.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind das Verständnis von Heimat, die Auswirkungen der Globalisierung auf soziale Bindungen sowie die Rolle digitaler Medien für Migranten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Einfluss von Internet und Smartphones auf die Beziehung eines Migranten zu seiner alten Heimat und seiner neuen Umgebung zu untersuchen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die soziologische Konzepte von Migration, Heimat und Kommunikation auf die Nutzung moderner Informationstechnik anwendet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Definition von Heimat, der Wandel durch Globalisierung, die Nutzung digitaler Werkzeuge zur Orientierung sowie die Ambivalenz der digitalen Kontaktpflege analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Heimat, Globalisierung, Migration, digitale Diaspora, Identitätsbildung und soziale Netzwerke prägen die inhaltliche Ausrichtung der Untersuchung.
Warum wird das Smartphone für Migranten als "Informationshüter" bezeichnet?
Da es persönliche Daten, Kontakte, Dokumente und Erinnerungen speichert, fungiert es wie ein digitales Tagebuch, das die Identität und Geschichte des Nutzers an jedem Ort zugänglich macht.
Inwiefern kann das Internet laut der Autorin ein Hindernis für die Integration sein?
Durch den intensiven, permanenten Austausch mit der alten Heimat über digitale Medien kann die Motivation und Notwendigkeit sinken, neue soziale Kontakte in der unmittelbaren Umgebung zu knüpfen.
Was sind sogenannte "Ethnoportale"?
Dies sind Webseiten, die Migranten der gleichen Ethnie oder Herkunft vernetzen und ihnen ein virtuelles "Zuhause" bieten, was jedoch zu einer Abgrenzung von der einheimischen Gesellschaft führen kann.
Kann das Internet laut Fazit die reale Heimat ersetzen?
Nein, das Internet bleibt ein Hilfsmittel. Es kann keine echte, physische Atmosphäre oder menschliche Nähe transportieren, weshalb es eine echte Heimat nicht vollständig substituieren kann.
- Arbeit zitieren
- Charlotte Hüser (Autor:in), 2018, Heimat(gefühle) in Zeiten der Globalisierung und Migration. Einfluss von Internet und Smartphone auf die Beziehung zur Heimat, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/510254